Muss mein Arbeitgeber mich in Teilzeit einstellen?

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Beitrag von kimmy76 11.05.11 - 09:46 Uhr

Hallo,

mitte August laufen meine 3 Jahre Elternzeit ab und ich möchte auch gerne wieder in mein altes Büro zurückkehren- natürlich in Teilzeit wegen der Kinder.

Vor den Geburten habe ich Vollzeit gearbeitet und mein Vertrag ist auf eine unbefristete Vollzeitstelle ausgeschrieben.

Nun meine Frage: Ist mein Arbeitgeber dazu verpflichtet, mir eine Teilzeitstelle anzubieten oder kann er darauf bestehen, dass ich wieder in Vollzeit einsteige, was ich definitiv NICHT tun werde.

Müßte ich mich dann kündigen lassen oder gäbe es einen Aufhebungsvertrag? Kann ich auf eine Abfindung drängen?

Ich wäre dankbar für fachkundige Hilfe!

Liebe Grüße,

kimmy

Beitrag von ichbins04 11.05.11 - 09:53 Uhr

hallo,

du hast nach der ez. anspruch, auf das was in deinem vertrag steht.

allerdings gibt es evtl. ausnahmen , das richtet sich meist nach größe des betriebes

vielleicht hilft dir das weiter: http://www.arbeitsvertrag.de/frage-arbeitsvertrag/frage/teilzeit-nach-elternzeit/index.html

Beitrag von ina_bunny 11.05.11 - 09:57 Uhr

Du hast kein Anrecht auf einen Teilzeitplatz. Es wäre reine Kulanz deines Arbeitsgebers.

Wenn dann müßtest DU kündigen, denn du möchtest deinen bestehenden Arbeitsvertrag nicht einhalten.

Abfindungen sind Verhandlungssache.

LG Ina

Beitrag von susannea 11.05.11 - 10:23 Uhr

DAs stimmt so glücklicher Weise nicht!

Beitrag von ina_bunny 11.05.11 - 10:26 Uhr

Was soll daran nicht stimmen?

Beitrag von susannea 11.05.11 - 10:28 Uhr

Natürlich hat sie grundsätzlich ab einer bestimmten Betriebsgröße und einer bestimmten Länge des Arbeitsvertrages ein Anrecht auf eine Teilzeitstelle, die nur aus betrieblichen Gründen abgelehnt werden kann (und dann evtl. einklagbar ist).

So wie jeder andere AN auch, hat also nichts mit Elternzeit usw. zu tun!

Beitrag von ina_bunny 11.05.11 - 10:42 Uhr

Genau, aus betrieblichen Gründen kann abgelehnt werden. Und solche Gründe finden sich immer. Also ist es doch eine Kulanz des AG.

LG Ina

Beitrag von susannea 11.05.11 - 10:55 Uhr

Nein, genau die Gründe findet man eben kaum noch, denn sie müssen aj vor Gericht standhalten und das tun kaum welche. Sobald der Ag auch nur einen An Teilzeit beschäftigt hat er schlechte Karten!

Das ist sicherlich keine Kulanz des Ag, wäre ja noch schöner!

Beitrag von leonie133 11.05.11 - 11:05 Uhr

Ähm, das ist aber graue Theorie.

Was normalerweise in Firmen los ist, hast du wohl noch nicht mitbekommen... oder du hattest bislang viel Glück.

Und es gibt auch AN, die relativ wenig Lust auf ein Klageverfahren haben. Kannst du dir denken warum??

ich wundere mich immer wieder über die Damen hier, die glauben, das Elternzeit-Leben geht einfach weiter wie bisher. Nein, das tut es nicht. Vertrag ist Vertrag, und der war vorher Vollzeit!!!

Beitrag von susannea 11.05.11 - 11:08 Uhr

Ich glaube, du hast noch wenig mitbekommen, die Klagen werden immer mehr und die AG verlieren immer mehr.
Meist reicht die pure Drohung. Und nein, dass man gegen seinen Ag nicht klagen will und sich alles gefallen lassen will, verstehe ich nicht.

Aber leider denken viele Leute so nett wie du!

Beitrag von leonie133 11.05.11 - 12:14 Uhr

das stimmt. Ich war tendenziell auch zu nett in der Vergangenheit. Aber wenn man dann mitbekommt, was Kolleginnen z. T. in der Vergangenheit durchmachen mussten, wenn sie mit Klage drohten... naja.

Die Erfahrung zeigt, je früher man sich drum kümmert, umso bessere Chancen hat man.

Mit der Tür ins Haus fallen ist da wenig hilfreich. Das tut die TE zwar nicht, aber hier gibt es Beiträge à la "Nächste Woche ist die Elternzeit rum, und ich habe keine Betreuung / keine Lust... was soll ich tun??"

DA fällt mir dann nichts mehr zu ein. Es sollte doch auch dem Arbeitgeber gestattet werden, planen zu können.

Beitrag von susannea 11.05.11 - 13:29 Uhr

KLar, deshalb muss man Teilzeit ja auch 3 Monate vor dem beabsichtigten Beginn beantragen und der Ag hat dann zwei Monate Zeit sich zu überlegen, wie und ob es klappen kann.

Also muss sie sich ranhalten!

Wieso manchen Leuten das so kurzfristig einfällt, weiß ich allerdings auch nicht.

Beitrag von sassi31 11.05.11 - 12:41 Uhr

***Und es gibt auch AN, die relativ wenig Lust auf ein Klageverfahren haben. Kannst du dir denken warum?? ***

Warum? Weil sie Angst haben, sich zu wehren? Oder aus Faulheit? Oder aus Dummheit?

Beitrag von leonie133 11.05.11 - 14:57 Uhr

Angst haben sie, ja. Aber nicht, sich zu wehren - sondern vor den Repressalien, die evt. später auf sie zukommen. Je nach Größe der Firma / der Abteilung und je nach Befindlichkeit der Vorgesetzten kriegst du nämlich keinen Fuß mehr in die Tür... Aber das muss jede(r) selber wissen bzw. sollte den Laden gut genug kennen.

Viele Chefs sind im Übrigen zu faul (!!) sich um Teilzeitmodelle zu kümmern. Die sagen dann: Hier an dem Platz muss jemand die gesamte Geschäftszeit sitzen, punkt. Nein, Sharing geht nicht, da funktioniert der Informationsfluss nicht richtig etc....

DAS habe ich alles schon gehört. Und damit kommen die Herrschaften durch, Klagen hin oder her...

Fakt ist, die meisten Chefs haben keine Lust sich eine TZ-Mutter an den Hacken zu binden, denn diese muss pünktlich gehen, sie fällt mitunter aus wg. Krankheit des Kindes, sie kriegt vielleicht noch weitere Kinder. Ich sage nicht dass das "echte" Argumente sind. Aber diese Vorbehalte schwirren im Hinterkopf herum, egal wie sehr die Firma einen auf familienfreundlich macht ;-)

Beitrag von sassi31 11.05.11 - 19:14 Uhr

Aus Sicht eines AG ist das sogar absolut verständlich. Aber verwehren dürfen sie die TZ dennoch nur mit einem nachvollziehbaren Argument. Das würden die Gerichte schon entsprechend entscheiden. Nur muss man sich die Hilfe dann halt auch holen.

Beitrag von kruemlschen 11.05.11 - 10:00 Uhr

Hallo,

grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer der länger als 6 Monate in einem Betrieb mit mehr als 15 Beschäftigten arbeitet ein Recht darauf seine Arbeitszeit zu veringern SOFERN es keine Betrieblichen Gründe gibt die dagegen sprechen.

Du musst Deinen Anspruch auf Teilzeit mindestens 3 Monate vor Beginn schriftlich geltend machen (also solltest Du Dich beeilen) und am Besten schreibst Du da gleich rein an welchen Tagen Du wie lange arbeiten möchtest.
Dein AG muss dann spätestens 1 Monat vor Beginn schriflich seine Entscheidung mitteilen, tut er das nicht verändern sich die Arbeitszeiten automatisch so wie Du sie angegeben hast. Nur bei der Verteilung können die betrieblichen Interessen Deinen überliegen.
Wenn Dir Dein AG die Verringerung der Arbeitsstunden ablehnt kannst Du dagegen klagen und der AG muss die angeblichen betrieblichen Gründe die dagegen sprechen bei Gericht vorlegen.

Wenn Dein AG dir die TZ ablehnt und Du das so akzeptierst, dann musst DU kündigen, denn Du möchtest Deine vertraglich geregelten Arbeitsleistungen nicht mehr erbringen.
Einen Aufhebungsvertrag wird Dir Dein AG vermutlich nur dann anbieten wenn er denkt Du hättest mit einer Klage Erfolg, ein Anrecht hast Du darauf allerdings auch nicht automatisch.

LG K.

Beitrag von manavgat 11.05.11 - 11:24 Uhr

kuckstu:

www.teilzeit-info.de


Gruß

Manavgat