Kinderkur in klinik oder offene Badekur

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von lina007 24.05.11 - 20:32 Uhr

Hallo zusammen,

vielleicht hat hier jemand Erfahrungen mit o.g. Themen.
Mein Sohn leidet stark an Pollenallergie inkl. allergischem Asthma. Meine Kinderärztin, die ihn ab Sommer voraussichtlich desensibilisieren wird, empfiehlt eine Kur oder einen Klimawechsel in der kommenden Saison (Hochsaison bei uns ist von ende Januar bis Mitte Mai, zumindest in diesem Jahr).

Nichtsahnend rief ich bei der Techniker Krankenkasse an, um vorab schon mal einige Informationen einzuholen. Die Dame war recht genervt und meinte, die Ärztin müsse den Muster 60-Antrag ausfüllen und entscheiden, ob mein Sohn einen klinischen Aufenthalt oder nur einen Klimawechsel benötigt. Beim klinischen Aufenthalt sind mein jüngerer Sohn (2 Jahre) und ich mit in einer Klinik, die die TK für uns aussucht (keine Auswahl möglich), untergebracht. Bei einer offenen Badekur mieten wir uns eine Unterkunft in einem anerkannten Kurort und erhalten von der Kasse einen Zuschuss in Höhe von 30 € pro Tag, Mindestaufenthaltsdauer sind auch hier drei Wochen.

Ich gehe davon aus, dass meine Ärztin mir die Entscheidung überlässt. Und ich will in erster Linie, dass mein Sohn nicht mehr so leidet wie in diesem Jahr. Ansprechender und für mich persönlich erholsamer fände ich allerdings eine Badekur, da wir hier sicherlich etwas mehr Platz hätten und auch mein Mann oder meine Mutter mal für eine Woche zu meiner Unterstützung kommen könnten.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht: Sind die Therapien in der Klinik richtig gut und Eurer Meinung nach unabdingbar? Haben Sie wirklich Erfolg gebracht und vor allem, würdet ihr es wieder beantragen (diese Frage richtet sich vor allem an Mütter mit zwei Kindern, die in der Klinik sind, wobei mein jüngerer Sohn (noch) gesund ist und dementsprechend nicht behandelt werden muss)?
Wenn ihr die Qual der Wahl hättet, wofür würdet ihr Euch entscheiden? Hat überhaupt schonmal jemand eine Badekur beantragt?

Über Nachrichten freue ich mich sehr.

Herzliche Grüße
Lina

Beitrag von masinik 25.05.11 - 10:42 Uhr

Hallo Lina,

wir haben mal mit unserer Tochter eine offene Badekur gemacht. Sie hat Neurodermitis und leichtes Astma. (abgesehen von den vielen Allergien)
Wir haben schon vorher Urlaub an der Nordsee gemacht und bemerkt, dass es ihr dort um einiges besser geht.
Es stand fest, dass der Sommerurlaub über 3 Wochen (2007) wieder an der Nordsee stattfindet. Daraufhin habe ich mit meiner Ärztin die offene Badekur beantragt und es wurde auch sofort genehmigt. Wir hatten unsere Wohnung, fast den ganzen Tag zur Verfügung.
Vor Ort sind wir sofort zum Kinderarzt gegangen (den Termin hatte ich schon von zu Hause organisiert) und meine Tochter wurde komplett durchgecheckt. Sie bekam verordnet: für die Neurodermitis Salzbäder und anschließend für das Astma eine Atemschulung. Wir haben die Termine immer morgens in der Früh gehabt.
Es war ein toller Urlaub, ihr ging es danach super gut.
Seitdem fährt meine Tochter jedes Jahr über Ostern 2 Wochen mit der Oma an die Nordsee und im Sommer fahren wir als Familie für 3 Wochen hoch und dem Kind geht es jedes Jahr besser.

Ich hatte mich für diese Variante entschieden weil mir a) in meiner familiären Situation damals eine Mutter-Kind-Kur zu stressig gewesen wäre und b) damit die Krankenkasse sieht , dass was getan wird. Wenn es nichts gebracht hätte könnte man nach 1-2 Jahren sagen "Gut- wir haben es versucht, der Erfolg war nicht da, jetzt möchten wir doch bitte eine richtige Kur machen"

Ich kann es nur empfehlen.

lg
masinik
#winke#winke

PS. Wir sind immer auf Norderney oder Borkum, da hast du das beste Klima!!!

Beitrag von lina007 25.05.11 - 10:52 Uhr

Hallo Masinik,

herzlichen Dank für Deine Antwort und ja, ich glaube auch, dass meinem Sohn ein Klimawechsel sehr gut tun würde. Und wenn die Krankenkasse keinen Beitrag leisten sollte, dann würde ich unabhängig davon auch unseren nächsten urluab buchen.

Ich habe bisher auch nur gutes von Borkum gehört, insbesondere mit kleinen Kindern. Würdest Du mir verraten, wo ihr untergekommen seid und wieviel die Krankenkasse dazubezahlt hat? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gerade auf borkum frühzeitig buchen muss. Als es meinem Sohn dieses Jahr so schlecht ging wollte ich kurzfristig mit ihm dorthin Urlaub machen. Es war bereits alles weg oder nur zu horrenden Preisen zu bekommen. Daher würde ich gerne schon bald etwas für kommenden März/April buchen und darauf hoffe, dass sich die KK beteiligt (wenn nicht brechen allerdings auch keine Welten zusammen).

LG Lina

Beitrag von masinik 25.05.11 - 14:57 Uhr

Hi Lina,

März/April 2012?
Suchst du eine Ferienwohnung? Für wie viele Personen?

Schreibe mich nochmal über VK an, ich gebe dir dann ein paar Unterkünfte, vielleicht ist ja was dabei.

Und ja, man muss immer früh buchen! Jedes Jahr wenn wir aus dem Sommerurlaub wiederkommen buchen wir bereits für den kommenden Sommer. Ansonsten hat man kaum noch eine Chance.

lg
masinik

Beitrag von ronjak 22.06.15 - 09:36 Uhr

Hallo Lina,

auch wenn der Artikel wirklich alt ist. Leider habe ich in den Weiten des www wenig antworten gefunden. Warst du mit deinem Sohn zur Kur? Wie hast du diese beantragt? Wie sind deine Erfahrungen damit? Wie lange hat die WIrkung angehalten?

Ich freue mich sehr, wenn du mir noch Antworten geben kannst!

Beitrag von lina007 22.06.15 - 10:00 Uhr

Hallo Ronjak,
letztlich muss ich sagen, dass wir uns damal für eine dreiwöchige ambulante Reha entschieden haben. D.h., ich habe ein Häuschen auf Borkum gebucht und die Krankenkasse hat uns mit einem Beitrag von 30€ am Tag unterstützt. Am ersten und letzten Tag bin ich vor Ort mit meinem Sohn zum Arzt gegangen, gemacht wurde kaum etwas, es hieß nur, wir sollen uns viel am Meer aufhalten. Ich hatte mich dazu entschieden, weil ich so zeitweise meinen Mann und meine Mutter dabei hatte und damit auch etwas Unterstützung.

Es ging ihm in der Zeit dort super, alle allergischen Symptome waren recht schnell verschwunden. Wir waren Ostern dort, in der Zeit, wo es ihm hier meist schlecht ging. Der Antrag wurde von der TK binnen wenigen Wochen genehmigt, allerdings wurde mein Sohn zu dem Zeitpunkt auch schon desensibilisiert, d.h., wir haben alle möglichen Maßnahmen zu Hause ergriffen. Den Antrag selbst hatte mir (soweit ich mich erinnern kann) die TK zugeschickt. Die Kinderärztin musste dann zusätzlich einen Bericht ausfüllen, das ging aber eigentlich alles in allem recht einfach.

Mittlerweile ist er seit fast einem Jahr mit der Desensibilisierung fertig (Dauer drei Jahre) und hat wenig allergische Symptome, was die Pollen anbetrifft. Ab und an muss ich ihm trotzdem noch Medis geben. Leider sind nun extreme Nahrungsmittelallergien aufgetreten, Obst meiden wir derzeit kompltt und er hat kommende Woche einen erneuten Termin zur Testung :-(((.

Was genau hat dein Kind denn?

VG Lina:-)

Beitrag von ronjak 06.07.15 - 15:13 Uhr

Das klingt natürlich sehr interessant. Vielen lieben Dnak für deine ausführliche Antwort. Ohne nun viel Werbung machen zu wollen, aber so in der Art hatten wir uns das auch gedacht. Freunde von uns wohnen auf Föhr. Daher haben wir Google mit der Frage belästigt und einen interessanten Beitrag auf einer Ferienhausvermietung gefunden (http://www.kreuseler-foehr.de/offene-badekur.html). In dem Zusammenhang ist uns die gleiche Idee gekommen: Ich gehe mit Kind zur Kur und mein Männel kann mitkommen und Freunde besuchen. Am Abend können wir etwas gemeinsam unternehmen
Also wollten wir uns eventuell in einer Fewo einen Unterschlupf suchen.

In Kurzform stand hier auch ein Wegweiser:
1. mit Hausarzt sprechen
2. Kurantrag bei KK einreichen mittles Formular
3. Urlaub beantragen
4. Kureinrichtung finden

Das mit dem Obst hatten wir auch schon. Wir haben in dem Zusammenhang bemerkt, dass Obst von einigen Supermärkten unverträglicher ist, als vom "Bauern". Möchte nun keine Debatte a la Bio etc. entfachen, sondern euch zum Testen ermutigen. Testet verschiedene Äpfel oder Pfirsiche/Nektarinen etc.. Letztes veeabreichen :-) wir nun mittels kleiner Stücke im Naturjogurt. Schon zeigen die Lippen keine Reaktionen.

Die Desensibilisierung haben wir bereits hinter uns. Allerdings ist die Neurodermitis wieder schlimmer geworden. Daher salzige Luft. Aus dem Grund wohl eher eine Insel ...