Autismus/Mutismus sorry lang

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von deichbaer1967 13.05.11 - 17:18 Uhr

Hallo

habe mal eine Frage: gibt es hier Eltern ,die Kinder haben wo erst beim 2 oder 3 mal Autismus/Mutismus ( nach Vorstellung)festgestellt wurde.

Folgendes:

Wir waren heute zum 2 mal in der Autismusambulanz in Schleswig.

Bei der Vorstellung im Januar Verdacht auf Frühkindlichen Autismus. Heute wieder nein paßt aber vieles nicht zusammen.Es würde mit Nico gespielt und beobachtet mit uns gesprochen . Nico hat den Eindruck hinter lassen, er hätte Fortschritte gemacht, ob es dran liegen würden wir waren im April 3 Wochen im SPZ Pelzerhaken, könnte man nicht unbedingt sagen.
Mußten noch Fragebogen ausfüllen, fertig können gehen.

Wir Fragen wie geht es weiter, müssen wir nicht wieder kommen. Antwort:Nein nicht nötig, aber bleiben in Kontakt ,bei Problemen wieder kommen.
Bericht wird uns zugesendet.

SUPER und NUN hatten das Gefühl, wieder vor den NICHST wieder kein ERGEBNISS, alle verstehen das Kind nicht , oder fühlen sich mit Nico so wie er ist Überfordert können Ihn nicht Einschätzen.


Nur bis heute ist Fakt:

Schweigen gegenüber bestimmten Menschen, Menschengruppen oder in spezifischen Situationen.
Quantitativ leicht oder stark erhöhtes Kommunikationsverhalten zu Hause, das sich beim Erscheinen von fremden Personen oder in fremden Situationen schlagartig einstellt.
Angst, sich körperlich zu erproben (Fahrrad fahren, Klettern . Schwimmen dagegen sehr ).
Angst, im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen. Sorge darum, wie man selbst auf andere wirkt.
Angst vor körperlicher Nähe zu Fremden, auch bei uns entscheidet er wann und wer mit ihn mal kuscheln anfassen oder kuss geben. Angst alleine zu schlafen, Sprachverständnisstörungen, Entwicklungverzögert. Starkes Störungbewusstsein, traut sich zuwenig zu. Riecht am allen bevor gegessen wird, trinkt Kakao nur aus einem bestimmten Becher, Sterotypen ( fast immer 2 Stöcker in der Hand).Seit 3 wochen ständiges Waschen beim Essen 10-15 mal am Tag usw......


Wenn er erstmal Vertrauen gefunden bei Menschen kann er auch zulassen. Schickt Geschwister aus Zimmer oder auch ein Elternteil wenn er was Fragen möchte.............
Kann jetz sein das ich das eine oder andere Vergessen habe in der Aufzählung.

In einfachen Test unter 3 Jahren( Test ohne Sprache) versagt er völlig, wiederum bei Test mit Sprache normal bis überdurchschnittlich vom Alter. Kaum Stift halten und Mensch malen,aber am PC schon einzelne Wörter .Aussage vom SPZ past Eigendlich nicht zusammen. Hat großes Gedächnis behält viel gibt es aber nur uns gegenüber wieder....... auch hier könnte ich noch vieles an Beispielen schreiben.

Wissen einfach nicht was wir noch machen sollen, oder an wen uns wenden, haben soviel zum Autismus/Mutismus gelesen und erkennen 95% davon bei Nico wieder.

Habe Ihr noch Vorschläge für uns????

Danke für lesen

lg Jürgen



Beitrag von stellamarie99 13.05.11 - 18:58 Uhr

Vielleicht ist es nicht der Kanner, sondern der Asperger Autismus?

LG

Beitrag von scrollan01 13.05.11 - 20:22 Uhr

Jepp, ich habe auch sofort an Asperger gedacht!

Meine Tochter hat ähnliche Verhaltensarten - und noch andere, sie bekam die Diagnose leider NICHT - oder besser gesagt, zum Glück!
Sie hat einen hohen IQ und lernt eben alles über den Verstand! Deshalb hat sie schon zuuu viel gelernt als dass eine Diagnostik noch sinn macht ... (sagt der Doc) ...

Wir haben bis heute alles alleine mit ihr gelernt - den rest schaffen wir nun auch!

Sie ist 10!

LG Jamu

Beitrag von butler 13.05.11 - 21:26 Uhr

für mich hört soch das auch nach Asperger an.
lg

Beitrag von stellamarie99 14.05.11 - 08:36 Uhr

Ja, mein Sohn wird in 2 Wochen 18 und seit 12 Jahren kämpfe ich darum.

Er hat eine Breitbandbegabung fast auf jedem Gebiet ist der IQ zwischen 130 und 145. Nur leider nützt ihm das mal so überhaupt nichts.

Er hat ein so gutes Gedächtnis, er vergißt nichts und ist abrufbar wie Google.

Er ist ausserdem hochsensibel, was den Alltag für ihn kaum erträglich macht.

Seine Schulzeit war die Hölle für ihn, aber auch oft für mich. Er versuchte sich anzupassen, war aber nur teilweise in der Lage dazu. Er verweigerte mit der zeit das Lernen, fing an, stundenlang Computerspiele zu zocken, verlor sich darin, zog sich immer mehr zurück.

Er musste vom geliebten Gymnasium auf die Mittelschule wechseln, dort wurde er gemobbt von Lehrern und Schülern und fing an zu schwänzen. Er setzte sich währenddessen in seine alte Klasse am Gym.

Er verließ die Schule ohne Abschluss nach der 7. Klasse.

Sein ärztlicher Werdegang war ebenso die Hölle. Psychologen, Kinderpsychiatrien waren gnadenlos überfordert mit ihm, sie schoben es einfach darauf, dass ich unfähig bin. Die diagnosen waren ein Witz, er sei depressiv (ja und die Ursache???) und hätte Borderline! Er hat sich selber diagnostiziert und wir wussten, er hat Asperger, nur wollte es keiner hören.:-[

Nun hat er sich sozial komplett zurück gezogen, schläft tagsüber zockt online die ganze Nacht in seiner Welt. Interessiert sich für nichts, hat vor allem Angst.

Vor einem halben Jahr hab ich die kinderärztin um einen Überweisungsschein gebeten, auf dem explizit steht "Verdacht auf Asperger" und endlich wurde er getestet.

Aber nun ist es zu spät, er will und kann nicht mehr, hat keinerlei Vertrauen zu Ärzten und Therapeuten. Er macht sich lustig über ihre Dummheit und ignoranz. Wen wunderts...

das ist nur die Kurzfassung, ich bin wütend, enttäuscht, traurig und wieder wütend.



Beitrag von enni12 13.05.11 - 23:09 Uhr

H

Wir haben für unseren Sohn (2,5) vor 3 Wochen die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung bekommen. Man vermutet Asperger, das wird sich dann in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. Aber mit der Diagnose haben wir überhaupt erstmal die Möglichkeit, Frühförderung und Integrationshilfe für den KiGA in Anspruch zu nehmen! Es war unser erster Termin bei der KJP.

Wirklich schade, dass man sich bei euch so schwer tut :-(

LG

Dani

Beitrag von deichbaer1967 14.05.11 - 11:09 Uhr

danke erstmal für eure Antworten

ich denke wir werden eine 2 Meinung einholen noch dazu.

aber haben auch hier nicht dazu gute gefühl, oft denke ich die Berichte von einem werden vom anderen Abgeschrieben, bzw um, hat Doc wenig Arbeit , oder nicht mal gelesen

Lg Jürgen

Beitrag von maschm2579 16.05.11 - 20:25 Uhr

Hallo Jürgen

ich würde sagen das fast alle PUnkte auf meine Tochter zusprechen. Sie ist gerade in den Punken:

Schweigen gegenüber bestimmten Menschen, Menschengruppen oder in spezifischen Situationen.
Quantitativ leicht oder stark erhöhtes Kommunikationsverhalten zu Hause, das sich beim Erscheinen von fremden Personen oder in fremden Situationen schlagartig einstellt.
Angst, sich körperlich zu erproben (Fahrrad fahren, Klettern . Schwimmen dagegen sehr ).
Angst, im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen. Sorge darum, wie man selbst auf andere wirkt.
Angst vor körperlicher Nähe zu Fremden, auch bei uns entscheidet er wann und wer mit ihn mal kuscheln anfassen oder kuss geben. Angst alleine zu schlafen, Sprachverständnisstörungen, Entwicklungverzögert. Starkes Störungbewusstsein, traut sich zuwenig zu. Riecht am allen bevor gegessen wird, trinkt Kakao nur aus einem bestimmten Becher, Sterotypen ( fast immer 2 Stöcker in der Hand).Seit 3 wochen ständiges Waschen beim Essen 10-15 mal am Tag usw......

doch sehr ähnlich. ABER ich finde meine Tochter total normal und mache mir überhaupt keine Gedanken. Klingt jetzt viell blöd für Dich aber das sind Dinge wo ich gar nicht drüber nachdenke.

Bis vor 3 Monaten war es ganz übel und sie mochte nicht mal alleine etwas fragen weil sie nicht im Mittelpunkt stehen wollte.
Ich habe ganz stark an Ihr und mir gearbeitet. Ticks habe ich ignoriert, Becher gab es den, den ich ausgesucht habe oder halt gar nix zu trinken. Somit trinkt sie jetzt aus jedem Becher weil sie weiß das ich es ernst meine.

Ich habe aufgehört meine Tochter in Watte zu packen. Habe verbote ausgesprochen und mit den Ärzten lange Gespräche geführt.

Heute hat sie beim turnen sogar laut mitgesunden und wird immer offener und zugänglicher. Kuscheln ist immer noch erlaubt wenn sie es möchte. Körperkontakt ohne Ihr zustimmen darf es nicht geben.

Sie schläft seit 3 Nächten in Ihrem Zimmer durch #freu

Fremde brauchen eh nicht mit Ihr kuscheln. Warum auch? Diese Aussage finde ich eh blöd, da ich auch nicht von Fremden angefasst werden möchte.

Viell hat das SPZ recht und es ist nichts? Viell müsst Ihr an Euch mit ihm arbeiten?

Beitrag von deichbaer1967 16.05.11 - 20:44 Uhr

Hallo

danke für erstmal für deine antwort

Eventuell hast du garnicht so unrecht, da Nico ja auch eine Seelische Behinderung droht haben wir uns entschlossen am WE schritt für schritt an allen zu Arbeiten.

Nico wird erstmal nicht in eine Regelschule kommen, wir uns einen guten Kinderpsychologen suchen, der mit ihn Spieltherapie macht, und mit uns gleichzeitig zusammen , Familientherapie, lernen mit Nico zusammen damit wir alle besser verstehen.

Und in Watte haben nie eines unsere Kinder gepackt, im gegenteil
man wirft gerade meiner Frau vor zu hart und real mit Kindern um zugehen.

Hart in der sicht der anderen, zu ehrlich und nicht nur heile Welt zeigen, sondern wie und wo das reale Leben spielt.

Cool aber das sich unsere Kinder wohl so ähnlich sind , würden such bestimmt verstehen:-D

Liebe Grüße euch alles Gute

Jürgen , Edith mit Sohnemann Nico