Die neuen U10, U11 und J2
U-Untersuchungen: Häufiger zum Kinderarzt?
Bisher gibt es zehn U-Untersuchungen für Kinder, die von den Kassen übernommen werden. Nun werden drei weitere "Us" für das Alter von sechs, neun und 17 empfohlen. Was untersucht wird, für wen das sinnvoll ist und wer sie bezahlt, erfahren Sie hier.
Drei neuen Untersuchungen
Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland ist übergewichtig, manche Kinder können keine drei Schritte auf einem Balken balancieren und haben noch nie einen Baum erklommen. Viele sitzen stattdessen täglich stundenlang vor Computer, Spielkonsole oder Nintendo DS. Kinder leiden zunehmend an Konzentrations- oder Verhaltensstörungen und motorischer Unruhe, aber auch an körperlichen Erkrankungen wie Haltungsschäden, Allergien, Alters-Diabetes. Solche Fehlentwicklungen sollen jetzt früher erkannt und gebremst werden. Seit dem letzten Jahr gibt es drei neue U-Untersuchungen: Die U10, die U11 und die J2. Was sie genau beinhalten, ob sie für jedes Kind Sinn machen, was sie kosten und welche Krankenkassen die Kosten übernehmen: urbia gibt einen Überblick.
- U10 (6 bis 7 Jahre): Check auf ADHS und Legasthenie
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Die U10 wurde, wie auch die anderen neuen U-Untersuchungen, vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) entwickelt. Sie soll die bisherige Lücke zwischen U9 (mit 5 Jahren) und J1 (mit 12 bis 14 Jahren) schließen. Bei der U10 sollen vor allem Entwicklungsstörungen des Kindes erkannt werden. Hierzu gehören zum Beispiel die Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) und die Rechenschwäche (Dyskalkulie), aber auch Probleme in der motorischen Entwicklung sowie Verhaltensstörungen und ADHS (= Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung).
- U11 (9 bis 10 Jahre): Schulstress, Sozialverhalten, Medienkonsum im Fokus
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Bei der neuen U11 richtet der Kinderarzt sein Augenmerk besonders auf das Sozialverhalten eines Kindes, zum Beispiel in der Schule. Er erfragt auch, ob es Leistungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten gibt, oder ob das Kind Symptome und Beschwerden hat, die durch Stress und Überforderung verursacht sein könnten. Danach kommt der Medienkonsum des Schulkindes auf den Prüftisch. Der Kinderarzt gibt Tipps für richtigen Umgang mit Medien, aber auch über den täglichen Bedarf eines Kindes an Bewegung und die Wichtigkeit von regelmäßigem Sport. Neben Tipps zur Ernährung wird bei dieser U-Untersuchung auch bereits mit dem Kind über die Gefahren von Alkohol, Zigaretten und Drogen gesprochen.
- J2 (17 bis 18 Jahre): Was junge Erwachsene bewegt
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Die J2 knüpft an die J1 (12 bis 14 Jahre) an und schließt die Lücke zwischen Pubertät und Erwachsenenalter. Jetzt wird vom Kinder- und Jugendarzt möglichst sensibel über Themen wie Sexualität und Verhütung, aber auch über Ängste und Störungen in diesem Bereich gesprochen. Außerdem geht es noch einmal um eventuelle Probleme im Umgang mit anderen (Sozialverhalten) und um Verhaltensstörungen (wie beispielsweise Rückzug, zu wenige Freunde und Kontakte, aber auch aggressives Verhalten etc.). Der Arzt redet mit dem Jugendlichen auch über dessen Vorstellungen von der Zukunft und die anstehende Berufswahl. Auch Rückenprobleme und Haltungsstörungen werden wieder ins Zentrum der ärztlichen Aufmerksamkeit gerückt, zusammen mit Tipps für ein gesundes Alltagsverhalten (Sport, Ernährung).

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