Wie viele ICSIs/ IVFs haltet ihr psychisch durch?

Archiv des urbia-Forums Unterstützter Kiwu.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von sushi-fan 30.05.11 - 07:20 Uhr

Und wann könnt ihr einfach nicht mehr?
Wir haben jetzt die 4. ICSI hinter uns gebracht und bis auf 1 bio-chemische Schwangerschaft gabs nichts. Das war jetzt bei der letzten und ich bin völlig fertig. Es liegt an uns beiden. Ich hab die Endo und bei meinem Mann sind es zu wenige Spermien. Ich hab das Gefühl, dass es nie klappen wird. Die Hoffnung ist weg. Momentan zieht mich so ein Negativstrudel nach unten.

Wie geht ihr mit den negativen Tests um? Was macht ihr danach? Gönnt ihr euch eine Pause? Brecht ihr nach mehreren negativen Versuchen ab?

Beitrag von kieselchen77 30.05.11 - 08:25 Uhr

Hallo,

das ist schwer zu beantworten.
Nach dem 2. Negativ konnte ich mir kaum vorstellen, noch weiterzumachen und irgendwann ging es dann wieder.
Danach war jedes Negativ schlimm, aber nach ein paar Wochen wollte ich dann doch wieder loslegen.
Und nun habe ich immerhin einen deutlich positiven BT nach dem 8. TF gehabt. Der richtige US steht noch an, ich hoffe sehr auf Herzaktivität.
Wenn du also das Gefühl hast, weitermachen zu wollen sowie die Kraft und leider auch das Geld, dann tu das.
Ich habe immer gedacht, ich würde irgendwann den Zeitpunkt spüren, wann ich aufhören sollte.

Liebe Grüße und viel Glück.
kieselchen

Beitrag von sushi-fan 30.05.11 - 08:31 Uhr

Danke

Vielleicht ist die bio-chemische SS noch zu frisch (am Freitag war es negativ und davor positiv).

Finanziell würde es schon gehen, aber emotional bin ich eben am Boden.

Beitrag von georgiasleute 30.05.11 - 08:57 Uhr

Erst mal: es tut mir sehr leid für dich.#liebdrueck

Tja, wieviel hält man aus? Es ist sehr schwer zu sagen. Ich denke mittlerweile ganz ohne psychologische Begleitung ist die Belastung auf Dauer zu hoch. Da würde ich schon keine 4 ICSIs packen.

Wir stehen jetzt nach 3 Kryo-Versuchen (1x negativ, 2x kein TF wegen abgestorbener Eizellen) vor der Frage: ICSI ja oder nein? Als erstes werde ich wohl einen Termin mit pro familia machen, die bieten eine psychologische Beratung während der KiWu-Behandlung an. Vielleicht wäre das auch was für dich?

georgiasleute

Beitrag von sushi-fan 30.05.11 - 09:00 Uhr

Ich bin seit fast 1 Jahr in therapeutischer Behandlung. Klar tut das gut, aber es ist trotzdem unendlich schwer. Ich hoffe, dass sich dein Wunsch erfüllt

Beitrag von stella711 30.05.11 - 09:44 Uhr

Hallo,

ich dachte so wie du das es nie klappen wuerde. Und alle ringsrum wurdern ss wurde noch wahnsinnig.
Nach 9 IUI und 1 IVF und 4 ICSI hat es dann geklappt und ich bin mega froh es durchgehalten zu haben denn was man bekommt kann man icht mit woerter beschreiben :) Gib nicht auf und mache weiter.
Aber ich weiss genau wie du dich fuehlst.
Und bei meiner letztens ICSI hatte ich NUR 3 eier davon wurde NUR 1 Befruchtet und das ist jetzt meine kleine Tochter die schon 7 Monate alt ist.

Beitrag von kaniola 30.05.11 - 10:54 Uhr

Hallo!
Ich habe 3 negative ICSIs mit insgesamt 5 Transferen hinter mir und habe ähnliche Gedanken. Der letzte Kryo-Transfer war zwar positiv, aber leider eine Eileiterschwangerschaft. Ich überlege im Moment auch eine 4.ICSI zu machen, aber weiß auch nicht, ob das noch Sinn macht. Hab auch gemerkt, daß die Abstände zwischen den Versuchen immer länger werden, obwohl ich ja nicht jünger werde. Nun hat sich auch noch herausgestellt, daß ich nur einen funktionsfähigen Eileiter habe und in dem hatte sich damals auch noch die ELSS eingenistet. Hab natürlich auch Angst, daß das wieder passiert.
Vielleicht wollen wir im November noch eine 4.ICSI starten. Finanziell ist das für uns kein Problem, aber die psychische Belastung ist doch ganz schön ernorm.
Du siehst, Du bist nicht allein...

LG
Kaniola

Beitrag von sabstar 30.05.11 - 14:52 Uhr


Ich glaube jeder Mensch ist da anders und anders mit der Situation um.
Dachte anfangs eine ICSI ist psychisch harmlos, hat mich dann aber doch ziemlich mitgenommen...
Deswegen habe ich mir 2-3 Monate vor der 2. ICSI in einer Praxis für Chinesische Medizin Akupunktur setzen lassen (für Ruhe, energetische Ströme im Körper und um meinen Unterleib zu "erwärmen").
Bei der PU war ich 0 aufgeregt und auch generell eher chillig.
Und siehe da, ICSI hat geklappt :-) Bin nun in der 18 SSW :-)
Ob es nun am Praxiswechsel oder an der Aku lag kann ich nicht sagen. Es hat einfach alles gestimmt!
Ach ja: bei mir ist alles bis auf leichte Gelbkörperschwäche in Ordnung. Nur mein Mann hat ordentlich OATIII :-(

LG
Sabbi

Beitrag von 3fachmum2011 31.05.11 - 14:27 Uhr

Hallo, ich dachte wir würden niemals Kinder haben, nun sind wir seit 1,5 Monaten eine kleine Großfamilie mit 3 gesunden kleinen Jungen. Der dritte ist sogar eine Spontanschwangerschaft gewesen nach ICSI und Kryo.

Wir hatten die gleiche Diagnose wie ihr.
Ich hätte mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen können. Mein Rettungsanker war immer, das wir, wenn es nicht geklappt hatte, Kinder adoptiert hätten.
So war ich mir immer sicher, früher oder später, egal auf welchen Weg, Kinder haben zu dürfen. Dieser Gedanke hat mir immer Kraft gegeben.

Ich wünsche dir alles Gute.

Beitrag von sushi-fan 01.06.11 - 08:27 Uhr

Freut mich, dass es für dich geklappt hat, aber wenn man sich mal mit der Adoption mehr beschäftigt, dann weiß man auch, dass es nicht wirklich ein Anker sein kann (zumindest für mich nicht). Es gibt lange Wartezeiten für ein gesundes junges Kind. Und irgendwann ist man einfach zu alt. Ab ca. 35 bekommt man in Deutschland kein Baby mehr. Aber in Deutschland ist es sowieso sehr schwer ein Kind zu adoptieren, dass nicht eingeschränkt, misshandelt oder älter ist, denn hier wird so lange versucht, dass die Kinder bei den Ursprungsfamilien bleiben, bis die Kinder eben alt sind und die meisten adoptionswilligen Paare sie nicht mehr möchten. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen ein Kind aufzunehmen, dass von den Eltern misshandelt wurde, denn da fehlt das Urvertrauen, dass nicht einfach oder gar nicht mehr hergestellt werden kann. Dann gibt's sicher noch die Auslandsadoption und die kostet dann eben richtig Geld. (Pflegekinder möchte ich einfach nicht. Ich möchte ein Kind, dass zu uns gehört und ich nicht wieder abgeben muss) Aber egal. Ich bin momentan eben an einem Punkt, wo ich für mich kaum einen Ausweg sehe.