27.01.2009 Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen

Gefahrenzone Chatroom

Die Nutzung von Chatrooms ist eine der beliebtesten Internetaktivitäten von Schulkindern und Jugendlichen. Was für Eltern oft als harmloser Plausch daherkommt, birgt allerdings viele Gefahren. Hier gibt es Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

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Sexuelle Belästigung von Kindern im Chat sehr häufig

Familie am Computer

„Wie alt bist Du?“, will „pesto“ von seiner Chatpartnerin wissen und bietet ihr gleich „cs“ (Computersex) an. „Vielleicht könntest Du mir auch ein paar nette Bildchen von Dir schicken? Oder wir treffen uns mal – Was meinst Du?“, geht es im Chatroom weiter.

So wie „pestos“ Chatpartnerin erging es bereits jedem dritten Mädchen in Deutschland: Dies belegt die neue Studie „Jugend, Information, Multimedia“ des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. „In schweren Formen der sexuellen Belästigung bekommen Kinder und Jugendliche sogar pornografische Inhalte zugeschickt, selbst Videoclips mit Vergewaltigungsszenen sind keine Seltenheit mehr“, erklärt René Rübner, Leiter der Initiative „medienbewusst.de“ an der Technischen Universität Ilmenau.

Nach Vorfällen wie diesen sitzt der Schock bei den minderjährigen Betroffenen oft tief. Häufig wissen sich Kinder durch rasches Verlassen des Chatrooms zu helfen, doch nur selten bringen sie die Geschehnisse offen zur Sprache. „Viele Eltern haben keine Vorstellung davon, welchen inneren Konflikten Kinder und Jugendliche nach sexuellen Übergriffen in Internet-Chats ausgesetzt sind.“, erklärt Rübner. „Die meisten Heranwachsenden wenden sich nach massiven Belästigungen nicht einmal an die Polizei - aus Furcht, sich selbst strafbar gemacht zu haben.“

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Bei der Prävention spielen Eltern eine wichtige Rolle. Nur neun Prozent der Kinder und Jugendlichen, die in Chatrooms sexuell belästigt wurden, reden mit ihren Eltern darüber – aus Schamgefühl, Angst vor Verständnislosigkeit oder weil sie sich vor einem Internetverbot fürchten. Stattdessen verarbeiten sie das negative Erlebnis mit anderen Chatteilnehmern.

Klare Regeln schützen

Es gibt klare Regeln, an denen sich Eltern und Kinder orientieren können. „Das Wichtigste: Kinder sollten keinesfalls gutgläubig ihre richtigen Namen oder ihre Adresse preisgeben“, warnt Rübner. Des Weiteren sollten sich Eltern darüber informieren, welche Seiten ihr Kind aufsucht, auch mal mitchatten und sich erklären lassen, wie es funktioniert. Falls Kinder von sexuellen Belästigungen berichten: nicht dramatisieren und das Chatten verbieten. Stattdessen sollten Eltern ihre Kinder dazu motivieren, mit ihnen über ungewöhnliche Vorfälle im Chat zu sprechen.

Weitere Regeln zum sicheren Chatten:

Chat-Regeln für Kinder (6-12 Jahre):

  • Chatte am Anfang nicht allein.
  • Such Dir einen kleinen Chat aus, in dem es einen Moderator gibt.
  • Geh nicht in die Chats für Erwachsene.
  • Denk Dir einen guten Spitznamen aus. Dein richtiger Name sollte ein Geheimnis bleiben.
  • Verrate niemals Deine Adresse, Telefonnummer oder Deinen Nachnamen.
  • Triff Dich niemals mit anderen Chattern.

Chat-Regeln für Jugendliche (12-19 Jahre):

  • Prüfe den Chat: Wird man beschimpft oder beleidigt? Gibt es Moderatoren?
  • Lass Dir keine Bilder schicken.
  • Triff Dich nie mit Älteren. Geh nicht allein zu einem Treffen mit Chat-Partnern.
  • Wird es Dir unangenehm, beende den Dialog und bitte den Moderator um Hilfe.
  • Wende Dich an Beschwerdestellen, wenn Du schlechte Erfahrungen in Deinem Chat gemacht hast (z.B. jugendschutz.net)

Worauf Eltern achten sollten:

  • Informieren Sie sich über sichere Kinder-Chats im Internet.
  • Chatten Sie zu Beginn gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Prüfen Sie den Lieblings-Chat Ihres Kindes.
  • Geben Sie Ihrem Kind Tipps für den Umgang mit problematischen Situationen.
  • Beschränkung Sie die Chatzeiten Ihres Kindes.
  • Wenden Sie sich an Beschwerdestellen, wenn Ihr Kind schlechte Erfahrungen in einem Chat gemacht hat (z.B. jugendschutz.net).

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