Absturz aus dem siebten Himmel

Gebrochene Herzen: Liebeskummer

Es tut so weh und fast jedem Menschen ist es schon einmal passiert: Liebeskummer. Welche Phasen durchlebt man da natürlicherweise und welche Möglichkeiten gibt es, ihn zu lindern und das gebrochene Herz wieder zu heilen?

Autor: Gabriele Möller
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Herz tut weh: Dagegen ist kein Kraut gewachsen

Frau nachdenklich 2
Foto: © panthermedia/ Lisa Vanovitch

Es tut höllisch weh und passiert fast jedem irgendwann: Liebeskummer. Gründe für das Elend gibt es viele. Vielleicht ist gerade eine langjährige Beziehung in tausend Scherben gegangen, oder der Partner hat sich schon nach kurzem gemeinsamem Tanz auf dem Regenbogen urplötzlich vom Prinzchen in ein Ekelpaket verwandelt. Auch eine heimliche Liebe ohne Aussicht auf Erfolg kann natürlich zu beträchtlichem Herzeleid führen. In den traurigen Reigen gehört natürlich auch noch der Schock, wenn man erfährt, dass der Partner fremd gegangen ist.

Eines ist bei all diesen Variationen der Schattenseite der Liebe klar: Ein echtes Heilmittel gegen den Liebeskummer gibt es nicht, kein Kräutlein ist bisher gegen ihn gewachsen. Wenn man seine Liebesbeziehung nun wirklich beenden möchte oder muss, kann man aber eine Menge tun, um möglichst ohne bleibende seelische Blessuren aus der Misere zu kommen.

Phase eins: Die Wut

"Spit it out" (spuck’ es aus) raten nicht nur amerikanische Psychologen bei allen Arten von Kummer und Schmerz. Und Recht haben sie: Was verschluckt wird, macht im wahrsten Sinne des Wortes Magenschmerzen. Wenn es also passiert ist und der Liebeskummer Sie in seinen gemeinen Krallen hält, hilft kein "So tun als ob alles in Ordnung ist", als ob Ihnen der andere am Ar... vorbeigeht. Jetzt heißt es Heulen und Zähneklappern, es darf geweint, geschrieen, geschimpft, gelästert und gehasst werden.

Lassen Sie alle Gefühle raus, das gilt vor allem für Männer, die damit oft Probleme haben. Ein reinigendes Gewitter, das ruhig eine Weile dauern kann, ist allemal besser als gallige Bitternis, die sich über Monate in Ihnen anstaut. Jammern Sie die beste Freundin/den besten Freund ungeniert voll, ziehen Sie zusammen ausgiebig über die gemeine Ratte her, die Sie hintergangen, enttäuscht oder verlassen hat. Auch Rachegelüste sind anfangs normal, es ist jedoch wichtig, sie nur in der eigenen Phantasie zu befriedigen (aber das dann ruhig ausgiebig und genüsslich).

Verklärung des Partners hilft nicht weiter

Manche Menschen ziehen es dagegen vor, den/die Verflossene(n) zu verklären, sein/ihr Verhalten zu entschuldigen und es zu rechtfertigen. Sie klagen sich selbst an, geben sich die Schuld an allem und lassen nur noch gute Haare am Ex-Partner. Sie bauen sich gar einen Altar mit Fotos und Blumen und sitzen stundenlang heulend davor. Auch dies ist eine Möglichkeit, die Trauer über eine zerbrochene Liebe zu bewältigen, die man jedoch nicht zu lange betreiben sollte. Denn insgeheim weiß man längst, dass diese Idealisierung nicht die Wahrheit ist. Es ist gesünder, wenn diese Phase bald in Wut umschlägt. Machen Sie sich klar, was der Andere Ihnen angetan hat und gestatten Sie sich, langsam aber sicher so richtig supersauer zu werden.

Phase zwei: Abstand gewinnen

Sie haben fast alles gemeinsam gemacht, Ihre Freundeskreise vermischt und sind fast nie ohne Ihren Partner ausgegangen? Dann wird es Zeit (und ein hartes Stück Arbeit), sich wieder auf die eigenen Füße zu stellen. Manche Menschen sind jetzt so in ihrem Selbstwertgefühl angeknackst, dass sie sich – vor allem nach langen Beziehungen – nicht zutrauen, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen. Aber das kann jeder und jede! Man darf jedoch nicht lange darüber nachdenken, sondern es einfach tun.

Es gibt in Ihrem Hinterkopf ganz bestimmt eine Menge von Dingen, die Sie immer schon mal machen wollten, wozu Sie bisher aber einfach zu träge (oder zu zufrieden) waren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich die Haare zu färben, endlich den Karate-Kurs zu besuchen, einen Wochenend-Trip nach Madrid zu machen, sich der Brieftaubenzucht zu widmen oder die Wohnung komplett in Himmelblau anzustreichen. Was immer Sie tun, alles ist besser als Trübsal zu blasen und Schokolade in sich reinzustopfen!

Phase drei: Fühler ausstrecken nach einer neuen Liebe

Eine neue Liebe? Das kommt natürlich anfangs ü-ber-haupt nicht in Frage. Nach einiger Zeit taucht der Gedanke jedoch ungefragt hier und da einfach auf, wird aber noch empört abgewiesen. Wiederum einige Zeit später geben Sie zu, dass Ihnen die Vorstellung gar nicht so übel gefällt. Vielleicht gibt es ja jemanden, der viel toller ist, viel besser zu Ihnen passt, als der/die Ex. Na klar! Denn wenn Sie ganz ehrlich sind, soooo doll glücklich waren Sie längst nicht mehr, als die Beziehung in die Brüche ging. Vielleicht wollten Sie das nicht sehen, aber wahr ist es meist trotzdem.

Ein anderer Mensch passt wahrscheinlich viel besser zu Ihnen – und er wartet dringend darauf, dass Sie ihn endlich aufspüren! Männer und Frauen gibt’s auf diesem Globus wie Sand am Meer. Man trifft sie überall: Im Waschsalon, in der Kneipe um die Ecke, beim Sport, im Job, im VHS-Kurs, im Urlaub, im selben Haus Tür an Tür und warum nicht auch in einer fröhlichen Zeitungsannonce? Ob eine sehr früh auf die Trennung folgende Beziehung eine Chance hat oder nicht, lässt sich übrigens schwer voraus sagen.


Wenn die Trennung zur persönlichen Katastrophe wird

In manchen Fällen kommt es vor, dass eine Trennung nicht aus eigener Kraft gemeistert wird. Wenn Sie merken, dass die Trauer auch nach einigen Wochen und Monaten nicht nachlässt, wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie dem Ex-Partner nachstellen, ihn telefonisch schikanieren oder gar körperlich anzugreifen drohen, wenn Sie sich selbst verletzen, wenn Sie Ihren Tag meistern können oder in Depressionen versinken, die Ihnen jede Lebensfreude und Kraft aussaugen: Dann brauchen Sie vorübergehend professionelle Hilfe und dürfen sich keinesfalls schämen, diese zu suchen. Werfen Sie einen Blick in die Gelben Seiten und rufen Sie bei einem Psychologen oder einer Beratungsstelle an. Schildern Sie kurz die Situation, damit Sie einen schnellen Termin und damit rasche Hilfe bekommen.

Lesetipps

Golabuk, Philip: Herzkitt. Wie man Liebeskummer überwindet. E. Kabel Verlag Hamburg (ISBN 382250327).

Mangelsdorf, Cornelia: Liebeskummer. Erste Hilfe für gebrochene Herzen. Kreuz Verlag Stuttgart (ISBN 3268002021).

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