Sprichst du Elterisch?

Wörter, die nur Eltern kennen

Willkommen im Paralleluniversum von Vater, Mutter, Kind(ern): Mit jedem Besuch beim Kinderarzt, im Babymarkt, in Kita und Schule dringst du in neue Sprachwelten vor, deren ganz eigenes Vokabular noch nie ein Single oder kinderloses Paar zuvor gehört hat.

Autor: Heike Byn
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Apgar-Test

Noten fürs fitte Baby: Kaum ist das Baby auf der Welt, wird es nach dem Punkteschema des „Apgar-Tests" bewertet: Herz, Muskeln, Atmung – alles okay? Dann gibt's die Bestnote Zehn. Für Ärzte liefern die Ergebnisse einen Überblick über Babys Gesundheit. Manche Eltern eröffnen auch mit der „perfekten Zehn" die Kinder-Leistungsschau.

Kolostrum

Auch dünne Milch macht satt: Kolostrum ist kein antikes Gebäude, sondern die Vormilch, die in den Brustdrüsen vor der Geburt entsteht. Das Kolostrum ist dünnflüssiger als Muttermilch, die sich erst nach der Geburt bildet. Dennoch wird das Baby davon satt. Kurios: Es gibt Sportler, die tierisches Kolostrum zur Stärkung der Ausdauer nutzen.

Beruhigungssauger

Nucki, Schnuller oder Huppi: Nur im Babymarkt heißt er „Beruhigungssauger". Während viele Babys ihren Schnuller lieben – denn saugen heißt nicht nur essen, sondern beruhigt durch die dabei produzierten Hormone auch die Seele –, ist der Schnulli für viele Eltern nur ein schlechter Mama-Ersatz und Kieferverformer.

Pucken

Pucken ist eine bestimmte Einwickeltechnik, die Säuglingen Geborgenheit vermitteln soll. Wenn sich ihr Bewegungsspielraum einschränkt, erinnert sie das an das wohlige Gefühl in Mamas Bauch. Doch Pucken will gelernt sein: Schnürt man das Baby zu sehr ein, kann ihm das schaden.

Sterilisator

Nein, das ist keine neue, endgültige Verhütungsmethode. Vielmehr ein Gerät, mit dem Babyfläschchen, Saugeraufsätze und Schnuller steril und mit Dampf gereinigt werden. Warum? Um das noch nicht ausgereifte Immunsystem von Babys vor Bakterien zu schützen. Alternativ kann man die Sachen auch auskochen.

Pastinaken

Lange in Vergessenheit geraten, ist die Pastinake heute in aller Munde: Als Einsteigergemüse für Babybrei ist das süßlich schmeckende Wurzelgemüse mit Möhren und Kürbis gleichauf. Babys mögen den Geschmack und Eltern haben das gute Gefühl, sich ernährungstechnisch wieder „back to the roots" zu bewegen.

Ferbern

Das durchkalkulierte Schlaflernprogramm der „Ferber-Methode" kennt nur Freunde oder Feinde: Ferbern heißt, dass Eltern ihre Kinder wach ins Bettchen legen. Schreien die Kleinen los, warten die Eltern, bevor sie zu ihnen gehen. Das Ritual des Schreienlassens und Tröstens wiederholt sich dann – bis zum Erfolg.

U1, U2, U3 ...

Nein, das sind keine durchnummerierten U-Boote, sondern Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. Der Kinderarzt will damit feststellen, ob das Kind gesund ist und sich altersgerecht entwickelt. Das Ganze startet mit der U1 direkt nach der Geburt und endet mit der J2 im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Bildungsdoku

Wie steht's mit Grob- und Feinmotorik? Kommt das Kind in der Gruppe klar? Kann es altersgemäß sprechen, malen und Neues lernen? Das alles erfassen die Erzieher in den Kitas in einer Bildungsdokumentation für jedes Kind. Vermeintlichen Defiziten soll so schon früh mit Förderung begegnet werden.

OGTS

In der Offenen Ganztagsschule können Kinder nach dem Unterricht zu Mittag essen, ihre Hausaufgaben erledigen, mit anderen Kindern spielen und diverse Freizeitangebote wahrnehmen. Soweit die Theorie: In der Praxis sind viele OGTS personell unterbesetzt, schlecht ausgestattet und hoffnungslos überlaufen.

ADHS

Es gibt Eltern, die fühlen sich von der Diagnose völlig überfordert, andere sehen darin einen Beweis für die Einzigartigkeit ihres Kindes, für wiederum andere ist ADHS nur ein inflationär gebrauchter Begriff für schlecht erzogene Gören: Fakt ist: Kinder mit einer „Aufmerksamkeitsdefizitstörung" haben besondere Bedürfnisse beim Lernen.

Pisa und Iglu

Nein, das steht nicht für eine Eskimobehausung in der norditalienischen Stadt. Vielmehr verstecken sich dahinter eine internationale Bildungsuntersuchung zum Wissensstand von 15-Jährigen und eine Grundschul-Leseuntersuchung. Beides ist bei Lehrern, Schülern und Eltern so beliebt wie ein Zahnarztbesuch.
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