Mein Sohn (5 1/2) = Totale Heulsuse!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von claudichma 04.05.11 - 14:05 Uhr

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, was mit unserem Sohn (5 1/2) los ist. Er war schon immer recht weinerlich und wehleidig, mal mehr, mal weniger, eigentlich war es seit ca. 1 Jahr schon deutlich besser geworden, aber momentan ist er wirklich die reinste Heulsuse.

Er heult wegen jedem kleinsten Pups, sobald was nicht nach seiner Nase läuft, er ein Spiel verliert oder nicht sofort bekommt, was er möchte, plärrt er los wie ein Baby. Es ist echt nicht zu ertragen, mal ein Beispiel: Er guckt die Sendung mit dem Elefanten und dort gibt es ein Ratespiel, ein Tier wird beschrieben und man muss/kann raten, welches. Er rät falsch - und dann heult er los, aber nicht traurig, sondern wütend. Und so haben wir ständig Geheule, wenn er traurig ist, wenn er wütend ist, wenn er genervt ist, wenn er sich weh getan hat (selbst beim winzigsten Flohbiss schreit er, als hätte man ihm ohne Narkose den Arm amputiert).

Ich finde das langsam nicht mehr normal und auch nervig, zumal er eine kleine Schwester von 2 1/2 Jahren hat die so gut wie nie heult - und dann er als Großer und als Junge, das fällt mir schwer zu akzeptieren und meinem Mann erst recht. Wenn er jetzt sich wirklich weh tut oder was nachvollziehbar enttäuschend ist, ist es ja auch OK zu weinen, er ist ja erst 5, aber wegen jedem Pups?

Kennt das jemand? Irgendwelche Tipps? Ich mache mir jetzt langsam auch Sorgen, weil im Kindergarten manche Kinder das schon spitzbekommen haben, dass er so schnell anfängt zu heulen, die ihn dann da absichtlich ärgern. In der Schule wird sowas ja noch schlimmer, ich möchte einfach nicht, dass er sich dadurch selbst das Leben schwer macht.

LG und danke schon mal fürs Lesen und Antworten!
Claudia

Beitrag von sparrow1967 04.05.11 - 14:11 Uhr

>>und dann er als Großer und als Junge, das fällt mir schwer zu akzeptieren und meinem Mann erst recht. Wenn er jetzt sich wirklich weh tut oder was nachvollziehbar enttäuschend ist, ist es ja auch OK zu weinen, er ist ja erst 5, aber wegen jedem Pups? <<

Aha. Ein Junge weint also nicht und schon gar nicht,w enn es für euch nicht nachvollziehbar ist.

Tolle Einstellung. Ihn mit der Schwester zu vergleichen ist total daneben. Vermutlich bekommt er das auch zu hören: schaum al- deine Schwester weint aber nicht!

Es gibt nun mal sone und solche Kinder. Die einen können ihre Enttäuschung,Wut nicht anders äußern, andere können sehr gut damit umgehen: treten einmal vor die Tür und gut is.

Ihr solltet ihm andere Lösungswege für Wut und Enttäuschung aufzeigen - und ihn nicht als Heulsuse bezeichnen.
Mensch- er ist ERST 5!!!

Und was die Einstellung deines Mannes angeht- dazu sag ich mal lieber nix.


sparrow

Beitrag von soulcat1 04.05.11 - 14:14 Uhr

Isparrow, ich hätte das nicht besser schreiben können!!! #pro

Mit 5 wie ein kleiner Esrwachsener behandelt werden. Das wird Spuren für sein ganzen Leben hinterlassen.

Prima macht ihr das. #augen

Das Baby.

Jungs weinen nicht.

Ist klar. ;-)


Petra :-p

Beitrag von claudichma 04.05.11 - 14:36 Uhr

Naja, das sehen ja nicht nur wir so, sondern wurden darauf auch schon von den Erzieherinnen im Kindergarten angesprochen sowie von anderen Eltern, wenn er zum Spielen da ist (oder die bei uns sind), und von den Nachbarn schon längst - es ist schon extrem bei ihm. Vor allem weil er halt auch sofort laut losschreit, wenn ihm was nicht passt, es kommt nicht mal ein Jammern oder Meckern als Vorwarnung - sofort geht die Sirene an, aber wie, dass die Leute stehen bleiben und sich umdrehen! Im Kinderturnverein sind wir auch wieder ausgetreten, weil er da auch sich nicht eingliedern wollte/konnte und eh die halbe Zeit nur heulend in der Ecke stand, weil es nicht nach seiner Nase ging.

Ich erwarte nicht, dass er sich benimmt wie ein kleiner Erwachsener, sondern nur wie die anderen Kinder in seinem Alter auch. Ich finde das langsam eben nicht mehr normal und frage mich, was ich machen kann um ihm zu helfen das abzustellen und umzuleiten in andere Frustäußerungen, die sozialverträglicher sind. Er macht sich ja selbst das Leben schwer damit. Und natürlich fällt es schwer, dem immer mit Verständnis zu begegnen, wenn man den Vergleich zu anderen Kindern (auch viel kleineren) sieht, die das ja auch nicht machen.

Beitrag von sunflower.1976 04.05.11 - 14:30 Uhr

Hallo!

Mein großer Sohn hat eine ähnliche Phase. Er heult schnell los, wenn er frustriert ist.
Aber...es gibt bei ihm zwei "Sorten" von Weinen/Heulen.
Das eine ist echte Traurigkeit, Enttäuschung, Frust und Wut. Das ist völlig okay und wir sind dann auch für ihn da, wenn er Unterstützung oder Trost braucht. Auch wenn er ein Junge und unser "Großer" ist.

Dann gibt es bei ihm aber noch eine Art "aufgesetztes Heulen". In den Situationen ist er auch ein bißchen frustriert, will aber mit seinem Heulen etwas erreichen, weint nicht echt (keine Tränen) und hört von einer Sekunde auf die andere auf. Das ist schwer zu beschreiben, aber selbst Leute, die ihn nicht täglich sehen, haben den Unterschied schon bemerkt und sagen, dass dieses Heulen eher "Theater" ist. Das ist eine Art Heulen, die mich stört.

Ich habe mit ihm mal in Ruhe darüber gesprochen und ihn gefragt, wie es ihm in solchen Situationen geht und ihm auch gesagt, wie es mir damit geht. Außerdem haben wir über Lösungsmöglichkeiten für solcheSituationen gesprochen. Er hat das ziemlich gut verstanden und setzt es auch um.

Wir haben uns dann einen Punkteplan überlegt, also für jeden Tag, an dem er nicht dieses "aufgesetzte Heulen" hat, bekommt er ein Stempelchen und nach fünf Mal eine kleine Belohung.
Das klappt prima. Wie gesagt, es geht nicht darum, dass er nicht weinen darf, wenn er wütend, traurig o.ä. ist sondern dieses theatralische Heulen.

LG Silvia

Beitrag von claudichma 04.05.11 - 14:49 Uhr

Hallo Silvia,

ich glaube, dieses aufgesetzte Heulen ist es bei uns auch, "echtes" Weinen ist nicht nervig, das stimmt, und wenn er z.B. hinfällt spring ich auch sofort hin und tröste ihn, da weint er dann aber nicht halb so extrem wie bei diesem theatralischen Heulen. Und wie du sagst, es hört von einem Moment auf den anderen auf, wenn er dann z.B. doch seinen Willen bekommt. Letztens waren wir z.B. im Zoo und an der Kasse mussten die Kinder die Laufräder abgeben, weil man damit nicht in den Zoo durfte. Unsere Tochter sagte "Och menno!", schmollte ne Weile und dann war gut. Unser Sohn schrie dagegen so laut los, dass die Frau an der Kasse sich total erschrak und fragte "Oh Gott, was ist passiert? Hat er sich weh getan?" Sie dachte, er hätte sich in dem Moment die Hand irgendwo eingeklemmt, kam gar nicht auf den Gedanken, dass das jetzt die Reaktion aufs Laufrad-Abgeben ist. #augen

Naja, und das ist eben ziemlich nervig. Deine Tipps mit dem Abgewöhnen klingen gut. Ich habe auch schon mehrfach mit ihm versucht darüber zu sprechen und ein bisschen hat er schon verstanden, dass das eben nicht so toll ankommt und wir da eine Lösung finden müssen, das umzuleiten in andere Reaktionen, damit er auch im KiGa nicht mehr extra so geärgert wird, das mit den Stempeln zur Belohnung ist eine schöne Idee, werde noch mal mit ihm reden und das einführen.

Habe mich auch schon gefragt, ob er das vielleicht extra macht, weil er gemerkt hat, dass er damit eine Reaktion hervorruft, auch wenn sie negativ ist, so als Gegenprovokation, es kommt mir manchmal so vor, weil halt viel Aggression dahintersteckt und keine echte Traurigkeit o.ä..

LG
Claudia

Beitrag von sunflower.1976 04.05.11 - 20:59 Uhr

Hallo!

Ich hab lange überlegt, wie ich mit dem Verhalten umgehen soll.
Bei meinem Sohn denke ich manchmal, dass es noch eine Nachwirkung seiner Sprachentwicklungsverzögerung ist. Seine Sprache ist zwar mittlerweile altersgerecht (bis auf ein paar kleinere Schwierigkeiten, die sich aber geben werden). Aber in manchen Situationen weiß er dann nicht richtig, wie er seinen Frust, Wut, Traurigkeit ausdrücken soll. Das zusammen mit seiner Schwierigkeit, um etwas zu bitten, artet dann in diese "theatralische Heulerei" aus. Wenn ich merke, dass es zu so einer Situation kommt, versuche ich, ihm die Hände auf die Schultern zu legen (war ein Tipp in der Sprachheil-Reha) und ihm zu helfen, eine Alternative für sein Verhalten zu finden. Das allein hat aber nicht ausgereicht. Ich habe gemerkt, dass diese Heulerei häufig auch der Versuch war, mich dazu zu bringen, ihm seinen Wunsch jetzt und sofort zu erfüllen bzw. alle Schwierigkeiten beiseite zu räumen, z.B. dafür zu sorgen, dass nur er bei einem Brettspiel anfangen darf und nicht sein Freund.

Das war eigentlich der grund für das Belohnungskarten-System und es klappt gut, jedenfalls meistens.
Wie gesagt, es geht nicht um echte Traurigkeit, Wur o.ä. Da ist es absolut in Ordung wenn er weint und er bekommt dann auch jegliche Unterstützung.

LG Silvia

Beitrag von pegsi 04.05.11 - 14:31 Uhr

Seinen Sohn als Heulsuse zu bezeichnen klingt schon ganz schön lieblos.

Meine Tochter ist zwar allgemein hart im Nehmen, aber wenn sie sich nicht wohl fühlt, hat sie - wie die meisten Menschen - auch näher am Wasser gebaut. In solchen Fällen nehme ich sie in den Arm, sag ihr, dass das doch nicht so schlimm war und lenk sie ab, indem ich zum Beispiel ihren Bauch anknabbere oder so etwas, was sie zum Lachen bringt.

Zum Teil ist das natürlich Veranlagung, wenn Kinder sehr schnell sehr viel weinen hat das aber oft auch damit zu tun, daß die Eltern sehr übertrieben reagiert haben als der Zwerg klein war, wenn er hingefallen ist etc. Kinder orientieren sich da ja viel an den Reaktionen der Eltern. Also an die eigene Nase packen und ausprobieren, was ihm am besten hilft.

Beitrag von juniorette 04.05.11 - 14:57 Uhr

Hallo,

ich würde das Verhalten deines Sohnes weniger als "Heulsuse" als vielmehr "extremes Trotz-/Wutverhalten" bezeichnen.

Mein Sohn hat diese Phasen auch, ich würde ihn aber nicht als Heulsuse bezeichnen, sondern als furchtbaren Dickkopf, der seinen Willen gerade nicht gekriegt hat ;-)

"Kennt das jemand? Irgendwelche Tipps? Ich mache mir jetzt langsam auch Sorgen, weil im Kindergarten manche Kinder das schon spitzbekommen haben, dass er so schnell anfängt zu heulen, die ihn dann da absichtlich ärgern. In der Schule wird sowas ja noch schlimmer, ich möchte einfach nicht, dass er sich dadurch selbst das Leben schwer macht. "

Ich habe meinen Sohn schon mal gefragt, ob er will, dass die anderen Kinder im Kindergarten ihn auslachen. Schwups, war das aufgesetzte Weinen vorbei :-)

Wirkliche Tipps habe ich nicht. Du kannst nur immer wieder erklären, wie sein aufgesetztes Weinen auf andere Kinder (albern, babyhaft) und andere Erwachsene (nervig) wirkt.

Gegen echtes Weinen kann man eh nichts machen, da sind manche Kinder halt empfindlicher als andere und das muss man akzeptieren.

LG,
J.

Beitrag von claudichma 04.05.11 - 15:16 Uhr

Gut, der Ausdruck "Heulsuse" war wirklich etwas unglücklich gewählt, bin froh, dass einige trotzdem verstanden haben, dass ich nicht echtes Weinen/Traurigsein damit meinte sondern eben das Aufgesetzte. Wie du schon sagst, gegen echtes Weinen kann man nichts machen außer trösten, und dagegen WILL ich auch nichts machen, meine Kinder dürfen NATÜRLICH weinen, wenn sie traurig sind oder sich weh getan haben oder enttäuscht sind oder oder oder, das ist nicht das Thema. Ich habe nur oft das Gefühl, er will mit diesem extremen Heulen was erzwingen (Wunscherfüllung, Aufmerksamkeit, je nach Situation kann das Ziel unterschiedlich sein), und da empfinde ich so ein Geplärre nun mal wirklich die unglücklichste Form, wie man das ausdrücken kann.

Zumal: Er erreicht damit ja genau das Gegenteil. Und bei meinem Mann ist es nun mal leider wirklich so, dass er darauf GAR nicht kann, und das nicht, weil Jungs nicht weinen dürfen (mein Mann ist selbst jemand, der auch mal weint ohne sich dafür zu schämen), sondern weil es ihn einfach nervt, wenn das wieder so aufgesetzt und übertrieben ist. Wenn die Kleine einen hysterischen Anfall kriegt (Trotzphase lässt grüßen) findet er das genau so "toll". Ich möchte deshalb meinem Sohn ja auch helfen, das abzustellen/umzulenken, weil er eben überall damit aneckt und sich so selbst das Leben schwer macht, das habe ich ihm auch schon alles oft erklärt, aber irgendwie verfällt er trotzdem immer wieder in diese Schemata.

Manchmal, ist es so extrem, dass ich schon denke,wir müssen mal zum Kinderpsychologen, dass das einfach nicht mehr normal ist. Und dann von jetzt auf gleich, schwupp, ist er wie ausgewechselt. Dieser Wechsel bei ihm von Himmelhochjauchzendzutodebetrübt, das ist wirklich sehr anstrengend und auch irgendwie seltsam.#zitter

Beitrag von affelaft 05.05.11 - 09:07 Uhr

mein sohn hat mit 5 jahren eine ähnliche phase gehabt. es war wirklich sehr anstrengend für mich. alles schimpfen gegen theaterheulen bewirkt allerdings das gegenteil. ich habe ihm einen lösungsvorschlag gegeben, wenn etwas nicht gleicht geklappt hat. ansonsten hebe ich seine benehmen weitestgehend ignoriert. so habe ich die phase, die sich ein gutes halbes jahr hingezogen hatte, irgendwie überstanden. heute ist er sieben und heulen gehört schon lange nicht mehr zur tagesordnung - sondern die erste freundin ;-)
allerdings fängt jetzt mein kleiner mit seinen 4 1/4 jahren ganz genau so an und mein nervenkostüm ist wieder etwas dünner, wenn schon morgens vor meinem ersten kaffee die sirene an geht, weil er keine lust hat seine schlafanzughose selbst auszuziehen.... #augen

zu guter letzt kann ich dir nur sagen:
nicht erwünschtes verhalten ignorieren, wenn es mal ohne heulen klappt loben - ansonsten EINFACH DURCHHALTEN!!! jede phase hat auch irgenwann ein ende! #pro #pro #pro