Schwangerschaft | Schwangerschaftswochen (SSW)

40 Schwangerschaftswochen – eine Zeit voller Wunder

Kaum eine Zeit im Leben einer Frau ist so aufregend wie die Schwangerschaft. 40 Wochen Schwangerschaft, in denen Woche für Woche etwas Neues passiert. Der weibliche Körper verändert sich und stellt sich darauf ein, das im Bauch wachsende Leben mit allem zu versorgen, was es braucht. Währenddessen macht das kleine Wesen selbst eine enorme Entwicklung vom Embryo zum fertigen kleinen Menschen durch. Was genau im Körper der Mutter passiert, wie sich das Baby entwickelt und worauf man in welcher Woche achten sollte – urbia informiert.

 

Schwanger Ultraschallbild 30. SSW
Foto: © fotolia.com/ mmphoto
Genau genommen ist eine Frau nicht 40, sondern 38 Wochen lang schwanger – rechnet man ab dem Zeitpunkt der Empfängnis, der nach dem Eisprung und somit in der Mitte eines Menstruationszyklus liegt. Da man aber kaum exakt sagen kann, wann der Eisprung stattgefunden hat, wählen Gynäkologen einen anderen Weg und gehen vom ersten Tag der letzten Menstruationsblutung aus – einem Datum, das die meisten Frauen relativ sicher angeben können. Zählt man zu diesem Datum 40 Wochen hinzu, erhält man den ungefähren Geburtstermin des Kindes. Die 40 Schwangerschaftswochen werden in drei Trimester eingeteilt, die jeweils bestimmte Stufen der Kindesentwicklung in jeder Schwangerschaft woche markieren.

Die Schwangerschaftswochen 1- 4: Der Körper bereitet sich vor

Da sich der weibliche Körper in der ersten und 2. Schwangerschaftswoche noch auf die Empfängnis vorbereitet, dient dieser Zeitraum einzig zur Berechnung des Geburtstermins. In dieser Zeit reift eine Eizelle heran, die nach dem Eisprung von einem Spermium befruchtet werden kann. Erst in der 3. SSW kann von einer tatsächlichen Schwangerschaft gesprochen werden, da jetzt die Eizelle befruchtet wird. Sofort nach der Befruchtung verändert sie ihre Struktur, sodass sie keine weiteren Spermien durchlässt. Spermium und Eizelle verschmelzen und die neu entstandene Zelle beginnt, sich zu teilen. Gegen Ende der 3. oder zu Beginn der 4. Schwangerschaftswoche nistet sich der Embryo, wie die befruchtete Eizelle jetzt genannt wird, in der Gebärmutter ein, was bei der Mutter eine leichte Blutung, die sogenannte Einnistungsblutung, verursachen kann. Der Körper beginnt mit der Produktion des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Chorion-Gonadotropin), wodurch mehr Östrogen und Progesteron erzeugt werden. Die Hormone sorgen dafür, dass die Plazenta wächst und schützen das heranwachsende Leben in der Gebärmutter. Da hCG das Hormon ist, das im Schwangerschaftstest nachgewiesen wird, fällt dieser gegen Ende dieser Woche positiv aus: Glückwunsch, du bist schwanger!


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5. + 6. SSW: Der erste Herzschlag

Bereits im zweiten Schwangerschaftsmonat, ungefähr am Ende der 5. Schwangerschaftswoche beginnt das Herz des kleinen Embryos zu schlagen. Es ist ein magischer Moment, wenn die werdenden Eltern den kleinen blinkenden Punkt auf dem Ultraschallgerät als den Herzschlag ihres Babys erkennen. Ist noch nichts zu sehen, ist das kein Grund zur Beunruhigung, denn auf manchen Geräten sind die Signale noch nicht messbar. Das Neuralrohr, aus dem Gehirn und Wirbelsäule entstehen werden, bildet sich nun aus und auch die Anlagen für andere Organe wie Magen, Leber oder Lunge sind schon vorhanden. Eine gesteigerte Einnahme von Folsäure empfiehlt sich jetzt, um Neuralrohrschäden vorzubeugen. 600 µg sollten täglich eingenommen werden. Da das aber selbst mit sehr gesunder Ernährung schwierig ist, raten Ärzte zu einem Folsäure-Präparat.

Die berüchtigte Schwangerschaftsübelkeit tritt meistens in der 6. Schwangerschaftswoche zusammen mit den anderen typischen Schwangerschaftssymptomen auf. Viele Frauen fühlen sich dann häufig müde und erschöpft und haben mit Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen zu kämpfen. Diese Symptome sind der beachtlichen Hormonumstellung zuzuschreiben und verschwinden wieder, sobald der Körper sich auf die Schwangerschaft eingestellt hat.

 

7. bis 13. SSW: Auge, Auge, Nase, Mund

In der 7. Schwangerschaftswoche ist bei dem Embryo schon ein richtiges Gesicht zu erkennen: Augen, Nase und Mund können unterschieden werden, das Gehirn beginnt sich zu entwickeln, Arme und Beine sind in Form von feinen Gliederknospen erkennbar. In der 8. SSW streckt sich langsam die Wirbelsäule und das noch verhältnismäßig große Köpfchen beginnt, sich von der Brust zu erheben. Dein Baby sieht immer mehr wie ein kleiner Mensch aus. Seine Entwicklung schreitet so schnell voran, dass es am Anfang des dritten Schwangerschaftsmonats, in der 9. SSW, bereits so beweglich ist, dass es Saltos schlagen kann.

In der 10. Schwangerschaftswoche hat der Embryo sich zu einem ca. 2,5 Zentimeter großen Fötus entwickelt. Seine grundlegenden Organe sind ausgebildet und müssen in den nächsten Monaten reifen und funktionsfähig werden. Jetzt ist es Zeit für die erste große Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall. Gegen Ende des ersten Trimesters, im Laufe der 11. Schwangerschaftswoche kann sich die werdende Mutter etwas entspannen: das erhöhte Risiko einer Fehlgeburt ist zu diesem Zeitpunkt bereits enorm gesunken. In der 12. SSW hat der weibliche Körper sich meist soweit auf die hormonellen Veränderungen eingestellt, dass Symptome wie Übelkeit und Müdigkeit verschwunden sind. Da die Schilddrüse des jetzt etwa fünf Zentimeter großen Fötus nun ihre Funktion aufnimmt, ist die ausreichende Jodversorgung der werdenden Mutter, die durch eine ausgewogene Ernährung und jodiertes Speisesalz gesichert ist, nun besonders bedeutsam. Am Ende des ersten Trimesters, in der 13. Schwangerschaftswoche wölbt sich der Bauch schon ein bisschen und die Schwangerschaft wird langsam sichtbar.

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14. bis 17. SSW: Dein Baby wird immer aktiver

In der 14. Schwangerschaftswoche lutscht der Fötus bereits am Daumen und greift nach der Nabelschnur. Sein Gesicht bekommt deutlichere Konturen: Nase, Kinn, Augen, Lippen und Ohren bilden sich erkennbar heraus und Haare, Augenbrauen sowie Wimpern beginnen zu wachsen. Jetzt ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende Eiweiß- und Kalziumzufuhr zu achten, da unter anderem der Knochenaufbau des Babys in vollem Gange ist. In der 15. SSW sind die inneren Ohrknöchel des Babys so weit ausgeprägt, dass es Stimmen und Geräusche durch deren Schwingungen wahrnehmen kann. Ab jetzt vernimmt das Baby deine Stimme, wenn du sprichst oder singst und wird sie nach der Geburt wiedererkennen! Stelle dir einmal vor, wie dein Baby dir zuhört und dabei Grimassen schneidet oder die Stirn runzelt – denn das kann es in der 16. Woche bereits. In diesem Stadium ist die Gebärmutter etwa so groß wie ein Handball und wird zum Schutz des Kindes immer fester. Schließlich bewegt sich der Fötus zunehmend aktiver und erprobt permanent seine Muskeln und Gelenke. Frauen, die bereits schwanger waren, spüren vielleicht schon in der 17. Schwangerschaftswoche die ersten Kindsbewegungen in Form eines sanften Flatterns im Bauch.

 

18. bis 21. SSW: Wird es ein Junge oder ein Mädchen?

Bis zur 18. Woche ist das Baby kräftiger geworden, enorm gewachsen und misst jetzt durchschnittlich 14 Zentimeter. In dieser Phase der Schwangerschaft geht es den meisten Frauen großartig: Endlich sind die anfänglichen Beschwerden verschwunden und man kann sich ungetrübt auf das Baby freuen! Wer sehnsüchtig darauf gewartet hat, endlich das Geschlecht des Kindes zu erfahren, wird bei der zweiten Ultraschall-Untersuchung, die in der Regel zwischen der 19. SSW und der 22. Schwangerschaftswoche vom Frauenarzt durchgeführt wird, die Gelegenheit dazu haben.

Mit der 20. Schwangerschaftswoche ist die Halbzeit der Schwangerschaft erreicht und der Fötus wiegt bei rund 25 Zentimetern etwa 300 Gramm. Seine Mutter wird jetzt immer öfter Tretbewegungen wahrnehmen. Und bereits in der 21. SSW kann es vorkommen, dass sie die Tritte nicht nur spürt, sondern sogar an ihrer Bauchdecke sehen kann. Die in diesem Stadium zunehmenden Kindsbewegungen sind für die werdenden Eltern eine wunderbare Möglichkeit, um mit dem Kind zu kommunizieren!

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22. bis 24. SSW: Der Bauch wird größer und größer

Mit dem schnellen Wachstum des Babys, das in der 22. SSW bereits über eine schützende Fettschicht verfügt, nehmen auch Appetit und Bauch der Mutter zu. Fleisch, Fisch, grünes Gemüse oder Nüsse sollten jetzt vermehrt auf dem Speiseplan stehen, denn der Magnesiumbedarf der Mutter ist in der intensiven Wachstumsphase des Babys deutlich erhöht. In der Zwischenzeit spielst du deinem Kind ruhig Musik vor. Etwa ab der 23. Schwangerschaftswoche ist sein Gehör so gut ausgeprägt, dass es Geräusche bewusst hören und verarbeiten kann. Studien belegen, dass Musik Ungeborene beruhigt – doch es muss nicht wie häufig behauptet Klassik sein. Was der Mutter gut tut, ist auch für das Baby gut. Ob das Vivaldi oder Metallica ist, liegt also ganz bei ihr. Lieder, die gesungen oder häufig angehört werden, erkennt das Baby nach der Geburt wieder.

In der 24. SSW ist ein weiterer wichtiger Meilenstein der Schwangerschaft erreicht: Kommt dein Baby jetzt als Frühchen auf die Welt, hat es gute Überlebenschancen.

Zu Beginn des siebten Monats, ab der 25. Schwangerschaftswoche wächst der Bauch zusehends schneller, denn nicht nur das Baby wird größer, auch die Fruchtwassermenge steigt. Zudem nimmt die Mutter wichtige Extra-Kilos zu, um genug Reserven für die Stillzeit zu haben. Die Gebärmutter wird immer schwerer und dehnt sich nach vorne hin aus, was sich durch ein Ziehen im Unterbauch bemerkbar machen kann. Schwimmen ist in dieser Zeit für viele Frauen eine Entlastung. In der 26. Woche ähneln die körperlichen Proportionen des Fötus immer mehr denen eines geburtsreifen Kindes. Sein Gehirn entwickelt sich jetzt rasant und es reagiert zunehmend auf die Reize der Umwelt. Gegen Ende des zweiten Trimesters, in der 27. SSW, sind seine Sinne bereits so geschärft, dass es auf Licht reagiert.

 

28. bis 31. SSW: Die Geburtsvorbereitungen beginnen

In der 28. Schwangerschaftswoche ist das Baby schon durchschnittlich 37 Zentimeter groß und wiegt um die 1.000 Gramm. In seinem eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus öffnet es die Augen, wenn es wach ist und schließt sie beim Schlafen. Ab der 29. Woche, mit dem Beginn des letzten Trimesters, drehen sich viele Babys und nehmen die Geburtsposition ein. Dies kann bei dem dritten großen Vorsorgetermin beim Gynäkologen beobachtet werden. Auch die letzte Ultraschall-Untersuchung findet um die 30. SSW statt und ermöglicht nochmal einen letzten Blick auf den Bauchbewohner, bevor er das Licht der Welt erblickt. Der Platz für ihn im Bauch wird immer knapper und auch die Mutter spürt mit den ersten Übungswehen, dass die Geburt langsam näher rückt. Jetzt wird es höchste Zeit für den Geburtsvorbereitungskurs. Der Körper der Mutter bereitet sich jedoch auch ohne ihr Zutun auf die Ankunft des Säuglings vor – spätestens in der 31. Schwangerschaftswoche beginnt ihre Brust mit der Bildung von Kolostrum. Diese Vormilch wird dem Baby nach der Geburt seine ersten wichtigen Nährstoffe liefern.

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32. bis 37. SSW: Auf der Zielgeraden

Ab der 32. Woche sollten Mütter sich so viel wie möglich ausruhen und entspannen, denn die Schwangerschaft wird immer beschwerlicher. Jede Woche nehmen sie jetzt etwa ein halbes Kilogramm zu. Mit der 33. SSW beginnt der neunte Schwangerschaftsmonat. Die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen erfolgen jetzt 14-tägig. Das Baby wandert tiefer ins Becken. Der Schleimpfropf, der bis dahin den Muttermund verschlossen hat, kann sich jetzt lösen und abgehen. In Kombination mit Wehen kann dieser Vorgang sogar auf die bevorstehende Geburt hinweisen. Bleiben die Wehen aus, ist allerdings noch Zeit. In der 34. Woche ist das Baby in der Lage, sich mit seinen schon recht langen Fingernägeln selbstständig zu kratzen. Die Nägel sind aber noch so weich, dass die Kratzer oberflächlich und unbedenklich sind. Die Endphase der Schwangerschaft lässt das Gewicht des Babys nochmal ordentlich in die Höhe schnellen – in der 35. Schwangerschaftswoche wiegt es bei einer Größe von etwa 46 Zentimetern rund 2.500 Gramm. Sein Immunsystem funktioniert schon unabhängig von der Mutter, auch wenn es noch eine Weile braucht, bis es Infektionen selbst abwehren kann. In diesem finalen Stadium der Schwangerschaft beginnt der Mutterschutz, so dass die werdende Mutter in der 36. Woche endlich mehr Zeit hat, um sich intensiv auf die Ankunft ihres Sprösslings vorzubereiten. Ab der 37. Schwangerschaftswoche wäre eine Geburt bereits termingerecht.

 

38. - 40. SSW: Es ist soweit - das Baby kommt!

In der 38. SSW ist das Kind voll ausgewachsen und bereit, jeden Moment das Licht der Welt zu erblicken. Der Countdown läuft und die werdende Mutter wartet gespannt auf die ersten körperlichen Anzeichen der einsetzenden Geburt! Haben die Wehen eingesetzt oder ist gar die Fruchtblase geplatzt, geht es endlich los. Das kann schon in der  39. Woche passieren, ist aber laut Geburtsterminberechnung für die 40. SSW vorgesehen. Das Baby wiegt zu diesem Zeitpunkt 600-mal so viel wie vor einem halben Jahr. Jetzt ist es endlich so weit: Das etwa 51 Zentimeter große Baby wird durch die einsetzenden Wehen Stück für Stück abwärts bewegt. Nach einer fast rechtwinkligen Biegung wird zuerst der Kopf geboren, dann folgt der Rest des Körpers. Zum ersten Mal atmet es Sauerstoff ein, zum ersten Mal stößt es Laute aus. Endlich kann die Mutter ihr langerwartetes Kind in den Armen halten.

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