Wadenwickel und Fieberzäpfchen

Fieber senken: Wann und wie?

Die positiven Seiten des Fiebers nutzen und dabei die negativen rechtzeitig zu stoppen - das ist die Herausforderung, die Eltern eines hoch fiebernden Kindes zu bewältigen haben. Hier gibt es Antwort auf die Frage, wann man Fieber senken sollte.

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Maedchen kurz nach Fiebermessen
Foto: © iStockphoto.com/ Syldavia

Fieber bei Kleinkindern: Was zu tun ist, hängt vom Alter ab

Manche Kinderärzte empfehlen, bei Kindern bis fünf Jahren ab einer Temperatur von 38,5 Grad mit fiebersenkenden Maßnahmen zu beginnen, weil sonst ein Fieberkrampf droht. Andere raten, erst ab 39 Grad das Fieber zu senken. Auch hier können Eltern je nach Zustand und Alter ihres Kindes entscheiden, ob sie noch etwas warten möchten. Dabei gilt: Je jünger das Kind ist, desto genauer muss man das Fieber im Auge behalten und desto schneller sollte man zum Arzt gehen.

Ob man mit dem Fiebersenken beginnen sollte, hängt aber auch vom Kind ab: „Behandeln Sie Ihr Kind, und nicht das Thermometer!“, rät Kinderarzt Dr. Peter Voitl. „Ein Medikament ist nicht nötig, wenn sich das Kind im Fieber gut fühlt.“ Erst wenn das Fieber über 39 Grad steige, sollten Eltern – vor allem für die Nacht – etwas Fiebersenkendes geben. Ein hoch fieberndes Kind ist übrigens nachts im Elternschlafzimmer besser aufgehoben als allein im Kinderzimmer, damit etwa ein Fieberkrampf oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustands nicht übersehen werden. Wichtig ist, dass das Baby oder Kind ausreichend trinkt. Auch wenn es keinen Durst hat, sollten die Eltern ein Getränk regelmäßig anbieten. Vor dem Einsatz von medikamentösen Fiebersenkern kann man versuchen, mit Hausmitteln die Temperatur abzusenken.

Bewährt: Wickel und „Essigsocken“

Bei der Anwendung muss unbedingt die Phase berücksichtigt werden, in der sich das Fieber befindet: Beim Fieberanstieg (Kind friert) braucht der Körper Wärme. Erst wenn das Kind nicht mehr fröstelt, sich warm und feucht (bei Babys auch: trocken) anfühlt, die Haut gerötet ist, können bei hohem Fieber (!) Wadenwickel zum Einsatz kommen – allerdings erst ab einem Alter von mindestens sechs Monaten. Es werden zwei Tücher (z.B. dünne Handtücher) mit etwa handwarmem Wasser (bei älteren Kindern darf das Wasser auch kühl sein) ausgespült und ausgewrungen. Jeweils ein Tuch wird nun um die Wade des Kindes gewickelt. Darüber wird noch ein trockenes Tuch gelegt. Diese Wickel bleiben dran, bis sie nach etwa 10 bis 20 Minuten Körperwärme erreicht haben. Danach kann man sie noch zwei- bis dreimal erneuern (max. Gesamtzeit sollte 45 Minuten nicht überschreiten).

Manche Eltern schwören aber auch auf „Essigsocken“: Man gibt in einen Liter kaltes Wasser fünf Esslöffel Essig, wringt Kniestrümpfe gut darin aus und zieht sie dem Kind an. Darüber kommt ein weites, trockenes Paar Kniestrümpfe, damit sich die Strümpfe nicht zu schnell erwärmen. Auch hier einige Male erneuern. Wickel und Essigstrümpfe dürfen nur bei warmen Füßen angewandt werden. Manche Kinder reagieren mit Unbehagen auf eine schnelle Fiebersenkung. Dann sollte man eine Pause machen und erst später fortfahren. Mit Wickeln oder Strümpfen darf die Temperatur nicht mehr als um etwa 0,5 bis 1 Grad reduziert werden, weil sonst Herz und Kreislauf zu sehr belastet werden. Die Wickel dürfen mehrmals am Tag wiederholt werden, frühestens aber nach jeweils einer Stunde.

Tipps vom Kinderarzt: Richtiges Verhalten bei Fieber

Wie kann man Fieber senken? Einsatz von Medikamenten

Ist ein Baby jünger als sechs Monate oder steht vielleicht die Nacht bevor, kann man auf medikamentöse Fiebermittel zurückgreifen. Bei Säuglingen eignet sich Paracetamol (z. B. Benuron), für Babys ab sechs Monaten ist auch Ibuprofen erlaubt, das es seit einiger Zeit auch als Zäpfchen gibt (z.B. Nurofen Junior Zäpfchen). Beide Wirkstoffe sind gleich gut geeignet. Ob man dann Zäpfchen oder Saft wählt, hängt vom Alter und auch der Erkrankung ab: Säuglinge unter fünf Kilogramm bekommen vom Kinderarzt meist Zäpfchen verschrieben. Bei älteren Babys und Kindern kann man ebenfalls noch Zäpfchen verwenden. Manche Kinder mögen aber lieber den Saft, um der Prozedur des Einführens des Zäpfchens zu entgehen. Aspirin (o.a. Präparate mit Acetylsalicylsäure) darf Kindern übrigens nicht gegeben werden: Die Einnahme kann eine seltene, aber gefährliche Krankheit, das so genannte Reye-Syndrom, auslösen.

Bei der Dosierung des Fiebersenkers sollten Eltern sich vom Apotheker oder Kinderarzt beraten lassen. Sie hängt vom Alter und Gewicht des Kindes sowie von evt. Vorerkrankungen ab. Beim Kauf sollten Eltern wissen, dass manche Säfte organische Lösungsmittel wie Propylenglycol oder Glycerol enthalten, die nach Auffassung vieler Kinderärzte dort nicht hinein gehören. Paracetamolsaft zum Beispiel ist auch ohne diese Mittel erhältlich (Apotheker fragen). Generell gilt: Auf eigene Faust sollten medikamentöse Fiebersenker maximal drei Tage gegeben werden.

 


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