Mein Kind will keinen Alkohol

Nehmen Schwangere Gefahr durch Alkohol nicht ernst?

Eine Studie der Universitätsklinik Köln zeigt, dass werdende Mütter die Gefahr von Alkohol in der Schwangerschaft unterschätzen. Die Studie bestätigt ein Fazit der Charité Berlin, dass Schwangere z. B. das Gläschen Sekt am Morgen „für den Kreislauf" oder das regelmäßige Glas Rotwein am Abend „zum besseren Einschlafen" nicht als Alkoholkonsum bewerten.

Autor: Petra Fleckenstein
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Alkohol-Teaser
Foto: © Fotolia / highwaystarz

In entsprechenden Befragungen gaben die werdenden Mütter an, keinen Alkohol getrunken zu haben, obwohl in ca. 90 Prozent der Fälle Urinproben das Gegenteil nahelegen. In Deutschland kommen jährlich etwa 10.000 Kinder mit so genannten "fetalen Alkoholeffekten" zur Welt. Darunter sind zum Beispiel Störungen des Wachstums des Föten und Entwicklungsverzögerungen nach der Geburt zu verstehen. Laut "Stiftung für das behinderte Kind" kann durch Alkohol jedes Körperteil und jedes Organ des Kindes in Mitleidenschaft gezogen werden, da Alkohol die Zellteilung beeinflusst. Daher warnt die Stiftung: "Die Menge getrunkenen Alkohols entscheidet, in welchem Umfang eine Schädigung eintritt. Sicher ist, dass jeder Schluck Alkohol bis zum Kinde gelangt und folgenreiche Schäden verursachen kann." Rund 4.000 Babys werden jährlich in Deutschland mit dem sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) geboren – Folge eines krankhaften Alkoholmissbrauchs der Mutter - das sich in Gesichtsfehlbildungen und geistiger Einschränkung äußert. 

Sehen Sie dazu auch unsere Forums-Diskussion: Ein Gläschen Wein oder Bier - wie haltet Ihr es damit?

Prof. Dr. Peter Mallmann hat die Kölner Studie im Rahmen der Aufklärungskampagne „Mein Kind will keinen Alkohol" von Pernod Ricard Deutschland durchgeführt und wird nun den Ethikrat der Universitätsklinik Köln einschalten, um die sozialwissenschaftliche Studie zu erweitern. Seit drei Jahren macht sich der Spirituosenhersteller mit seiner Aufklärungskampagne durch Plakataktionen oder TV- und Kinospots für 0 Promille in der Schwangerschaft stark und will die Kampagne „Mein Kind will keinen Alkohol" im nächsten Schritt auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel ausdehnen. Professor Peter Mallmann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe: „Alkoholkonsum in der Schwangerschaft führt zu schweren Schädigungen beim ungeborenen Kind. Viel zu vielen werdenden Müttern ist nicht bewusst, dass auch das gelegentliche Glas Kölsch einen Alkoholkonsum darstellt." An die Schwangeren, aber auch an die Adresse von Gynäkologen und Hebammen richtet er den Appell: "Schluss mit der Toleranz auch gegenüber kleinen Mengen Alkohols während der Schwangerschaft!" Denn gerade auch Frauenärzte oder Geburtshelferinnen seien aufgerufen, mit der Verharmlosung zum Beispiel des berühmten Gläschens Sekt zur Anregung des Kreislaufs ein Ende zu machen. Dr. Jan-Peter Siedentopf, Oberarzt Charité - Universitätsmedizin Berlin ergänzt: „Eine Gefährdung des ungeborenen Kindes wird nur mit alkoholabhängigen Schwangeren in Verbindung gebracht. Hier müssen Wirtschaft, Politik, Medien und Medizin dringend weitere Maßnahmen ergreifen, um unsere Babys zu schützen."  

Denn, so die "Stiftung für das behinderte Kind": "Für Sie mag Alkohol ein Genussmittel sein. Für Ihr Kind ist Alkohol ein Schadstoff, für den es null Toleranz hat."

Info: Auf der Homepage der Stiftung für das behinderte Kind können Sie die Infobroschüre "Alkohol in der Schwangerschaft" herunterladen.

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