Kinderbetreuung

Mit der richtigen Kinderbetreuung zurück in den Beruf

So schön die ersten Wochen der völligen Symbiose zwischen Mutter (oder Vater) und Kind auch sind, eines Tages kommt der Zeitpunkt, an dem die  Rückkehr in die Arbeitswelt nicht mehr länger aufzuschieben ist. Sei es, weil der Beruf einem fehlt oder weil die finanzielle Situation einfach keine längere Auszeit zulässt. Die wichtigste Grundvoraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine angemessene Kinderbetreuung.

Kinderbetreuung
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Was in Holland, Schweden oder Frankreich längst selbstverständlich ist, muss in Deutschland erst noch geschaffen werden: ein großes Angebot an bezahlbaren Kinderbetreuungsplätzen, das es allen Eltern ermöglicht, auch mit einem Kleinkind problemlos berufstätig zu sein. Und so bemühen sich Bund und Länder bereits seit Jahren um mehr Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren. Mit der Vollendung seines ersten Lebensjahres hat heute jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege. Dabei geht es nicht nur darum, die  Bedürfnisse berufstätiger Eltern abzudecken. Auch die frühkindliche Bildung, der soziale Kontakt mit anderen Kindern und die frühe Integration in die Gesellschaft spielen beim Thema Kinderbetreuung eine wichtige Rolle. In Deutschland werden grundsätzlich zwei Arten der Kinderbetreuung unterschieden: die Kindertageseinrichtung und die Kindertagespflege. Worum es sich dabei im Einzelnen handelt und welche Kinderbetreuungskosten dabei auf Sie zukommen, erfahren Sie hier.

Kindertageseinrichtungen: Krippe, Kindergarten & Co.

Unter Kindertageseinrichtungen oder Kindertagesstätten, kurz Kitas, versteht man alle Einrichtungen, in denen Kinder ganz- oder halbtags von sozialpädagogisch geschulten Kräften in Gruppen betreut werden. Wie die Gruppen zusammengesetzt sind, hängt dabei ganz von der jeweiligen Einrichtung ab. Einige Kindertagesstätten achten auf Jahrgangsgruppen, andere ziehen das Konzept der „Großfamilie” vor und betreuen altersgemischte Gruppen von zwei bis vier Jahrgängen. Auch die Art der Kinderbetreuung variiert. So gibt es geschlossene Gruppen, in denen die Kinder alles gemeinsam machen, halboffene Gruppen, in denen die Kinder zwar eine Stammgruppe haben, aber auch andere Räume nutzen und mit anderen Kindern spielen können und ebenso offene Einrichtungen, in denen die Kinder gar nicht in Gruppen eingeteilt werden. Altersgemischte, städtische Kitas nehmen in der Regel an die 15 Kinder auf, die von zwei Erziehern und einer Kinderpflegerin betreut werden. Die Öffnungszeiten liegen meist zwischen 7:30 und 16:30 Uhr.

Die Träger der Kindertagesstätten können neben den Städten und Gemeinden auch Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Elterninitiativen sein. Letztere legen besonderen Wert auf elterliche Mitbestimmung, aber auch darauf, den elterlichen Bedürfnissen zum Beispiel mit flexibleren Öffnungszeiten entgegenzukommen. Zudem stellen sie oftmals einen bestimmten pädagogischen Ansatz in den Vordergrund, zum Beispiel eine musische Förderung oder die Lehren der Montessori-Pädagogik. Weil die Kommunen auch die konfessionellen und von Initiativen gegründeten Kitas finanziell unterstützen, sind die Kinderbetreuungskosten bei allen Trägern etwa gleich hoch. Der monatliche Beitrag, den die Eltern entrichten müssen, ist nach deren Einkommen gestaffelt. Wie hoch er im Einzelnen ausfallen kann, hängt zu einem Großteil auch vom Wohnort ab. Hinzu kommt ein Verpflegungsgeld sowie bei Kitas von Elterninitiativen (EKT) ein Vereinsbeitrag, der zwischen 30 und 80 Euro pro Monat betragen kann. Hinweis: Kinderbetreuungskosten für Kinder bis 14 Jahren lassen sich von der Steuer absetzen.

Weil Kinderbetreuung in der Hauptsache in den Händen von Städten und Gemeinden liegt, gibt es bei den Bezeichnungen der einzelnen Einrichtungsarten oft regionale Unterschiede. Grob lassen sich aber folgende Einrichtungen zusammenfassen, die alle die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder zur Aufgabe haben:

  • Kinderkrippe: Für Kinder bis einschließlich 3 Jahre. Weil die Kinder in diesem Alter viel Zuwendung brauchen, sind die Gruppen meistens kleiner.
  • Kindergarten oder auch Kindertagesstätte: Für Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt. Hier wird der Grundstein für die Bildung der Kinder gelegt. Um den verschiedenen Bedürfnissen der Eltern gerecht zu werden, gibt es Ganztags- und Halbtagskindergärten sowie verlängerte Vormittagsgruppen und Kindergärten mit Früh- und Spätdienst. Außerdem gibt es Kindergärten mit besonderen pädagogischen Ansätzen z. B. Waldorf- oder Montessori-Kindergarten.
  • Kinderhort: Hier werden schulpflichtige Kinder bis zu 14 Jahren nach der Schule betreut. Neben der Hausaufgabenbetreuung gehört auch die Förderung von Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsgefühl zum pädagogischen Konzept.
  • Krabbel- und Spielgruppen, auch bekannt als Eltern-Kind-Gruppen, Spielgruppen oder Mutter-Kind-Gruppen, sind eine gute Möglichkeit für Eltern, ihre kleinen Kinder mit Gleichaltrigen zusammenzubringen. Da es sich dabei jedoch um sporadische Treffen handelt und die Eltern stets anwesend sein müssen, ist diese Angebot im Grunde nicht als eine Form von Kinderbetreuung zu verstehen.

Neben diesen kommunal geförderten Formen der Kinderbetreuung können sich Eltern außerdem für die privatere Kindertagespflege entscheiden.

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Kindertagespflege: Tagesmutter, Kindermädchen & Co.

Viele Eltern ziehen die Kindertagespflege einer Kindertagesstätte vor, weil sie diese Art der Kinderbetreuung als persönlicher und familiärer empfinden. Zudem können Tagesmütter oder Kinderfrauen flexiblere Betreuungszeiten anbieten und das Kind auch dann noch versorgen, wenn es mal kränkelt. Der Vorteil einer Kinderfrau, eines Au-Pairs oder eines Babysitters besteht außerdem darin, dass sie das Kind bei den Eltern zu Hause betreuen. Diese wissen ihren Schützling dadurch sicher versorgt und müssen sich nicht wegen Abholzeiten unter Druck setzen. Ein Nachteil der Kindertagespflege, besonders wenn es sich um die Kinderbetreuung zu Hause handelt, ist, dass das Kind auf diese Weise weniger sozialen Kontakt zu gleichaltrigen Kindern hat. Und auch bei Urlaubs- und Krankheitstagen der Kinderfrau ist es oft nicht einfach, eine Ersatzlösung zu finden. Folgende Möglichkeiten der Kindertagespflege werden unterschieden:

  • Tagesmutter: Dabei handelt es sich um eine Privatperson, die mit einer speziellen Pflegeerlaubnis des Jugendamtes meistens bei sich zu Hause eine Gruppe von Kindern betreut. Der übliche Stundenlohn für eine Tagesmutter beträgt etwa 3 bis 7 Euro.
  • Kinderfrau: Eine Kinderfrau kann zum Beispiel auf Minijob-Basis beschäftigt werden. Sie kommt zu den Eltern nach Hause und betreut das Kind dort, was gerade für Eltern mit unvorhersehbaren Arbeitszeiten eine bequeme Lösung ist.
  • Au-Pair: Wenn ausreichend Platz zu Hause vorhanden ist, kann auch ein Au-Pair aus dem Ausland bei der Kinderbetreuung helfen. Allerdings sind so junge Menschen nicht immer für die ganztägige Kinderbetreuung geeignet, sodass ein Kita-Platz zur Ergänzung sinnvoll sein kann. Kinderbetreuungskosten fallen bei einem Au-Pair meistens nicht an, es wohnt jedoch bei den Eltern, wird dort verpflegt und erhält für gewöhnlich ein Taschengeld.
  • Babysitter: Ein Babysitter wird weniger für eine ganztägige Kinderbetreuung als vielmehr für ein paar Stunden hier und da engagiert. Was es bei der Suche nach einem Babysitter zu berücksichtigen gilt, erfahren Sie hier. Auch sogenannte  Leihomas kommen für eine stundenweise Betreuung in Frage.
  • Private Initiativen: In Großstädten werden für die Betreuung von kleinen Kindern oft private Initiativen gegründet. Diese Betreuungsmöglichkeiten werden nicht öffentlich gefördert und können deshalb teuer werden, bieten dafür aber kleinere Gruppen und flexiblere Öffnungszeiten.

Kinderbetreuung zu Hause: Gefördert durch das Kinderbetreuungsgeld

Für welche Art der Kinderbetreuung Eltern sich entscheiden, bleibt ganz ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Eltern und Kinder sich damit wohlfühlen. Wer sich gegen eine Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege entscheidet und sein Kind in den ersten Jahren selbst betreut, wird seit dem 1. August 2013 dafür vom Staat mit dem sogenannten Betreuungsgeld unterstützt. Das Kinderbetreuungsgeld beträgt aktuell 150 Euro im Monat.


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