Ex einladen zur Hochzeit kurze Zeit nach Trennung - Höflich oder Beleidigung?

Hallo,

mich würden eure Einschätzungen dazu interessieren.

Kurze Vorgeschichte:
Mein Freund war rund 9 Jahre mit seiner Ex-Freundin zusammen, beide haben eine gemeinsame Tochter (knapp 2 Jahre). Er hat sich getrennt von ihr (Beziehung lief schon länger nebeneinander her) und ist mir mir zusammengekommen (ja, bin mit der Trennungsgrund). Das ist etwa 8 Monate her. Zum Kind besteht regelmäßiger Kontakt, und vor allem bei den Schwiegereltern (die das Kind auch viel mitbetreuen) laufen seine Ex-Freundin und ich uns auch immer wieder über den Weg (Bsp. Eltern laden zum Grillen/Mittagessen ein etc. und wollen alle dabei haben, also natürlich die geliebte Enkeltochter, damit ebenso die Mama, und genauso ihren Sohn + mich).
Mein Verhältnis zu den Schwiegereltern ist gut, mit der Ex-Freundin....angespannt. Wir sind höflich sachlich miteinander, aber sie gibt mir die Schuld an der Trennung und daran, dass ihre Tochter jetzt nicht in einer "heilen" Familie aufwächst (das wird hauptsächlich auf mich projeziert, nicht auf meinen Freund) . Sie hadert noch sehr mit der Trennung und ich kann das alles verstehen und versuche nur, so freundlich und zurückhaltend wie möglich zu sein.
Das Verhältnis zwischen meinem Freund und Ex ist okay, er mag sie noch gerne und hat wohl auch etwas Schuldempfinden, also bemüht er sich um guten Kontakt, bringt von Urlauben Geschenke, zu Ostern, etc., sie schenkt ihm Sachen zum Geburtstag, das alles ist für das Kind natürlich sehr gut und ich wünsche mir auch, dass beide sich gut verstehen.
Für mich ist es aber etwas schwer, somit die alleinige "Böse" zu sein, weil ich grundsätzlich ein sehr sehr harmonischer Mensch bin und leide, wenn man mich ablehnt. (Nochmal, ich kann ihre Gefühle mit dem Kopf total nachvollziehen, aber es fühlt sich trotzdem nicht schön an.)


Nun das eigentliche Thema:
Wir wollen im August heiraten. Ich bin schwanger. Beides weiß sie aktuell noch nicht, man wird es zur Hochzeit aber schon sehen. Mein Freund möchte natürlich gerne seine kleine Tochter dabei haben, die mit den Schwiegereltern auch die ihr täglich vertrauten Bezugspersonen dabei hätte. Und er überlegt, seine Ex-Freundin aus Respekt und um sie nicht auszugrenzen mit einzuladen.
Ich finde eigentlich, dass Ex-Partner auf einer Hochzeit nichts verloren haben ( und ich verstehe mich mit meinem Ex sehr sehr gut, aber ich brauche ihn nicht dabei), aber in dem Fall bin ich etwas ratlos. Sollte man das machen, weil es ja die Mama ist und ihr Kind dabei sein soll?
Ist das höflich, oder einfach eine Zumutung? (sie hat sich erhofft, ihn zu heiraten) Dabei zu sein und mitzuerleben, wie der Ex, über den man nicht hinweg ist, eine andere Frau heiratet, küsst, diese Frau schon schwanger zu sehen?

Ich will die arme Frau ja nicht quälen, im Gegenteil. Immer wenn sie dabei ist, versuche ich Körperlichkeiten mit ihrem Ex-Freund so gut wie möglich zu reduzieren, kein Händchen halten, Umarmen, sonstwas. Man muss ihr das ja nicht auch noch unter die Nase reiben.

Ich will natürlich aber auch nicht, dass sie denkt, sie ist jetzt von der Familie ausgeschlossen, Schwiegereltern gehen zur Hochzeit, ihre Tochter soll auch hin, und sie wird nicht mal gefragt...

Was macht man da?



PS: Und bitte keine Rückmeldungen zur kurzen Zeitspanne, Hochzeit, schwanger oder ähnliches. Das sind meine Entscheidungen. Mir geht es bei der Frage darum, wie man hier menschlich am besten und fairsten vorgeht.

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"Und er überlegt, seine Ex-Freundin aus Respekt und um sie nicht auszugrenzen mit einzuladen."

Auch, wenn du das vielleicht nicht hören willst, aber wenn er wirklich aus Respekt handeln würde, dann sollte er Ihr zuerst einmal sagen, dass er nach 8 Monaten direkt eine neue geschwängert hat und diese auch sofort heiratet.

Willst du dann auch auf eurer Hochzeit auf alles körperliche verzichten, damit Ihr es der armen Frau nicht noch schwerer macht?
Wie würdest du dich in dieser Situation fühlen, wenn du die Ex wärst? Würdest du auf heile Welt spielen wollen, wenn dein Ex nach kurzer Zeit eine andere heiratet und die dann auch noch schwanger ist?
Als Ex-Freundin würde ich die Einladung entsorgen und definitiv nicht kommen.

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Kann ich so unterschreiben. Finde die Story wirklich hart. Ich habe Mitleid mit der Exfrau/Exfreundin.

Nach 8 Monaten direkt schwanger, nach 10 Monaten Hochzeit? Ach du kacke...

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Hallo blackfox,

wie oben erwähnt - ja, ich weiß dass die Zeitabstände kurz sind, sicher auch schwer zu schlucken für den verlassenen Part und mir ist das alles bewusst und das macht es nicht leichter. Aber darum gehts mir mit der Frage hier nicht, sondern um das angemessene Verhalten konkret jetzt mit dieser Entscheidung.

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Ich würde in dem Fall als Ex die Einladung als blanken Hohn und Zumutung empfinden und auch du sollst ja "euren Tag" genießen. Also nein, ich würde sie nicht einladen. Anders wäre es wenn alle Erwachsenen gut mit der Situation zurecht kämen, aber das ist hier ja definitiv nicht der Fall.

Alles Gute für euch 🍀

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Genau das ist nämlich auch mein Gedanke....:-(

Mein Partner ist bei sowas ein wenig speziell - der denkt, es ist Bevormundung, wenn man Leuten eine freie Entscheidung abnimmt (also sie zu fragen, ist bei ihm wirklich ein Zeichen von Respekt, weil er denkt, es müsse ihre Entscheidung sein, ob sie es sich zumuten will).

Aber ich denke da eher wie du, dass ja bereits die Frage zu stellen schon etwas beim anderen Menschen macht....
Oder dass sie annimmt, weil sie denkt, sie müsse oder so, und dann eigentlich gar nicht will...

Also vielen, vielen Dank für dein Feedback, das hilft mir schon mal zu wissen, dass ich nicht ganz so verquer denke. :-)

Danke!

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Ganz ehrlich? So wie dein Partner seine Ex und sein Kind behandelt hat gehören Respekt und anderen Entscheidungen zugestehen sicher nicht zu den Kernkompetenzen deines Partners...

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Ich würde sie vorab mal über deinen Mann fragen ob sie ein Problem damit hätte zu kommen, weil ihr sie gerne dabei hättet. Und dann kann sie sich darüber erstmal Gedanken machen. Es kann auch für sie eine Chance sein loszulassen.

Aber es ist deine Hochzeit und wenn Du mit ihr ein Problem hast dann ist das so und ebenfalls verständlich.

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Bearbeitet von Inaktiv
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Natürlich, wenn dann würde ohnehin er sie fragen. Er wird ihr jetzt beim nächsten Treffen (ohne mich) erstmal von unseren Hochzeitsplänen und der Schwangerschaft erzählen, und dann abwarten, wie sie rein darauf reagiert.


Ich würde....hm....es nicht sooo super finden, weil es mich befangen machen würde und ich sie vermutlich die ganze Zeit im Hinterkopf hätte, aber ich würde es machen, wenn sie gerne kommen würde, bzw. nicht "gerne", aber kein Problem damit hätte. (was ich aber für unwahrscheinlich halte)

Danke für deine liebe Rückmeldung. :-)

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Ich persönlich würde sie einladen, da sie ja nicht nur Ex ist sondern Teil der Familie. Da würde ich es komisch finden, wenn man mit dem fremden Kind als Blumenmädchen(?) auf "new happy family" macht und die Mutter des Kindes versucht zu ignorieren.

Wie sicher bist du dir, dass sie der Beziehung noch sooo hinterher trauert? Also bei mir wäre der Typ ja durch, nachdem er mich mit 1 jährigem Kind sitzen lässt und abhaut und würde da keine Träne hinterher weinen. Kann Frauen nicht verstehen, die da der Next die Schuld geben während der Typ das eigentliche Arschloch bei der Sache ist :-)

Noch fleißig rumficken und Kinder machen und dann den Schwanz einziehen, weil die "Beziehung schon länger nebeneinander herlief", sind mir ja die liebsten Männer ;-)

Also ja, Einladung gehört sich mMn. Sie muss ja die Einladung nicht annehmen wenn sie nicht möchte, aber einladen sollte man sie. Wenn sie nicht kommen will, hat sie sicher eine Ausrede parat.

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6

Hallo MissionBaby,

danke für dein Feedback. Ja, das ist eben die andere Sicht, weswegen ich mir ja auch schwer tu bei der Sache.
Ich will nicht, dass sie sich ignoriert fühlt, wenn wir nicht fragen, ich will nicht, dass sie sich vor den Kopf gestoßen fühlt, wenn wir fragen.

Warum ich denke, dass sie über die Trennung noch nicht hinweg ist? Weil sie ihm weiterhin kleine Geschenke macht, an ihn denkt, gerne Zeit mit ihm verbringt, wenn er Ausflüge vorschlägt, im Umgang miteinander, wie sie über Erinnerungen spricht - das einzige was bei sowas stört, ist meine Anwesenheit. Mein Eindruck (der natürlich auch nicht objektiv ist): sie hat schon gerne das Gefühl der "heilen" Familie zu dritt. Sie selbst war nie die sozial aktivste Person, daher war er ihre wichtigste Bezugsperson, kein großer Freundeskreis sonst.
Sie ist sehr diszipliniert, keine Drama-Anrufe oder so etwas, und bis auf ein paar bissige Kommentare mir gegenüber auch kühl höflich. Ich habe sehr großen Respekt davor, wie sie sich hält, und bin mir sicher, dass mir das andersrum nicht mal halb so gut gelingen würde.
Ich glaube, dass sie aktuell mit Schmerz und Trauer umgeht, indem das komplett auf mich projeziert wird, vor allem weil sie zum Kindsvater um des Kindes willen ja eine gute Beziehung aufrecht halten will. Also ist es da leichter, wenn ich die Böse bin, ohne die alles gut wäre. Wie gesagt, das verstehe ich ja auch.

Aber du vertrittst da genau die Ansicht meines Freundes - wenn sie nicht kommen will, wird sie absagen und man muss ihr auch die freie Entscheidung darüber lassen.

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Bearbeitet von Inaktiv
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Das Kind einladen und der Mutter sagen, dass sie als "Plus One" des Kindes eingeladen ist, wenn sie möchte.

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Ihr müsst alle miteinander lernen Treffen irgendwie ohne die Mutter der Tochter hinzubekommen und so auch die Hochzeit.
Nur wegen der Tochter, hat die Exfreundin nicht unbedingt immer auch da was zu suchen.

Papa holt sie ab und seine Mutter übernimmt in der Zeit die Betreuung. Auch bei der Hochzeit.

Ich würde die Ex nicht gern noch oft sehen wollen. Es gibt aber durchaus Menschen, die sowas sehr gut hinbekommen und auch nicht schlimm finden.

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Einfach nein. Die Hochzeit ist euer Tag, natürlich gehört sein Kind dazu, aber seine Ex definitiv nicht. Und zwar schon allein aus dem Grund, dass sie dich befangen machen würde und du euren Tag, an welchem ihr die Hauptpersonen seid, nicht vorbehaltlos genießen könntest.
So leid mir die Frau tut (und das tut sie mir wirklich, ich finde die Geschichte ganz scheußlich), hierbei geht es nicht um sie und ihre Befindlichkeiten. Ich finde ohnehin, dass du sehr kooperativ bist was gemeinsame Grillabende etc angeht (genau wie sie), aber da ist aus meiner Sicht eine Grenze erreicht.
Mein Ex und Vater des Ältesten war nicht auf meiner Hochzeit als Gast, obwohl wir schon länger getrennt waren und uns verstanden, auch mit neuen Partnern. Und ich übrigens auch nicht auf seiner. Das hätte sich gegenüber unseren Ehepartnern einfach nicht gehört aus meiner Sicht. Was er allerdings gemacht hat: unser Kind gegen Abend abholen, damit wir weiter feiern konnten und uns Flitterwochen ermöglichen. Das rechne ich ihm bis heute hoch an, denn auch er war der Verlassene.

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So sehe ich das auch . Und habe eine ähnliche Geschichte durch . Nach 16 Jahren Beziehung , 12 Jahren Ehe und immer noch einem guten Verhältnis zu meinem Ex Mann wäre mir im Traum nicht eingefallen ihn einzuladen ( auch nicht mit seiner neuen Freundin - die hier ja nicht mal gegeben ist)

In meinen Augen ist alleine schon der Gedanke völlig respektlos und zwar allen Beteiligten gegenüber.
Man muss sich immer in die Lage des anderen versetzen , wie er/ sie sich fühlt - Vorallem wenn ihr der Meinung seid das sie nicht abgeschlossen hat . Das ist wie nachtreten- geht gar nicht. Sorry !

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Ich anstelle der Ex würde auf gar keinen Fall zur Hochzeit gehen, außer um mein 2-jähriges Kind abends wieder abzuholen.

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es liegen 500 km Distanz zwischen Wohnort der Schwiegereltern und der Ex mitsamt Tochter, und unserem Wohnort. :-(

(Sie ist nach der Trennung weggezogen, weil sie sich mit den Schwiegereltern gut versteht und in deren Stadt damals auch studiert hat und somit noch einige Freunde von damals, während an unserem Wohnort: niemanden. Außer meinem Freund und mir.)

Also wäre das Kind mal mindestens über eine Nacht bei uns, eher das Wochenende. (Wie gesagt, sie ist auch so nahezu täglich bei den Großeltern, das sind also durchaus vertraute Bezugspersonen.
Nur abends kurz abholen ist da nicht.

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ex einladen. Sie ist erwachsen und kann dann selbst entscheiden was für sie und ihr Kind das beste ist. Und das so bald wie möglich.
Du stellst sie als die trauernde ex hin, die niemals über diesen „Verlust“ hinwegkommen wird.
Ich an ihrer Stelle würde das ganze als Bestätigung sehen warum mit ihm keine Zukunft möglich gewesen wäre bzw jetzt erst recht nicht mehr möglich ist. Ich könnte schneller damit abschließen und nach vorne sehen.

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