Meine 11 Jährige wird gemobbt...wie sich verhalten?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von shendresa 31.05.11 - 18:37 Uhr

Hallo...

Mir liegt was am Herzen..

Meine Tochter ist 11 Jahre alt und ein wenig rundlich. Sie besucht jetzt seit letztes Jahr die Realschule.
Dort gibt es einen Jungen in ihrer Klasse der sie ständig mobbt. Er sagt zu ihr du dicke fette Kuh e.t.c. .Hab es meiner Tochter angemerkt das etwas nicht stimmt und sie erzählte mir es dann. Bin dann zur Schule und hab mit diesem besagten Jungen gesprochen und ihn aufgefordert das bitte zu unterlassen.
Einige Zeit war jetzt ruhig...gestern war es dann wieder so. Er wurde sogar handgreiflich und hat sie auch getreten und am Arm gezerrt.
Meine Tochter hat sich daraufhin mit einer Backpfeife gewehrt.
Als sie dann zur Lehrerin ging um ihr das geschehen zu erzählen,meinte sie...die Backpfeife hätte nicht sein müssen. Hat mein Kind etwa kein recht sich zu wehren? Er hat schließlich mit der Angreiferei angefangen...
Auf jeden Fall hab ich seine Mutter angerufen,diese hat sich entschuldigt und gesagt es wird nicht mehr vorkommen.Ich hatte ihr gesagt nocheinmal und ich möchte ein Gespräch beim Direktor mit Leherin Kindern und Eltern. Mein Mann ist kurz vorm ausflippen..ich kann ihn kaum bändigen. Er sagte ich häng den auf dem Baum auf...was er natürlich nicht machen wird.Aber falls es zu so einem Gespräch mal kommen sollte...dann wird es laut und er nimmt die ganze Schule auseinander.
Meine Tochter hatte jetzt auch schon mal geäußert sie wolle die Schule wechseln. Ich hab echt keine Ahnung was ich tun soll. Mir bricht es das Herz mein Kind traurig zu sehen wenn es zur Schule muss und von dort wieder kommt.

Hat jemand Tipps für mich...bin für jedes Kommentar dankbar.

LG Shendresa:-)

Beitrag von simone_2403 31.05.11 - 18:43 Uhr

Hallo

Vieleicht hilft ihr ein flotter Spruch...."Ich bin dick,du doof,ich kann abnehmen was kannst du"?

Du hast mit der Mutter telefoniert,sie hat dir versichert das es nicht nochmal vor kommt,mehr ist nicht drin.Einen Schulwechsel halte ich auch nicht für sinnvoll denn was ist wenn auf der anderen Schule eben so ein Kind ist,das deine Tochter dann wieder als "dicke Kuh" betitelt.Geht dann das ganze Theater von vorne los?

Deinem Mann würd ich Baldrian empfehlen auch wenn ich seine Wut verstehen kann.Durch rumbrüllen ändert er an der Situattion nicht die Bohne.

Hast du schon mal über eine Erneährungsumstellung und Sport der deiner Tochter spass machen könnte,nachgedacht?

lg

Beitrag von shendresa 31.05.11 - 18:48 Uhr

Dankeschön für deine schnelle Antwort..

So dick ist sie nicht. Wir ernähren uns gesund und Sport treibt sie auch.
Hat probleme mit der Schilddrüse und nimmt auch Tabletten.

Mit dem Schulwechsel...genauso hab ich ihr das auch erklärt.
Hab ihr auch versucht zu erklären das man sich Situationen im leben stellen muss und versuchen muss sie zu besiegen.

Beitrag von simone_2403 31.05.11 - 19:11 Uhr

Nimm die Lehrkraft mit ins Boot.

Sie könnte es erklären das es Menschen gibt die "Krankheiten" haben und das ist mitunter ein Grund warum es eben verschiedene Menschen gibt.

Deiner Tochter stärkt ihr Selbstbewußtsein.Wir haben das bei Leon schon sehr Frühzeitig angefangen (er wurde mit offenem Bauch geboren,hat dadurch keinen Bauchnabel sondern eine Narbe).Als die Situation im Kindergarten auftrat (beim turnen) hat Leon gekontert.Kurz erklärt....ein anderes Kind zeigte mit dem Finger auf Leons Bauch,lachte ihn aus und meinte ihhh du hast ja garkeinen Bauchnabel.Leon blickte ihn an und meinte kurz und knapp...ja,hab ich nicht und dafür auch keinen Dreck in dem Loch.

Kurz danach haben wir gemeinsam mit der Erzieherin das Thema aufgegriffen das es eben Menschen gibt die "anders" sind.Von den Kindern kamen viele interessierte Fragen aber niewieder etwas "verletzendes".

Beitrag von shendresa 31.05.11 - 18:44 Uhr

" Er hängt ihn auf dem Baum auf" ist so gemeint...er setzt ihn auf dem Baum das er nicht mehr runter kann und hat dann genug Zeit sich Gedanken darüber zu machen. Nicht das es jemand hier anders versteht...;-)

Beitrag von parzifal 31.05.11 - 19:43 Uhr

Von mobben kann m.E. hier noch nicht die Rede sein. Oder wenden sich auch andere Kinder ab, weil der Junge diese dazu aufstachelt?

Bei Dir ist ein einzelnes Kind übergriffig.

wie hüfig geschah/geschieht das?

Deswegen schon die Schule wechseln halte ich für vollkommen übertrieben.

Wie bereits anderweitig ausgeführt findet sich an der neuen Schule vielleicht ein gleiches Exemplar.

Wenn die Eltern des Jungen mit Euch an einem Strang ziehen müsste das doch in den Griff zu bekommen sein.

parzifal

P.S.

Dein Mann ist auch kein Vorbild, wenn er sich nicht im Griff hat.

Beitrag von kawatina 01.06.11 - 09:05 Uhr

Hallo,

ab wieviel Personen darf man denn von Mobbing sprechen?

Beitrag von luka22 31.05.11 - 20:59 Uhr

Hallo!

Deine Tochter kann sehr froh sein, dass ihr das "erst" in der Realschule wiederfährt. Mein Sohn erzählt oft, dass stärkere Kinder in der Schule verspottet werden. Ich denke kein Kind, das rundlich ist, wird davon verschont. Leider. Euer Vorgehen ist richtig. Ich befürchte dennoch, dass sich eure Tochter (und dein Mann ;-)) ein dickeres Fell zulegen muss, wenn sie ohne Nervenzusammenbruch durch die Schulzeit kommen will/ wollen. Natürlich reagieren Lehrer auch auf solche Beschimpfungen, aber dann wird es Schüler xy sein, der einmal quer über den Schulhof schreit. Stärkt eure Tochter, so gut es geht. Sie wird ja auch mitbekommen, dass sie nicht die einzige ist, die dann und wann Hänseleien ausgesetzt ist!

Grüße
Luka

Beitrag von kawatina 01.06.11 - 09:28 Uhr

Hallo,

nach meiner Erfahrung werden wütende Väter eher von der Schule ernst genommen, als zaghafte beschwichtigende Mütter.
Leider ist dem so. Um so kooperativer du dich zeigst, um so eher bekommst du einen Tritt in den Allerwertesten.

Allerdings sollte er nicht zu sehr den Wüterich raus hängen lassen.;-)

Beitrag von connie4 01.06.11 - 09:46 Uhr

Stimmt!!!#pro

Bei 10 Lehrergesprächen erreiche ich nix (mit meiner "sanften" kooperativen Art), aber mein Mann trifft die Lehrerin einmal zufällig, sagt paar Takte und das sitzt!

Gut das du das erwähnst ... is mir vorher nie aufgefallen!

Nee, mal im Ernst. Ein Gespräch ist dringend erforderlich! Nimm deinen mann mit - wirkt immer mehr!!! Aber ganz so ausflippen sollte er nicht, denn dann nimmt ihn auch keiner ernst!

Der Spruch mit dem "...doof - was machst du?..." is klasse!!!!

Beitrag von qayw 01.06.11 - 09:41 Uhr

Hallo,

mindestens ein Exemplar von diesen Idioten gibt es in fast jeder Klasse.
Wenn man nicht fett ist, ist man eine Brillenschlange oder ein Albino oder hat die falschen Klamotten oder hat einen Namen, der verballhornt wird usw.
Manche Kinder haben eben keine anderen Hobbies...

Wenn es tatsächlich nur ein Kind ist, bringt Schule wechseln gar nichts. Dort wartet schon der nächste Idiot.

Ganz aufhören wird das wohl erst, wenn es dem Jungen zu langweilig wird. Die Lehrer können und sollten zwar das Schlagen und das Hänseln unterbinden, wenn sie in der Nähe sind, aber das andere Kind wird immer noch Gelegenheiten finden, Eure Tochter zu hänseln. Die Mutter kann und wird ihm das wohl auch sagen, aber die ist ja nicht dabei.
(Ich hatte als Kind auch so einen speziellen "Freund" mit einer ganz lieben Mutter - die sich leider überhaupt nicht bei ihm durchsetzen konnte.)

So blöd, wie es klingt, da kann man sich als Kind nur ein dickeres Fell zulegen.

LG

Heike


Beitrag von shendresa 01.06.11 - 10:41 Uhr

Huhu...#winke

Möchte mich bei allen bedanken die mir geschrieben haben.

Mit dem Schulwechsel genauso hab ich ihr das auch erklärt...hat sie auch verstanden.
Das man die Zügel ein bißchen strenger manchmal ziehen muss in der Schule beim Gespräch denke ich auch.

Ich werde jetzt abwarten wie die Sache sich weiter entwickelt.

Jetzt weiß ich ja das andere genauso denken und ich wohl bis jetzt alles richtig gemacht habe.

Sind halt Mutti Sorgen...:-( Wenn das " Baby" immer traurig nachhause kommt,blutet einer Mami das Herz. Find ich voll normal und natürlich.

Werde meiner Tochter wohl noch mehr schlagfertigkeit mit Worten beibringen müssen...;-)

Ich finds schlimm das man untereinander so grausam sein muss.

Ärgern alles gut und schön...in maßen.Kindereien halt !
Aber bei immer wiederkehrenden beleidigungen und auch Schläge hört bei mir irgendwann die Kindereien auf...:-[

Ganz liebe Grüße...

Beitrag von parzifal 01.06.11 - 16:42 Uhr

Auch wenn das Kinder machen sind das keine Kindereien.

Wenn ich höre, dass "Kinder nunmal so seien", insbesondere bei Hänseleien geht mir die Hutschnur hoch.

Ich habe dafür Null Verständnis. Kindsein allein ist keine Erklärung oder Entschuldigung für einen miesen Charakter.

Und diesen hat derjenige, der andere absichtlich seelische Schmerzen bereiten will.

Beitrag von manavgat 01.06.11 - 14:00 Uhr

Das hat Deine Tochter gut gemacht!


Er wird sich überlegen, ob er sie noch mal angreift. Anfangen ist eine schlechte Idee, aber eine Backpfeife ist eine super Reaktion.


Ich würde der Mutter klar sagen: beim nächsten Mal gibt es eine Anzeige wegen Körperverletzung. Und zwar bei der Polizei. Das ist im übrigen kein Mobbing mehr, sondern ein körperlicher Angriff.

Es ist gut möglich, dass jetzt Ruhe ist. Sollte der Junge nochmal mobben/angreifen, dann sofort Anzeige und! bei der Rektorin vorsprechen, dass die Schule die Unversehrtheit Eurer Tochter zu gewährleisten hat.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cornichon 01.06.11 - 14:28 Uhr

Hallo,

hat deine Tochter denn sonst Freundinnen in der Klasse, die zu ihr stehen.
Ist es nur dieser eine Junge, der sie ärgert.

Wir hatten hier schon die gleiche Situation, allerdings mit einem etwas anderen Ausgang.
Meine Große ist auch 11 und ebenfalls etwas moppelig. In der Grundschule gabs deswegen nie Probleme. Jetzt ist sie am Gymnasium, 5. Klasse. Nun meinte da ein Junge, er könne sich wohl etwas profilieren, wenn er auf meinem Kind rumhackt und sie beschimpft.
Allerdings hat mein Mädel ein ganz gutes Selbstbewusstsein und ein loses Mundwerk, wenns drauf ankommt.
Sie hat auch sofort Kontra gegeben, so mit Sprüchen wie: ...na und dir haben sie mit dem Sieb ins Gesicht gesch...ssen (der Knabe hat Sommersprossen) oder:...pass auf R..., die Müllabfuhr kommt, versteck dich lieber, ...klar, ich bin dick, aber ich kann abnehmen , du bist doof und bleibst es... und noch mehr dergleichen. Die Lacher hatte sie damit auf ihrer Seite. Den Jungen hat sie damit erst richtig zur Weißglut gebracht, so das er handgreiflich wurde, allerdings hat sich sich auch da gewehrt. Ihre Freundinnen haben sie tatkräftig unterstützt. Am Ende hat es dann nach Schulschluss (er hat meiner Tochter wohl aufgelauert) noch eine kleine Prügelei gegeben, die Mädchen (also meine Tochter und ihre Freundinnen) haben den Jungen sogar noch währendessen immer weiter verhöhnt und ausgelacht. Er hat ihnen dann mit irgendwas gedroht (weiß nicht mehr womit), da meinte dann eine Freundin meiner Tochter, das wäre eine Straftat, dann würden sie ihn bei der Polizei anzeigen. Da geriet er in Panik und als er noch ein paar Kratzer abkriegte und sofort losheulte, weil ein paar Blutstropfen flossen, hat er sich dann völlig lächerlich gemacht. Nicht nur vor den Mädchen.

Meine Tochter hat mir von der ganzen Aktion am Nachmittag erzählt, sie fand es eher belustigend. Ein Eingreifen unsererseits war nicht mehr nötig. Der Junge macht seitdem einen großen Bogen um unsere Tochter.

Ich würde sagen, arbeite unbedingt am Selbstbewusstsein deines Kindes, sie darf und muss sich wehren, egal was die Lehrerin sagt.
Ansonsten soll sich doch dein Mann mal den Jungen vorknöpfen (am besten im Beisein eurer Tochter) und ihm mal ein paar ordentliche Takte erzählen. Geladen genug ist er wohl dafür. Danach denke ich, ist die Sache erledigt. Ein seichtes Dududu von Mutti und Lehrerin hilft bei manchen Kindern eben nicht.

Viel Glück
Cornichon

Beitrag von jollymax 01.06.11 - 19:20 Uhr

Hallo Shendresa,
also von Mobbing spricht man, wenn es über einen längeren Zeitraum geht und wenn mehrere Kinder beteiligt sind ("Mobber", "Mitläufer", "Neutrale", "Opfer"). Aber ganz egal, wie man es nennen will, so ein Verhalten ist schmerzhaft und kann ein Kind in der Regel nicht oder nur sehr selten alleine regeln. In meinen Augen hast du richtig reagiert, ich habe die Erfahrung gemacht, je schneller man reagiert und je mehr Personen davon erfahren um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es aufhört.

Falls trotzdem wieder etwas passieren sollte, wäre noch eine Möglichkeit, die Mutter mit ihrem Sohn zu treffen und ihr sprecht das alles durch. Deine Tochter erzählt, dass es sie kränkt und sie gerne gesund wäre. Du frägst den Sohn, ob er sich vorstellen könnte damit aufzuhören und seine Mutter würde ich versuchen mit ins Boot zu holen. Falls die Kränkungen schon zu weit fortgeschritten sind, dass das nicht mehr möglich sein sollte, dann würde ich auf jeden Fall die Lehrerin informieren und ihr klar machen, dass deine Tochter sich wehren muss oder sie muss dafür sorgen, dass so etwas nicht mehr passiert. Wenn es immer noch nicht aufhört ist der nächste Schritt, der zur Direktorin und zum Elternbeirat,...

Ich wünsche Euch ein schnelles Ende und alles Gute
Jollymax