Nervtötendes Kindergejammer

7 Wege aus der Quengelfalle

Wenn Kinder etwas wollen, besitzen sie Ausdauer und Nerven wie Stahlseile. Das ununterbrochene Quengeln kann unglaublich zermürben und den Wunsch erfüllen mag man sowieso nicht. Wie Eltern es trotzdem schaffen können, standhaft zu bleiben.

Autor: Gabriele Möller
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Die Quengelfalle lauert immer und überall

Quengeln Supermarkt
Foto: © fotolia.com/ Joshhh

"Ich habe drei Kinder und werde niemals an der Kasse einen Spontankauf tätigen. Ich hatte somit noch nie ein Problem beim Einkaufen", postet eine urbia-Userin entschieden. Viele Eltern würden hier bedenkenlos unterschreiben. Jedoch quengeln Kinder bekanntlich nicht nur an der Supermarktkasse. Und so gibt es sie meistens doch - die Situationen, in denen man sagt: "Na gut, aber das ist wirklich die letzte Runde auf dem Karussell!" oder: "Okay, du darfst noch 10 Minuten aufbleiben. Dann gibst du aber Ruhe und hörst auf, mich zu löchern!"

Dass Eltern nachgeben, passiert besonders leicht, wenn es um Kleinigkeiten geht, die nicht viel Geld oder Zeit kosten. Oder wenn man im Urlaub ist, das Geld sowieso lockerer sitzt und man möchte, dass die Stimmung gut bleibt. Aber auch, wenn man einen schlechten Tag hat und der Einkauf gleich weniger schlaucht, wenn das Kind sich beim Bäcker etwas aussuchen darf (und nun den Mund zu voll hat, um weiter zu quengeln). Ob es nun um Spielzeug und Süßes, oder um längeres Fernsehen und eine weitere Vorlese-Geschichte geht: Mit den folgenden 7 Wegen schaffen Sie es, nicht in die Quengelfalle zu tappen:

1. Die Losung des Tages verkünden

Bevor es in den Supermarkt oder in die Fußgängerzone geht, können Eltern mit dem Nachwuchs eine kurze Lagebesprechung anberaumen. "Wir gehen jetzt einkaufen. Schau, ich kaufe nur, was ich hier auf meiner Liste stehen habe." Danach kann man sagen, was man vom Kind erwartet: "Ich möchte, dass du mich nicht drängst, Sachen zu kaufen, die wir nicht brauchen! Sonst muss ich dauernd Nein sagen, und wir sind beide sauer." Bevor der Fernseher eingeschaltet oder die Gutenachtgeschichte gelesen wird, kann man ankündigen: "Ich lese heute bis hierher, wo das Lesezeichen ist", oder: "Du darfst noch bis zum Ende dieser Sendung ferngucken, danach schalten wir aus!"

2. Eine Belohnung ausloben

Solche Ankündigungen allein aber werden den Quengelimpuls nicht ganz abstellen können. Um das Kind stärker zu motivieren, sich zurückzunehmen, darf man eine Belohnung ankündigen: "Wenn du es schaffst, mich nicht dauernd um Dinge zu bitten: bekommst du an der Wursttheke eine Scheibe Aufschnitt / darfst du heute die Joghurtsorten alle allein aussuchen / machen wir nach dem  Vorlesen noch eine Toberunde / gehen wir nach Deiner Sendung auf den Spielplatz." Weil gerade bei jüngeren Kindern eine Quengelattacke beinahe von selbst passiert, müssen Eltern bei den ersten Anzeichen an die Belohnung erinnern.

3. Selber machen - viel schöner als Quengeln!

Je beschäftigter ein Kind ist, desto weniger lässt es sich aus Langeweile von nutzlosen Produkten verführen. Eine besonders schöne Idee hatte dazu eine urbia-Userin: "Ich habe Bilder von unseren üblichen Einkaufssachen aus Werbeblättchen ausgeschnitten und laminiert. Damit werden meine Kinder im Supermarkt losgeschickt, um die passenden Waren zu suchen. Und an der Kasse dürfen sie 'ihre' Waren aufs Band legen. So sind sie beschäftigt und denken nicht ans Betteln." 

4. Die Attacken der Werbung abschmettern

Werbung hat die Aufgabe, den dringenden Wunsch nach Dingen zu wecken, die man vorher nie vermisst hat. Je weniger ein Kind deshalb dem ungefilterten Flush der Werbung ausgesetzt ist, desto entlastender ist dies fürs elterliche Nervenkostüm. TV-Kanäle, bei denen das Kinderprogramm mit Werbung für Spielzeug und Süßes durchmixt ist (wie SuperRTL oder Nickelodeon), sollten daher optimalerweise gar nicht erst eingeschaltet werden. Alternativen sind zum Beispiel KiKa oder ein kleiner Vorrat von DVDs mit selbst ausgesuchten Kinderfilmen aus der Stadtbücherei.

5. Klare Ansagen bremsen die Quengelflut

Viele Eltern reagieren unklar oder auch zu emotional, wenn ihr Kind etwas haben möchte. Sie vertrösten es auf später ("Vielleicht ein andermal, jetzt nicht!"), machen angestautem Ärger Luft ("Du glaubst doch nicht, dass ich dir etwas kaufe, nachdem du vorhin so frech warst!") oder drücken sich schwammig aus ("Wenn du so quengelst,  mache ich gar nichts!"). Besser ist Klartext: "Nein, das möchte ich nicht tun / kaufen." Diesen Satz kann man zur Not immer wieder freundlich, ruhig und gleichförmig wiederholen. 

6. Leise Töne lassen Kinder die Ohren spitzen

Doch Kinder haben manchmal einfach die besseren Nerven - sie halten auch eine Quengel-Endlosschleife problemlos durch.  Um jetzt nicht doch noch zu schimpfen oder gar entnervt nachzugeben, hilft ein Trick: ganz leise sprechen! Man kann halblaut sagen: "Weißt du noch, wie wir ausgemacht haben, dass du Nintendo spielen darfst, bis der Zeiger auf der Uhr unten ist?" Kinder lauschen aufmerksamer, wenn man sehr leise redet, denn sie wollen nichts verpassen - und dafür müssen sie nicht zuletzt das Quengeln unterbrechen.

7. Fragen ist erlaubt 

Nicht zu verwechseln mit nervigem Fordern ist das normale Bitten. Mütter und Väter sollten also zwischen Quengeln (leiernder, jammernder Tonfall)  und normalem Nachfragen unterscheiden: Es muss dem Nachwuchs erlaubt sein, höflich zu fragen, ob er etwas (haben) darf. Hier dürfen die Altvorderen ruhig auch mal loben, vor allem, wenn ein Kind sonst eher zum Quengeln neigt: "Ich freu' mich, dass du so lieb fragst. Fürs Schwimmbad haben wir aber erst am Wochenende Zeit, denn du weißt ja: nachher kommt Oma."

Wenn man den Wunsch erfüllen möchte

Fast alle Eltern erfüllen aber gelegentlich auch mal einen Wunsch, selbst wenn sie das nicht unbedingt geplant hatten. "Wir Erwachsenen kaufen ja auch öfter mal das, worauf wir einfach Lust haben. Wieso sollte ein Kind das nicht auch?", sagt auch eine urbia-Userin entspannt. Doch auch hier kann man vermitteln, dass der Ton die Musik macht: Auf ein Quengeln, Schreien oder Jammern hin etwas zu tun oder zu kaufen, sorgt dafür, dass ein Kind diese erfolgreiche Taktik in Zukunft erst recht anwenden wird. Daher sollte man auf einem höflichen Tonfall bestehen: "Ich mag es nicht, wenn du mich so bedrängst. Kannst du mir einfach sagen, warum dir die Sammelfiguren so gut gefallen?"

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