Erfahrungen mit Ritalin und Co.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von alcibie 28.04.11 - 07:41 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich schreibe heute weil ich gerne eure Erfahrungen mit Ritalin usw. erfahren würde.

Mein Stiefsohn leidet an ADS. Festgestellt wurde das vor knapp 3 Jahren. Damals haben wir uns gegen Medikamente entschieden auch wegen den vielen negativen Geschichten die man so hört. Stattdessen fingen wir eine Verhaltenstherapie an und auch noch ein Konzentrationstraining. Unser Vorsatz war es immer, dass wenn der Lehrer in der Schule noch zufrieden ist bleibt es so.
Jetzt sind wir an dem Punkt, dass wir nicht mehr weiter wissen. Der Lehrer ist zunehmend genervt von ihm. Aber was noch schlimmer ist, ist in der Familie. Diese dauernden Wutausbrüche, Diskussionen ich werd noch langsam wahnsinnig. Wir hatten soviele Tiefs in den letzten 3 Jahren (Sorgerechtsstreits mit der leiblichen Mutter, Jugendamtsbesuche weil die Mutter uns schlecht machte, Todesfall, Umzug) Wir haben insgesamt 3 Kinder und ich kann nicht all meine Kraft nur für dieses eine Kind aufbrauchen, gehe nebenbei noch arbeiten.
Wie sind eure Erfahrungen mit der Gabe von Medis, Wie hat sich das Verhalten des Kindes verändert?
Bitte keine Vorwürfe oder sonstiges, sondern nur Eltern die real Erfahrungen gemacht haben. Sei es NEGATIV oder POSITIV!!!

Dankeschön
LG kerstin

Beitrag von redrose123 28.04.11 - 08:42 Uhr

Ich habe mal als Tagesmutter gearbeitet die Kleine bekam ritalin, sie war danach sehr aggressiv teilweise, konnte aber sich länger konzentrieren,...

Beitrag von hezna 28.04.11 - 08:48 Uhr

Du kannst mich gerne anschreiben.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von nicolechristian78 28.04.11 - 09:49 Uhr

Moin, Kerstin....


ich kenn das, mein Sohn hat auch ADS....lange hab ich gedacht es geht auch ohne Medis, aber irgendwann klappte das nicht mehr, weil er sich durch das ADS auch selber im weg stand.
In der Schule ging es fast garnicht, Konzentration gleich null.....
Nach vielen Gesprächen mit den Lehrern und dem Neurologen haben wir uns gemeinsam für Medikitet entschieden und siehe da es hilft ihm....
Er ist nicht mehr so Verhaltensauffällig , in der Schule kann er sich besser Konzentieren und hat viel bessere Noten dadurch.

Ich hab mich lange gegen die Tabletten gesträubt, aber am Ende haben sie ihm geholfen und ich bin froh das er sie nimmt.


LG
Nicole

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 09:50 Uhr

Hallo,

mein Kind bekommt Ritalin.
Wiege mal die Nebenwirkungen des Medikamentes gegen die seelischen Verletzungen durch das Umfeld des Kindes gegeneinander auf.
Ich finde die letzteren sind deutlich schlimmer.

Wer gesehen hat, dass ein Kind zum ersten mal im Leben nicht in der Schule gehänselt wurde und ohne weinen nach Hause kommt, der sieht, wie ein Kind aufblüht und wie es plötzlich merkt:
"Ich kann ja doch was, ich bin nicht dumm,."

Du dein Kind siehst, das endlich die Chance auf Freunde hat, der kann Eltern verstehen, die begeistert von Ritalin sind.

Nicht, weil es plötzlich bequem geworden ist, sondern glücklich.

Wer es weiß, kann es nicht erklären. Wer es nicht weiß, kann es nicht verstehen.

Und:
es wird immer Inuids geben, die den Eingeborenen in Belgisch Kongo Verhaltensmaßregeln für die große Dürre geben wollen.
Im Tal der Ahnungslosen schallt das Rufen leider am lautesten!!!


Ich bin froh meinem Kind helfen zu können und es zufrieden und glücklich zu sehen.

Falls du dich mal auf austauschen möchtest: http://www.adhs-anderswelt.de/

Dir und vorallem deinem Kind alles Gute #klee

Beitrag von 3erclan 28.04.11 - 10:20 Uhr

Hallo

mein Kind bekommt auch MPH und ich bin sehr froh dass es dieses gibt für mein Kind.

lg

Beitrag von zicke250975 28.04.11 - 10:31 Uhr

Hallo Kerstin,

meine Tochter nimmt seit etwa 6 Monaten das Medikinet als Retardkapsel.
Unsere Erfahrung damit ist mittlerweile sehr positiv.
Zu Anfang war Sie sehr ruhig und ständig müde. hörte die Wirkung auf, kam der heftige rebound Effekt und sie flippte total aus, bekam Wutanfälle, schlug um sich und drehte völlig am Rad. Das ganze spielte sich nach etwa 4 Wochen ein. Sie war wieder wie vorher( keine Wesensänderung), konnte aber wesentlich besser mit sich und ihrer Umwelt umgehen. Sie war nicht mehr ständig nervös, war nicht mehr mit den Gedanken überall und niergendwo und konnte sich in der Vorschule hervorragend konzentrieren und erzielte ungeahnte Erfolge. Endlich konnte sie ihre Stärken und Ihre Intelligenz ( sie hat auch die Diagnose Hochbegabung) gezielter einsetzten.
Da das ADHS bei meiner Kleinen schon sehr früh , sehr ausgeprägt war, bekam sie schon im Alter von 3 Jahren Ergo, Sport und Verhaltenstheraphien. Das ADHS hat sie von ihrem Erzeuger vererbt bekommen, die beiden Halbgeschwister leiden auch daran.
In Hinsicht auf die Schule haben wir uns dann nach langen Untersuchungen, Diagnosen, Phychoanalyse, IQ Tests etc. für die Gabe von Medikamenten entschieden.
Du stellst Dein Kind damit nicht ruhig, wie im Volksmund immer behauptet wird. Es ist auch nach wie vor nicht einfach mit so einem besondern Kind umzugehen, es wird immer wieder Situationen geben, in denen Du als Mutter sehr gefordert wirst und Du Dein Limit erreichst... Aber die Medikamente erleichtern Deinem Kind auch extrem den Alltag. Sie helfen ihm in der Schule und bei sozialen Kontakten. Der Umgang inder Familie verbessert sich und das Kind bekommt die Möglichkeit seinen Alltag besser zu strukturieren und somit besser das tägliche Pensum zu bewältigen. Zudem solltest DU wissen, das man Ritalin, Medikinet usw. jederzeit wieder absetzten kann, ohne dem Kind zu Schaden ( rein körperlich), es gibt keine Abhängigkeit.
Du mußt nur am Anfang sehr tolerant sein, wenn dieser Reboundeffekt eintretten sollte. Dann wird nochmal Deine volle Kraft gefordert !
Ich wünsche Euch alles Gute

LG

Zicke

Beitrag von only_love 28.04.11 - 11:33 Uhr

Hi,

ich würde kein Ritalin geben !!!
http://www.gameax.de/verzeichniss/verzeichniss1/ritalin/ritalin.html


Es muß doch auch andere Mittel geben als sowas!!!


Lg

Beitrag von alcibie 28.04.11 - 11:55 Uhr

Hallo,
hast du ein Kind das an ADHS leidet (und ich meine leiden im wörtlichen sinn)?

Wir versuchen seid 3Jahren alles was es gibt und es wird immer schlimmer. Glaub mir ich bin kein Verfechter von Ritalin und Co. aber ich weis nicht mehr weiter.
Wenn jemand Diabetis hat spritzt er doch auch Insulin damit sein Leben so normal wie möglich ist. Stell dir mal vor er würde jahrelang nur zur Ernährungsberatung gehen statt zu spritzen. Überall wo er hingeht müssten sich die Leute nach ihm mit dem essen richten. Irgendwann wird er dann ausgegrenzt oder nicht mehr eingeladen weil er ja anders ist. und den leuten probleme macht.
Kannst du dir vorstellen, dass man mit einem kind das brüllt, schreit und haut nichts zu tun haben will. Er hat kaum Freunde (nein eigentlich gar keine), die kinder der Verwandten wollen mit dem Kasper auch schon nichts mehr zu tun haben, er besticht die nachbarskinder mit süßigkeiten. sein bruder hat schon die schule gewechselt. im fußballverein wird kaum ein pass zu ihm gespielt weil er ihn nicht mehr abgibt. er darf nach der pause nicht ohne den lehrer ins schulgebäude, er sitzt alleine am tisch. oh man ich könnt noch ewig so schreiben. aber was am schlimmsten ist er hat einmal ein messer aus der küche geholt und drohte uns er mache sich tod. und einmal ging er in einem streit mit seinem bruder in die küche holte das messer und hielt es seinem bruder an den kopf.
so auf was sollen wir noch warten? alle unsere vorherigen versuche die Krankheit in den griff zu bekommen schlugen fehl. sollen wir warten bis was passiert. oder er irgendwann in der schule amok läuft.
Unser familienleben ist am ende, die ehe auch. wir haben hier im haus einen kleinen terroristen, den ich bei jedem in schutz nehmen muss. ich kann und ich will nicht mehr.

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 12:28 Uhr

Du brauchst dich doch nicht zu verteidigen, denn siehe meinen Beitrag:

""""Wer es weiß, kann es nicht erklären. Wer es nicht weiß, kann es nicht verstehen.

Und:
es wird immer Inuids geben, die den Eingeborenen in Belgisch Kongo Verhaltensmaßregeln für die große Dürre geben wollen.
Im Tal der Ahnungslosen schallt das Rufen leider am lautesten!!! """""

LG#blume


Beitrag von jofine 28.04.11 - 12:53 Uhr

Nee is klar. Das sind immer die Mütter, die alles furchtbar unnütz finden bis ihr eigenes Kind mit einem Ads-ler/in in der Klasse ist.

Dann wird laut geschrien, dass es doch auch Medikamente gibt und das der Störenfried oder die Störliesel bitte "ruhig gestellt " werden soll.

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 13:03 Uhr

@only love:

Nur zur Info:

Von einer Striatofrontalen Dysfunktion (auch: Fronto-striatale Dysfunktion) spricht man in den Neurowissenschaften bzw. in der Hirnforschung, wenn Funktionsstörungen bestimmter neuronaler Regelkreise vorliegen, deren wesentliche Bestandteile das Striatum (ein Teil der Basalganglien) und das Frontalhirn sind.

Die betreffenden Regelkreise haben einen elementaren Stellenwert für die Funktion des frontalen Teils der Hirnrinde (Frontallappen) und somit für die sogenannten Exekutiven Funktionen. Sie sind wesentlich daran beteiligt, das Zusammenwirken von Motivation, Emotion, Kognition und Bewegungsverhalten neuronal zu realisieren bzw. zu steuern. Dysfunktionen (Funktionsstörungen) dieser Regelkreise führen zu einem Über- oder Unterangebot von Neurotransmittern (insbesondere von Dopamin und Noradrenalin) in bestimmten Hirnregionen und haben Störungen der genannten psychischen bzw. Verhaltensfunktionen zur Folge.

http://de.wikipedia.org/wiki/Striatofrontale_Dysfunktion


Ritalin - wie es wirkt und wann es hilft

Es gibt kaum ein Medikament für Kinder, das in den vergangenen Jahren so heftig diskutiert wurde wie Ritalin - ein Medikament, das eingesetzt wird, um Kinder mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) zu behandeln. Die hauptsächliche Befürchtung, die dabei immer wieder im Raum steht: Man würde mit diesem Mittel lebhafte und unruhige Kinder ruhigstellen und auf diese Weise eine soziale Anpassung erzwingen.

Doch Ritalin ist kein Beruhigungsmittel, sondern gehört zur Gruppe der Stimulanzien. "Kinder mit ADS haben einen nachweisbaren Dopaminmangel, insbesondere im Stirnhirn. Dopamin ist der Botenstoff, der zuständig ist für Konzentration und Wachheit. Der Wirkstoff des Ritalins, das Methylphenidat, wirkt auf den Dopaminhaushalt im Gehirn. Das Methylphenidat besetzt die Rezeptoren auf den Nervenzellen, die für die Wiederaufnahme des Dopamins zuständig sind, und sorgt so dafür, dass das natürlich vorhandene Dopamin länger zwischen zwei Nervenzellen vorhanden ist. Wenn Kinder mit ADS Methyplphendidat nehmen, haben sie mehr körpereigenes Dopamin zur Verfügung. Sie können dann plötzlich eine andere Konzentrationsspanne halten, und darüber, dass sie sich konzentrieren können, wirken sie ruhiger", erklärt Prof. Michael Schulte-Markwort, Direktor der Klinik für Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Eppendorf.

Das Methylphenidat wirke nur auf die Konzentrationsstörung. Sie ist ein Leitsymptom des ADS, neben der Störung der Impulskontrolle und der Hyperaktivität. "Dadurch, dass die Kinder sich besser konzentrieren können, sind sie auch nicht mehr so unruhig", so der Kinderpsychiater.

Viele Eltern erschrecken auch, wenn sie feststellen, dass Methylphenidat in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz (BTM) fällt. "Das rührt daher, dass es in den 70er-Jahren aufgrund einer Nebenwirkung, der Appetitminderung, in Appetitzügler eingebaut wurde. Und wenn ein ansonsten gesunder Mensch ständig Methylphenidat nimmt, ohne dass er es braucht, kann das Abhängigkeit erzeugen. Deswegen wurde das Mittel unter BTM gestellt", erklärt Schulte-Markwort und betont, dass Kinder mit ADS nicht von Methylphenidat abhängig werden.

Die Appetitminderung ist dann auch die wichtigste Nebenwirkung, manchmal kombiniert mit einer reversiblen Verlangsamung des Körperlängenwachstums. "Darauf muss man sich mit dem Essenszyklus einstellen, das heißt, diese Kinder essen dann nur noch morgens und abends und meist auch ein bisschen mehr, sodass sie die fehlende Mittagsmahlzeit kompensieren. Wenn das Körperwachstum stark zurückbleibt, muss man nach einem Jahr aussetzen", so der Kinderpsychiater.

Wenn das Mittel gut wirkt, was sich innerhalb der ersten 14 Tage herausstellt, sollen die Kinder es ab dem 6. bis 8. Lebensjahr für mindestens ein Jahr einnehmen, neben begleitenden Maßnahmen wie Ausdauertraining und Entspannungsübungen. "Wie lange die Kinder das Medikament insgesamt einnehmen müssen, hängt vom Schweregrad der Erkrankung und dem Grad der Beeinträchtigung ab", so Schulte-Markwort.

Bevor jedoch das Medikament verordnet wird, muss das Kind gründlich untersucht werden. "ADS ist keine Diagnose, die man auf den ersten Blick stellen kann. Es muss bei dem Kind in psychologischen Tests ein deutlicher Konzentrationsmangel nachweisbar sein, der durch Berichte aus der Schule und von den Eltern bestätigt wird. Erst wenn die Diagnose ADS einwandfrei gestellt ist, darf Methylphenidat verordnet werden", betont Schulte-Markwort. Keine Indikation für die Verordnung seien Störungen des Sozialverhaltens, zum Beispiel wenn Kinder sich an keine Regeln halten oder aggressiv sind.

http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/medizin/article838788/Ritalin-wie-es-wirkt-und-wann-es-hilft.html

Ich denke man muss sich mit ADHS ausgiebig auseinander setzen. Dieses mache ich seit Jahren und es ist nicht mal so eben "angelesen".

Beitrag von only_love 28.04.11 - 13:26 Uhr

Hallo goethes-erbin,



leider kenne ich mich mit dem Thema aus !!!

Aber man sollte trotzdem abklären ob es wirklich ratsam ist sowas zu geben. Ist meine Meinung!!!

Ich würde es meiner Tochter nicht geben, sondern würde genau Überlegen was da noch Helfen könnte außer der Droge Ritalin etc.!!!

Hab genügen Kinder/ Jugendliche gesehen die Ritalin nehmen nur um Ruhiger in der Schule zu sein, nur weil es der Lehrer den Eltern empfohlen hatte !!! Und keiner macht sich gedanken was danach kommt wenn man das Ritalin oder sonstiges Absetzt.

LG ;-)

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 13:54 Uhr

Deswegen sollte man eine fundierte Diagnose stellen und begleitende Therapien durchführen.

Schliesslich kann man nicht einfach ein Medikament verabreichen ohne zu wissen wie es und ob es überhaupt wirkt.

Es gibt ebenso viele Menschen im Erwachsenenalter mit ADHS, die ohne die Medikamente kein "normales" Leben führen könnten. Wobei hier auch die wenigsten in Behandlung sind. Viele erscheinen austherapiert und sind Meilenweit davon entfernt.

Was für mich ganz wichtig erscheint, ist, das man die Eltern mitbehandeln muss. Denn von einem Elternteil ist es vererbt worden.

In meiner Familie ist es gut verfolgbar wer es von wem verebt bekommen hat.

Es tut mir leid das du negativ belastet bist.
Aber meine Familie und ich nehmen die Nebenwirkungen in Kauf und haben dadurch eine Lebensqualität, die ohne das Medikament nicht erreichbar gewesen wäre.
Jeder sollte entscheiden was er seinem Kind verabreicht und zumuten kann.
Das muss jedes Elternteil , und ich finde hier sollten auch die Kinder mit ihrer Meinung dazu mit einbezogen werden, für sich entscheiden und realisieren.

Denn auch ich kenne, ebenso wie andere Betroffene, den Leidensweg der ohne Therapien auf einen warten kann. (Suchtprobleme, soziale Probleme ........ )

LG

Beitrag von elofant 28.04.11 - 14:30 Uhr

** leider kenne ich mich mit dem Thema aus !!! **


Und warum dann der Tip, kein Ritalin zu geben???

Beitrag von sandy_1 28.04.11 - 15:22 Uhr

Hallo,

natürlich gehört die Diagnose ADS/ADHS abgeklärt und falls Medikamente notwendig sind, auch begleitende Therapie dazu. So kenne ich das eben.

"Hab genügen Kinder/ Jugendliche gesehen die Ritalin nehmen nur um ruhiger in der Schule zu sein, nur weil es der Lehrer den Eltern empfohlen hatte !!! "
Naja dann kannst kannst wohl in die Kinder reinschauen und hast den direkten Draht. Woher willst Du wissen, das die Kinder das Ritalin nur auf anraten des Lehrers nehmen? #schwitz Das da keine genauen Untersuchungen gemacht worden sind? So einfach bekommst Ritalin und Co. nicht verschrieben und im normalfall ohne gründliche Untersuchunen, Test usw. auch nicht.

Meinst Du denn, alle deren Kinder Ritalin nehmen haben sich keine Gedanken gemacht was man noch machen kann? Oder meinst Du die meisten Eltern haben mit Ihren Kindern nicht alles mögliche getestet und versucht, um eben Medikamente nicht einnehmen zu müssen?

Dafür das Du laut eigenen Aussagen, Dich mit dem Thema nicht auskennst. Hast Du aber eine sehr einseitige und engstirnige Meinung. Würdest Deine vorgefertigte Meinung nur mal hinterfragen und vervollständigen würdest Du sehen das eben vieles anders ist. Man kann nur mit einem Blick oder einer Aussage, sei es Lehrer/Eltern und andere, sich seine Meinung noch lange nicht bilden. Warum/Weshalb/Wieso... da gehört schon noch bißchen mehr dazu.

Lg, Sandra

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 15:33 Uhr

Hallo Sandy,


Sie schrieb:

"""leider kenne ich mich mit dem Thema aus !!! """""

Die Wortstellung führt dazu das man unbeabsichtigt schnell ein "nicht" hinein liest.

Habe ich beim ersten lesen des Textes aber auch. Passiert schnell. ;-)

Beitrag von sandy_1 28.04.11 - 15:46 Uhr

Hallo,

ups ja stimmt.. #schwitz aber so wie der ganze Text von ihr geschrieben wurde, könnte ein nicht eher passen. ;-) So schreiben eben gerne die Leute die meinen sie kennen sich aus, was aber meist nicht zutrifft.

Ich bin der Meinung, gerade wenn man sich auskennt dann sollte man über den Tellerrand rausschauen.
Wenn man sich auskennt, weiß man das man Ritalin und Co. nicht mal eben auf anraten des Lehrers usw. bekommt, damit Kinder ruhig sind.
Wenn man sich auskennt, dann weiß man das die meisten schon alles probiert haben um eben Medikamentengabe zu umgehen.

Ich kann nur von mir und meinen Erfahrungen sprechen. Niemanden den ich kenne, gibt Medikamente ohne vorherige genaue Test, Untersuchungen, begleitende Therapien usw.

Lg, Sandra

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 16:24 Uhr

So sieht es aus!

LG#blume

Beitrag von elofant 28.04.11 - 20:04 Uhr

Oooh, da hab ich dann auch was falsches unterstellt. Sorry.

Beitrag von king.with.deckchair 28.04.11 - 19:55 Uhr

Analog zum Satz einer Userin hier: Und mal wieder lautes Geblöke aus dem Tal der Ahnungslosen.

Beitrag von stormkite 28.04.11 - 14:04 Uhr

Hallo Kerstin,

Ich war damals eines der ersten Kinder, das mit Ritalin behandelt wurde - etwa von 1976-1980, während der Grundschulzeit.

Ich selber habe keine Erinnerung daran, dass das Medikament mich verändert hätte. Ich empfand mich aber auch nicht als auffällig ;-). Es waren bei mir wohl hauptsächlich Konzentrationsstörungen. Meine Eltern fanden es aber wohl sehr erleichternd. Mit Eintritt in die Pubertät ist das Medikament aus meinem Leben wieder verschwunden. War wohl nicht mehr "nötig"

Folgeerscheinungen kann ich nicht erkennen. Möglicherweise aber halt ein besseres Lernergebnis - was ja eine eher positive Folgeerscheinung wäre.

Mein Tochter hat eine Wahrnehmungsstörung, auch bei ihr haben wir über Ritalin nachgedacht - es dann aber sein lassen, da sie auch so gut mitkam in der Schule.

Kite

Beitrag von alcibie 28.04.11 - 16:08 Uhr

Also erstmal vielen vielen Dank für die ganzen Antworten.

Möcht nur kurz noch was anmerken. Es geht uns keinesfalls darum das Kind ruhig zu stellen. Es geht vielmehr darum, dass er seine Impulsivität in den Griff bekommt.

Wir woher er es hat, denn die Kindsmutter leidet ebenfalls darunter. Bei ihr wurde es erst im Erwachsenenalter diagnostiziert und ich kann deshalb sehen was passiert wenn es nicht behandelt wird. Sie hat keinen Beruf, keine langhaltende Freundschaften, keine intakte Beziehung und eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung, Depressionen usw. Sie hat ihr Leben kaum im Griff weshalb ihr Sohn ja auch bei uns lebt.

Wenn wir jetzt Ritalin und Co. in betracht ziehen dann keinesfall ohne vorher wirklich alles ausprobiert zu haben. Aber mittlerweile leidet nicht nur der kleine darunter sondern auch die komplette restliche Familie.

Nochmal kein ruhigstellen ABER seine Wutausbrüche und diskussionen sollen vermindert werden. Wir wollen unbedingt verhindert, dass er zum Aussenseiter wird und später mal alleine im leben steht. Drei Jahre haben wir gekämpft das sich die Symptome vermindern ohne jeglichen Erfolg.

LG Kerstin

Beitrag von goethes-erbin 28.04.11 - 16:24 Uhr

Ihr betrachtet es im Ganzen!#pro

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.#klee

Beitrag von alpenbaby711 28.04.11 - 19:49 Uhr

Mein Sohn ist nachgewiesener ADHSler und Autist und und und..... auf jeden Fall nimmt er seit 1.5 Jahren ( er ist jetzt 6) kein Ritalin aber Amphetaminsulfat. Ein leicht zu dosierendes Mittel weil man eben nicht auf bestimmte Mg Zahlen festgelegt ist wie bei den Kapseln. Sondern durch die Flüssigkeit besser selbst dosieren kann.
Jedenfalls bin ich kein Freund von Medis die nicht sein müssen. Auch bei ADHS muß nicht immer gleich die Medikation sein. Vieles wird auch verteufelt aber mit Sicherheit auch hauptsächlich von Leuten die meine das wäre nichts, Suchtgefahr und bla bla bla..... Würde es anders gehen würde ich es auch anders machen.
Aber meinem Sohn hat es definitiv geholfen und so kann ich für uns sprechen es war eine gute Entscheidung die ich bisher nicht bereut habe. Mein Sohn ist ruhiger geworden, entspannter ( gut noch immer nicht wie ein normales Kind aber das wird er nie werden weil er eben noch die anderen Behinderungen hat) und kann sich seitdem viel besser konzentrieren. Er ist auch ausdauernder geworden bei seinen Beschäftigungen. Da war vorher im weniger als 5 Minuten Takt ständig was anderes. Auch heute noch hat er Phasen wo man bei der Medikation die Dosis verändern muß ( nach oben oder unten). Er wird auch regelmäßig beim Kinderpsychiater überwacht, bekam zur Kontrolle schon EKG und EEG.
So gesehen gehöre ich zur PRO Fraktion, aber das kann auch nicht bei jedem Kind klappen. Fakt ist ein Wundermittel isses ganz sicher nicht, aber es kann sehr vielen Kindern und dabei auch Eltern helfen.
Vor allem kann es sein, das du verschiedene Medis ausprobieren mußt, auch die Dosierungen und es ein paar Wochen noch dauern kann bis es hilft weil man sich erst langsam an die passende Dosis herantastet. So gesehen gehts selten von heute auf morgen.
Ganz liebe Grüße und Viel Glück für euch
Ela

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