11.03.2009 Kinderärzte raten

Verdacht auf Hirnhaut-Entzündung: sofort zum Arzt

Bei Anzeichen einer Meningokokken-Infektion, einer Hirnhautentzündung, müssen Eltern rasch handeln. Zwar ist diese Erkrankung äußerst selten, doch verursachen diese Bakterien sehr schwere und schnell fortschreitende Krankheitsbilder.

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Junge kuschelt Mutter

Kinder unter fünf Jahren, Teenager und ältere Menschen sind am häufigsten von einer Hirnhautentzündung durch Meningokokken (Meningokokken-Meningitis) oder einer Überschwemmung des Körpers mit diesen Bakterien (Meningokokken-Sepsis, Blutvergiftung) betroffen. Die Infektionen häufen sich in der Regel im Frühjahr.

„Auf eine Meningitis weisen Licht-, Lärm- oder/und Berührungsempfindlichkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, hohes Fieber, Benommenheit und Nackensteifigkeit hin. Beugt das Kind den Nacken nach vorne, verschlimmern sich die Schmerzen. Ein typisches Kennzeichen sind auch rot-violette Hautflecken, die nicht verschwinden, wenn man mit einem Glas darauf drückt oder Schmerzen in den Beinen, die das Stehen oder Gehen erschweren. Die Symptome müssen aber nicht alle zusammen auftreten“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Es ist entscheidend, Erkrankte möglichst frühzeitig mit Antibiotika zu behandeln. Deshalb sollten Eltern bei einem Verdacht sofort zum Kinder- und Jugendarzt.“

Je kleiner die Kinder, desto weniger eindeutig sind die Krankheitszeichen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch Bauchschmerzen, Nahrungsverweigerung, Durchfälle, Unruhe, schlechte Weckbarkeit, schrilles Schreien sowie blasse oder fleckige Haut vorwiegen. Kalte Hände und Füße trotz heißem Körper sowie bläuliche Färbung rund um den Mund gehören auch zu den Warnzeichen. 2007 gab es in Deutschland 436 Fälle von Meningokokken-Erkrankungen, bis zur 52. Woche wurden 2008 452 Fälle gemeldet. In den Jahren 2001 bis 2007 starben insgesamt 133 Menschen an den Folgen einer Meningokokken-C-Erkrankung. „Bei den Meningokokken gibt es mehrere Untergruppen, von denen in Deutschland fast ausschließlich C und B vorkommen. Überwiegend treten Erkrankungen auf, die durch die B-Meningokokken hervorgerufen werden. Bei Meningokokken-Fällen der Untergruppe C ist der Anteil der Sterblichkeit und schweren Folgeschäden besonders hoch. Nur gegen diese Serogruppe ist eine Impfung möglich, die seit Juli 2006 auch von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut für alle Kinder im zweiten Lebensjahr empfohlen wird. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sollte der Impfschutz nachgeholt werden“, empfiehlt Dr. Fegeler.

Weitere Informationen rund um das Thema "Kindergesundheit" finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unter www.kinderaerzte-im-netz.de.


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