Kindergarten - Was man alles können muss......

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jessie76 14.05.11 - 09:57 Uhr

#herzlichHallo zusammen

Ich muss mal wieder was loswerden.
Unsere Tochter (5J) geht schon seit letztem Sommer in den Kindergarten. Bei uns in der Schweiz ist Kindergarten Pflicht.

Nun ist sie aber die jüngste dort. Sie ist erst im April 5 geworden. Zuerst hat die Kindergärtnerin gemeint ich muss mit meiner Tochter zum Ohrenarzt da sie vermutet, dass sie nicht gut hört. Da sind wir dann hin und es war alles i.O. Dann musste sie zur Abklärung zur Logopädin, da sie das "R" noch nicht richtig sagen kann. Und auch die Zeitformen sind manchmal nicht ganz so perfekt. Dort wurden dann die Abklärungen gemacht, und ich muss jetzt etwa 4x hingehen. Also keine Therapie machen sondern nur Beratung.

Die Kindergärtnerin hat mich dann aber auch darauf aufmerksam gemacht, dass mit der Grob und Feinmotorik auch nicht alles so ist wie bei den anderen Kindern. Gut - dann habe ich sie auch noch zur Abklärung für die Psychomotorik angemeldet. Da war ich aber noch nicht.

Gestern mittag, bekam ich einen Anruf von der Heilpädagogin, die auch ab und zu dort ist. Und die meinte, sie hatte gestern mit den Kindern ein Würfelspiel gespielt, und meine Tochter hat sich sehr zurückgehalten und konnte die Spielfigur nicht um die gewürfelte Zahl ziehen. Die anderen Kindern haben das sofort gemacht. Sie hat mir auch angeraten zu Hause mit ihr so Spiele zu machen. (Was wir auch machen und sie es gut macht) . Ich habe ihr gesagt, dass sie auch schon auf 20ig zählen kann. Gut manchmal mit kleinen Fehlern. Aber im Grossen und ganzen klappts ganz gut. Sie meinte dann, ja zählen und begreiffen wieviel eine Zahl wirklich ist sind zwei paar Schuhe.:-[ Und ich müsse allenfalls auch in Erwägung ziehen sie ein Jahr länger in den Kindergarten zu schicken.

Super alle ihre Freundinnen im Quartier gehen dann in die Schule und sie nicht. Zumal sie sich auch schon so auf die Schule freut. Es wäre für uns aber kein Drama wenn sie ein Jahr länger in den Kindergarten gehen würde. Aber für sie schon.

Sie meinte dann, ja vielleicht macht sie ja noch einen Grossen Sprung. Meine Tochter ist einfach in allem sehr bequem. Sie fragt auch viel nach Hilfe im Kindergarten obwohl sie es alleine kann.

Als ich noch in den Kindergarten gegangen bin, konnte ich noch Kind sein und heute müssen sie auch schon ein wenig rechnen können.

Wie seht ihr das so?

Danke fürs lesen und antworten.

Liebe Grüsse

Jessie #herzlich

Beitrag von derhimmelmusswarten 14.05.11 - 10:14 Uhr

Ich finde das heftig, dass so ein Tammtamm gemacht wird. Jedes Kind ist anders. Mich wundert es, dass man in der Schweiz erst so spät in den Kindergarten geht. Die Schweiz ist doch ein verhältnismäßig reiches Land. Warum sind die, was das angeht, so hinterher?! Es ist doch kein Wunder. Kinder, die schon mit 1 oder 2 Jahren in den Kindergarten gehen, entwickeln sich mit Sicherheit rasanter. Da bin ich überzeugt von. Vielleicht sollte die Schweiz mal ein anderes System einführen, anstatt dann bei 4- oder 5jährigen dann so einen Druck auszuüben!

Beitrag von rmwib 14.05.11 - 14:32 Uhr

Seh ich auch so, ein großer Nachteil des späten Kindergartenstarts ist auf jeden Fall auch, dass solche Defizite erst viel später erkannt und ausgeglichen werden können. Eltern sind am eigenen Kind objektiv einfach nicht in der Lage, den Entwicklungsstand realistisch einzuschätzen.
Und gerade wenn man nur ein Kind hat, ist es umso schwerer. Merk ich bei mir auch oft.

Mit 5 manchmal verkehrt bis 20 zählen find ich z.b. ehrlich ziemlich schwach aber ich hab eben auch nur dieses eine Kind was im September 3 wird und ziemlich aus der Art schlägt, was kognitive Sachen betrifft, daher weiß ich nicht, was man mit 5 real erwarten kann.
Aber 6 Züge auf nem Spielbrett sollten jawohl kein Akt sein #gruebel

Beitrag von cami_79 14.05.11 - 10:17 Uhr

Hi jessi,

bei euch ist der KiGa Pflicht ab 5? Oder ab wann?

Hier bei uns ist es üblich, dass die Kids ab dem 3. Geburtstag gehen (aber ohne Pflicht, aber 98% machen das so - bei uns in RLP ist der KiGa frei, also ohne Gebühr) und lernen schon allein wegen der anderen Kids schon früh Würfelspiele etc.

Bis 20 zählen ist übrigens echt was anderes als erkennen, dass da 4 Äpfel liegen und wenn ich zwei klaue, dann eben nur noch zwei ;-) (ist nciht bös gemeint, aber ich kenne Kids die auswendig bis 100 zählen aber ansonsten kein Zahlenverständnis besitzen).

Hier gibt es ab 3 auch den Musikkater (musikalische Früherziehung), Kinderturnen und Sprachspiele (speziell Reime etc weil das das Sprachgefühl stärkt) innerhalb des KiGa´s. Zusätzlich spielt hier einmal wöchentlih eine Französin in Muttersprache mit den Kids (Memory usw.), da wir in der Grenzregion zu Frankreich leben.

Für die Kleinen ist das alles ganz normal und wird nicht als Sonderförderung wahrgenommen, mit 5 sind dann alle dadurch recht fit.

Gibt es bei euch U-Untersuchungen bei den Kinderärzten? Ist sie dort "zeitgerecht" entwickelt (komisches Wort ist ja eh immer ne große Spanne). Spielt sie oft mit anderen Kids die gleichalt sind? Sind diesse weiter als sie?

Jedes Kindhat ja seinen eigenen Rhythmus und die Entwicklungsspannen geben da eigentlich schon ein paar Unterschiede her ohne dass es gleich "krank" oder mit Förderbedarf ist #kratz

Grüßle

Beitrag von zahnweh 14.05.11 - 11:02 Uhr

Hallo,

ist der Kindergarten bei euch schon Schule? Jedenfalls hört es für mich so an.

Bei uns gehen die Kinder ab +/- 3 Jahre in den Kindergarten. Die Entwicklungen sind sehr unterschiedlich!!!

Manche sind sprachlich sehr weit und zählen mit 5 Jahren kaum, rechnen gar nicht.
Andere rechnen schon einiges, können dafür noch nicht richtig sprechen.

Meine ist 3 Jahre 8 Monate. Kam mit 3 Jahren in den Kindergarten.

Die größten Sprünge hat sie in den 8 Wochen VOR dem Kindergarten gemacht. Dann immer mal wieder kleinere.

Seit ein paar Tagen kommt das "r" immer öfter durch.
Würfelspiele liebt sie - zu Hause! Im Kindergarten hat sie daran überhaupt gar kein Interesse. Dort spielt sie lieber mit anderen Sachen.
Wenn sie sich konzentriert, ist ihre Feinmotorik super. Im Moment verweigert sie dort aber fast alles, probiert ihre Grenzen und behauptet sie könne sich nicht allein die Schuhe ausziehen.

Zu Hause wollte sie mir unbedingt beweisen, dass sie etwas NICHT kann. Tja, sie bewies mir das Gegenteil :-p

Ihr Gruppenverhalten ist unterschiedlich. An manchen Tagen macht sie mit, ist sehr aufgeschlossen usw. an anderen Tagen sitzt sie da und schaut einfach nur zu. Beobachtet und macht nicht mit.
Für die Erzieherinnen ist das ok, solange sie nicht stört (gilt für alle Kinder).

Wenn sie es zu Hause kann, ist doch prima!

Und dass sie eher zurückhaltend ist, wenn eine Person dabei ist, die nur ab und zu mal da ist, wundert mich nicht.
Ich als Kind hätte in einer solchen Situation komplett dicht gemacht. Meine würde entweder mitmachen, die Person ganz genau beoachten oder Quatsch machen oder komplett verweigern. Je nachdem wie sie grade drauf ist. (wegen Schule mache ich mir keine Sorgen. Sind noch 2 Jahre).

Lass dir nichts einreden

1. nicht, dass dein Kind zu wenig kann.

Wie lange sehen die Erzieherinnen sie schon? Und Kindergarten und zu Hause ist auch was anderes.

Vielleicht spürt dein Kind auch, die genaue krititsche Beobachtung. Das spannt innerlich auch an. (jedenfalls hab ich als Kind immer mehr verweigert, je kritisch-negativer mich die Erzieherinnen begutachtet haben! "das hast du gut gemacht" hörte ich im Kindergarten maximal einmal und selbst da bin ich mir nicht sicher)

Bei meiner sind die Kritikpunkte sowie die postiven Rückmeldungen ausgewogen. Das macht die Erzählungen der Erzieherinnen durchaus glaubhafter :-)

Wie ist das denn denn bei anderen Kindern? Wurden sie auch zu Stellen geschickt?
Es ist ja schön, wenn sich Erzieherinnen kümmern und ein Auge auf die Entwicklung haben. Aber so wie du es schreibst, kommt es mir doch schon etwas übertrieben vor.

Ihr liefert eine Bescheinigung nach der anderen. Nach jedem Attest kommt eine neue Untersuchungsforderung!?!? #kratz

Warum nicht gleich EINE Liste, damit du alle Stellen abklappern und einfach abhaken kannst? Wär doch praktisch. ;-) #gruebel

2. nur weil hier Kinder teilweise schon mit 1-2 Jahren in den Kindergarten gehen, muss das nicht besser sein.

Ich kenne einige, die komplett ohne Kindergarten Abitur gemacht und studiert haben.

Meine kam mit 3 Jahren in den Kindergarten und ist teilweise weiter als Kinder, die schon früher in den Kindergarten kamen und teilweise noch nicht soweit.

Es kommt auf's Kind und die Situation zu Hause an. Und was im Kindergarten/zu Hause mit den Kindern gemacht werden. Wie viel Kontakt sie zu anderen haben usw.

Das kann man pauschal nicht sagen!!

Meiner wurde angedroht, sie würde die Schule nicht schaffen. Oder sich NIE in den Kindergarten eingewöhnen, wenn ich sie nicht schon mit 2,5 Jahren in eine Vorgruppe ZWINGEN würde.
Ich hab sie nicht gezwungen, sondern gewartet. Der große Entwicklungssprung kam zwischen 2,5 und 3 Jahren OHNE Vorgruppe und die Eingewöhnung war so "sie kam, schaute und ward erst bei der Abholung wieder gesehen" ;-)

3. hör auf dein Bauchgefühl :-)

Beitrag von jessie76 14.05.11 - 11:15 Uhr

Ja der Kindergarten zählt auch als Schulpflicht. Und bei uns kommen die Kinder mit 4 Jahren "erst" in den Kindergarten.

Was das zählen und begreiffen der Mengen angeht, glaube ich auch, dass sie das kann. Denn wenn ich sage hol mir bitte 4 Becher, dann bringt sie auch 4.

Zur Logopädin gehen auch ein paar andere Kinder. Aber den rest, denn meine Tochter machen muss nicht. Sie ist halt eben die Jüngste.

Aber ich komme mir vor, als ob mein Kind nicht "normal" ist. Weil alle anderen sind ja schon soviel weiter.

Beitrag von zahnweh 14.05.11 - 11:25 Uhr

"Aber ich komme mir vor, als ob mein Kind nicht "normal" ist. Weil alle anderen sind ja schon soviel weiter. "

Als meine neu in den Kindergarten kam, dachte ich das auch mal. Habe den Gedanken dann weggeschoben und abgewartet.

Heute kommt sie mir schon soooooo groß vor. Entwicklungssprung war seit Kindergarten kein nennenswerter mehr.
Nur, es kamen inzwischen einige Kleinere nach ;-)

Steht oder spielt sie mit den 5-6 jährigen wirkt meine so Mini und unbeholfen.
Spielt sie mit den 3-4 jährigen wirkt sie mal deutlich weiter, mal gleichweit, mal etwas hinterher aber im Rahmen.
Spielt sie auf dem Spielplatz mit 1-2 jährigen muss ich aufpassen, dass ich ihr nicht zu viel zumute.

Was sagt denn der Kinderarzt? Falls es U-Untersuchungen bei euch gibt?

Beitrag von anarchie 14.05.11 - 11:46 Uhr

Hachje...

ich bin ja kein Freund dieser ständigen Normisierung unserer Kinder und des möglichst frühzeitigen Leistungsanspruchs...

ICH würde die Sachen abklären und ansonsten erstmal Ruhe bewahren.
Ja, ok, vielleicht ist sie ein wenig hinterher...vielleicht auch nicht...aber sie ist gerade 5 geworden, d.h. sie kommt nächsten Sommer zur schule?
Bis dahin kann noch SO viel passieren...

Anbei hat meine Tochter im Kiga NULL Interesse an zahlen, Buchstaben und co gehabt...sie geht jetzt in die 1. Klasse und liest schon lange fliessend, schreibt sehr gut und ist klassenbeste;-)
Mein Sohn konnte schon einiges rechnen, einiges schreiben , kannte die Buchstaben alle, etc...er tut sich viel schwerer in der schule..

lass sie Kind sein...

lg

melanie mit 4 kids

Beitrag von joshua0709 14.05.11 - 16:34 Uhr

Hallo Melanie,
meine Kinder sind noch sehr klein, noch weit entfernt von Schule. Aber ich stelle mir die Frage: Wie wird man in der ersten Klasse "Klassenbeste"?Gibt es da schon Noten oder ist das eine schriftliche oder mündliche Bewertung im Zeugnis?
LG
Uta

Beitrag von anarchie 14.05.11 - 18:36 Uhr

Es gibt bei den Tests zwar keine Noten, aber Punkte - und den Titel "Rechen- bzw. Rechtschreibkönigin/könig" - und in unserem Fal, die Ansage der Lehrer, dass sie even an der Spitze ist...

Wobei das ja nicht sooo wichtig ist...mein Sohn ist "nur" Mittelmaß - das ist auch völlig ok..ich wollte damit nur sagen, dass die kenntnisse und Interessen im Kiga nicht zwingend was aussagen über den Start in der Schule...:-)

lg

Beitrag von joshua0709 14.05.11 - 22:51 Uhr

Hallo Melanie,
war auch gar nicht so gemeint. Ich war nur irritiert, denn ich werde immer mal wieder über die Vorschultests informiert und finde die immer strenger werdenden Reglements hart. Hätte ja gut sein können, dass jetzt auch schon Tests für 6jährige neben den bekannten Referaten an der Tagesordnung sind.
Pisa hin oder her, aber die Entwicklung betrachte ich recht kritisch. Druck und Intelligenz vertragen sich nicht in meinen Augen.
LG
Uta

Beitrag von tagpfauenauge 14.05.11 - 12:25 Uhr

HI,

Thema: Im Brettspiel zu würfeln, die gewürfelte Zahl erkennen und mit der Figur genau diese Zahl weiterziehen.

Ich will dir mal schreiben, wie es bei meinen Kindern war.

Als mein Sohn mit 3 Jahren und 1 Monat in den Kindergarten kam, beherschte es das schon perfekt. Die Erzieherinnen waren begeistert - ich war erstaunt, denn ich hielt es für selbstverständlich.

Meine Tochter ist 5,5 Jahre jünger. Muß dazu sagen, daß wir mit dem Jungen zwar mehr Brettspiele in dem Alter gespielt haben aber nicht, weil wir jetzt keinen Bock mehr haben, sondern weil das Mädchen einfach kein großes Interesse daran zeigt. So kommt es, dass wir mit ihr nur so 2 x im Monat Brettspiele spielen, da wir si enicht zwingen, sondern es wird angeboten und evtl. noch mal versucht schmeckhaft zu machen, aber wenn sie dann doch lieber Tiere spielen will, bitte.
Sie mag andere Dinge - was ja auch OK ist. Es sind ja auch 2 völlig unterschiedliche Menschen.
Ich erinnere mich an ein Spiel vor ungefähr einem halben Jahr. Das war so 3 Monate vor ihrem 5. Geburtstag. Sie hat gewürfelt und musste mit dem Zeigefinger die Punkte nachzählen. Oft auch falsch, weil sie Punkte ausgelassen, doppelt gezählt oder einfach "1, 2, 3, 8" gezählt hat. Dann das Ziehen mit der Spielfigur. Oh man! Sie hat mit der Figur scheinbar wahllos auf dem Brett herumgehüpft. Wo ein Feld aufhört, wo das nächste beginnt und welches das nächste Feld ist, ging ihr völlig ab. "1, 2, 3, 5" "Schatz, du hast doch eine 2 gewürftelt." "Mama, was kommt nach 5?".
#zitter

Ich habe sie immer als das kleine Baby gesehen, aber in dem Momant wurde mir klar, dass ihr Bruder das besser konnte, als er halb so alt war sie jetzt ist. Ich habe dann überlegt, was ich mache. Dabei bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder eben unterschiedlich sind. Sie zu dressieren jeden Tag habe ich abgelehnt, mit mit gerade noch nicht mal 5.

Ich habe beschlossen zu warten, bis sie nach den Sommerferien in die Vorschulgruppe kommt. Die Erzieherinnen dort sind hervorragend geschult mit ständigen Weiterbildungen für Vorschulkinder. Ich wollte abwarten, so 2 Monate, und dann fragen, ob etwas aufgefällig ist.

3 Monate nach diesem "Vorfall" kam meine Maus mit Monopoly Junior zu mir. Natürlich habe ich ja gesagt (und mich ehrlich gesagt schon auf einiges gefasst gemacht). Sie wüfelt, guck eine Sekunde auf den Würfel und sagt: eine 5! War richtig. Sie zieht 1, 2, 3, 4, 5 Felder richtig weiter. Ich würfele eine 2 und sage absichtlich 3. Sie sagt gleich, das ist doch eine 2! Von jetzt auf sofort kann sie es jetzt perfekt. Einfach so.

Sie war halt noch nicht so weit, jedes Kind hat seinen eigenen Zeitplan.

Laß dich nicht irre machen.

:-)

vg

Beitrag von sunflower.1976 14.05.11 - 13:45 Uhr

Hallo!

Was nun an den Vermutungen dran ist, kann ich nicht sagen.

Was ich jetzt schreibe, meine ich pauschal und nicht konkret auf Deine Tochter bezogen.
Die Einschätzung der Erzieherin kann völlig überzogen sein, es kann aber auch so sein, dass man als Eltern mögliche Probleme gar nicht als solche wahrnimmt. Also dass man beispielsweise denkt, dass alles völlig okay ist und das Kind vielleicht ein bicßhen "faul" ist, aber in Wirklichkeit bestimmte Tätigkeiten vermeieden werden, weil sie z.B. aufgrund einer eingeschränkten Feinmotorik schwierig sind.

Zählen sprechen können hat nichts mit einem Zahlverständnis zu tun. Kinder können - so wie sie einen Reim oder ein Lied lernen - die Reihenfolge der Zahlen (auswendig) lernen. Wenn sie von eins bis sechs zählen können, können sie nicht zwangsläufig die fünf Würfelpunkte der Zahl fünf zuordnen und die Spielfigur eine entsprechende Anzahl Felder weiterrücken. Den Tipp, zuahsue Spiele zu spielen, finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Das kann doch keinem Kind "schaden".
Die Heilpädagogin hat Dir nur ihren Eindruck geschildert. Es ist doch gut, dass sie aufmerksam ist! Soll sie nichts sagen und dadurch Deiner Tochter eine (möglicherweise!!!) nötige und einfach machbare Unterstützung - nämlich Spiele spielen - verwehrt?

Ich sage damit nicht, dass Deine Tochter wirklich Probleme hat. Allerdings würde ich es auch nicht völlig abtun, denn Erzieherinnen mit langjähriger Berufserfahrung und Heipädagogen haben schon einen Blick dafür, was Kinder in einem bestimmten Alter können (sollten) und auch ein entsprechendes Hintergrundwissen. Das heißt nicht, dass alle Kinder einer Norm entsprechen müssen und davon nicht abweichen dürfen. Aber es gibt eben auch Kinder, denen ein bißchen zusätzliche Unterstützung gut tut, die man zuhause nicht leisten kann.

LG Silvia

Beitrag von abenteuer 14.05.11 - 15:39 Uhr

Huhu

Die Kindergärtnerin kommt mir sehr kompetent vor. Sie macht dich auf Defizite aufmerksam und scheint die Kinder spielerisch zu fördern.

Ein Kindergarten ist nunmal kein reiner Kinderaufbewahrungsort. Dort werden die Kinder auf die Schule vorbereitet. Was hat das mit "Kind sein dürfen" zu tun, wenn die Erzieherinnen auf die Entwicklung der Kinder achten?

Das bei euch die Kinder erst mit 5 Jahren in den KIGA kommen finde ich persönlich zu spät! Der Kindergarten ist so wichtig für die Entwicklung des Sozialverhaltens, dass ich niemals ein Kind solange zuhause lassen würde.

lg abenteuer

Beitrag von la_an_ma 14.05.11 - 15:54 Uhr

Hallo Abenteuer
von wollen kann hier ja auch keine Frage sein. Aber wenn ein privater Kita-Platz für die Kinder im Monat CHF 2000.00, sprich € 1500.00 kosten würde, dann würdest Du es Dir wohl auch zweimal überlegen das Kind früher in eine KITA Einrichtung zu geben?!?!

In der Schweiz ist der Kindergarten auch kein reiner Kinderaufbewahrungsort sondern eine Vorstufe der Schule, überhaupt nicht vergleichbar mit Deutschland. Auch die Kindergarten-Lehrerinnen sind ausgebildete Pädagoginnen und könnten auch als normale Lehrer arbeiten.

Aber natürlich stimmt es, dass es absolut nicht Familiengerecht ist dieses System. Wenn eine Mutter in der Schweiz arbeiten gehen will, kostet dies der Familie sehr viel Geld um die Kinder abzugeben.

LG
Andrea

Beitrag von abenteuer 14.05.11 - 19:40 Uhr

Krass. Ich hätte nicht gedacht, dass ein KITA Platz in der Schweiz so teuer ist. Das klingt wirklich nicht sehr Familienfreundlich. Mir geht es dabei gar nicht mal um die Tatsache, dass man so keine Möglichkeit hat das Kind abzugeben, um wieder arbeiten zu können, sondern eher darum, dass ich den Besuch eines Kindergartens (mit ca. 3 Jahren) einfach wichtig für die Entwicklung des Kindes halte.

Das die Pädagoginnen bei euch so ausgebildet sind, dass sie auch als Lehrer arbeiten könnten, finde ich nicht schlecht. Ich erlebe es immer wieder, (zum Glück nicht in unserem Kindergarten) dass die Erzieher teilweise Probleme mit der deutschen Sprache haben. In Deutschland wird viel zu wenig auf qualifiziertes Personal im KIGA geachtet. Das Lehramtsstudium ist mit einer Erzieherinnenausbildung nicht vergleichbar. Ich habe den Vergleich, da ich Lehramt studiere und eine gute Freundin von mir eine Ausbildung zur Erzieherin macht.

Die TE meinte allerdings, dass die Ansprüche im KIGA früher nicht so hoch gewesen seien und das damals "die Kinder noch Kinder sein durften" (oder so ähnlich). Darauf bezog sich meine Aussage, dass KITAs keine reinen Kinderaufbewahrungsorte seien. Ich denke die Kindergärten haben immer schon auf die Schule vorbereitet und wenn nicht, war es ein schlechter Kindergarten!

Danke für deine Antwort. Es ist wirklich interessant zu erfahren, wie das System in der Schweiz funktioniert. :-)

Beitrag von caro300 14.05.11 - 22:49 Uhr

Hallo Jessie,

auch wenn es Dich stört, gib Deiner Tochter doch noch ein Kindergartenjahr. Das ist doch nicht schlimm.
Und man kann ähnliches auch in Deutschland erleben. Bei meinem Sohn wurden Sachen schon mit drei Jahren bemängelt z. B., dass er sich nicht gut Liedertexte merken konnte oder nicht richtig mit der Schere schneiden. Da war er noch nicht mal vier Jahre alt. Im Nachhinein kann man sagen, dass er bis heute in seiner Entwicklung hinterher hinkt aber mittlerweile sehe ich das nicht mehr so kritisch. Wir haben ihn auch ein Jahr später eingeschult und jetzt soll er sogar noch mal wiederholen wegen seiner Lese- und Schreibprobleme.

Ich kenne Deine Tochter nicht und kann es nicht beurteilen aber vielleicht tut ihr diese Jahr ja gut. Du kannst sie natürlich einschulen und sehen wie es läuft, notfalls wiederholt sie halt die Klasse. Das letzte Wort habt sicherlich ihr und du kennst deine Tochter ja am besten.

Bei meinem Sohn kamen viele Kinder schon lesend in die Schule und im Kindergarten wird auch schon rechnen geübt. Die Anforderungen in Deutsch waren sehr hoch bei uns, gleich richtige Lesetexte. Also ich glaube das Schulsystem ist heute schon anders als früher.

LG
Carola