Virtuelle Monsterjagd

Pokémon Go: 8 Dinge, die Eltern wissen müssen

Eure Kinder wollen plötzlich spazieren gehen und laufen draußen scheinbar orientierungslos mit gesenktem Kopf herum? Dahinter steckt die virtuelle Monsterjagd des neuen Nintendo-Spiels Pokémon Go. Wir erklären euch, wie die App funktioniert und worauf ihr achten solltet.

Autor: Heike Byn
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1. So funktioniert Pokémon Go

Pokemon
Foto: © 2016 Pokémon/Nintendo

Bei der App Pokémon Go für Smartphones und Tablets geht es darum, die bekannten Monster des Spieleentwicklers Nintendo zu fangen und gegeneinander antreten zu lassen. Dazu muss der Spieler nach draußen gehen, wo sich die Monster an verschiedenen Orten verstecken und für ihn nur sichtbar werden, wenn er in der Nähe ist. Die Figuren werden dann auf dem Display des Telefons in die echte Umgebung eingeblendet – mittels der Standort-Erkennung (GPS) auf dem Smartphone. An sogenannten Poké-Stops sammeln die Pokémonjäger virtuelle Hilfsmittel, z.B. Pokébälle zum Fangen der Monster, ein. Die Spieler müssen sich also tatsächlich viel bewegen und herumlaufen, um die Pokémons oder Bonusmaterial zu ergattern.

2. Mehr Spieler, mehr Spaß

Beim Spiel können Freunde gemeinsam auf Jagd gehen, denn die Monster lassen sich mehrfach und parallel fangen. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern verringert auch die Gefahr, sich in unbekannten Gegenden zu verlaufen (siehe auch Punkt 7 zu Risiken). Probiert doch einfach mal gemeinsam mit euren Kindern die virtuelle Monsterjagd als Familienspaß aus! Dabei könnt ihr gleichzeitig checken, welche Poké-Stops in der Umgebung ungefährlich sind.

3. Vor dem Installieren genau hinsehen

Hierzulande kann man das Spiel erst seit dem 13. Juli 2016 installieren. Wer es vorher schon gespielt hat, nutzt also definitiv keine Version aus dem deutschen Google Play Store oder Apples AppStore. Deshalb Vorsicht: Ihr könnt unter Umständen eine Version mit Schadsoftware erwischt haben. Vor ihnen warnen Sicherheitsexperten aktuell und empfehlen deshalb für ältere Versionen die Deinstallation.

Altersangaben beachten

Wenn ihr das Spiel aus einem der Stores installiert und euch anmeldet, dann macht das unbedingt selbst und informiert euch vorher auch über die Datenschutzbedingungen und Altersfreigaben. Im Google Play Store ist die App für Kinder ab 6 Jahren, im Apple App Store ab 9 Jahren freigegeben. Laut der pädagogischen Medienberatung Spieleratgeber NRW sollten zwar Kinder unter zwölf Jahren das Spiel nicht spielen, weil sie noch nicht über die dazu nötigen Fähigkeiten verfügen, wie „Kaufanreizen standzuhalten, die eigene Spielzeit kritisch zu reflektieren, sich im Kontakt mit Fremden vorsichtig zu verhalten und den Wert von Daten zu erkennen und sicher im Straßenverkehr zu agieren". Tatsächlich spielen Pokémon Go jedoch schon viele Kinder im Grundschulalter – mit Erlaubnis der Eltern und zusammen mit mehreren Freunden und/oder Erwachsen.


4. Auf Sicherheit und Datenschutz achten

Die Pokémon-Jagd ist für unter 13-Jährige nur möglich, wenn ein Elternteil seine Einwilligung im Pokémon Trainer Club dazu gibt und ein Kinder-Konto anlegt. Eltern können zwar auch ein vorhandenes Google-Konto nutzen, denn laut der aktuellen Datenschutzbedingungen ist, anders als bei der Vorgängerversion, inzwischen kein Zugriff auf persönliche Kontodaten mehr möglich. Dennoch solltet ihr für das Spiel lieber einen neuen Account anlegen und ein Pseudonym als Trainernamen wählen.

5. Zusätzliche App-Käufe deaktivieren

An sich ist Pokémon Go ein kostenloses Spiel. Wer möchte, kann dafür aber auch reales Geld ausgeben, um Zusatzfunktionen und Fanghilfen freizuschalten. Sprecht deshalb vor dem Spielen mit eurem Kind darüber, wie ihr zu Zusatzkäufen steht. Ihr könnt Käufe in den App-Stores auch deaktivieren (für iOS) oder per Passwort schützen (Android). Außerdem ist es möglich, eventuelle Online-Käufe eurer Kinder zu widerrufen. Das fällt nämlich unter den so genannten Taschengeldparagraphen, der Kindern nur kleinere Käufe vor Ort im Laden erlaubt. In der App selbst lassen sich allerdings weder App-Käufe verhindern noch Spielzeiten begrenzen.

6. Spieldauer mit dem Kind festlegen

Fachleute wie die vom Medienratgeber für Familien „Schau hin!" empfehlen, mit dem Kind Regeln für feste Medienzeiten auszumachen, die es mit dem Spiel verbringen darf. Für Kinder zwischen 6 und 9 Jahren ist das etwa eine Stunde am Tag. Kommt es trotzdem immer wieder zu Regelverletzungen und Dauerstreit, weil sich die Pokémon-Monsterjagd nun einmal schwerlich auf die Minute genau planen lässt, kann ein Kompromiss z.B. so aussehen: Ihr erlaubt dem Kind, eine bestimmte Anzahl an Gegenständen zu sammeln – ohne dabei die Zeit auf die Minute genau zu stoppen.

7. Risiken bewusst machen und minimieren

Keine Screenshots posten

Wo sich ein Spieler aufhält, merkt sich das Spiel über das GPS des Smartphones. Die App speichert dabei Daten zum Standort und erstellt so Bewegungsprofile. Wenn Kinder mit Screenshots im Netz zeigen, dass sie auf Monsterjagd sind, verraten sie durch ihre Bilder auch, wo sie sich gerade aufhalten. Deshalb sollten eure Kinder keine Screenshots posten und besser nicht alleine unterwegs sein, sondern mindestens zu zweit. Gerne auch mit einem größeren Kind zusammen oder noch besser mit einem Erwachsenen.

Nur das Display im Auge – und nicht den Verkehr

Außerdem erfordert das Spiel, dass man ununterbrochen auf das Display schaut – und damit nicht mehr die Umgebung im Blick hat. Vor allem kleinere Kinder, die ohne Nachdenken spontan loslaufen wenn sie z.B. auf der anderen Straßenseite ein Monster gefunden haben, sollten deshalb nicht ohne Begleitung auf Jagd gehen.

Poké-Stops an einsamen Plätzen locken Diebe an

Einige der Poké-Stops befinden sich an abgelegenen Orten. Dort haben eure Kinder alleine nichts zu suchen. Andere sehen beim Spiel zwar nicht, wo sich jemand gerade befindet. Diebe z.B. können aber davon ausgehen, dass an einem Poké-Stop immer mal wieder jemand vorbeikommt, der zumindest ein Smartphone dabei hat. Vereinbart mit euren Kindern zur Sicherheit, dass sie das Spiel auf einsehbare Flächen wie Parks und Spielplätze in der Nähe beschränken und abgesperrte Bereiche und Privatflächen erst gar nicht betreten. Vor allem bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Spielbereiche genau zu begrenzen.

8. Plan B gegen hohen Akku-Verbrauch schmieden

Pokémon Go ist ein echter Akku-Fresser, doch mit ein paar Tricks könnt ihr Energie sparen: Tippt in der App auf den Pokéball unten in der Mitte und dann rechts oben auf Einstellungen. Wählt dort die Option Batteriesparer und schaltet auch noch die Vibrationsfunktion aus. Einiges an Energie lässt sich dadurch sparen, dass der Spieler die Kamerafunktion einschränkt, während er ein Monster fängt, und sie erst danach wieder aktiviert. Dazu schiebt man rechts oben in der Ecke den so genannten AR-Regler zur Seite. Zur Sicherheit könnt ihr eurem Kind einen externen Akku mitgeben, damit es auf jeden Fall erreichbar ist und auch anrufen kann.


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