Studie unter Schülern

Besser lernen in Einheitskleidung?

Haben Schulklassen einen besseren Zusammenhalt und lernt es sich leichter, wenn Schüler eine Schuluniform tragen? Eine Studie zeigt Vorteile von Einheitskleidung auf.

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Studie über den Sinn und Nutzen von Schuluniformen

Schulkind Junge

An einem heißen Sommertag war es an einer Gesamtschule in der Nähe von Hannover so weit: Nachdem eine Schülerin kurz vor den Sommerferien lediglich mit einem Bustier anstelle eines T-Shirts oder einer Bluse zum Unterricht erschien, legte die Schulleiterin schließlich fest, welche Art von Kleidung in der Schule zu tragen sei. Es begann eine Diskussion über Vor- und Nachteile einheitlicher Kleidung an deutschen Schulen - in dieser ging es zwar hitzig her, was aber fehlte, waren gesicherte Erkenntnisse zu Sinn und Nutzen solch einheitlicher Regeln.

Ein Team von Unterrichtsforschern der Justus-Liebig-Universität Gießen beschäftigte sich in einer Studie mit dem Tragen von Schulkleidung. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass in Klassen mit einheitlicher Schulkleidung ein besseres Sozialklima, eine höhere Aufmerksamkeit, ein höheres Empfinden von Sicherheit sowie ein generell niedrigerer Stellenwert von Kleidung beobachtet werden kann als in Vergleichsklassen ohne einheitliche Bekleidungsregelung. Die Unterschiede zeigen sich jedoch erst in höheren Klassen, wenn die einheitliche Schulkleidung bereits einige Zeit getragen wird.

Schicke Klamotten weniger wichtig

In Hamburg fand das Forschungsteam die Möglichkeit, Klassen mit und Klassen ohne Schulunifom vergleichend unter die Lupe zu nehmen. Im Hamburger Stadtteil Sinstorf trugen in einer Haupt- und Realschule zum Untersuchungszeitpunkt Schülerinnen und Schüler zweier fünfter, einer siebten und einer achten Klasse seit dem Wechsel von der Grundschule einheitliche Kleidung: einheitlich farbige Oberteile und einheitliche Hosen. Alle Oberteile sind mit einem Schullogo versehen. In einer Parallelschule wurden entsprechende Klassen ohne Kleiderregeln für die Untersuchung ausgewählt.

Von den Ergebnissen war das Gießener Team selbst überrascht: In den höheren Klassen zeigt sich bei den Trägern einheitlicher Pullis ein besseres Sozialklima. Sie berichten, dem Unterricht aufmerksamer folgen zu können und sie legen in der Tendenz mehr Wert auf ein tiefes Verständnis der Unterrichtsinhalte als die Vergleichsschüler. Ebenso deutlich war der Unterschied zu der Frage, welchen Stellenwert Schülerinnen und Schüler Kleidung und schicken Klamotten generell beimessen. Hier übertreffen in den höheren Klassen die Vergleichsschüler die Träger der Schulkleidung deutlich.

Schulkleidung - ein geeignetes Mittel, um in deutschen Klassenzimmern soziale Ausgrenzung vermeintlicher "Aldi-Kinder" zu verhindern? Können sich durch einheitliche Kleidung Schüler an der Schule sicher fühlen, weil sie nicht befürchten müssen, von den Mitschülern wegen teurer Kleidungsstücke " zu werden? Bewirkt der neue Dress-Code, dass sich die Schüler besser auf den Unterricht konzentrieren können, weil sie der Nachbarin nicht ständig auf den Bauchnabel starren müssen?

Ein einheitlicher Pulli kann leider nicht alle diese Probleme in deutschen Klassenzimmer restlos lösen, glauben die Wissenschaftler. Damit einheitliche Bekleidungsregeln zum gewünschten Erfolg führen, bedürfe es zusätzlich engagierter Lehrkräfte sowie natürlich einer von diesem Konzept überzeugten Eltern- und Schülerschaft. Wenn diese Faktoren vorliegen, dann gehe wie in Hamburg am Ende die Rechnung vermutlich positiv auf. (idw)

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