Erziehung

  • 15.04.17 - 05:49
    mia35-4 (1)

    Was würdet ihr anders machen?

    Hallo zusammen

    Ich habe eine Tochter (7Monate) sie ist unser erstes Kind und natürlich macht man sich Gedanken wie die Erziehung so laufen wird, ob man alles "richtig" machen wird usw.

    Ich dachte mir:"Hmm frage ich doch mal die erfahrenen Mami's wie sie so erziehen bzw was sie anders machen würden" also hier mein Beitrag

    Wie erzieht ihr? Habt ihr eure "Vorsetze" ,als die Kinder noch klein waren, die ihr euch gemacht habt eingehalten? Würdet ihr jetzt, mit etwas Abstand betrachtet, etwas anders machen weil ihr glaubt dass es besser funktioniert hätte als das was ihr gemacht habt?

    Ich bin wirklich gespannt auf eure Antworten

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    • 15.04.17 - 09:11

      Ich glaube man kann in dem Sinne nicht planen WIE man erzieht. Jedes Kind ist anders undmuss ja auch zum Kind passen. Manche Kinder brauchen festere Regeln und eine "starre Hand", andere können mehr leerlauf haben usw.

      Uns war von Anfang an klar, dass es bei uns Regeln geben wird - ich bin keine "mein Kind darf alles" - Mama.

      Wir haben oft Kinder beobachtet und dann zusammen beschlossen, dass unser Kind dieses oder jenes mal nicht darf oder wir dieses oder jenes Verhalten bei unserem Kind nicht tolerieren.

      Das haben wir auch so durchgehalten. Wenn ich festgestellt haben das eine "Methode" nicht funktioniert haben wir einfach sofort was anderes probiert oder ich habe mich für bestimmte Situationen auch im Internet belesen was man machen könnte und für mich das passende rausgezogen - oft auch mehrere Ansichten ausprobiert und irgendwas hat eigentlich immer geholfen.

      Wenn wir uns uneinig sind, reden wir drüber und konnten uns bisher immer auf eine Linie einigen - auch wenn es schon vorgekommen ist, das wir danach nochmal umgeschwenkt haben, weil es doch nicht so funktioniert hat.

      Ich denke die Kunst ist immer wieder auf das Kind eingzugehen und da auch flexibel zu sein und trotzdem aber bei seinen festen Regeln zu bleiben. Also das Ziel bleibt gleich aber der Weg dahin verändert sich. Man muss sich auch immer selber reflektieren können, wenn Situationen aus dem Ruder laufen bin ich oft mit Schuld weil ich falsch reagiert habe.

      Meine Tochter darf sehr viel und auch sehr viel entscheiden und viel selbst aber es gibt Dinge, da gibt es keine Ausnahme, das weiß sie.
      Ich finde wir haben das bis jetzt gut hingekriegt und ich würde prinzipell nichts anders machen, natürlich gibt es aber Situationen wo ich im Nachhinein denke "das hättest du so oder so machen sollen" - eben sich selbst reflektieren. Das lässt sich dann beim nächsten mal umsetzen.

      15.04.17 - 09:39

      Ich wollte alles anders mache als wie es meine Eltern gemacht haben.

      Ich habe auch vieles nicht so gemacht wie sie, aber ich erkenne oft Dinge ich ich sage und tue die meine Eltern oder Oma mit uns gemacht haben..Ich wusste als Kind schon das ich immer Zeit und Geduld für meine Kinder haben werde.Das meine Kinder nie aufräumen müssen nur so viel für die Schule lernen wie sie wollen und machen dürfen was sie wollen.Das waren meine Erziehungvorsätze;-)

      Ich hatte viel Zeit fast immer Geduld , was das aufräumen betrifft naja da bin ich fast wie meine Mutter gewesen.Wenn es um das schulische ging ,da habe ich dann meine Eltern in mir gesehen und gehört"...du lernst nicht für mich sondern fürs Leben"..."Ohne Fleiß keinen Preis" usw Und bin deren Linie gefahren.Selbst mein Mann meinte mal , wenn er sich reden hört denkt er er ist seine Mutter.

      Ansonsten habe ich mir keine Gedanken um die Erziehung gemacht. Was muss, das muss , was kommt das kommt.Was schief geht wird gerade gebogen.

      Das heißt nicht nicht das ich meine Kinder nicht erzogen habe, sondern sie wurden in die Richtung geführt die wir leben. Mal mit Strenge mal lockerer. Wir wollten keine egoistischen Tyrannen und unsere Kinder haben wir gut hinbekommen, Genauso wie wir Sie wollten.Sie sind rücksichtsvolle, hilfsbereite, höfliche Erwachsene die mit beiden Beinen im Leben stehen,geworden oder gerade noch auf dem Weg dahin.

      Mach dir jetzt keine Gedanken um die Erziehung,was kommt das kommt. Wichtig ist das eigene Kind nicht zu vergleichen. Meine Kinder sind jetzt 24,20,16 und es interessiert schon lange keinen mehr ob sie mit einem Jahr sauber waren oder mit 3, wann der erste Löffel gegessen wurde das erste Wort gesagt wurde oder wann das Kind gelaufen ist.Ein Kind war in einer Sache zeitig das andere spät irgendwann waren sie alle im Gleichstand.Die Kindergartenfreundin meiner Großen konnte mit 4 Jahren lesen, schreiben und rechnen.Sie war nicht hochbegabt sonder musste das alles von den Eltern aus lernen kam ein Jahr vor meiner Tochter in die Schule.Auch dort wurde musste sie immer alles bevor es in der schule gelernt wurde lernen. In der 3. Klasse wurde Sie zurückgestuft und kam dann zu meiner Tochter in die Klasse und schaffte auch die 4. Klasse nicht. Es brachte ihr gar nichts das sie so getrimmt wurde.

      Meine Mutter war von Anfang an Karrierefrau und dauergestresst. Zeit für Ihre 4 Kinder hatte Sie Sonntags von 13-15 Uhr da sind wir Flanieren gegangen rausgeputzt wie die Pfingstochsen ab durch das Dorf damit auch alle sehen wie perfekt Familie XYZ ist.Ansonsten hatte sie nur zu kritisieren und meckern so wollte ich nicht werden. so bin ich nicht geworden wobei ohne ab und an mal Meckern lief hier auch nichts.;-)

      Wenn man von einer 19 Jährigen zu hören bekommt"Mutti ich hatte die schönste Kindheit und du bist die allerbeste" und so etwas kommt mal spontan zwischendurch und nicht zum Muttertag und die 17 Jährige schmeißt trocken dazwischen"Mutti du hast alles richtig gemacht" ..dann kann ich gar nicht so viel falsch gemacht haben.

      15.04.17 - 10:15

      anderes machen? mich von außen weniger kirre machen lassen.
      mehr auf meinen eigenen Bauch vertrauen. Nicht nur umsetzen, sondern mir auch vertrauen.
      (mein Bauch wusste auch schon 9 Monate vor der Geburt, was man Kind brauchte ;-) )

      wieder so machen würde ich:
      mich daran halten, dass ich gar nicht alles richtig machen kann!
      so gut wie ich kann. so gut wie es meine Kräfte zu lassen. Aber mir bewusst den Druck rausnehmen: alles richtig machen geht gar nicht! und unter dem Stress passieren noch mehr Fehler. Bzw. die Zeit stresst mich und damit mein Kind.

      So gut wie möglich. Mit den Werten, die mir wichtig sind. So machbar es im Guten auch geht. Aber auch mal mir selbst "verzeihen", wenn es als mal nicht so klappt.

      Das Ziel im Auge behalten.
      Eine schöne Zeit mit meinem Kind verbringen, loslassen und Nähe zu lassen und als Ziel ein eigenständiger Mensch, dann Erwachsen, mit einem gesunden Maß an Nähe und Distanz.

      Nach bestem Wissen und Gewissen handeln.


      • 15.04.17 - 10:26

        "So gut wie ich kann. so gut wie es meine Kräfte zu lassen. ... Alles richtig machen geht gar nicht. ... Eine schöne Zeit mit meinem Kind verbringen, loslassen und Nähe zu lassen und als Ziel ein eigenständiger Mensch, dann Erwachsen, mit einem gesunden Maß an Nähe und Distanz."

        Dem schließe ich mich so an... :-)

      Moin,

      ich habe nur 3 Grundsätze:
      1. Nicht mehr Regeln als unbedingt sein muss, besser wenig Regeln und die konsequent durchgesetzt als zuviele und alles larifari weil einem die Körner fehlen sie durchzusetzen.

      2. Immer auf den Entwicklungsstand des Kindes schauen was man wirklich verlangen kann. Meine Beobachtung im Bekanntenkreis ist, dass wenn zu früh mit gewissen "Erziehungen" angefangen wurde das Kind nur frustriert war, weil es gar nicht leisten konnte was erwartet wurde. Damit wurde erst recht ein bockiges Verhalten provoziert, anders als wenn man etwas länger gewartet hätte bis man sicher war dass es verstanden wird.

      3. Am allerwichtigsten ist dass Dein Kind liebevoll erzogen wird und ein offenes freundliches Wesen gefördert wird. Mit dem Grundstein kannst du später viel leichter "erziehen" als wenn der Ton in den ersten Jahren zu "scharf" und zu fordernd war. Das erzeugt im Kindergarten/ Schulalter immer mehr Widersätzlichkeit wie wenn Dein Kind in einem "kooperativ/harmonisch/liebevollen" Ton aufgezogen wurde.

      Ich hatte immer Angst dass ich es mir zu einfach mache, bin gewissen Dingen aus dem Weg gegangen (Schrankschlösser, Spaziergang zum Spielplatz genau zu der Zeit in der er aufdrehte und zu Hause auf den Möbeln herumturnte ...). Was hatten wir für Diskussionen ob es richig sei den Tagesablauf nach der Befindlichkeit des Kindes zu richten oder eben "das muss er lernen" besser angesagt wäre ... Ich hab auch vieles als "Darf" verkauft was woanders ein Muss ist. Z.B. hab ich immer vor ihm Zähen geputzt und Spaß daran gehabt, irgendwann "durfte" er auch mal ... ich hatte noch nie Theater wegen Zähneputzen mit ihm.

      Heute weiß ich dass es für ihn zumindest richtig war, er ist sehr kooperativ, bockt wenig, ist freundlich und hilfsbereit und einige "Themen" wie Zähneputzkampf fanden bei uns nie statt.

      Alles Gute Euch!
      Wuschel

    • Hallo
      Die besten Vorsätze bringen nichts wenn sie nicht zum Kind passen!
      Ich habe meine ungefähre Richtung und Einstellung, weiß aber auch dass ich schauen muss wie die Kinder sich entwickeln und daran orientiere ich mich letztendlich.
      Ich finde es auch schwer zu sagen dass man "alles richtig" gemacht hat. Das wäre zu einfach :-p
      Ich habe jetzt ein erwachsenes Kind, sie hat sich über ihre Erziehung nie beschwert und ist ein gescheiter Mensch gewesen. Also haben wir bei ihr wohl etwas richtig gemacht, soweit zu gehen dass ich "alles" richtig gemacht habe will ich aber nicht.

      LG

      15.04.17 - 13:48

      Hi du #winke,

      es ist völlig normal, dass man sich da Gedanken drüber macht und sich schon überlegt, was man wie machen möchte.

      Wichtig ist nur, dass man sich diese Vorsätze nicht in Stein meißelt, sondern wenn es soweit ist, dann noch Mal überdenkt ob es jetzt zur Situation und ganz wichtig, zum Kind, passt.

      Unser Zwerg ist zum Beispiel wahnsinnig unkooperativ, wenn er etwas unter Zwang machen soll.
      Ich fand immer, wenn ich sage, es wird gemacht, dann wird es jetzt auch gemacht. Musste auch erst lernen, da umzudenken.

      Z.B. aufräumen. Wenn ich will, dass er das jetzt macht, dann habe ich am Anfang alles andere an Spielzeug weg und ihm gesagt, dass er erst wieder spielen darf, wenn er das jetzt weggeräumt hat (waren Kleinigkeiten, wie mal alle Puzzleteile wieder zurückräumen, oder die Auto oder Bauklötze an ihren Platz zurück, immer nur eine Mini Aufgabe)
      Also saßen wir dann 40 Minuten da, mit absolut heulendem Kind, ich total genervt bis er es dann irgendwann gemacht hat.
      Also war mir danach klar, dass muss anders gehen.
      Beim nächsten Mal haben wir ein Spiel daraus gemacht: Wer ist zuerst mit den Autos im Korb, wer kann die Duplo Steine besser in den Beutel werfen.
      Und siehe da, mein Kind war begeistert von dem Spiel und es funktioniert wirklich gut :-) Auch nicht immer, aber meistens.

      Aktuell hatten wir Probleme mit dem Wickeln. Selbst mit großem Geschäft in der Hose, wollte er nicht gewickelt werden, dass hat ihn noch nie gestört.
      Inzwischen sage ich ihm, dass er gewickelt werden muss, und ober mit rüber möchte zum Wickeln, oder wir ihn hier wickeln. Dann kann er entscheiden und ist zufrieden und ich kann ihn ohne Geschrei und in aller Ruhe Wickeln. Beide haben wir was wir wollen und kurz eine Windel und Feuchttücher ins Wohnzimmer tragen bringt mich nicht um.

      Ich wollte auch nie eine von den Müttern sein, bei denen die Kinder beim Einkaufen was zu Essen bekommen, aber auch das mache ich inzwischen, einfach, weil mein Zwerg nur ein Mini Frühstück hat und meistens wenn wir Einkaufen, dann kurz vorm Mittagessen und wenn dann da eine Brezel ist, dann hat er halt schon Hunger und bekommt sie schon im Laden. Pluspunkt dabei, dass Kind ist beschäftigt und ich kann in Ruhe einkaufen. :-)

      Es wird eine Menge Sachen geben, die du so nie machen wolltest und dann kommst du in die Situation und musst eben rausfinden, was bei euch gut funktioniert.
      Daher funktioniert es leider nicht, sich an anderen Erziehungsstilen festzuklammern.

      Es ist aber nicht verkehrt, verschiedene Eltern zu befragen, man bekommt manchmal doch Anregungen etc. die man dann für sich nutzen kann.

      • 15.04.17 - 14:24

        Vielen Dank für deine Liebe Antwort. Wenn jemand sagt das man sich um Erziehung keine Gedanken machen soll und es so nehmen soll wie es kommt verstehe ich das schon aber ich finde das es vorallem beim ersten Kind doch irgendwie normal ist zu überlegen was würde ich tun wenn man andere Eltern beobachtet.

        Ich finde es natürlich völlig nachvollziehbar zu sagen das man nicht alles "übernehmen" kann was man sich so "Ausmalt" weil wie schon gesagt wurde es dem Kind angepasst sein muss. Wie ich eben geschrieben habe sind diese Gedanken wohl auf die Erziehung von meinem Bruder und mir zurück zu führen. Da wurde das nicht "angepasst" wir sind zwei völlig unterschiedliche Menschen und die Erziehung meiner Eltern hat bei mir wunderbar geklappt bei meinem Bruder ging es nach hinten los.

        • 15.04.17 - 19:51

          Oh das kenne ich :)
          Mein Bruder ist auch so ein Exemplar, nicht lebensfähig. Ich bin das Ganze Gegenteil.
          Ihm ist alles egal. Er wohnt noch zu Hause und wird dieses Jahr 30, keine Ausbildung. Seinen Job hab ich ihm besorgt. Bei meinem Schwager in der Firma.
          Und wenn der nicht so gnädig wäre, hätte er den Job auch nicht mehr. ( Schläft während der Arbeit ein, hackt das GeschäftsHandy damit er Spiele drauf laden kann, was eigentlich gesperrt ist, ist schon Mal handgreiflich geworden usw)

          Weiß auch nicht was da so schief gelaufen ist.

          Wobei er halt immer Mamas Liebling und der arme Kleine war.

      15.04.17 - 13:52

      Vielen dank schon mal für eure antworten. Ich bin wohl nur so "angespannt" bzw mache mir so oder auch zu viele Gedanken weil bei meinem großen Bruder irgendwie einiges schief gegangen ist. Er hatte viele und lange Probleme. Klauen, Knast, Drogen usw usw.

      Tja gleiche Eltern gleiche Erziehung zwei verschiedene Menschen. Es stimmt schon das man die Erziehung dem Kind anpassen muss. Ich finde zb im Gegensatz zu ihm das meine Eltern mich sehr gut erzogen haben. Liebevoll, verständnisvoll usw usw. Er ist wohl ein Stück sensibler als ich und hat sich die (manchmal vorhandene) strenge unserer Vaters bzw seine "so oder gar nicht" Erziehung mehr zu Herzen genommen als ich. Auch heute noch (ihm geht's wieder gut, also Job, Frau, kinder, Haus alles super) hat er ein sehr angespanntes Verhältnis zu unserem Vater. Und oft muss ich hören das ich sein Lieblings Kind bin und schon immer war und es viel leichter hatte als er. Ich finde allerdings das er viel mehr "bekommen" hat als ich, mich stört es allerdings nicht weil ich Wie gesagt finde das ich eine schöne Kindheit hatte
      Naja jedenfalls wenn man Jahrelang seinen Bruder beim "scheiße bauen" zugesehen hat und die ratlosen Eltern die quasi nur "daneben stehen" konnten macht man sich eben Gedanken was kann ich tun damit in meiner Erziehung nicht alles schief geht.

      • 15.04.17 - 15:39

        Jede Elter-Kind-Beziehung ist einzigartig, weil jeder Mensch ein Individuum ist. Letztendlich geht es bei Erziehung vor allem darum im Dialog sprich "in Beziehung" mit dem Kind/ Jugendlichen zu bleiben. Wenn das gelingt haben Eltern Einfluss auf ihr Kind (umgekehrt übrigens auch :-)). Diese Wechselwirkung heisst gemeinhin "Erziehung".

        Offensichtlich ist deinen Eltern die Beziehung zu dir einfacher gefallen als zu deinem Bruder, und darunter hat er sicher phasenweise gelitten.

        15.04.17 - 17:00

        Hallo,

        ich denke, man sollte sich bewusst sein, dass man einen kleinen Menschen nicht nur durch "Erziehung" formen kann, einen großen Einfluss hat auch der Charakter, den man einfach als "gegeben" hinnehmen muss.

        Wir haben ein sehr lebhaftes Kind und hier muss man sicher andere Schwerpunkte setzen als z.B. bei einem ruhigen Kind...

        Und was mir noch aufgefallen ist, man durchlebt verschiedene Phasen mit dem Kind. Als mein Kind 1 Jahr alt war, hatte ich nicht unbedingt Verständnis für trotzende 2, 3j. Kinder (z.B. auf dem Spielplatz). Nun ist mein Kind in diesem Alter und ich ertappe mich dabei, dass ich genervt bin über die alles sagenden Blicke der noch "unwissenden" Mütter der 1j., wenn mein Sohn einen Trotzanfall bekommt... Es ist eben alles eine Frage der Perspektive und hat auch nicht unbedingt alles mit Erziehung zu tun.

        Um auf Deine Frage zurûckzukommen. Mir ist, nach wie vor, sehr wichtig, dass ich mein Kind zu einem höflichen und empathischen Menschen erziehe und wir nach einem Trotzanfall über sein Verhalten sprechen und er sich entschuldigt. Das klappt auch sehr gut im Kiga, ohne Aufforderung.

        Ansonsten würde ich mir nur wünschen, dass unser Leben nicht so "schnelllebig" wäre. Morgens sind wir oft in Zeitdruck und dann ertappe ich mich bei " wenn, dann" Aussagen, um einfach vorwärts (und letztlich ins Büro) zu kommen. Allerdings halten die Kleinen einem oft genug einen "Spiegel" vor und wenn mein Sohn dann anfängt "wenn Du..., dann..." merkt man sehr schnell, was gerade nicht rund läuft.

        Oder witzig war auch vor kurzem seine Aussage "Mama, wenn Du mich so lieb fragst, dann mache ich das natürlich gerne" -)

        LG

        • 19.04.17 - 10:18

          <<<<Oder witzig war auch vor kurzem seine Aussage "Mama, wenn Du mich so lieb fragst, dann mache ich das natürlich gerne" -)
          <<<

          #rofl

          Solche Erlebnisse hatte ich auch.Als ich z.B. mal sehr gestresst von der Arbeit mein Kind (ca. 3 Jahre alt )abholte und alles schnell gehen sollte, sagte sie " Warum bist du denn so unfreundlich zu deiner Mausi"
          Das hat mich beschämt und sofort freundlicher werden lassen.

          L.G.

      15.04.17 - 14:18

      Hallo!

      Ich wünschte, ich wäre so gelassen gewesen, wie es jetzt meist sein kann. Ich würde mir hoffentlich von außen nicht wieder so einen Druck machen lassen.

      Mein großer Sohn war total mutistisch. Du kannst dir vorstellen (oder auch nicht), was man zu hören bekommt, wer alles was besser weiß und dass man als Mutter eh Schuld hat und per se alles falsch macht. Jetzt spricht er und ich weiß im Nachhinein, dass mein Bauchgefühl in der Tat immer richtig war. Wenn ich mir eher vertraut und andere nicht so wichtig genommen hätte, wäre vieles sehr viel einfacher gewesen.

      Ein anderer Druck, der oft gemacht wurde, war der mit der Kita-Übernachtung bzw. den Kitareisen. Meine wollten nie mit, worauf es den nächsten Druck für mich gab. Ich solle meine Kinder gefälligst loslassen und laberlabersöcksöck. Mein großer Sohn ist mit dem Kiga nie verreist, der Kleine erst ganz am Ende. Und heute? Natürlich fahren sie mit auf Klassenreisen. Der Kleine ist aktiv in einer Jugendgruppe der Kirche und hatte von allein den Wunsch, mit auf die Osterfreizeit zu fahren. 10 Tage lang.

      Da stand auch immer Druck von außen gegen Bauchgefühl. Damals wollten sie einfach noch nicht. Warum denn auch?

      Ja, ich glaube tatsächlich, das würde ich, hätte ich nochmal die Gelegenheit, von Anfang anders machen. Lass alle reden. Wenn ich nicht um Rat frage, weiß ich schon selber, wie es gehen kann.

      Anders als du habe ich nie viel über Erziehung nachgedacht. Mache ich immer noch nicht. Sie sind dennoch ganz gut geworden. Fehler macht man sowieso. Ist aber nicht schlimm.

      LG

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