14.08.2013 Umfrage zum Stillen: 2013

Fast alle Mütter wollen stillen

In der Frage, ob Stillen das Beste fürs Baby ist, sind sich in Deutschland 96,8 Prozent der Frauen einig. Mütter hierzulande stillen, weil sie die gesundheitlichen Vorteile für ihr Kind über alles schätzen (78 Prozent). Weitere Ergebnisse der aktuellen Lansinoh-Umfrage zum Stillen unter 1885 Frauen lesen Sie hier.

Autor: Lansinoh
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Ein Drittel der Frauen sagt: Wer nicht stillt, ist eine schlechte Mutter

Stillen Mutter Baby Still-Umfrage
Foto: © oksun70 - Fotolia.com

Für 15,7 Prozent zählt als wichtigster Beweggrund, dass Stillen eine Chance für die Beziehungs- und Bindungsgestaltung dargestellt. Nicht zu stillen würde für 29 Prozent sogar bedeuten, eine  schlechte Mutter zu sein. Das Stillen genießt demnach einen hohen Stellenwert. Allerdings befürchten viele Frauen Schwierigkeiten beim Stillen, wie folgende Zahlen verdeutlichen:

Viele Befürchtungen zu Schwierigkeiten beim Stillen

Viele Frauen sorgen sich, dass sie nicht lange genug stillen könnten (37,6 Prozent) oder gar dass ihr Baby die Brust nicht annimmt (35,8). Vor allem Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind und noch keine Stillerfahrung besitzen, befürchten, dass ihr Baby die Brust ablehnt (64 Prozent).  „Leider befürchten viele Frauen ganz unnötigerweise, ihr Baby ließe sich nicht stillen oder ihre Milch würde nicht reichen. Dass manche Frauen tatsächlich diese Erfahrung machen und ihr Kind nicht gut gedeiht, liegt fast immer an zu seltenem Anlegen zu Beginn der Stillzeit und in den ersten Wochen“, sagt Yvonne Bovermann, Hebamme und Stillberaterin aus Berlin. „Eine gute Anleitung nach der Geburt und die Unterstützung in den ersten Wochen sind daher wichtig und können fast immer die Probleme beheben und die Sorgen der Frauen verringern.“

Furcht, Stillen könnte wehtun

Für ein Viertel aller Befragten besteht die Angst, Stillen könnte wehtun. Von den schwangeren Frauen ohne bisherige Stillerfahrung sind es gar 51 Prozent die annehmen, dass Stillen weh tut. Frauen mit einer ersten Stillerfahrung geben zu etwa 33 Prozent an, Angst vor Schmerzen zu haben.

„Stillen ist ein Lern-und Gewöhnungsprozess für Mutter und Baby. Es stimmt, dass das Stillen in den ersten Tagen etwas wehtun kann. Anhaltende Schmerzen sind jedoch immer ein Warnhinweis dafür, dass etwas noch nicht richtig abläuft. Mit der Unterstützung von Hebammen oder Stillberaterinnen sollte möglichst schnell die Ursache gefunden und korrigiert werden. Danach sollten die Schmerzen schnell vergehen – wenn alles richtig läuft verursacht das Stillen keine Schmerzen“, erklärt Yvonne Bovermann.

Nur wenige mit kosmetischen Sorgen 

Übrigens, nur 8,3 Prozent äußerten die Sorge, die ihr Aussehen unter dem Stillen leiden könnte. Es zeigte sich erfreulicherweise auch, dass 32,2 Prozent keinerlei Sorgen in Bezug aufs Stillen hatten. (Bei der Frage nach Sorgen in Bezug auf das Stillen waren Mehrfach-Nennungen möglich.)

Stillen in der Öffentlichkeit: Nur für die Hälfte eine Selbstverständlichkeit

Die Meinung der Öffentlichkeit, des Partner oder des Freundeskreises wiegen schwer, besonders wenn es um das Stillen in der Öffentlichkeit geht. Immerhin die Hälfte findet es absolut natürlich. Eine Viertel aber möchte nicht in der Öffentlichkeit stillen. Obwohl Stillen das Recht jeder Mutter und gestillt zu werden das Recht jeden Babys ist, fühlen sich über die Hälfte aller Frauen nicht wohl beim Gedanken ans Stillen außerhalb der eigenen vier Wände: 32,7 Prozent nennen es unvermeidbar, 15,5 Prozent finden es regelrecht  peinlich und 5,4 Prozent sogar falsch, in der Öffentlichkeit zu stillen.

Entsprechend fällt dann auch die Meinung zum Thema staatlicher Stillförderung aus: Gefragt wurde, welcher Vorschlag der Regierung zur Förderung des Stillens die Unterstützung der Befragten finden würde: 67,1 Prozent stimmten dabei für öffentliche Stillräume in Kaufhäusern, öffentlichen Gebäuden und Behörden!

Wie lange sollte ein Baby gestillt werden?

Ein großes Thema unter stillenden und schwangeren Frauen in Deutschland ist die Stilldauer. Wie lange sollte ein Baby Ihrer Meinung nach gestillt (teilgestillt) werden?, fragten wir daher und die Antworten sahen so aus: 9,3 Prozent sagten 0-4 Monate, für 4-6 Monate sprachen sich 37,8 Prozent aus, 41,3 Prozent meinen 6-12 Monate, fast 10 Prozent plädieren dafür mehr als 12 Monate zu stillen. Nur 2 Prozent waren der Ansicht, ein Kind müsse gar nicht gestillt werden.

Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt sechs Monate ausschließlich zu stillen und darüber hinaus beikostbegleitend weiter zu stillen bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr. In Deutschland wird das ausschließliche Stillen, ohne jegliche Form von Beikost, im 1.Lebenshalbjahr empfohlen, mindestens aber bis zum Beginn des 5. Lebensmonats. Beikost sollte in den Folgemonaten unter dem Schutz des Stillens eingeführt werden. Die Beikosteinführung und das zeitgleiche Stillen sind erwiesenermaßen ein präventiv wirksamer Schutz vor Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Erfreulich, aber nicht Bedingung: Unterstützung durch den Partner

Mütter legen ganz besonders auf die Unterstützung ihres Partners Wert. Die Hälfte aller Mütter würde sich ihrem Partner verbundener fühlen, wenn er sich an der Ernährung des Babys beteiligt, z.B. durch das Füttern abgepumpter Muttermilch. Sehr zuversichtlich stimmt die Tatsache, dass sich 77 Prozent aller Mütter, die bereits gestillt haben, gemeinsam mit ihrem Partner als Dream-Team bezeichnen würden. 9 Prozent gaben an, mit der Akzeptanz ihres Partners gestillt zu haben, obwohl er froh war, als es endlich vorbei war.
In einem sind sich übrigens die Mütter aller Altersgruppen vollkommen einig: 88 Prozent sagen, ich würde das Stillen nicht aufgeben, selbst wenn mein Partner mich dabei nicht unterstützt.

Gute Noten für Hebammen und Stillberaterinnen

76 Prozent aller Mütter heute fühlen sich gut beraten und bestens informiert, wenn es ums Stillen geht. Allerdings gibt ein Viertel an, sich bei Stillproblemen allein gelassen gefühlt zu haben oder sich das Stillwissen allein angeeignet zu haben.

Mütter der heutigen Generation können zu einem Großteil nicht mehr positiv von den Stillerfahrungen ihrer Mütter lernen, da diese sie nicht gestillt haben. Diese Lücke wird in der Zwischenzeit von Hebammen und Stillberaterinnen ausgefüllt. Mit ihrer fachlichen und emotionalen Beratung leisten sie einen enorm wertvollen Beitrag für die Gesundheit unserer Gesellschaft. Sie sind es auch, die dafür sorgen, dass nicht stillende Mütter gut betreut und mit richtigen Informationen zur Säuglingsernährung ausgerüstet werden. Jede Mutter sollte daher auf die Nachsorge durch eine Hebamme Wert legen und auf ihre Unterstützung zurückgreifen können.


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