Wenn der Kopf juckt

Vier wichtige Regeln bei Läusebefall

Besonders in der kalten Jahreszeit schlagen Kindergärten und Schulen wieder häufiger Läuse-Alarm. Damit die lästigen Blutsauger nicht zur Dauerplage werden, sollten Eltern die Behandlung sehr sorgfältig durchführen. Folgende Tipps helfen dabei.

Autor: Dr. Ulrich Fegeler
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Kind Tipps Laeusebefall
Foto: © iStockphoto.com/ KevinDyer

Ist ein Kinderkopf von Läusen befallen, so sollten Eltern vier wichtige Regeln beachten. „Erstens sind zur erfolgreichen Beseitigung der Parasiten mehrfache Behandlungen erforderlich, denn nach der Erstbehandlung können noch Läuse schlüpfen. Zweitens dürfen Eltern das Kopflausmittel nicht zu sparsam anwenden und drittens sollten sie die empfohlene Einwirkzeit einhalten. Schließlich sollten sie viertens die Haare regelmäßig mit einer Pflegespülung und einem Läusekamm Strähne für Strähne nass auskämmen“, empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Solange sich Kopfläuse in den Haaren eines Kindes bewegen, besteht Ansteckungsgefahr. Kontrollieren Eltern mit dem bloßen Auge den Kopf ihres Kindes, entgeht ihnen in den meisten Fällen ein Befall der Haare mit lebenden Läusen. Denn sie sind im Vergleich zu den Nissen (Läuseeiern) relativ klein (wie Sesamsamen) und farblich – gerade bei bräunlichen und schwarzen Haaren - gut getarnt. Zudem ist die Kopflaus lichtscheu, sodass sie in die dunklen Räume unter die Haare flüchtet. „Um Läuse aufzuspüren, untersuchen Eltern am besten bei „Läusealarm“ im Kindergarten oder der Schule das Haar und die Kopfhaut ihres Kindes mit einer Lupe. Außerdem können Eltern großzügig normale Haarspülung auf dem nassen Haar verteilen. Mit einem normalen Kamm entwirren sie zunächst das Haar. Dann fahren sie mit dem Läusekamm unter leichtem Druck die Kopfhaut entlang. Die Haarspülung im Kamm wischen sie wiederholt mit einem weißen Küchenpapier ab und untersuchen es auf Läuse hin“, empfiehlt Dr. Fegeler.

In Deutschland sind folgende Mittel gegen Kopfläuse zugelassen: Allethrin, Permethrin, Pyrethrum, Dimeticon (Silikonöl), Sojaöl, Kokosöl, Kokosölderivate. Allethrin, Permethrin und Pyrethrum wirken bei Läusen als Nervengift, indem sie ihre Atemmuskulatur lähmen. Für Menschen ist die Toxizität sehr gering. Es wurden allerdings mittlerweile in einigen Fällen Resistenzen gegen diese Mittel beobachtet. Öle vernichten rein physikalisch die Läuse in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien, indem sie ihre Atemöffnungen verkleben. „Das Kombinationspräparat mit Cyclometicon sollten Eltern jedoch auf keinen Fall verwenden, da damit das Haar sehr leicht brennbar wird“, warnt Dr. Fegeler.

Tipps vom Kinderarzt: So behandeln Sie Läuse bei Kindern

 

Weitere Tipps rund um das Thema "Kindergesundheit" finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte unter: www.kinderaerzte-im-netz.de

 

Quellen:

  • Paukstadt, W.: Interview mit Prof. Regina Fölster-Holst, Kiel. Reizthema Kopfläuse. Sind die Ektoparasiten resistent – oder doch nicht? Hautnah dermatologe 6, 340 (2009).
  • Kopflausmittel: Resistenz ist nicht gleich Therapieversagen! Nach Informationen von Gerlach, Lübbecke. Pädiatrie hautnah 6, 473 (2009).
  • Nenoff, P. et al.: Wenn Läuse und Flöhe ihr Unwesen treiben. CME 7(1), 7 (2010).
  • www.kopflaus.ch

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