Fachbegriffe erklärt

Führung durch den Mutterpass

Im Mutterpass wimmelt es nur so von Abkürzungen und Eintragungsfeldern für verschiedenste Untersuchungen. Wir führen Sie Seite für Seite durch das kleine hellblaue Büchlein, damit in Ihrer Schwangerschaft keine Frage unbeantwortet bleibt - unterstützt von frei Hautpflege .

von Catharina Brecht und Verena Querner in Zusammenarbeit mit Dr. med. Henrike Straden
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Mutterpass Führung
Foto: © fotolia.com/ mmphoto

Der Mutterpass

Nach der ersten Vorsorgeuntersuchung erhält jede werdende Mutter von ihrem Arzt, Ärztin oder der Hebamme den - 1968 eingeführten und seither mehrfach aktualisierten - Mutterpass. In diesem Untersuchungsheft werden alle im Verlauf der Schwangerschaft und Geburt kontrollierten Daten und Befunde festgehalten, einschließlich der Untersuchungsbefunde des Neugeborenen und der Wochenbett-Kontrollbefunde der Mutter. Den Mutterpass sollten Sie immer bei sich haben. In jedem Mutterpass können zwei Schwangerschaften festgehalten werden.

Da der Mutterpass so manches für den Laien Unverständliche enthält, haben wir hier alles der Reihe nach erläutert.

Die Vorsorgeuntersuchungen

Wenn Sie ein Kind erwarten, können und sollten Sie (zulasten der gesetzlichen Krankenkasse) eine ärztliche Betreung ihrer Schwangerschaft, die Schwangerenvorsorge, in Anspruch nehmen. Art und Anzahl der Untersuchungen sind von der Vereinigung der Krankenkassen in den Mutterschaftsrichtlinien genau vorgeschrieben. Die Vorsorgetermine können bei Ihrem Frauenarzt oder einer Hebamme wahrnehmen.

Die Mutterschaftsrichtlinien sehen bis zur 32. Schwangerschaftswoche Untersuchungen im Abstand von vier Wochen vor, danach alle zwei Wochen. Im Falle einer Übertragung werden Ihr Frauenarzt, Ihre Hebamme oder ggf. auch die Ärzte der von ihnen gewählten Entbindungseinrichtung Sie alle zwei Tage untersuchen wollen. Sollten Sie sich zwischen den Terminen unwohl fühlen, oder konkrete Beschwerden wie anhaltende Krämpfe im Unterleib, Blutungen oder Schwindelanfälle haben, zögern Sie bitte nicht, den Arzt auch spontan aufzusuchen, so dass die Ursachen für Ihre Sorgen geklärt werden können.

Blutuntersuchungen

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht bzw. Erläuterungen zu den einzelnen im Mutterpass festgehaltenen Untersuchungen. Sie sollen Ihnen helfen, den Verlauf der Schwangerschaft bzw. der einzelnen Vorsorgeuntersuchungen mitverfolgen und beurteilen zu können. Zunächst geht es um die Untersuchungen aus dem Blut (Serologische Untersuchungen). Sie werden in Pflicht- und Zusatzuntersuchungen unterteilt.

Pflichtuntersuchungen

Im Rahmen der ersten Untersuchung bereitet der Arzt einige Laboruntersuchungen vor. Ein Teil dieser Untersuchungen sind in den Mutterschaftsrichtlinien für die Schwangere vorgeschrieben. Dies sind:

Blutgruppe/Rhesusfaktor
Bestimmung der Blutgruppe (A, B, AB oder Null) und des Rhesusfaktors (Vorhanden = Rh positiv oder nicht vorhanden = Rh negativ). Falls Sie keinen schriftlichen Nachweis über Ihre Blutgruppe haben (z.B. in einem Notfallausweis oder von früheren Blutspenden), wird Ihre Blutgruppe nun bestimmt.

Antikörpersuchtest
Gleichzeitig wird ein Suchtest auf Antikörper durchgeführt. Allerdings haben nur wenige Antikörper, z.B. Rhesusantikörper, Bedeutung für die Schwangerschaft. Eine Kontrolle des Antikörpersuchtests wird immer zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche erfolgen.

Röteln-HAH-Test
Der Röteln-HAH-Test zeigt, ob die Schwangere immun gegen den Röteln-Virus ist, d.h. ob sie die entsprechenden Abwehrstoffe gegen eine Rötelninfektion besitzt. Antikörper haben Sie entweder durch eine frühere Rötelnimpfung oder eine frühere Rötelninfektion. Der Rötelntest ist immer wichtig, es sei denn, aus einem früheren Test geht eindeutig hervor, dass sie Röteln bereits hatten. Der Test wird so früh wie möglich durchgeführt, da die Gefahr einer Erkrankung und die damit verbundenen Probleme für den Embryo in den ersten drei Monaten am höchsten ist. Im Falle eines negativen Testergebnisses sollten Sie vermeiden, mit infizierten Personen in Kontakt zu kommen.

Lues-Such-Reaktion
Lues (=Syphilis)-Such-Reaktion (LSR), ein Test zum Ausschluss einer Syphilisinfektion. Diese Geschlechtskrankheit, die heute sehr selten ist, kann in der Schwangerschaft behandelt werden.

Hb-Wert/Eisenmangel
Ihr Frauenarzt wird auch den Hb-Wert, die Konzentration von Hämoglobin, dem sauerstofftragenden, eisenhaltigen Stoff im Blut, bestimmen. Der ´Volksmund´ meint mit dem Eisenwert den Hb-Wert.Da das Blut bei Schwangeren durch die Flüssigkeitszunahme verdünnt wird, ist ein gewisses Absinken des Hb´s normal. Sollte der Hb-Wert aber stark sinken, wird Ihr Arzt Ihnen Eisenpräparate verschreiben und ggfs. weiterführende Blutuntersuchungen veranlassen. Der Hb-Wert ändert sich im Verlauf der Schwangerschaft und wird daher regelmäßig kontrolliert und im Gravidogramm (s.u.) vermerkt.

Hepatitis B
Die Untersuchung auf Hepatitis B (die Bestimmung des HbsAg) ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben, wird aber erst später (ca. 32. bis 36. Schwangerschaftswoche) durchgeführt, um vor der Geburt eine möglichst aktuelle Information zu haben. Falls Sie das HbsAg tragen, wird Ihr Kind direkt nach der Geburt gegen Hepatitis geimpft. Heute werden Impfungen gegen Hepatitis B im Rahmen der Säuglingschutzimpfungen empfohlen.

Clamydieninfektion
Neben diesen Blutuntersuchungen ist auch ein Abstrich auf eine Chlamydieninfektion (bakterielle Infektion) der Geburtswege gesetzlich verankert. Da die Infektion der Mutter keine Beschwerden verursacht, bei der Geburt jedoch auf das Neugeborene übertragen werden kann, muss sie in der Schwangerschaft behandelt werden.

Zusatzuntersuchungen

Die nun folgenden Untersuchungen sind keine vorgeschriebenen Pflichtuntersuchungen. Sollte jedoch ein entsprechender Verdacht bestehen, kann und wird Ihr Arzt diese Untersuchungen veranlassen. Ggfs. müssen Sie mit ihm die Kostenübernahme für Tests, die auf ihren Wunsch durchgeführt werden sollen, ansprechen.

Aids-Test
Ein Aids Test (HIV-Test) kann auf Wunsch durchgeführt werden, wobei das Ergebnis nicht im Mutterpass festgehalten wird, nur die Tatsache, dass ein Test gemacht wurde.

Toxoplasmose
Eine Untersuchung auf Toxoplasmose gehört auch in die Gruppe der zusätzlichen Untersuchungen. Toxoplasmen sind Parasiten, die durch den Kot insbesondere junger Katzen oder den Genuss rohen Fleisches übertragen werden. Nur die erstmalige Infektion einer Schwangeren kann hierbei dem Kind gefährlich werden.

Infektionskrankheiten

Bei Kontakt mit anderen Infektionserkrankungen, z.B. Windpocken oder Ringelröteln, wird der Arzt weitere Untersuchungen in Erwägung ziehen. Ebenso erfordern Erkrankungen in der Schwangerschaft, etwa auftretende Nieren- oder Leberprobleme, entsprechende Testungen.

Pap-Test
Auch ein Krebsfrüherkennungstest (Pap-Test) wird im Bedarfsfall von Ihrem betreuenden Arzt angeordnet werden.

Vorangegangene Schwangerschaften

Angaben darüber, wie frühere Schwangerschaften verlaufen sind, geben den Ärzten Hinweise zur Beurteilung der aktuellen Schwangerschaft, den möglichen Verlauf der Geburt oder eventuelle Risiken: Fehlgeburt(Abort), Abbruch (Abruptio), Spontangeburt, Kaiserschnitt (Sectio), Vaginale Operation (z.B. Zangen- oder Saugglockengeburt), Tragzeit (wurde das Kind zu früh oder pünktlich geboren oder übertragen).

Ebenso wichtig ist es, wirklich alle vorangegangenen Schwangerschaften (Gravida) zu erfassen, wobei vorzeitig beendete Schwangerschaften (z.B. durch Abtreibung oder Fehlgeburt) auch berücksichtigt werden müssen.

Falls Sie aus persönlichen Gründen nicht möchten, dass diese Informationen im Mutterpass eingetragen werden, sollten Sie das bei Ihrem Arzt ansprechen.

Die Anamnese

Im Rahmen der Anamnese erfasst der Arzt Ihre bisherige Krankengeschichte. Eventuell werden zusätzlich wichtige Krankheitsdaten nahe stehender Familienmitglieder erfasst, sowie sonstige besondere Belastungen, die den Verlauf Ihrer Schwangerschaft beeinflussen können. Im sog. Katalog A werden im Mutterpass z. B. Vielgebärende (mehr als 4 Kinder), erste Schwangerschaft unter 18 oder über 35 Jahren, vorangegangene Fehl- oder Frühgeburten, Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen, Rhesus-Unverträglichkeit beim Ungeborenen, Blutungen in der Schwangerschaft, schlechte soziale Verhältnisse, belastendes Arbeitsumfeld sowie frühere Unterleibsoperationen als belastende Umstände aufgeführt. Sollten Sie nach diesem Katalog einer Risikogruppe zugeordnet werden, heißt das zunächst nur, dass Ihr Arzt nun engmaschigere Vorsorgen oder Zusatzuntersuchungen durchführen kann. Bei einer ansonsten problemlos verlaufenden Schwangerschaft muss das jedoch nicht der Fall sein.

Außerdem wird Ihr Arzt Sie über sinnvolle Verhaltensweisen in der Schwangerschaft beraten. Bereiche wie Ernährung, Medikamente, Genussmittel, der Arbeitsplatz, Sport und Reisen sollten angesprochen werden. Wenn Sie eine bestimmte Diät einhalten (z.B. als Vegetarierin), sollten Sie dies ebenfalls unbedingt besprechen. Beraten kann der Arzt Sie auch in Bezug auf die Geburtsvorbereitung und die Schwangerschaftsgymnastik.

Die Geburtsterminbestimmung

Schon bei Ihrem ersten Besuch wird der Arzt Ihnen sagen können, wann ungefähr der "erste Geburtstag" Ihres Kindes sein wird. Hierfür benötigt er von Ihnen das Datum des ersten Tages Ihrer letzten Menstruation. Allerdings kommen nur sehr wenige Kinder exakt am errechneten Termin auf die Welt. Dies hängt u. a. mit dem individuellen Zyklus jeder Frau zusammen, der zwischen 25 und 32 Tagen schwanken kann. Zur Berrechnung des Geburtstermins wird ein gleich bleibender Zyklus von 28 Tagen, und eine Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen unterstellt. Zu einem späteren Zeitpunkt kann der Arzt den Termin eventuell aufgrund des Schwangerschaftsverlaufes oder der Ergebnisse der Ulraschalluntersuchungen korrigieren.

Hier können Sie den Geburtstermin Ihres Kindes selbst ausrechnen: Geburtsterminrechner.

Das Gravidogramm - 1. Teil

Bei jedem weiteren Vorsorgetermin trägt der Arzt alle Ergebnisse im Gravidogramm ein. Zu jedem Termin wird hierbei eine Zeile dieser Tabelle ausgefüllt. Die dort vermerkten Informationen erläutern wir hier der Reihe nach.

Neben dem Datum der Untersuchung trägt der Arzt den Zeitpunkt der Schwangerschaft ein, z.B. 16 + 4, also der 4. Tag der 17. Schwangerschaftswoche.

  • Fundusstand
    Dann trägt er den Fundusstand ein, d.h. auf welcher Höhe, gemessen am Schambeinknochen (Symphyse=S), am Nabel (N), oder am Rippenbogen (Rb), mit einem Querfinger als Maßeinheit, befindet sich die Gebärmutter. Zu Beginn der Schwangerschaft z.B. bei S+4 Querfinger (QF), dann N+2 QF und noch später Rb-2 QF.
  • Kindslage
    Daneben wird die Lage des Kindes beschrieben, was vor allem gegen Ende der Schwangerschaft in Hinblick auf die Geburt von Bedeutung ist (Beckenendlage=BEL, Schädellage=SL, Querlage=QL).
  • Herztöne
    Die Herztöne werden vermerkt. Entweder werden Sie per Stethoskop abgehört oder die sichtbare Aktivität des Herzens auf dem Ultraschall gibt Sicherheit.
  • Kindsbewegungen
    Ebenso werden die Kindsbewegungen festgehalten. Sie spüren erste Bewegungen Ihres Kindes ungefähr zwischen der 18. und der 20. Woche.
  • Ödeme/Krampfadern
    In den nächsten beiden Spalten werden möglicherweise auftretende Ödeme, also verstärkte Wasseransammlungen im Gewebe, festgehalten sowie das Auftreten von Krampfadern.
  • Gewichtskontrolle
    Auch die Gewichtskontrolle im Verlauf der Schwangerschaft ist wichtig, da auch sie Aufschluss über das Befinden der Mutter und damit auch über das des Kindes gibt. Während bei Untergewicht die optimale Versorgung des Kindes mit den zur Entwicklung nötigen Nährstoffen mitunter nicht ausreichen kann, besteht bei Übergewicht die Gefahr von Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt. Die normale Gewichtszunahme sollte zwischen 10 und 12 kg liegen. Bei Untergewicht vor der Schwangerschaft etwas mehr, bei vorherigem Übergewicht ggfs. auch weniger. Die Gewichtszunahme, die in den ersten vier Monaten nur gering ausfällt (2-3 kg), wird danach -möglichst gleichmäßig - stetig ansteigen. Wichtig ist in jedem Fall eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
  • Blutddruck
    Die Messung des Blutdrucks dient vor allem der Erkennung von zu hohem Blutdruck - in der Regel liegt Ihr Blutdruck in der Schwangerschaft etwas höher als Ihr normales Messergebnis. Abweichungen vom "normalen Druck" nach oben oder unten finden Beachtung und müssen nötigenfalls behandelt werden.
  • Hb-Wert
    Anhand eines Blutbildes wird die Eisenversorgung der Mutter (Hb/Ery) regelmäßig überprüft (s.o. Blutuntersuchungen).
  • Urinuntersuchung
    mithilfe der Urinuntersuchung gewinnt der Arzt zahlreiche Informationen über den Zustand der Schwangeren und besonders ihrer Harnwege. Mittels der Bestimmung der Werte von Albumin, Glukose, Leukozyten und Nitriten können Entzündungen, bzw. Veränderungen der Nierenfunktion, das Risiko von Diabetes sowie Harnwegsinfekte frühzeitig erkannt werden. Sollten Sie Hinweise für eine Harnwegsinfektion haben (Z.B. Brennen beim Wasserlassen), teilen Sie dies Ihrem Arzt mit.
  • Vaginale Untersuchung
    Bei einer vaginalen Untersuchung wird der Zustand des Muttermundes (die Öffnung der Gebärmutter) und der Cervix (Länge, Festigkeit und Stand des Gebärmutterhalses) festgestellt. Darüberhinaus wird das Scheidensekret auf seinen Säuregehalt (ph-Wert) und unter dem Mikroskop auf Bakterien untersucht.
    Beides ist wichtig für die Beurteilung einer Frühgeburtsneigung.
  • Risikoschwangerschaft
    Ebenfalls im Rahmen des Gravidogramms wird der Arzt besondere physische und psychische Belastungen oder andere Besonderheiten laut Katalog B des Mutterpasses vermerken, die die Einstufung als Risikoschwangerschaft notwendig machen (z.B. eine Plazentainsuffizienz).

Das Gravidogramm - 2. Teil

Desweiteren kann der Arzt im Verlauf der Schwangerschaft bei entsprechender Indikation weitere Untersuchungen anordnen, die in der letzten Spalte des Gravidogramms vermerkt werden:

Chorionzottenbiopsie
Die Chorionzottenbiopsie oder Villozentese ist ein Test, der schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt (10. bis 12. Woche) Auskunft über mögliche Chromosomenschäden des Ungeborenen geben kann. Entweder durch den Bauch oder die Scheide entnimmt der Arzt hierfür Gewebe vom Mutterkuchen. Nach wenigen Tagen schon liegt das Ergebnis vor. welches allerdings eine höhere Unsicherheit als das der Amniozentese beinhaltet. Die Durchführung des Tests ist auch riskanter als die Amniozentese.

Amniozentese
Sicherer und weniger riskant als die Chorionzottenbiopsie ist die Amniozentese, eine Fruchtwasserdiagnostik, die zwischen der 14. und der 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Sie gibt Auskunft über mögliche Missbildungen des Ungeborenen (also bestimmte genetische Defekte), insbesondere weist sie auf das Down-Syndrom (Mongolismus) hin. Wichtig zu wissen, dass jede Schwangere abhängig von Alter und Vorgeschichte ein individuelles Risiko für Chromosomenschäden ihres Ungeborenen hat. Dieses Risiko sollte dem der Amniozentese gegenübergestellt werden.
Bei Frauen, die bereits ein Kind mit Chromosomenschäden haben oder die über 35 Jahre alt sind, kann eine Amniozentese in Betracht gezogen werden. Die Wartezeit auf die Ergebnisse der Untersuchung beträgt zwei bis drei Wochen, was für jede werdende Mutter eine große psychische Belastung darstellt. Neuerdings gibt es einen speziellen Test (FISH-Test), der nach ein bis zwei Tagen ein vorläufiges Ergebnis bringt und bei besonderem Verdacht eingesetzt wird.

Alpha-Feto-Proteine
Die Bestimmung des Alpha-Fetoprotein-Spiegels, eine Hormonbestimmung, dient ebenfalls der Erkennung von Missbildungen des Ungeborenen. Ein zu hoher Wert könnte Anzeichen für eine Spaltbildung der Wirbelsäule (Spina bifida) sein. Ein zu niedriger Wert könnte ein möglicher Hinweis auf das Down Syndrom (Mongolismus) sein. Bei Abweichungen nach unten oder oben wird der Arzt weitere Untersuchungsmöglichkeiten mit Ihnen besprechen.

Triple-Diagnostik
Mit der Triple-Diagnostik werden zwei weitere Hormone erfasst. Aus diesen Werten, aus dem Alter der Mutter und dem genauen Schwangerschaftsalter errechnet ein Computer das individuelle Risiko der Schwangeren, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen. Es handelt sich hierbei nur um einen statistischen Wert! Der Test ist allerdings eine gute Entscheidungshilfe beim Abwägen der Chancen und Risiken einer Amniozentese.

Amnioskopie
Die Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung) kann gegen Ende der Schwangerschaft, sofern der Muttermund schon leicht geöffnet ist, angewandt werden. Hierbei gibt die mögliche Verfärbung des Fruchtwassers Auskunft über vorausgegangenen Stress des Kindes. Hilfreich ist diese Untersuchungsmethode vor allem bei Überschreitung des errechneten Entbindungstermins.

Krankenhausaufenthalt

Stationäre Krankenhausaufenthalte während der Schwangerschaft, Diagnose und durchgeführte Therapie werden hier festgehalten.

 

Die Ultraschalluntersuchung (Screening)

Für die Schwangerenvorsorge sind in den Mutterschaftsrichtlinien drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Besonders aufregende Momente für die Eltern, da sie ihr Kind sehen können - wie es sich bewegt, vielleicht sogar am Daumen lutscht und wie schnell es von Mal zu Mal wächst. Die Organstruktur des Fötus wird sichtbar. Der Arzt kontrolliert die Herzaktivität des Kindes, seine Lage in der Gebärmutter und - anhand der Wachstumsmessungen - die zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen. Gemessen werden können:

  • die Scheitel-Steiß-Länge (SSL)
  • der Fruchtsack (FS)
  • von Schläfe zu Schläfe (BPD biparietaler Kopfdurchmesser)
  • von Stirn zu Hinterkopf (FOD frontoocczipital)
  • der Kopfumfang (KU)
  • von Bauchseite zu Bauchseite (ATD Abdomentransversal)
  • von Nabel zu Rückgrat (APD AnteriorPosterior)
  • der Bauchumfang (AU Abdomenumfang)
  • der Oberschenkelknochen (FL Femurlänge) und
  • der Oberarmknochen (HL Humeruslänge)

Die Ergebnisse können in die dafür vorgesehenen Normkurven eingetragen werden. Außerdem kontrolliert der Arzt die Fruchtwassermenge und den Sitz der Plazenta.

Das erste "Screening" findet in der 9. - 12., das zweite in der 19. - 22. und das dritte in der 29. - 32. Schwangerschaftswoche statt.
Bei der ersten Ultraschalluntersuchung können Mehrlinge erkannt werden, und ob die Schwangerschaft in der Gebärmutter eingenistet ist, oder aber eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft vorliegt. Es wird überprüft, ob die Schwangerschaft "intakt ist" - ob das Herz des Kindes schlägt! Die zweite Ultraschalluntersuchung macht insbesondere Fehlbildungen des Ungeborenen sichtbar.
Die allgemeine Weiterentwicklung des Kindes, im Wesentlichen ob das Wachstum des Kindes zeitgerecht ist, zeigt die dritte Untersuchung.
Bei besonderer Fragestellung oder Risiko werden weitere Ultraschallkontrollen durchgeführt. Ultraschalluntersuchungen stellen keine Gesundheitsgefährdung für Mutter und Kind dar!!

Die Cardio-Tokographie (CTG)

Ab der 30. Woche gehört zur Vorsorgeroutine üblicherweise auch die Cardio-Tokographie (CTG), die Aufzeichnung mit dem Herzton-Wehenschreiber. Über einen Zeitraum von etwa einer halben Stunde werden die kindliche Herzfrequenz und die Wehentätigkeit der Mutter aufgezeichnet. Bringen Sie also ab jetzt etwas mehr Zeit für die Untersuchungen mit. Bei Verdacht auf vorzeitige Wehentätigkeit oder auf schlechte Versorgung des Kindes (z.B. durch eine Plazentainsuffizienz) kann der Arzt rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen. Beim CTG während der Geburt erhält man Hinweise, wie das Kind den Verlauf der Geburt - insbesondere die Wehen - verkraftet.

Die Dopplersonographie

Bei Bedarf, z.B. wenn die Größenentwicklung des Kindes verzögert ist, kann der Arzt eine Dopplersonographie anordnen. Mithilfe eines speziellen Ultraschallgerätes werden dabei die Strömungen des Blutes dargestellt. So lassen sich Durchblutungsmängel des Kindes (in der Nabelschnur oder der Aorta) ebenso festgestellen, wie Durchblutungsstörungen in den Gebärmuttergefäßen.

Abschlussuntersuchung/Epikrise

Der Mutterpass schließt ab mit der Abschlussuntersuchung/Epikrise, bei der zusammengefasste Informationen über die Schwangerschaft, die Geburt, das Wochenbett und die frauenärztliche Untersuchung acht Wochen nach der Geburt festgehalten werden.

Eine Minute, fünf und zehn Minuten nach der Geburt wird eine sog. Apgar-Zahl ermittelt, eine Beurteilung der Lebensfunktionen des Kindes nach einfachen Parametern wie Atmung, Puls, Bewegung, Hautfärbung und Muskeltonus. Bedenken Sie, auch wenn Ihr Kind nicht die volle "Punktzahl" erhält, kann es später ein Genie werden! Es handelt sich hierbei nicht (wie vielleicht von manchen Müttern angenommen) um die Vergabe eines "Gütesiegels". Erklärungsbedürftig ist auch der ph-Wert der Nabelarterie. Er gibt Auskunft über die Stressbelastung des Kindes unter der Geburt.