Blick ins Dekolleté

Schöner Busen - auch nach dem Stillen

Die meisten Frauen (und ihre Männer) sind ganz begeistert von der neuen Pracht, die ihnen die Schwangerschaft ins Dekolleté zaubert. Doch nicht selten folgt nach dem Abstillen die Ernüchterung: Die Brüste sind kleiner, schlaffer oder sogar asymmetrisch. Was tun?

von Ulrike Hahnlein
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Brust Hände
Foto: © iStockphoto.com/ doram

Mit Baby verändert sich vieles - auch der Busen

Im urbia-Forum klagt Userin "an.n.": "Während meinen beiden Schwangerschaften konnte ich in den Genuss eines wohlgeformten, weiblichen Körpers kommen. Nun, 4,5 Monate nach dem Abstillen meines zweiten Kindes habe ich keine Brust, sondern Hautlappen. Ich bin so traurig..." Wie ihr geht es vielen Frauen, denn nur wenige sind mit dem Glück gesegnet, dass sich nach Schwangerschaft und Stillzeit die alte Größe, Form und Festigkeit der Brust wieder einstellt. Dass sich der Busen nach dem Babyglück verändert, ist also keine Seltenheit, sondern völlig normal. Wir gehen den Ursachen auf den Grund und geben Tipps, wie Sie mit der Talfahrt der Körbchengröße umgehen sollten.

Nicht das Stillen ist Schuld!

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Stillen führe zu einem „Hängebusen“, sorgt vielmehr schon die Schwangerschaft für eine Veränderung der Oberweite. Denn bereits in dieser Zeit bereitet sich der Körper auf das spätere Stillen vor: die Brustdrüsen wachsen, der Busen nimmt an Umfang zu, die Haut dehnt sich. Nach dem Abstillen wird, rein biologisch gesehen, der größere Brustumfang nicht mehr gebraucht, sodass sich der Busen nach und nach zurückbildet. Dieser Vorgang spielt sich prinzipiell im Körper einer jeden Schwangeren ab (mehr oder weniger stark ausgeprägt) und geschieht unabhängig vom Stillen. Ohne das Stillen wird dieser Prozess bereits nach der Geburt in Gang gesetzt, andernfalls erst nach dem Abstillen. Wie stark der Unterschied im Gegensatz zu früher ist und welche Form, Größe und Festigkeit die neue Oberweite aufweist, hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise davon, wie stark die Brust während der Schwangerschaft und Stillzeit gewachsen ist und wie die natürliche Beschaffenheit und Elastizität des Bindegewebes ist. Neben Veranlagung haben auch Alter, Ernährung und Zigarettenkonsum Einfluss darauf, wie sich die weibliche Brust nach einer Schwangerschaft oder mit zunehmendem Alter verändert. Ebenso spielen die Anzahl der Schwangerschaften und der Body-Maß-Index der jeweiligen Frau eine Rolle.

Dem „Hängebusen“ vorbeugen

Bereits während der Schwangerschaft kann man mit gesunder Ernährung und dem Tragen eines BHs dem gefürchteten „Hängebusen“ vorbeugen. Andrea Singer, von der gleichnamigen Hebammenpraxis in Oelde, empfiehlt für die Zeit nach der Geburt: „Neben den Übungen zur Bruststraffung, die in der Rückbildungsgymnastik gezeigt werden, rate ich zu kalten Duschen und Wechselduschen, um die Durchblutung des Gewebes anzuregen. Gegebenfalls können auch Massagen oder Sport das Brustgewebe festigen. Schwimmen und Rudern wären unter anderem Sportarten, bei denen eine Aktivierung der Brustmuskulatur gegeben ist, ebenso wie Übungen mit Expandern.“ Doch diese Tipps können zwar zur Verbesserung beitragen, natürlich zaubern sie aber nicht auf wundersame Weise einen Pamela-Anderson-Busen in den Ausschnitt. Hebamme Andrea Singer erklärt: „Da das Brustgewebe überwiegend aus Drüsen- und Fettgewebe besteht und hormonellen Einflüssen unterliegt, können physikalische Maßnahmen, Ernährung und Sport nur begrenzt zum Erfolg führen.“

Wenn sich Unzufriedenheit breit macht

Sind Sie unzufrieden damit, wie sich Ihre Oberweite nach Schwangerschaft und Stillzeit verändert hat, können Sie Folgendes versuchen:

  • Der Kältekick für das Dekolleté
    Hartgesottene können mit Eiswürfeln ihren Busen abkühlen, um die Durchblutung anzuregen. Wer es etwas sanfter mag, stärkt das Brustgewebe mit Wechselduschen, bestenfalls mit dem Massagestrahl des Duschkopfes.
  • Fitness für die Brust
    Eine einfache aber effektive Übung zur Stärkung des Brustmuskels: Arme auf Schulterhöhe anwinkeln und die Handflächen kräftig gegeneinander drücken. Ähnlich funktioniert eine Gymnastikübung, bei der man ein Gummiband oder alternativ ein zusammengerolltes Handtuch waagerecht auf Brusthöhe vor sich hält und dieses mit aller Kraft auseinander zieht. Außerdem empfehlenswert sind Liegestütze.
  • Massagen
    Mit Öl (zum Beispiel Olivenöl oder Massageöl) die Brust in kreisenden Bewegungen massieren, wirkt durchblutungsfördernd und macht auch dem Partner Spaß.

Diese Tipps können natürlich keine 100-prozentige Wiederherstellung der vorherigen Form und Festigkeit bewirken, vor allem in Fällen, bei denen die Schwangerschaft zu starke Spuren hinterlassen und die Elastizität zu stark nachgelassen hat. Doch mit etwas Disziplin und einer gewissen Regelmäßigkeit können diese Maßnahmen in leichteren Fällen zumindest zur Besserung beitragen.