7 jähriger total frech uns gegenüber

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von mmaannii 19.05.11 - 13:21 Uhr

Hallo an alle

Also ich habe mich heute hier angemeldet weil ich ein problem mit meinen sohn habe und gerne mal die meinungen anderer wissen möchte.

Unser Sohn ist jetzt mittlerweile 7 Jahre und eigentlich war er immer friedlich uns und anderen gegenüber aber in letzter zeit geht irgendwie alles schief.

Er ist sowas von eifersüchtig das er selbst wenn seine cousine zum spielen kommt total aggresiv wird und sie keinesweg respektiert.
Geht sie dann, ist alles wieder ok!

Zu uns ist er mittlerweile nicht anders, wenn wir etwas sagen oder von ihm verlangen dann wird er richtig frech, benutzt schimpfwörter usw.
Setzen wir etwas um, was ihm garnicht passt, gehts erst richtig los.
Er versucht es dann mit auslachen, gestern z.B. mit schreien oder konstequent Mama oder Papa rufen (da schafft er schon locker mal ne Stunde)

Wir wissen echt nicht was los ist und warum das jetzt vorallem so ist.
Wir haben schon überlegt das es vielleicht so ist wegen der schule...
Er muss die erste Klasse leider wiederholen und kommt dazu noch auf eine Förderschule. Er kommt mit dem stoff einfach nicht mit und ist mit allem überfordert. Er weint viel wenn er Hausaufgaben machen muss weil es für ihn alles nicht logisch klingt. Er kann die schritte einfach nicht nachvollziehen.

Aber ob es nun wirklich das ist, wissen wir nicht.

Das wichtigste ist jetzt für uns zu wissen wie wir ihn aus dieser situation wieder raus holen können, sodass alles wieder "normal" bei uns ist
Weil auf dauer ist das echt nicht mehr schön, die Obergrenze ist erreicht.

Für Meinungen und Tips sind wir sehr dankbar

liebe grüße, mmaannii

Beitrag von redrose123 19.05.11 - 13:37 Uhr

Kann es sein das etwas im allgemeinen nicht stimmt? Vieleicht beim KIA mal vorstellen und deine sorgen mitteilen.....Vieleicht hat er konzentrationsschwäche o.ä.

Beitrag von mmaannii 19.05.11 - 13:53 Uhr

haben wir schon gemacht bevor die probleme zu hause anfingen....
weil wir schon relativ schnell in der schule gemerkt haben das er nicht mit kommt

raus gekommen ist das er eine ausgeprägte Lernbehinderung inklusive konzentrationsschwäche hat.

Beitrag von redrose123 19.05.11 - 14:04 Uhr

Und dann kommt der Klassenwechsel hinzu ich denke es ist dem kleinen zuviel würde euch empfehlen aufzupassen und eventuell Hilfe in Anspruch nehmen, Psychologisch damit Ihm geholfen wird damit umzugehen....

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 13:55 Uhr

Dein sohn erlebt gerade das Scheitern in einem elementar wichtigen lebensbereich (schule).
Er muß da unheimlich viel frust und enttäuschung erlebt haben i nden letzten monaten.
er wird die klasse verlassen, muß auf eine sonderschule wechseln, verliert dadurch alle sozialen kontakte in der klasse, hat angst vor der veränderung, davor dort auch zu scheitern, davor wieder frust, angst und Häme zu erleben.

mensch ihm gehts grad total beschissen. ist doch verständlich, daß er das auch zeigt.
Versucht mit ihm gemeinsam die letzten wochen so angenehm wie möglich zu gestalten- laß ihn keinesfalls die hausaufgaben machenm, die er nicht versteht- bestehe darauf, daß er welche bekommt, die seinem wissenstand entsprechen (stell dir vor, ich gebe dir für heute mittag einen text, den du ins chinesische übersetzen sollst- wie würdest du dich fühlen? dazu gibts druck von der mutter, dsa doch endlich zu machen, druck von der schule, von den mitschülern wirst du ausgelacht, weil du es mal wieder nicht schaffst)- das geht gar nicht.
Hausaufgaben ergeben nur dann (einen marginalen) sinn, wenn sie als übung für bereits erlerntes und verstandenes gedacht sind


nimm den druck raus, sucht nach lösungen und entlastung und nach sachen, die ihm wieder Selbstvertrauen und kraft geben, die seine Kompetenzen fördern und nicht auf seien defizite gerichtet sind

lisasimpson

Beitrag von mmaannii 19.05.11 - 14:04 Uhr

er weiß noch nicht das er die klasse wiederholen muss und wechselt in die sonderschule.... das haben wir so auf empfehlung der lehrerin gemacht weil sie der meinung ist das er sonst total absackt.

wir wissen auch noch nicht wie wir ihn das sagen sollen...
aber wir werden uns da schon was einfallen lassen

das mit den hausaufgaben ist eine sehr gute idee, ich werde noch nachher meiner frau bescheid geben das sie eine mitteilung an der lehrerin machen soll.
momentan ist es so, das wir uns schon darauf geeinigt haben das er
Montag und Dienstags keine hausaufgaben bekommt und diese beiden tage verlaufen dann auch super.
er kommt total gelassen nach hause und genießt den tag

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 14:13 Uhr

dann hört doch auf, das kind zu quälen.

ich würde ihn durchaus hausaufgaben machen lassen (wenn alle andern kinder da auch müssen), aber eben welche, die er spielnd kann.
er braucht jetzt dringend Erfolgserlebnisse.
und was kein kind braucht: angelogen werden!
Klärt ihn auf und sagt ihm, daß ihm, daß ihr nicht mehr möchtet, daß er sich so quält.
Schule soll spaß machen, schule soll jeden so fördern, daß er das optimale aus sich rausholen kann.
Das gelingt in schulen mit kleinen klassen und besser ausgebildeten Lehrern und in schulen, die sich nach den individuellen lernfortschritten jedes einzelnen richten wesentlich besser.
deshalb habt ihr zusammen mit der lehrerin entschieden, daß er im nächsten schuljahr dort hi nwechselt.

Auch wenn ihr es ihm bishher verschweigt- er merkt dennoch, daß da was im busch ist.
ganz abgesehen von den täglichen demütigungen, nicht mitzukommen in der klasse

lisasimpson

Beitrag von mmaannii 19.05.11 - 14:19 Uhr

wir waren eigentlich von anfang an dagegen ihn anzulügen aber die schule hat so ein druck gemacht von wegen er würde dicht machen, nicht mehr zur schule gehen wollen oder sonst etwas der gleichen

ich glaube es kann sich hier keiner so genau vorstellen wie es ist, wenn er hier sitzt und seiner oma erzählt er kommt bald in die zweite klasse!!!

Meine frau will da nicht mehr mitspielen weil sie es echt traurig macht ihn so zu sehen, voller freude und dann kommt doch alles anders.

ich glaube wir hätten uns nicht bereden lassen sollen und ich hätte meine frau nicht dazu drängen sollen ihn zu belügen.

ich denke wir werden es ihm dann heute abend, in einer ruhigen situation schonend erklären und ich hoffe sehr das es nicht noch mehr nach hinten los geht

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 14:23 Uhr

nun klar kann er "dicht" machen.
also im konkreten fall wird er sich natürlich weigern dämliche hausaufgaben zu machen, die er nicht ersteht und die für ihn keinen sinn ergeben.
und das ist auch gut so!

Aber aus "angst" ein kind lieber zu belügen als gemeinsam mit ihm lösungen zu überlegen, wie er die letzten wochen GUT für sich nutzen kann ist erbärmlich.
Gibt es einen "mobilen sonderpädagogischen Dienst" in euer schule (weiß nicht, ob es das so in der form in jedem bundesland gibt)? fordert ihn an - dieser soll mit der Klassenlehrin und dem sohn zusammen erarbeiten, was er in der nächsten zeit machen soll und wie er gefördert werden kann

und klar: ihr entscheidet, was ihr eurem sohn erzählt und was nicht. Ende!


lisasimpson

Beitrag von mmaannii 19.05.11 - 14:31 Uhr

ja den gibt es, die dame sitzt mittlerweile schon fast täglich neben unserem sohn und hilft ihm...
wir werden nachher gleich seine Lehrerin anrufen, ihr bescheid sagen das wir es ihm nachher noch sagen werden und um ein dringenden termin bei ihr bitten damit wir alles andere abklären können

wir haben auch schon überlegt ihn wieder aus der Tagesgruppe raus zu nehmen, die besucht er auch auf empfehlung der schule.
Und auch hier bestehen probleme weil er fast täglich weint und da nicht hin will, er beschwerd sich das er dann zu wenig zeit mit uns hätte(was auch unser problem ist), das es ihn zu lange dauert und da nur große kinder sind und keiner mit ihm spielen will. Er macht uns deutlich klar, das er das nicht will und lieber im hort wäre

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 14:46 Uhr

ja- eltern sollten da gut auf sich und auf ihre Kinder hören.
Sicher sind "expertenempfehlungen" wichtig mit in alle überlegungen mit einzubeziehen, aber diese sind eben immer nur einzelne meinungen und oft von eigenen interessen geprägt.
Die originären Interessen der Familie muß diese selbst wahren und das eben manchmal gegen den rat der experten

Ich wünsch euch alles gute dabei.
Für ein Kind mit einer Lernbehinderung ist es einfach nur chrecklich frustierend in der regelschule.
In einer guten Diagnose-förderklasse (wie dsa in Bayern im Grundschulbereich heißt) hat er diechance wieder spaß am lernen zu bekommen- und das ist doch das wichtigste überhaupt.
was nutzt mir ein 7 jähriger, der vielleicht den stoff der 1. klasse reingeprügelt bekommen hat, dafür aber jegliche lust und motivation verloren hat und nur noch gestresst ist wenn er zu hause etwas lernen soll...

lisasimpson

Beitrag von marion2 19.05.11 - 15:15 Uhr

Hallo,

er HAT schon dicht gemacht.

Gruß Marion

Beitrag von marion2 19.05.11 - 15:14 Uhr

Hallo,

Es wird bei euch nie wieder alles "normal". Ihr habt ein Kind - keine Puppe.

Dein Kind ist mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Wie würdest du dich fühlen, wenn du "zu blöd" für die Hausaufgaben, die Schule etc. bist und das womöglich auch noch schriftlich bekommst?

Macht was mit ihm, was er kann und was ihm Spaß macht - ein ganzes Wochenende lang.

Gruß Marion