Babys Entwicklung in 40 Wochen

Schwangerschaftskalender

Unser Schwangerschaftskalender begleitet werdende Mütter durch neun spannende Monate und informiert in jeder der 40 Schwangerschaftswochen über die Entwicklung des Babys im Bauch.

Autor: Catharina Brecht und Verena Querner in Zusammenarbeit mit Dr. Henrike Straden
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In diesem Artikel:

Schwangerschaftskalender: Was passiert in 40 Schwangerschaftswochen?

Schwangere glücklich
Foto: © fotolia.com/Beznika

Es gibt nur wenige Lebensphasen, die so faszinierend sind, wie die 40 Schwangerschaftswochen. Wird eine Frau schwanger, beginnt mit der Vereinigung zweier winziger Zellen ein großes Wunder - die Entwicklung eines Babys im Mutterleib. Um Sie während Ihrer Schwangerschaft mit Informationen über die Entwicklung Ihres Babys im Bauch zu versorgen, haben wir die spannenden Ereignisse wochenweise zusammengefasst. Wichtig: Alle Größen- und Gewichtsangaben in unserem Schwangerschaftskalender sind nur ungefähre Richtwerte, die tatsächlichen Wachstumsschritte eines jeden Kindes weichen meist von diesen Werten ab.

Schwangerschafts-Newsletter: Die Entwicklung im Babybauch

Ausführliche Informationen zu den neun Monaten oder 40 Wochen Ihrer Schwangerschaft und über die Entwicklung Ihres Babys im Bauch können Sie auch ganz bequem und kostenlos via Schwangerschafts-Newsletter von uns bekommen: Hier gibt es Post aus dem Babybauch!

1. SSW - Den Geburtstermin berechnen

In dieser ersten Woche des Schwangerschaftskalenders, beginnend mit dem ersten Tag der letzten Regel, sind Sie noch gar nicht schwanger! Sie dient allein der rechnerischen Bestimmung des Geburtstermins. Wir zählen nämlich 40 Wochen in der Schwangerschaft, Startpunkt ist der erste Tag Ihrer letzten Regel.

Und so bestimmen Sie den Geburtstag Ihres Kindes nach der gebräuchlichen so genannten Naegele-Regel:

  • Schreiben Sie das Datum des ersten Tages der letzten Regel auf.

    Also zum Beispiel: 7.6.

  • Addieren Sie zu den Tagen die Zahl 7: 7 + 7 = 14
  • Ziehen Sie von den Monaten die Zahl 3 ab: 6 - 3 = 3

Ihr Kind kommt in diesem Beispiel demnach voraussichtlich am 14. März des folgenden Jahres zur Welt. Doch Vorsicht: Tatsächlich wird nur ein geringer Prozentsatz der Kinder an Ihrem errechneten Termin geboren. Schwankungen von bis zu zwei Wochen sind durchaus üblich.

Die Rechnung ist Ihnen zu kompliziert? Unser Geburtsterminterminrechner hilft Ihnen weiter!

2. SSW - Eisprung und Befruchtung

Ein ganz besonderer Moment in Ihrem Bauch: Der Eisprung findet statt. In den nachfolgenden Stunden ist die Chance einer Befruchtung optimal. Die Befruchtung kann aber auch noch 24 Stunden nach dem Eisprung erfolgen. Wenn der männliche Samen auf die Eizelle trifft und beide miteinander verschmelzen, entsteht die erste Zelle Ihres Babys: die Zygote. Sie enthält bereits alle Anlagen Ihres Kindes: die Augenfarbe, die Länge der Nase, die Größe der Füße und das Geschlecht!

Das Geschlecht des Kindes wird ausschließlich vom Mann bestimmt. Seine Samenzellen sind Träger des X-Chromosoms (dann wird es ein Mädchen) oder des Y-Chromosoms (es wird ein Junge). Die männlichen Samenzellen gelten als schneller, aber auch als empfindlicher als die weiblichen. Das heißt, sie haben eine geringere Lebensdauer, während die weiblichen Samenzellen bis zu drei Tage überleben können.


3. SSW - Die befruchtete Eizelle wandert in die Gebärmutter

In dieser Woche wandert die befruchtete Eizelle, unterstützt von den Fimbrien - das sind feine, fransige Gebilde auf der Schleimhaut des Eileiters - durch den Eileiter zur Gebärmutter. Auf dem Weg dorthin teilt sie sich weiter und bildet eine kugelige Ansammlung von Zellen, die Morula. Schon hier auf diesem Weg beginnt der Prozess der Organentwicklung, der bis zur 14. Schwangerschaftswoche andauern wird. Auch einige Eigenschaften Ihres Kindes stehen schon jetzt fest, zum Beispiel das Geschlecht, die Augenfarbe und die Haarfarbe. In der Gebärmutter angekommen - der kugelige Zellhaufen wird nun Blastozyste oder Blastula genannt - nistet sie sich nach etwa zwei bis drei Tagen in die Schleimhaut der Gebärmutter ein. Es ist etwa der siebte Tag nach der Befruchtung.

Hier finden Sie erste Tipps zur Ernährung in der Schwangerschaft

4. SSW - Einnistungsblutung möglich

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Wann genau eine Schwangerschaft beginnt, ist immer wieder umstritten. Manche Experten sprechen erst dann von einer Schwangerschaft, wenn die Einnistung in die Gebärmutter stattgefunden hat. Daher sind Sie nun auch für diesen Teil der Fachwelt tatsächlich und richtig schwanger.

In der Gebärmutterschleimhaut eingenistet, beginnt sich die Blastozyste zu entwickeln und zu differenzieren:

  • in den Embryoblast, aus dem das Kind entsteht, und
  • in den Trophoblast, aus dem später vor allem die Plazenta (Mutterkuchen) hervorgeht.

Manche Frauen berichten von einem leichten Ziehen oder sogar von einer minimalen Blutung zur Zeit der Einnistung. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass Sie nichts davon gespürt haben und dass Sie noch keine Ahnung von dem Wunder haben, das sich in Ihrem Bauch vollzieht. Denn rein gar nichts deutet zunächst auf eine Schwangerschaft hin, obwohl im Inneren Ihres Körpers der Organismus bereits auf Hochtourenarbeitet, um Sie für die kommenden neun Monate "fit" zu machen. Wenn Sie zum Beispiel eine Temperaturkurve geführt haben, werden Sie vielleicht nun am Ende der vierten Woche (gerechnet seit dem ersten Tag Ihrer letzten Periode) feststellen, dass die Temperatur bei den Messungen oben bleibt. Das ist bereits ein erster Hinweis auf eine mögliche Schwangerschaft.

Viele Frauen halten es vor lauter Spannung nicht mehr aus und greifen schon gegen Ende der 4. Schwangerschaftswoche zu einem Schwangerschafts-Frühtest, der schon auf sehr kleine Mengen HCG reagiert. Da dessen Fehlerquote aber relativ hoch ist, empfiehlt es sich, im Zweifelsfall lieber noch ein paar Tage länger zu warten, um nicht unnötig enttäuscht zu werden.

 

5. SSW - Erste Anzeichen der Schwangerschaft

Eine Meisterleistung ist vollbracht: Am Ende dieser Woche wird der  Embryo bereits ein Herz haben, das schlägt! Bis Sie selbst den winzigen Herzschlag bestaunen können, müssen Sie sich allerdings noch ein bisschen gedulden. Im Ultraschall ist der Herzschlag frühestens in der sechsten Woche zu sehen, manchmal dauert es bis zur achten Woche. Etwa zwei bis vier Millimeter misst Ihr Baby jetzt.

Wenn Sie einen regelmäßigen und durchschnittlich langen Zyklus haben, bleibt jetzt Ihre  Monatsblutung aus und Sie spüren erstmals deutlich, dass da etwas anders ist. Falls Sie einen Schwangerschaftstest machen, wird dieser nun positiv. Ein ganz besonderer Moment! Ist dies der Fall, werden Sie nun sicher bald einen Termin bei Ihrer Gynäkologin oder dem Gynäkologen vereinbaren. Es schadet aber auch nicht, damit noch bis zur achten oder neunten Woche zu warten. Denn dann kann die Ärztin alles noch besser sehen. Die erste Vorsorgeuntersuchung dient vor allem dazu festzustellen, wie alt die Schwangerschaft ist (und den Geburtstermin zu berechnen), ob der Embryo in der Gebärmutter sitzt und ob eine oder gar mehrere Fruchtanlagen (Zwillinge) vorhanden sind. Außerdem wird eine Anamnese (Krankengeschichte) erhoben, um herauszufinden, ob bei Ihnen Schwangerschaftsrisiken bestehen. Natürlich dürfen Sie den Arztbesuch auch dazu nutzen, einige der vielen Fragen zu stellen, die Ihnen nun durch den Kopf schwirren.

Medikamente sollten Sie ab jetzt auch nur noch nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen. Rücksprache erfordern auch Impfungen oder Röntgenaufnahmen.

Den Konsum von Alkohol und Zigaretten (und natürlich von sonstigen Drogen) sollten Sie für die nächsten Monate und die Zeit nach der Geburt (falls Sie vorhaben zu stillen) möglichst einstellen. Sie würden dem ungeborenen Kind schaden.

6. SSW - Zeit für erste Schwangerschaftsbeschwerden

Ihr Baby ist jetzt ungefähr sechs Millimeter groß und hat das Aussehen einer kleinen Bohne. Sein Wachstum ist rasant: Innerhalb einer Woche verdoppelt es seine Größe. Wesentliche Organe entwickeln sich bereits: Das Herz schlägt (ist aber auf dem Ultraschall nicht unbedingt schon zu sehen), Leber, Magen, Darm und Eingeweide formen sich, der Grundstein für das Gehirn wird gelegt, das Rückenmark ist vorhanden. Und: Arme und Beine zeigen sich als feine Gliederknospen!

Die geradezu atemberaubende Entwicklung Ihres Kindes begleiten Sie womöglich mit Übelkeit und Erschöpfung, bedingt durch die hormonelle Umstellung, die Ihr Körper durchmacht. Vor allem am Morgen kann Ihnen schlecht werden, eventuell müssen Sie sich auch übergeben. Ist Ihr Appetit verschwunden? Leiden Sie unter Verstopfung? Auch das können normale Begleiterscheinungen der ersten Monate Ihrer Schwangerschaft sein. Energielos schleppen Sie sich durch den Tag, denken vielleicht nach dem Aufstehen schon wieder sehnsüchtig ans Hinlegen.

Auch Schlafstörungen können auftreten und zu allem Überfluss plagen Sie womöglich Zweifel, ob Sie der neuen Situation gewachsen sind, ja, ob Sie das alles überhaupt wollen. Nicht zu Unrecht wird die erste Zeit der Schwangerschaft auch "Verunsicherungsphase" genannt. Denn sie spüren psychisch und körperlich, wie sich gewaltige Veränderungen in Ihnen anbahnen.

Aber natürlich gibt es auch die rundum glückliche Schwangere, die von all diesen "klassischen" Schwangerschaftsbeschwerden sogar schon während der Frühschwangerschaft verschont bleibt.

7. SSW - Die Brust verändert sich

Rund 14 Millimeter (Größenangaben sind stets nur ungefähre Orientierungswerte) misst der  Embryo, und schon werden rudimentär die Nase, Ohren und Mund sichtbar. Arme und Beine sind zwar noch sehr kurz, aber Hände und Füße nehmen bereits Formen an. Arme und Hände entwickeln sich schneller als Beine und Füße. Auch nach der Geburt wird Ihr Kind zuerst greifen können, lange bevor es laufen lernt.

Ihr Busen wird größer und schwerer, die Brustwarzen empfindlicher. Auch er bereitet sich schon auf seine spätere Aufgabe, das Stillen, vor. Sie können einer Überdehnung der Haut und der Bänder, die den Busen halten, vorbeugen, indem Sie einen gut sitzenden Büstenhalter tragen. Dieser sollte stützen, ohne einzuengen. Eine kalte Brustdusche regt die Durchblutung an! Meiden Sie zu heiße Bäder, sie weichen die Haut nur unnötig auf und können den Kreislauf belasten. Halten Sie die Haut - nicht nur die des Busens - elastisch: cremen Sie großzügig!

Jetzt könnten Sie bereits den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren, damit Sie von Beginn an alle Vorteile des Mutterschutzgesetzes nutzen können. Vor allem Frauen mit einem Arbeitsplatz, an dem starke Belastungen auftreten (z.B. Röntgenassistentin), sollten frühzeitig ihre Schwangerschaft mitteilen. Allerdings sollten Sie auch wissen, dass das natürliche Fehlgeburtenrisiko noch bis zur zwölften Woche höher ist als dann im weiteren Verlauf der Schwangerschaft.

8. SSW - Mutterpass ist wichtiges Dokument

Ihr Baby bringt mittlerweile etwa eineinhalb Gramm auf die Waage, sein Herz schlägt eifrig 140 bis 150 mal in der Minute, doppelt so häufig wie das seiner Mutter. Der Kopf wird immer größer und scheint den Rest des Körpers an Größe bald überholen zu wollen. Der Sehnerv beginnt sich zu entwickeln und im Mund wächst eine kleine Zunge. Es bilden sich Wirbel um das Rückenmark: Die Wirbelsäule entsteht.

Insgesamt wird der Embryo immer mehr als menschliches Wesen erkennbar, nachdem er zuvor kurz eher Ähnlichkeiten mit einer Kaulquappe oder einem Fisch hatte.

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Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Sie zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehen. Die Ergebnisse werden regelmäßig vom Arzt oder der  Hebamme in Ihren Mutterpass eingetragen, den Sie von nun an stolz immer bei sich tragen dürfen und auch sollten.

Übernehmen Sie sich nicht! Größere körperliche Anstrengungen dürfen Sie nun ruhig vermeiden. Sie könnten bei einer Risiko-Schwangerschaft zu Gebärmutterkontraktionen führen und eine  Fehlgeburt verursachen. Bevor ein solcher Hinweis nun aber zu allzu großer Ängstlichkeit führt, bedenken Sie andererseits: Sie sind nicht krank! Und in der Regel gilt, dass eine normal angelegte und intakte Schwangerschaft nur sehr schwer zu stören ist.

Testen Sie mit unserem Quiz, wie gut Sie den Mutterpass verstehen.

9. SSW - Zeit für den ersten Ultraschall

Die Entwicklung Ihres Kindes geht mit rasender Geschwindigkeit weiter. Es ist zwischen 17 und 22 Millimeter groß, wobei der Kopf den meisten Platz einnimmt. Der Hals entsteht und trennt diesen voluminösen Kopf vom restlichen Körper. Auch das Gesicht formt sich weiter: Augen und Lider sind schon ausgebildet, die Lippe und die Anlagen für die Zähne finden ihren Platz. Und: Das Kind bewegt sich! Es schlägt Salto, dreht sich um sich selbst. Noch spüren Sie diese reflexartigen Bewegungen nicht. Auf dem Ultraschall kann man die "Turnübungen" jedoch gut erkennen. Nach den Mutterschaftsrichtlinien ist nun die erste von drei Ultraschalluntersuchungen (zwischen der 9. und 12. Woche) vorgesehen, in der die Größe des Embryos bestimmt wird - und anhand der Maße der voraussichtlichen Geburtstermin. In der Praxis wird ein erster Ultraschall allerdings häufig schon früher durchgeführt, obwohl Gynäkologen immer wieder betonen, dass zu frühe Ultraschall-Untersuchungen eher zu Unsicherheit bei Schwangeren führen, da dann bisweilen noch zu wenig zu sehen ist.

Gesunde und ausgewogene Ernährung versorgt den  Embryo bei seinem "Kraftakt" optimal. Keine Mahlzeit auslassen, gesunde, leicht verdauliche Produkte essen und für genügend Vitaminzufuhr und Mineralstoffe sorgen. Auf keinen Fall braucht die Mutter für Zwei zu essen. Trinken nicht vergessen! Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (am besten Wasser) am Tag sind jetzt besonders wichtig, da Ihre Nieren größere Filterarbeit leisten müssen.

Die Gelüste schwangerer Frauen reichen von sauren Gurken bis zu süßen Leckereien. Lesen Sie selbst.

10. SSW - Alle Organe sind jetzt angelegt

Bei Ihrem Baby wachsen nun das Außenohr - und die Nasenspitze. Daumen und Zeigefinger entwickeln sich langsam auseinander, die Augen sind weit geöffnet und noch nicht von den Lidern bedeckt. Das Herz Ihres Kindes ist vollständig und in eine rechte und linke Herzhälfte unterteilt. Rund zweieinhalb bis dreieinhalb Zentimeter misst das Kind und wiegt etwa acht bis 13 Gramm. Ihr Baby ist nun ein vollständiger Mensch, alle Organe sind angelegt. Ab jetzt muss dieses kleine Wesen "nur noch" reifen und wachsen. Im Ultraschall kann der Arzt den Körper des Ungeborenen genau vermessen und so den voraussichtlichen Entbindungstermin auf einige Tage genau berechnen.

Manche Eltern wollen jetzt weitere Möglichkeiten der zur pränatalen Diagnostik nutzen, wie die Nackenfaltenmessung oder das Ersttrimesterscreening. Sie geben Auskunft darüber, ob schon in der 10. SSW ein Risiko erkennbar ist, dass das Kind mit einem Herzfehler, Trisomie 21 oder anderen genetisch bedingten Krankheiten zur Welt kommen könnte. Machen Sie sich bei einer Entscheidung für solche Tests bewusst, welche Konsequenzen ein auffälliges Testergebnis für Sie haben könnte.

Übrigens: Auch für Sie ist diese Schwangerschaft "Höchstleistungssport". Die Funktion der Nieren nimmt zu, Ihr Blutvolumen steigt um rund 35 Prozent, sechs bis sieben Liter Körperwasser müssen von Ihrem Körper bewältigt werden. Und Ihre Gebärmutter wächst von 60 Gramm zu Beginn der Schwangerschaft auf rund 1.000 Gramm am Ende.

Vergessen Sie nicht, einen Zahnarzttermin zur Kontrolle zu vereinbaren, auf besonders gute Zahnpflege zu achten und sich gesund zu ernähren. Dann durch die hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft ist das Zahnfleisch stärker durchblutet und dadurch weicher und empfindlicher. Bakterien können sich dann besser im Zahnfleisch ansiedeln und zu Entzündungen führen, der sogenannten Schwangerschaftsgingivitis. Die Veränderungen im Hormonhaushalt beeinflussen außerdem die Eigenschaften und Zusammensetzung des Speichels. Dadurch steigt das Kariesrisiko. Auch die während einer Schwangerschaft häufig veränderten Ernährungsgewohnheiten führen zu häufigeren Karies-Erkrankungen.

11. SSW - Bleiben Sie in Bewegung

In der vergangenen Woche ist die Embryonalphase Ihres Babys zu Ende gegangen, jetzt heißt der Embryo Fötus. Vor allem die weitere Entwicklung des Gesichtes lässt den Fötus nun wirklich nicht mehr wie ein kleines Tier der Urzeit aussehen. Die Augen, anfänglich an der Seite des Kopfes gelegen, haben nun ihre Position vorne im Gesicht erreicht und auch die Ohren sitzen am rechten Platz. Nase und Mund entwickeln sich weiter, Arme und Beine werden länger. Lider bedecken nun die Augen und im Verborgenen reift der Augapfel heran.

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Das Geschlecht Ihres Babys ist noch nicht zu erkennen. Doch auch hier sind beim Mädchen die Eierstöcke, Eileiter und der Gebärmutter-Scheiden-Kanal bereits angelegt, beim Jungen sitzen die Hoden schon hinter der Bauchwand. Alles in dieser so genannten fetalen Phase zielt auf das Wachstum und den Ausbau der in der embryonalen Phase angelegten Organe.

Sie kommen nun leicht aus der Puste: Das Herz schlägt schneller, da die Blutmenge zunimmt und das Herz eine größere Leistung erbringen muss (25 Prozent Ihres Blutes werden direkt von der Plazenta benötigt).

Bewegung tut Ihnen gut: Gehen Sie am besten mindestens eine halbe Stunde am Tag spazieren und das, wenn möglich, nicht gerade an der Hauptverkehrsstraße! Vergessen Sie nicht: Sie sind der Sauerstofflieferant Ihres Kindes.

Sicherlich bekommen Sie zur Zeit viele gut gemeinte Ratschläge von allen Seiten. Doch vieles lässt sich unter Legenden der Schwangerschaft einordnen. Lesen Sie mehr bei urbia.

Bewegung tut gut, aber wie viel Sport und welcher Sport ist gesund? Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Quiz "Sport in der Schwangerschaft".

12. SSW - Risiko für Fehlgeburt schwindet

Ihr Baby tobt. Zwar noch völlig aus dem Reflex heraus, aber die Muskeln, über die das Kind nun verfügt, ermöglichen es ihm, die Arme und Beine zu bewegen, den Kopf zu drehen und Fäustchen zu machen. Das Gehirn ist noch nicht weit genug entwickelt, um diese Bewegungen zu steuern, die Reflexe kommen direkt aus dem Rückenmark. Selbst nach der Geburt ist das Gehirn noch nicht in der Lage, die Steuerungsfunktion zu übernehmen.

Unter den bereits angelegten Milchzähnen formiert sich die Batterie der zweiten, bleibenden Zähne. Die Zahnknospen werden dort so lange ruhen, bis sie rund sechs Jahre später an die Oberfläche drängen und für das niedliche Zahnlücken-Lächeln des Sprösslings verantwortlich sind.

Ach ja: Der Fötus ist nun etwa fünf Zentimeter groß und wiegt bis zu 45 Gramm. Sein Füßchen misst schon rund 9 Millimeter.

Das in den ersten drei Monaten höhere Risiko einer Fehlgeburt wird nun kleiner, die Schwangerschaft tritt in eine stabile Phase ein. Langsam verschwinden Übelkeit und Müdigkeit und auch das Auf und Ab der Gefühle scheint sich wieder dem "unschwangeren" Zustand anzunähern. Doch kein Grund zur Sorge, falls man weiter "nah am Wasser gebaut ist". Das ist eine völlig normale Begleiterscheinung, die im Übrigen auch einige Wochen nach der Geburt für Tränen bei nichtigen Anlässen sorgen kann. Schwangeren Frauen wird auch eine besondere Gabe des Vergessens nachgesagt - von Terminen bis hin zum täglichen Einkauf der Milch.

Drei Monate haben Sie nun schon geschafft und werden dabei bis zu zwei Kilogramm zugenommen haben (falls Sie nicht unter dauernder Übelkeit und Erbrechen leiden). Nur rund 48 Gramm davon entfallen auf Ihr Baby. Der Rest verteilt sich vor allem auf Plazenta und Fruchtwasser, Busen und die größere Gebärmutter. Sollten Sie in den ersten Wochen abgenommen haben, besteht kein Grund zur Sorge. Ihr Baby nimmt sich, was es braucht!

Jetzt lässt sich bei vielen Frauen auch der kleine Bauch nicht mehr verbergen - eine gute Gelegenheit, die Schwangerschaft offiziell zu verkünden. Besonders der Arbeitgeber sollte davon erfahren, damit die Mutterschutzrichtlinien an Ihrem Arbeitsplatz eingehalten werden.

Gesund und genussvoll essen mit Baby-Bauch: Hier finden Sie Rezepte für die Schwangerschaft

13. SSW - Entspannte Phase beginnt

Aus dem Knorpelgewebe Ihres Babys haben sich nun die ersten Knochen entwickelt. Bein- und Beckenknochen sind erkennbar, die Rippen formen sich heraus. Und auch die ersten Haare sind als feiner Flaum im Bereich der Oberlippe und der Wimpern vorhanden.

Das Gesicht des Fötus nimmt immer mehr menschliche Züge an, der Kopf allerdings ist immer noch unproportional groß. Im Vergleich zum restlichen Körper des Babys macht er rund ein Drittel der Körperlänge aus.

Ihr Körper hat sich nun wahrscheinlich an die Schwangerschaft gewöhnt und Sie fühlen sich langsam wieder etwas fitter. Vielleicht schauen Sie sich jetzt nach Sportarten und Möglichkeiten zur gesunden Bewegung und Entspannung um, die für Schwangere besonders geeignet sind. Im Wasser beispielsweise fühlt sich der schwangere Körper pudelwohl: die schweren Glieder werden leicht und sonst mühsame Bewegungen sind im kühlen oder auch lauwarmen Nass wieder einfach durchzuführen. Auch Schwangerschaftsgymnastik oder Yoga eignen sich hervorragend als Bewegungs- bzw. Besinnungsübungen zur Steigerung des Wohlbefindens während der Schwangerschaft, aber auch für eine optimale Vorbereitung auf die Geburt.

Entspannende Fitness-Übungen für Schwangere zeigen wir auch bei urbia.tv.

14. SSW - Diagnostik für Risikoschwangerschaften

Ihr Baby wiegt nun ca 60 Gramm und ist vom Kopf bis zum Steiß etwa acht Zentimeter groß. Wenn Ihr Kind ein Junge wird, hat es nun schon einen kleinen Penis. Sollte es ein Mädchen werden, wandern die Eierstöcke in den Unterleib. Jetzt starten die Geschlechtsdrüsen mit der Produktion von Hormonen, die für das Ausreifen der äußeren Geschlechtsorgane notwendig sind.

Sind Sie über 35 oder unter 18 Jahre alt? Oder hatten Sie vor Ihrer Schwangerschaft schon mehr als zwei Fehlgeburten? Dann zählen Sie laut Mutterschaftsrichtlinien zu den so genannten Risikoschwangerschaften. Diese leider eher alarmierende Bezeichnung bedeutet aber zunächst nur, dass die Krankenkassen Ihnen weitere ärztliche Untersuchungen und Kontrollen bezahlen. Dazu gehört vor allem die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), zum Beispiel zur Erkennung eines Down-Syndroms.

Aber auch als "Normal"-Schwangerer steht Ihnen die Möglichkeit weiterer Diagnostik - wie zum Beispiel der Triple-Test,  ein erweitertes Ultraschall-Screening oder eine Nackentransparenz-Messung - offen, die Sie allerdings, wenn keine ärztliche Indikation vorliegt, meist selbst bezahlen müssen. Viele Schwangere fühlen sich aber auch von all diesen Möglichkeiten und den Entscheidungen, die damit verbunden sind, gestresst. Wichtig ist dabei, sich bewusst zu machen: Keine dieser zusätzlichen Untersuchungen ist bei einer normalen Schwangerschaft wirklich nötig oder gar zwingend. Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen. Nehmen Sie die empfohlenen Schwangerschaftsvorsorge-Untersuchungen wahr, aber alles darüber hinaus nur dann, wenn Sie es wirklich wollen und wenn Sie sich klar darüber sind, welche Konsequenzen die Untersuchungsergebnisse nach sich ziehen können.

15. SSW - Schön schwanger dank Hormonen

Ihr Baby beginnt nun allmählich damit, ein wenig Fruchtwasser zu trinken. Es ist jetzt nämlich in der Lage, seinen Mund zu öffnen, zu schließen und Saugbewegungen zu vollführen. Außerdem entwickelt sich das Skelett immer weiter, die Knochen verhärten sich. Mit Hilfe des Ultraschalls kann der Kopf vermessen und daraus der Kopfumfang (KU) errechnet werden: in der 15. Schwangerschaftswoche rund elf Zentimeter.

Ihre Taille verschwindet bis auf weiteres, der Bauch wird runder, langsam passen Hosen und Röcke nicht mehr. Oft scheinen schwangere Frauen auch weichere Gesichtszüge zu haben. Das kann durch Wassereinlagerungen unter der Haut begründet sein. Manche erfreuen sich während der Schwangerschaft auch glänzender und voller Haare wie nie zuvor. Seien Sie aber auch darauf gefasst, dass Sie vielleicht (wie viele andere Frauen) nicht diesem Werbebild der schönen Schwangeren mit dem makellosen Bauch und Busen, der schönen Haut und den tollen Haaren entsprechen. Denn Tatsache ist: Die hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft können zum Beispiel zu unreiner Haut führen oder die zusätzlichen Pfunde können sich ungünstig verteilen.Aber denken Sie daran: Schönheit entsteht ja auch durch ein inneres Leuchten, das sich aus Ihrer Freude über das wachsende Leben in Ihnen nähren kann.

Ist bei Ihnen eine Fruchtwasseruntersuchung nötig, die bei genetischen Erkrankungen in der Familie, eventuell festgestellten Auffälligkeiten sowie für Frauen über 35 Jahren empfohlen wird, so ist sie jetzt in der 15. SSW möglich. Bei dieser so genannten Amniozentese wird mit einer dünnen Nadel eine Probe des Fruchtwassers entnommen und auf genetische Auffälligkeiten analysiert. 

16. SSW - Baby schneidet Grimassen

Etwa 14 Zentimeter groß, ganze 110 Gramm schwer und immer aktiver wird Ihr Baby in Ihrem Bauch. Mittlerweile runzelt es die Stirn, "rudert" weiter unkontrolliert mit Armen und Beinen, lutscht am Daumen und - wenn Sie es nur sehen könnten - schneidet Grimassen! In dieser Woche fängt die Schilddrüse an, ihr Hormon zu produzieren. Es sichert unter anderem das Wachstum des Babys. Für eine optimale Funktion braucht die Drüse Jod, das über die Ernährung zugeführt wird. Generell wird von vielen Ärzten die Einnahme von Jod-Tabletten zur Ernährungsergänzung angeraten.

Gerade, wenn der Bauch allmählich wächst und der Körper sich spürbar verändert, fragen sich Frauen manchmal, ob Sex in der Schwangerschaft jederzeit unbedenklich ist. Und die Antwort lautet glücklicherweise: natürlich! Es besteht kein Grund zur Sorge, dem ungeborenen Kind zu schaden, solange die Schwangerschaft normal verläuft. Das Baby schwimmt zufrieden in der  Fruchtblase und ist in der Mitte der  Gebärmutter bestens geschützt. Die Lust auf Liebesspiele kann allerdings in den ersten Monaten der Schwangerschaft durch Müdigkeit und Übelkeit auf der Strecke bleiben. Im mittleren Trimester erleben viele Frauen dann aber sogar eine Phase gesteigerter sexueller Lust, da die Geschlechtsorgane besser durchblutet sind als sonst. In den letzten Wochen vor der Geburt wiederum kann der Liebesakt allein durch den Bauchumfang ein schwierigeres Unterfangen werden. Aber auch dafür gibt es natürlich Lösungen, wie zum Beispiel die Seitenlage. Wichtig ist einfach, dass sich beide Partner wohl fühlen.

17. SSW - Babys üben Atmen und Schlucken

Etwa 16 Zentimeter misst Ihr Baby von Kopf bis Fuß und wiegt rund 135 Gramm, so viel wie eine kleine Orange! Sauerstoff bekommt es weiter über Ihr Blut, dennoch finden bereits Atembewegungen statt - unregelmäßig und noch ohne jede Bedeutung. Das Kind übt. In der warmen Schwerelosigkeit seines "Badewassers" findet es ein ideales Terrain vor, um Körperbewegungen und das Schlucken von Flüssigkeit auszuprobieren. Das  Fruchtwasser wird übrigens ständig neu produziert und seine Menge nimmt im Lauf der Schwangerschaft zu, nur kurz vor der  Geburt wieder etwas ab. Gegen Ende der Schwangerschaft sind es etwa 1000 ml.

Sie kommen leicht ins Schwitzen. Das hängt mit dem natürlichen Anstieg der Körpertemperatur während der Schwangerschaft zusammen. Für die tägliche Dusche (besser als ein Vollbad) am besten einen Duschzusatz benutzen, der den natürlichen Fettgehalt der Haut nicht stört. Ansonsten drohen vor allem im Intimbereich Infektionsgefahr und Juckreiz. Auf jeden Fall sollte man auf Vaginalduschen (egal mit welchem Zusatz) verzichten.

Übrigens ist es normal, wenn sich in der Schwangerschaft die Menge an Scheidensekret deutlich erhöht. Nach der Dusche können Brust und Bauch, aber auch Hüften und Oberschenkel leicht massiert werden. Besonders gerne wird Schwangeren die Zupfmassage ans Herz gelegt. Das soll helfen, die Haut geschmeidig zu halten — falls Kinder, Beruf und Partner Ihnen Zeit dafür lassen.

18. SSW - Kindsbewegungen sind spürbar

Vielleicht ist es nun so weit, plötzlich spüren Sie Ihr Kind ( 18. bis 20. Woche)! Wenn Sie zum ersten Mal schwanger sind, werden Sie einige Zeit brauchen, um dahinter zu kommen, dass dieses leichte "Schmetterlingsflügelschlagen" in Ihrem Bauch Tritte oder Schläge Ihres ungeborenen Sprösslings waren. Eine wundervolle Berührung, die allerdings gegen Ende der Schwangerschaft recht kräftig und (eher selten) manchmal auch schmerzhaft werden kann. Warten Sie nur ab, Ihr Kind hat noch so einiges auf Lager!

Ab wann kann ich mein ungeborenes Kind spüren?

Sollte es zwischen den vierwöchigen Vorsorgeuntersuchungen zu Beschwerden kommen, wie etwa anhaltendes Ziehen im Bauch, Blutungen oder Schwindelanfälle, zögern Sie nicht, Ihren Arzt auch spontan aufzusuchen.

In dieser Phase der Schwangerschaft geht es den meisten Frauen seelisch wie körperlich blendend. Anfängliche Beschwerden sind endgültig verschwunden, die Freude aufs Kind nimmt Überhand, Energie und gute Laune kehren zurück. Ein zusätzliches Wärmeempfinden ("das Stövchen vor dem Bauch") ist normal - im Winter angenehm, im Sommer allerdings manchmal ein wenig lästig. Verstopfung kann eine mühsame Begleiterscheinung sein. Auch wenn sie sehr hartnäckig wird, bitte nicht ohne den Rat des Frauenarztes ein Abführmittel nehmen!

19. SSW - Der zweite Ultraschall steht an

Ihr Baby wiegt jetzt rund 200 Gramm - so viel wie zwei Tafeln Schokolade! Von Kopf bis Fuß ist es auf etwa 19 Zentimeter gewachsen. Die Nervenfasern vernetzen sich zunehmend, die Muskeln werden stärker, die Bewegungen bestimmter und die Feinmotorik beginnt sich zu entwickeln. Ihr Kind hat sich ein eigenes Fitnessprogramm "ausgedacht", um seine Muskulatur mit Greifen, Wenden, Treten und Boxen weiter aufzubauen. Feiner Flaum bedeckt den gesamten Körper des Babys, die so genannten Lanugohaare. Langsam beginnt der Fötus nun auch Fett anzusetzen. Um die 20. Woche herum, aber frühestens jetzt, steht die zweite Ultraschalluntersuchung an - auch "großer Ultraschall" oder "Organ-Ultraschall" genannt. Dabei werdenvor allem die Kopfform und das Kleinhiern, die Hautstruktur am Rücken, das Herz, der Magen sowie die Harnblase genau untersucht. Stellt der Arzt Anomalien fest, wird er Sie an einen Spezialisten zur weiteren Abklärung oder Behandlung überweisen. Bei diesem zweiten Ultraschall sieht man nun auch deutlich die Plazenta, Schluckbewegungen des Kindes, das Gehirn sowie den Beweis dafür, dass der Tastsinn ausgebildet ist: Der Fötus zieht seinen Fuß zurück, wenn er an die Gebärmutterwand stößt. Vielleicht haben Sie auch Glück und Ihr Baby lutscht gerade am Daumen, wenn Sie es per Ultraschall in seiner "Einzimmerwohnung" besuchen.

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Spätestens jetzt fängt Ihr Bauch an, deutlich zu wachsen. Die Schwangerschaft wird nun vermutlich auch für andere sichtbar: Zeit für gemütliche Schwangerschaftshosen, Kleider und was sonst noch zum Wohlfühlen dazugehört. Ihr Bauch ist allerdings noch nicht so dick, dass er Sie behindert - die beste Zeit für einen unbeschwerten Urlaub mit dem Partner bzw. den älteren Kindern. Sollten Sie allerdings Pläne für eine Fernreise, große klimatische Umstellungen oder ungewohnte Höhenlagen hegen, sollten Sie diese mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme besprechen.

Was passiert beim zweiten Ultraschall?

20. SSW - Baby hört jetzt mit

Am Ende dieser Woche ist Halbzeit! Und Ihr Kind kann hören. Es ist nicht nur imstande, Ihren Herzschlag, das Rauschen Ihres Blutes oder das Grollen Ihrer Eingeweide zu hören. Das Baby nimmt Klänge und Geräusche der Außenwelt wahr. Es reagiert auf Rhythmen und Lieder, auf Geräusche und Lärm. Wenn Sie in diesem Stadium anfangen, Ihrem Baby vorzusingen, wird es diese Lieder nach der Geburt wiedererkennen!

Die endgültige Anzahl der Nervenzellen - 12 bis 14 Milliarden - ist jetzt vorhanden. Wenn das Gehirn mit 18 Jahren ausgereift ist, beginnt bereits wieder der langsame Abbau der Zellen.

Eine mögliche zusätzliche Untersuchung der pränatalen Diagnostik ist z.B. die Nabelschnuruntersuchung, in der Fachsprache Chordozentese genannt, die auf Wunsch der Eltern und/oder des Arztes meist um die 20. Schwangerschaftswoche herum vorgenommen wird. Anhand einer Blutprobe aus der Nabelschnur soll die optimale Versorgung des Ungeborenen gesichert werden. Dabei bestimmt der Facharzt das Blutbild, überprüft die Anzahl der Blutplättchen, der weißen Blutkörperchen und auch die Menge der Antikörper, um bestimmte Infektionen beim Fötus auszuschließen. Andere Gründe für die Nabelschnurpunktion sind Auffälligkeiten bei der Ultraschalluntersuchung, die Behandlung des ungeborenen Kindes oder unklare Befunde bei der Fruchtwasseruntersuchung und Chorionzottenbiopsie, einer Untersuchung, mit der unter anderem Stoffwechselerkrankungen des Fötus diagnostiziert werden können.

Planen Sie zu stillen? Für Frauen mit so genannten Hohl-, Flach- oder Schlupfwarzen kann es sinnvoll sein, schon jetzt langsam mit der Vorbereitung der Brust auf das Stillen zu beginnen: Zum Beispiel, indem die Brustwarzen regelmäßig mit den Fingern massiert werden, um sie fürs Stillen besser "in Form" zu bringen - ein bisschen Hautöl oder Crème helfen dabei. Auch Bürstenmassagen und Zupfen an den Brustwarzen wirken da manchmal Wunder. Reicht das nicht, können jetzt auch schon Brustwarzenformer im BH getragen werden, die einen leichten Unterdruck erzeugen und damit die Brustwarze besser hervortreten lassen und damit für das Baby gut fassbar machen. Fragen Sie Ihre Hebamme, wenn Sie unsicher sind, Sie kann Ihnen bei der konkreten Anwendung helfen oder Sie wenden sich an die Stillberaterinnen der La Leche Liga

Welche Methode Sie auch immer aus guten Gründen wählen werden, das Stillen oder vielleicht doch die Flasche, nicht darin unterscheidet sich die gute von der schlechten Mutter! Übrigens: Erschrecken Sie nicht, wenn aus dem Busen schon jetzt vereinzelt ein wenig Milch tropft. Die natürliche Vorbereitung Ihres Körpers auch auf die Zeit nach der Geburt ist bereits in vollem Gange.

21. SSW - Viel Schlaf und Sport im Bauch

Ihr Baby ist ein Langschläfer. 16 bis 20 Stunden am Tag schläft der Sprössling insgesamt, manchmal tief, manchmal leicht. Meist jedoch nur maximal sechs bis acht Stunden am Stück. Den Rest seines Tages verbringt er mit Purzelbaumschlagen und aktivem "Sportprogramm". Manchmal können Sie die Stöße nun auch schon an der Bauchdecke beobachten - der Bauch beult sich an einer Stelle plötzlich aus. Jetzt kann auch Ihr Partner sein Baby deutlich spüren. Das Baby misst von Kopf bis Fuß rund 21,5 Zentimeter und wiegt ca. 335 Gramm.

Jede zweite Frau leidet an Sodbrennen, weil der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre durch den Druck der  Gebärmutter manchmal offen stehen bleibt - dadurch fließt Säure zurück. Einfache Hausmittel können Linderung bringen. Ernährungswissenschaftlerin Edith Gätjen empfiehlt in ihrem Buch "Lotta lernt essen" einen Sud aus zwei Esslöffeln Leinsamen, die zehn Minuten in 250 ml Wasser geköchelt werden. Der abgeseihte Sud kann dann vor den Mahlzeiten getrunken werden. Die "Internisten im Netz" raten zu Milch, stillem Wasser oder Kräutertee, um die Beschwerden zu lindern. Mehrere kleine Mahlzeiten tun dem Magen jetzt besser als wenige große Portionen.
Durch vermehrte Wassereinlagerungen können Hände und Füße leicht anschwellen - unangenehm, aber normal. In jedem Fall sollte man auch diese Beschwerde beim nächsten Arztbesuch ansprechen - gegebenenfalls wird er die Ursachen hierfür genauer untersuchen.

Höchste Zeit, sich für den Geburtsvorbereitungskurs anzumelden! Falls Sie keine Hausgeburt oder eine Geburt in einem Geburtshaus planen, idealerweise gleich in der Klinik, die Sie für die Geburt ausgesucht haben. Auch die  Hebamme, die Sie während und nach der Geburt im Wochenbett betreuen soll, sollten Sie jetzt kennen lernen. Schon während der Schwangerschaft hat sie immer ein offenes Ohr für Ihre Ängste und Probleme.

22. SSW - Mädchen oder Junge?

Inzwischen ist die Haut Ihres Baby undurchsichtig und rötlich. Allerdings noch sehr runzelig, da der Körper des Ungeborenen noch dünn ist und nicht viel Fett angesetzt hat. Dafür sind seine Proportionen nun besser auf den Kopf abgestimmt, der nicht mehr so riesig erscheint. Die Gesichtsmerkmale ähneln nun schon sehr denen eines Neugeborenen. Ob Ihr Baby ein Junge oder Mädchen wird, kann der Arzt jetzt im (Fein-)Ultraschall je nach Lage des Kindes erkennen. Allerdings wird er diese Untersuchung nicht zur Bestimmung des Geschlechtes durchgeführt, sondern dient als so genannter zweiter großer Ultraschall der Organ-Diagnostik und Feststellung von möglichen Fehlbildungen.

Bei der Vorsorgeuntersuchung um diese Woche herum kontrolliert der Arzt, ob Ihr Kind sich normal entwickelt, wie schnell sein Herz schlägt, wo die Plazenta sitzt und wie das Kind im Bauch liegt. Kopfumfang, Brustumfang und Länge des Babys werden gemessen und mit dem errechneten Geburtstermin verglichen. Geprüft wird auch, ob der Muttermund gut verschlossen ist und ob keine Scheideninfektion vorliegt.

Die ersten Schwangerschaftsstreifen können auftauchen. Sie verschwinden auch nach der Geburt nicht mehr, allerdings verblassen sie mit der Zeit. Je nachdem, welcher Hauttyp Sie sind, kann es sehr sinnvoll sein, Ihr Gewebe durch Massage und regelmäßiges Einreiben mit Hautöl oder Creme unterstützen.

23. SSW - Das Gehirn reift, die Haare wachsen

Ihr Kind bekommt Haare, spärlich, aber immerhin. Auch die Nägel beginnen zu wachsen. Die Gehirnzellen reifen, und Ihr Kind ist imstande, zu begreifen und sich zu erinnern. Ständig übt es, den Daumen in den Mund zu stecken und daran zu saugen - überlebenswichtig, um nach der Geburt direkt in der Lage zu sein, an der Mutterbrust zu trinken (also sich durch den Mund von Außen Nahrung zuzuführen, wenn dann die Ernährung über die Nabelschnur vorbei ist).

Von nun an beginnt das Kind, die Stimme des Vaters zu erkennen und kann sie nach der Geburt selbst unter vielen anderen Stimmen heraus hören - sofern es Papis Stimme oft genug durch die Bauchdecke hindurch vernehmen konnte.

Kribbeln, schwere Beine, Krampfadern, Wadenkrämpfe und Hämorrhoiden sind die nächsten möglichen Quälgeister Ihrer Schwangerschaft. Bei Bedarf verordnet der Arzt eine geeignete Therapie, zum Beispiel Magnesium bei Wadenkrämpfen und Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern - was allerdings im Sommer zu einer heißen Qual werden kann.

24. SSW - Rhythmus von Schlafen und Wachen

Der Kopfdurchmesser Ihres Babys hat jetzt rund 6,1 cm erreicht. Vom Scheitel bis zur Sohle ist der kleine Knirps nun rund 26 cm groß. Er wiegt ca. 500 Gramm, vergleichbar mit zwei Stück Butter. Die Augen sind zwar noch geschlossen, aber es wachsen schon die Wimpern. Die Augenbrauen zeichnen sich ab, die geschlossenen Lider verbergen schon die Augenfarbe Ihres Babys! Ihr Kind hat nun seinen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus gefunden. Der kann allerdings nach der Geburt für die ein oder andere Nachtschicht sorgen!

In dieser Schwangerschaftsphase, in der Sie Ihr Baby immer regelmäßiger spüren können, wird die innere Beziehung zu Ihrem Kind um so stärker. Es tut Ihnen beiden gut, wenn Sie sich diese Inseln der Ruhe gönnen, in denen Sie Ihre Hände auf den Bauch legen, nach Innen horchen und einfach mit Geist und Seele ganz bei Ihrem Baby sind - ungestörte Zeiten mit Ihrem geheimnisvollen und doch schon geliebten kleinen Gast im Bauch.

Schwangere sind oft ein wenig verträumter, daher ist besondere Vorsicht im Straßenverkehr geboten. Viele Ratgeber empfehlen übrigens, bei Autofahrten den Gurt so anzulegen, dass er unter dem Bauch liegt, um somit dem Kind bei einem eventuellen Auffahrunfall so wenig wie möglich zu schaden.

Die zusätzliche Einnahme von Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium und Kalzium sollten Sie ebenfalls beim Arzt ansprechen, besonders wenn Sie unter Müdigkeit und Kopfschmerzen leiden.

25. SSW - Häufig Rückenprobleme

Ihr Baby trinkt Mengen von Fruchtwasser und es kann davon Schluckauf bekommen! Wenn Sie also ein rhythmisches Pochen oder Klopfen im Bauch spüren, ist das kein Grund zur Sorge. Ihr Kind hat einen kleinen Hicks. Das Wasser wird von Haut und Mund des Kindes aufgenommen und teilweise in Form von Urin wieder ausgeschieden. Am Ende der Schwangerschaft wird das Fruchtwasser innerhalb von zwei Stunden erneuert. Die Fruchtwassermenge schwankt während der gesamten Schwangerschaft zwischen 300 ml und 1,5 Liter. Die Nervenzellen Ihres Kindes knüpfen jetzt ein kompliziertes Netzwerk, das für die Weiterleitung von Informationen wichtig ist.

Ihre Organe werden durch das schnell wachsende Baby aus ihrer eigentlichen Lage verdrängt. Das kann Ihre Atmung mühsamer werden lassen, und auch der Gang zum Klo wird öfter nötig. Durch die Gewichtszunahme und -verlagerung kann es immer häufiger zu Rücken- und Ischiasschmerzen kommen. Versuchen Sie ab sofort, Ihre Wirbelsäule zu schonen: Seien Sie nett zu Ihrer Wirbelssäule, indem Sie schweres Heben vermeiden und Schuhe mit niedrigen Absätzen tragen.

26. SSW - Zweites Schwangerschaftsdrittel fast beendet

Ihr Kind bewegt sich viel. Noch ist genügend Platz  in der Gebärmutter, um ausgiebig zu strampeln und zu turnen. Dabei stoßen immer wieder Füße, Hände, Rücken und Kopf an die Gebärmutterwand - so entdeckt das Baby seinen Tastsinn.

Ihr Kind misst nun vom Kopf bis zum Steiß ca. 19 cm, bis zum Fuß rund 30 cm. Es bringt ungefähr 650 Gramm auf die Waage. Sollte es jetzt zu einer Frühgeburt kommen, hat Ihr Kind bereits eine Überlebenschance!

Ihr Bauch kann jetzt schon sehr rund sein und vielleicht juckt die angespannte Haut Sie manchmal. Zu Beginn der Schwangerschaft waren Sie ewig müde, nun beginnt vielleicht die Zeit des nächtlichen Aufwachens als eine weitere unangenehme Begleiterscheinung, die zum Teil am Baby liegt. Dieses nutzt die Zeit, in der Sie still liegen, besonders gerne zum Toben. Hinzu kommen Krämpfe, eine durch die Dicke des Bauches verursachte unbequeme Lage und daraus resultierende andere kleinere Beschwerden. Auch Ängste vor der in einigen Wochen bevorstehenden Geburt können aufkommen und Sie wach halten. Schwangeren werden auf der anderen Seite aber auch besonders intensive Träume nachgesagt.

Zwischen der 24. und der 28. SSW sollte der Artz einen Glukosetoleranztest durchführen. Er gibt Aufschluss darüber, ob die Schwangere anfällig für Schwangerschaftsdiabetes ist oder sogar bereits darunter leidet. Besonders anfällig für Schwangerschaftsdiabetes sind Risikogruppen wie Übergewichtige und erblich Vorbelastete.

Das zweite Drittel Ihrer Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu, und Sie bringen wahrscheinlich um die sechs Kilogramm mehr auf die Waage. Ihr Baby beansprucht davon ein Kilo, den Rest verschlingen die Unterstützungssysteme des Fötus, Ihr wachsender Busen, die erhöhte Flüssigkeits- und Blutmenge im Körper.

27. SSW - Baby erlebt Gefühle mit

Langsam machen sich die wachsenden Fettpolster bemerkbar. Die Haut Ihres Babys verliert zunehmend ihre unzähligen Falten und beginnt sich zu glätten. Mittlerweile ist Ihr Sprössling im Durchschnitt etwa 32 Zentimeter groß und wiegt 750 Gramm. In diesem Stadium fängt das Kind an, seine Körpertemperatur langsam selbst zu regeln.

Und machen Sie sich bewusst, Ihr Kind erlebt und fühlt mit! Stimmen, Geräusche und auch Ihre Gefühle bleiben ihm nicht verborgen. So auch Ihr Stress, der sich ein Stück weit auf das Baby überträgt und es beispielsweise ein wenig unruhig machen kann. Sie werden es vielleicht manchmal an seinen Stößen und Tritten spüren! Oder es passiert das Gegenteil: Wenn Sie sich unter Druck fühlen, lassen die Bewegungen Ihres Kindes nach. Auf jeden Fall vertieft sich Ihre Beziehung zu Ihrem Kind in dieser Phase der Schwangerschaft immer mehr, da Sie erleben, worauf und wie Ihr Baby reagiert und seine Schlaf- und Wachphasen unterscheiden lernen.

In Ihren Brüsten kann sich zu diesem Zeitpunkt schon die so genannte Kolostralmilch (Vormilch) bilden. Diese Milch ist leicht verdaulich und versorgt Ihr Kind nach der Geburt mit den ersten Mahlzeiten, solange bis die endgültige Muttermilch fließt.

28. SSW - Baby sieht jetzt hell und dunkel

Nun öffnet Ihr Baby die Augen und ist in der Lage, hell und dunkel zu unterscheiden! Wenn es auf die Welt gekommen ist, wird es als Erstes lernen, Bilder, die sich oft wiederholen, wiederzuerkennen. Das sind meist die Gesichter von Mama und Papa!

Das Kind trinkt mehr und mehr  Fruchtwasser. Fast die gesamte Flüssigkeit durchläuft den Verdauungsapparat, wird von den Nieren gefiltert und wieder ausgeschieden - bis zu einem halben Liter Urin landet so täglich im Fruchtwasser!

Sie nehmen schnell zu. Nicht nur das Kind selbst wächst, sondern auch die Plazenta und die  Fruchtblase samt Fruchtwasser bringen Pfunde auf die Waage. Wasser lagert sich in Ihrem Gewebe ein - ein natürliches Depot, das für weitere Kilos auf der Waage sorgt, aber nach der Geburt schnell wieder verschwindet. Achten Sie auf Ihre Ernährung und versuchen Sie - wie als Nichtschwangere auch - Süßes nicht im Übermaß zu konsumieren.

Falls noch nicht geschehen, ist es nun auch Zeit, sich zu entscheiden, wo Sie entbinden möchten. Wenn Sie in eine Klinik oder ein Geburtshaus gehen wollen, nutzen Sie einen Einführungs- und Besichtigungstermin. Ab wann Geburtskliniken Anmeldungen annehmen, ist je nach Klinik unterschiedlich. Sie müssen sich also vor Ort erkundigen.

29. SSW - Dritter und letzter Ultraschall

Zwischen der 29. und 32. Woche ist auch Zeit für den letzten und damit dritten Vorsorge-Ultraschall. Dabei wird die Entwicklung des Fötus' kontrolliert, nach eventuellen Auffälligkeiten gesucht, das genaue Alter des Kindes bestimmt und die Lage der Plazenta beurteilt.

Das Gehirn Ihres Kindes bildet sich jetzt weiter aus. Ein kompliziertes Netz entsteht, welches für die Reizleitung der Nerven benötigt wird. Jeder "Strang" des Netzes (die "Neuriten") wird zur schnelleren Übertragung der Reize mit einer Schutzhülle isoliert - die Nervenfasern entstehen. Es ist ein langer Prozess, der erst mit etwa 20 Jahren abgeschlossen sein wird. Wenn Ihr Baby Geburtstag feiert, steht diese Entwicklung erst am Anfang. Der Grund dafür, dass der Säugling zunächst nicht laufen oder sprechen kann. In den dann folgenden drei Jahren geht die Ummantelung und die weitere Verschaltung der Gehirnareale rasch voran: Ihr Kind lernt laufen, sprechen, geht auf das Klo, und beginnt zusammenhängend zu denken.

Ein halbes Kilo mehr auf der Waage sind allein in dieser Woche keine Seltenheit! Ihr Bauch dehnt sich mehr und mehr, Ihr Nabel fängt langsam an, sich nach außen zu wölben. Treten Sie kürzer, vermeiden Sie übermäßige Anstrengungen - auch im Sport! Konzentrieren Sie sich lieber auf sanfte Methoden wie Schwimmen, Schwangerschaftsgymnastik oder Yoga.

Sicherlich widmen Sie sich jetzt schon hie und da einer der schönsten Fragen, die sich werdenden Müttern und Vätern stellt: Wie soll mein Baby heißen? In unserem Lexikon der Vornamen mit über 6000 Einträgen können Sie sich anregen lassen und die Lieblingsnamen anderer urbia-Mütter und -Väter erfahren.

30. SSW - Ultraschall kontrolliert Babys Lage

Nun wechselt die Haut des Ungeborenen langsam ihre Farbe von rot zu rosa. Der kleine Körper wird runder - durch die Fettablagerungen, die nun bis zu acht Prozent seines Gewichtes ausmachen können. Nach der Geburt regulieren diese Energiepolster die Körpertemperatur des Neugeborenen. Zur Zeit misst Ihr Baby vom Scheitel bis zur Sohle etwa 34 Zentimeter und wiegt mittlerweile über ein Kilogramm.

Erscheint in der Mitte Ihres großen Bauches nun eine gerade dunkle Linie? Das ist die so genannte linea nigra, die dank der zunehmenden Pigmentierung ihrer Haut auftreten kann. Keine Angst, einige Zeit nach der Geburt verschwindet auch sie wieder.

Nun ist es höchste Zeit, sich für den Geburtsvorbereitungskurs anzumelden, der übrigens von Ihrer Krankenkasse bezahlt wird! Vielleicht sogar direkt in der Entbindungseinrichtung, die Sie für die Geburt ausgesucht haben. Jetzt ist auch immer noch Zeit für die  dritte Ultraschalluntersuchung, die zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Bei dieser wird insbesondere darauf geachtet, ob das Kind sich zeitgerecht entwickelt hat und die Plazenta den Weg "nach draußen" nicht versperrt. Nun wird auch ein erster Blick auf die Lage des Kindes geworfen. Liegt es schon mit dem Kopf nach unten? Wenn nicht, noch ist Zeit, dass es sich in diese optimale Position für die Geburt ausrichtet.

31. SSW - Die erste Milch ist da

Vielleicht hat Ihr Baby schon einen tollen Haarschopf! Auf jeden Fall schluckt es weiter viel Fruchtwasser, das von Nieren, Darm und Magen verarbeitet wird. Es wird angenommen, dass das Fruchtwasser seinen Geschmack je nach Ernährung der Mutter ändert. Vielleicht mag Ihr Sprössling heute schon besonders gern Spaghetti mit frischer Tomatensauce?
Wie auch immer: Es entdeckt zumindest seinen Geschmackssinn. Etwa zwei Zentimeter hat Ihr Baby in dieser Woche an Größe gewonnen, sein Gewicht liegt bei rund 1.500 Gramm.

Die erste Milch, die für Ihr Baby bestimmt ist, heißt Kolostrum. Sie enthält zahlreiche Antikörper und ist daher extrem wichtig für Ihr Baby. Wenn Sie Ihre Brüste zusammenpressen, können Sie die Milch eventuell schon ein wenig austreten sehen.

Vorsicht bei Infektionskrankheiten! Bakterien und Viren können in diesem Stadium die Plazenta-Schranke passieren, da die Zottenwand dünner geworden ist, um größere Mengen Nährstoff passieren zu lassen. Also: Achten Sie auf Ihre Gesundheit und kontaktieren Sie Ihren Arzt, falls Sie unerklärlich Fieber bekommen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen oder Schwellungen im Gesicht auftreten oder Sie eine Blasen- bzw. Scheideninfektion plagt.

Eine wunderbare Möglichkeit für werdende Mütter und Väter, mit dem Baby im Mutterleib in intensiven Kontakt zu treten, ist die Haptonomie, die Lehre von der Berührung. Besonders auch werdenen Vätern kann sie helfen, die Beziehung zum Ungeborenen bereits jetzt zu erleben.

32. SSW - Kleine Wehen sind möglich

Für den Fötus wird es es langsam eng in seiner warmen "Einzimmerwohnung". Daher bewegt sich Ihr Baby allmählich weniger und beschäftigt sich damit, eine bequeme Lage im Uterus zu finden. Sollte Ihr Kind bereits jetzt auf die Welt kommen, hätte es sehr gute Chancen, dies unbeschadet zu überstehen. Zwar sind seine Lungen noch nicht ausgereift, aber Dank der heutigen medizinischen Möglichkeiten, die Atmung zu unterstützen, ist dieses Problem gut in den Griff zu bekommen.

In Vorbereitung auf die Geburt kann sich der Uterus zusammenziehen, das sind erste Wehen. Die Kontraktionen dauern etwa 20 Sekunden und es kann sein, dass Sie nichts davon spüren. Kommt dies aber deutlich spürbar und dabei häufiger als zehn mal am Tag vor, so sollten Sie zu Ihrer Frauenärztin oder -arzt gehen. Was Sie in dieser Phase ebenfalls spüren können, ist Ihr Becken, das vielleicht ein wenig schmerzt, da es sich gedehnt hat. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen finden nun alle zwei Wochen statt.

33. SSW - Baby dreht sich in Geburtslage

40 Zentimeter groß und etwa 1.800 Gramm schwer kann Ihr Kind nun schon sein. Ein letzter großer Purzelbaum steht in dem immer enger werdenden Zuhause an: Ihr Kind dreht sich in die günstigste Geburtslage. Normalerweise liegt der Kopf bei der Geburt unten und kommt als erster Teil des kindlichen Körpers auf die Welt. Das trifft in 95 Prozent der Fälle zu. Aber vielleicht hat Ihr Baby ja eine Abneigung gegen Kopfstand und zeichnet sich bereits jetzt durch besonders viel " Sitzfleisch" aus. Das ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Grund zur Beunruhigung. Noch ist Zeit, dass es sich dreht.

Nicht nur Ihrem Rücken zuliebe vermeiden Sie es besser, Ihr zusätzliches Gewicht dadurch auszugleichen, dass Sie sich nach hinten lehnen: Die Perspektive ändert sich und somit auch Ihr Schwerpunkt. So kann es passieren, dass Sie häufiger irgendwo anstoßen oder Dinge aus den Händen verlieren.

34. SSW - Jetzt beginnt der Mutterschutz

Kalzium, Kalzium, Kalzium - Ihr Baby hat einen höheren Kalziumspiegel im Blut als Sie selbst! Es benötigt diese Unmengen für das Wachstum seiner Knochen. Die Plazenta schafft das Kalzium heran, indem sie zur Not auch die Reserven der Mutter anzapft. Achten Sie daher auf kalziumreiche Ernährung. Das Mineral steckt in Milch, Joghurt, Käse, aber auch in dunkelgrünen Gemüsen wie Grünkohl, Spinat oder Broccoli. Auch Nüsse sind günstig.

Das Baby wiegt nun rund 2.000 Gramm und ist etwa 41 Zentimeter lang. Die Fingernägel sind auch gewachsen und reichen bis an die Fingerspitzen.

Falls Sie neben den zwar lästigen, aber unbedenklichen Rückenbeschwerden nun häufig Kopfschmerzen haben, muss bei der Schwangerschafts-Vorsorge besonderes Augenmerk auf Wassereinlagerungen, die Urinuntersuchung und den Blutdruck gelegt werden. Ist dieser erhöht, kann das auf eine Gestose hinweisen. Dann müssten Sie besonders auf eine ausgewogene und ausreichend salzhaltige Ernährung achten. Vielleicht wird Ihre Gynäkologin Ihnen dann auch die tägliche hochdosierte Einnahme von Magnesium verschreiben. Natürlich sind bei hohem Blutdruck auch viel Entspannung und das Vermeiden von Koffein und Teein wichtig.

Übrigens: Ende dieser Woche beginnt der Mutterschutz! Er dauert bis acht Wochen nach der Geburt des Kindes und bei Früh- oder Mehrlingsgeburten zwölf Wochen.

35. SSW - Was ist eigentlich "Kindspech"?

Eine grün-schwarze, klebrige Masse füllt die Gedärme Ihres Kindes, das Mekonium, auch Kindspech genannt. Es besteht aus Rückständen von Zellen und Fett aus dem Fruchtwasser, Lanugohaaren, Schleim und Gallenflüssigkeit. Nach der Geburt wird die Masse vom Kind ausgeschieden. Also kein Grund zur Beunruhigung. Die meisten Kinder drehen sich übrigens spätestens jetzt in ihre endgültige Geburtslage.

Ihre Gedanken richten sich immer mehr auf die Geburt und das erwartete Kind. Wie wird es wohl aussehen? Wie wird es sein? Wie wird sich unser Zusammenleben gestalten? Eine gute Zeit, um in Ihrer Wohnung einen Platz für Ihr Baby einzurichten. Das kann ein eigenes Zimmer sein, aber es kann auch einfach ein Ort für den Wickeltisch und die Baby-Kleidung und natürlich das Baby-Bettchen sein. 

36. SSW - Zeit für den Klinikkoffer

Der feine Flaum, die Lanugohaare, die den gesamten Körper Ihres Babys bedecken, fallen nun aus. Vereinzelt können aber noch Haarpartien an Beinen, Armen, Schultern und den Hautfalten zurück bleiben.

Ihr Baby hat noch kein eigenes Immunsystem. Es bekommt seine Antikörper über Sie und ist damit gegen alles geschützt, wogegen auch Sie Abwehrstoffe aufgebaut haben, zum Beispiel gegen Röteln oder Mumps.

Ihr Kind wächst immer weiter. Rund 43 Zentimeter ist es schon groß und wiegt etwa 2.200 bis 2.600 Gramm. Jede Woche kommen rund 200 Gramm dazu.

Es kann zu unregelmäßigen Vorwehen kommen. Einige von diesen Kontraktionen können recht stark und schmerzhaft werden. Doch Sie kommen nicht oft vor und vor allen Dingen nicht in regelmäßigen Abständen. Das ist der feine Unterschied zu den richtigen Wehen, die in regelmäßigen Abständen auftreten. Nun ist auch ein guter Zeitpunkt, um ganz in Ruhe den Klinikkoffer zu packen. Bis zum Geburtstermin ist es nicht mehr lang, und vielleicht ist Ihr Baby ja neugierig und möchte schon früher auf die Welt!

37. SSW - Schmerzen an Bauchbändern normal

Ihre Plazenta hat mittlerweile eine Größe von 20 bis 25 Zentimetern erreicht, ist drei Zentimeter dick und etwa 500 Gramm schwer. Genügend Fläche also, um den Austausch von Nährstoffen und Abfallstoffen zwischen Ihnen und Ihrem Kind zu gewährleisten. Die Plazenta produziert Hormone, die Ihre Brüste weiter anschwellen lassen. Aber nicht nur Ihre: Auch die Ihres Kindes, egal, ob Junge oder Mädchen, schwellen an. Die Schwellung geht nach der Geburt zurück (oder, wenn Sie Ihr Kind stillen, auch vielleicht erst später). Sollten Sie ein Mädchen bekommen, können diese Hormone einige Tage nach der Geburt eine leichte Vaginalblutung auslösen. Also: Kein Grund zur Sorge!

Haben Sie Schmerzen im unteren Teil Ihres Bauches? Das sind Ihre Gelenke im Becken, die langsam nachgeben, um dem Baby dann bei der Geburt eine "freie Fahrt" zu ermöglichen. Das Nachgeben zieht an den Bändern, den so genannten Mutterbändern, und das kann schmerzen. Ihre Hüften werden breiter, und das ist auch sinnvoll, ein gebärdfreudiges Becken eben. Erst in etwa einem Jahr werden Sie voraussichtlich Ihre ursprüngliche Figur wiedererlangt haben.

Je näher die Geburt rückt, desto wahscheinlicher wird es, dass Sie auch manchmal sorgenvoll auf das bevorstehende Ereignis blicken. Das ist angesichts der Ungewissheit, die jede Geburt mit sich bringt, völlig normal. Gleichzeitig sind Schwangere in der Spätschwangerschaft aber auch meist besonders stabil und zuversichtlich, eine wunderbare Einrichtung der Natur, die Frauen kurz vor der Geburt ein dickeres Nervenkostüm beschert.

38. SSW - Baby keine Frühgeburt mehr

Rund 2.700 Gramm bringt Ihr Sprössling auf die Waage, er ist etwa 47 Zentimeter groß und hat einen Kopfdurchmesser von ca. 9,3 Zentimetern.

Der Körper Ihres Babys produziert nun Kortison, ein Hormon, das die Lungen auf den ersten Atemzug vorbereitet. Denn sofort nach der Geburt ist der Blutkreislauf des Kindes ein anderer und nicht mehr mit dem Ihren verbunden. Eigenständig wird das gesamte Blut des Babys durch die Lunge strömen müssen, um den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zu gewährleisten. Falls es jetzt geboren wird, zählt Ihr Kind nicht mehr zu den Frühgeburten.

Interessanterweise stellt man fest, dass viele Schwangere kurz vor der Geburt ungeheuer aktiv werden. Da wird der Boden gewienert, die Fenster geputzt, die Schränke ausgewischt, kurz: das "Nest" wird für den Neuankömmling richtig schön gemacht. Diesem Nestbau-Instinkt dürfen Sie  natürlich nach Herzenslust nachgehen, so lange Ihnen diese vorbereitenden Tätigkeiten Freude machen und Sie nicht körperlich belasten. 

39. SSW - Wenig Platz fürs Baby

"Puuh, ist das eng!", würde Ihr Baby wahrscheinlich sagen, wenn es bereits sprechen könnte. Ihr "Untermieter" hat nun sicher seine Arme auf der Brust verschränkt, die Beine angewinkelt und bewegt sich kaum noch. Erschrecken Sie also nicht, wenn die Bewegungen Ihres Kindes nun am Ende Ihrer Schwangerschaft nachlassen. Immerhin ist es mittlerweile rund 50 Zentimeter groß und um die 3.000 Gramm schwer! Dennoch sollten Sie es natürlich wenigstens einmal täglich spüren.

Alles wartet jetzt auf die Ankunft Ihres Babys. Nicht selten wird eine Geburt auch künstlich eingeleitet. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie Diabetikerin sind, eine Herzkrankheit haben oder an Bluthochdruck leiden. Auch der Sprung der Fruchtblase oder die bevorstehende Ankunft von Zwillingen kann ein Grund sein, die Geburt einzuleiten.

40. SSW - Anzeichen für baldige Geburt

An vielen kleinen Zeichen können Sie erkennen, dass die Geburt bevorsteht: zum Beispiel manchmal an plötzlicher Müdigkeit oder Übelkeit. Grund dafür ist die hormonelle Veränderung, welche die Geburt auslöst. Der Schleimpfropf, der den Muttermund während Ihrer Schwangerschaft verschlossen hat, geht ab. Normalerweise passiert das ein bis drei Tage vor der Geburt. Zu den Gründen, in die Klinik zu fahren, zählen eine geplatzte Fruchtblase oder eine leichte Blutung - die Zeichnungsblutung. Und natürlich auch regelmäßige Wehen alle zehn Minuten über mindestens eine Stunde. Vielleicht beginnt es aber auch mit einem Ziehen im Rücken (im Bereich der Nieren), anfänglich kaum spürbar, das im Laufe des Tages (oder der Nacht) stärker und regelmäßiger wird - kein Zweifel, dann ist es so weit: Ihr Baby will auf die Welt!

Falls es aber noch keine Anstalten macht, Ihren warmen Bauch verlassen zu wollen, ist dies kein Grund zur Beunruhigung. Lassen Sie sich von den nun sicher häufigen Nachfragen von Eltern, Freunden und Bekannten nicht verrückt machen. Als normal gilt eine Übertragung bis zu 14 Tagen. Regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Arzt überwachen während dieser Zeit Ihre Gesundheit und die des Babys.

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