Überlebenstipps für Eltern
Zwei Kinder unter zwei
Vielleicht dachten Sie, in einem Aufwasch ginge alles leichter. Manchmal ist das Gegenteil der Fall: Zwei Kinder unter zwei bedeuten nicht nur Glück und Lebendigkeit im Doppelpack, sondern immer wieder auch doppelte Anstrengung und doppelte Zuwendung, meist für ein Baby und ein Kleinkind.
Füttern, wickeln, tragen, trösten im Doppelpack
Vielleicht war es der Wunsch, die Familienphase abzukürzen und die Kinder in einem Aufwasch großzuziehen, vielleicht die romantische Vorstellung, dass Geschwister ähnlichen Alters so schön miteinander spielen können. Egal warum zwei Kinder unter zwei Jahren Ihren Alltag auf den Kopf stellen – spätestens wenn das vermeintlich große Kind das Baby erstmals aus der Wiege wirft, die Knirpse jede Nacht zum Tag machen, beide hohes Fieber haben und Sie zwischen dem Stillen schnell mit schreiendem Baby im Kinderwagen und dem trotzigen Eineinhalbjährigen die Einkäufe aus dem Supermarkt bugsieren, kommen die ersten Zweifel, ob es wirklich richtig war, sich all das im Doppelpack zuzumuten.
Wenn die "Große" dem Nesthäkchen die Zähne zeigt
Eigentlich fand Ruth Böhler-Scherwitz ihre einjährige Tochter anstrengend genug, als sie wieder schwanger wurde. Schon die letzten sechs Wochen dieser Schwangerschaft erlebte sie als viel belastender. Wie alle kleinen Kinder wollte natürlich auch Helena auf Mamas Arm, egal wie dick deren Bauch schon war. Anstatt mit Jubel auf ihr Geschwisterchen zu reagieren, wurde sie beim Erstbesuch im Krankenhaus erst mal krank und demonstrierte eindeutig, wie sie das alles fand: einfach zum Kotzen. Zu Hause zeigte sie ihrem kleinen Bruder des öfteren die Krallen oder ließ ihn gar ihre Zähne fühlen.
Ihre Tage teilte Ruth fortan in gute und schlechte ein: Gute waren die, da sie mehr als fünf Stunden am Stück geschlafen hatte, schlechte waren die nach unzähligen nächtlichen Unterbrechungen. Fazit nach der anstrengendsten Zeit ihres Lebens: "Nicht verzweifeln, es lohnt sich." Nach dem schlimmen ersten Jahr gibt es den Lohn für die Mühe. "Die Kleinen spielen miteinander, und es ist sehr angenehm, zwei Kinder gleichzeitig im Kindergarten zu haben." Ruths Rat an alle Eltern: "Hilfe suchen, sich entlasten lassen und dem älteren Kind Vertrauen schenken, dass es über kurz oder lang mit der Situation klar kommen wird."







