Einrichtung für Schwerkranke

Guten Abend, ich will garnicht zu lange ausholen und komme direkt zur Sache. Mein Bruder (28) ist körperlich und geistig behindert, wiegt ca 200 kg, COPD Stadium 3/4 wohnt derzeit in einer Einrichtung. Seit heute liegt er im Krankenhaus, Herz schläft zu langsam und Wasser in der Lunge…nach dem kh Aufenthalt wollen ihn meine Eltern nachhause holen, keine „normale“ Einrichtung kann einen so schwer kranken Patienten aufnehmen…ich bin der Meinung das meine Eltern das körperlich nicht stemmen können…kennt sich jemand aus, was für Einrichtungen in einem solchen Fall die richtigen sind?

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Tut mir leid, dass dein Bruder so schwer kranke ist :( das ist bestimmt eine schwere Belastung. Ich kann verstehen, dass deine Eltern ihn nach Hause holen wollen, wäre es mein Kind, würde ich es auch machen. Dass du dir Sorgen machst ist verständlich, der Aufwand wird leicht unterschätzt.

Vermutlich käme eine Palliative Betreuung in Frage. Wir konnten die Pflege meiner Mutter auch nicht mehr stemmen und sie war dann in einer Palliativen Einrichtung (nicht in Krankenhaus). Dort konnte man das Bett noch in den Garten schieben, hatte eine Küche zum kochen und sie ein Einzelzimmer in dem wir jederzeit ein weiteres Bett zur Übernachtung verwenden konnten. Ihre Lebenserwartung war allerdings nur noch wenige Wochen, ich weiß nicht inwieweit das für eine Platzvergabe eine Rolle spielt.
Palliativ würde auch das SAPV Team zu deinen Eltern nach Hause kommen (Arzt, Medikamteneinstelkung usw), für die Pflege zu Hause eine ambulante Pflege… bei der Einrichtung hat man eben die Wartezeit und es muss eben erst jemand gehen bis ein Platz frei wird. Oft gibt es auch Wartelisten nach Dringlichkeit. Die ambulante Pflege dauert eben bis es organisiert ist.

Im Krankenhaus gibt es auch einen sozial Dienst bei dem man sich beraten lassen kann. Bei uns ist es so dass der soziale Dienst von sich auf Kontakt mit dem Patienten bzw den Angehörigen aufnimmt um die Möglichkeiten zu besprechen.

Ich hoffe meine Antwort hilft dir weiter

Bearbeitet von Ysi4
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Lieben Dank für deine Antwort, da sind schonmal Anregungen dabei, die ich meinen Eltern mal vorschlagen könnte (leider oftmals ohne Erfolg)
Mein Vater ist der Meinung das er ihm die Zeit die er noch hat zuhause schön machen will…da er noch so jung ist haben sie glaub massive Probleme damit ihn in eine medizinische Einrichtung zu geben, aber ich denke es ist unumgänglich.
Laut Ärzten ist er todkrank.

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Ich hätte euch jetzt auch die SAPV im Zusammenspiel mit einem Pflegedienst vorgeschlagen. Dann könnte dein Bruder auch weiter zu Hause betreut werden.
Bei den Diagnosen deines Bruders dürfte eine SAPV kein Problem sein, denke ich. Eine entsprechende Verordnung hierfür kann der Hausarzt deines Bruders ausstellen. Ich würde mal mit diesem sprechen und mich dann bei einem Ambulanten Palliativteam erkundigen.
Hat dein Bruder denn schon einen Pflegegrad? Habt ihr Hilfsmittel zu Hause, also pflegebett, Toilettenstuhl usw?
Ansonsten wäre sicher ein Hospiz eine Lösung, dort gibt's aber relativ lange Wartelisten.

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Setzt euch doch bitte mit dem sozialen Dienst des Krankenhauses in Verbindung, die können euch auch sehr gut weiterhelfen
Alles Gute euch