Was man beachten sollte

Der erste Schulranzen

Schon lange bevor der erste Schultag naht, kommt der große Tag für das künftige Schulkind, an dem es sich seinen Schulranzen aussucht. Egal, ob es sich für Fische, Pferde, Autos oder sonstige Designs entscheidet, wichtig ist vor allem, dass der Schulranzen auch stabil und zweckmäßig ist.

Autor: Ute Kallenbach
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Stabil und sicher - aber zu schwer

Junge erster Schultag
Foto: © panthermedia.net/ Marina Cleve

Bis in die sechziger Jahre waren sie meistens braun und aus Leder. Schulranzen heute sollen "cool" aussehen, leicht und robust sein. Längst hat der sogenannte Leichtschulranzen aus Kunststoff die Ledertaschen verdrängt und verspricht viel Tragekomfort und Signalwirkung im Straßenverkehr.

Anforderungen an Schultaschen regelt heute sogar eine DIN-Norm, damit Leichtigkeit, Stabilität und optische Warnwirkung den Schulkindern zugute kommen. Lebensdauer und Gebrauchswert der meisten Ranzen sind tatsächlich sehr hoch. Aber auch der beste Ranzen kann den Rücken ruinieren, wenn er ständig zu schwer bepackt wird.

Der optimale Ranzen

Bunte Ranzenmotive mit Feuerwehr oder rosa Pferden sind für angehende Erstklässler wichtige Auswahlkriterien. Die Eltern aber sollten beim Ranzenkauf vor allem auf die Gebrauchseigenschaften und die Sicherheit achten. Empfehlenswert sind Schultaschen, die nach DIN-Norm gefertigt sind und das GS-Zeichen tragen. Das sind längst nicht alle, denn für die Hersteller ist die Einhaltung der Norm nicht zwingend vorgeschrieben.

Der optimale Ranzen sieht so aus:

  • er ist leicht und trotzdem stabil
  • er hat Reflektoren und ist optisch auffällig
  • die Trageriemen sind gepolstert und leicht verstellbar
  • Verschlüsse sind auch für Kinderhände gut zu handhaben
  • die Rückenfläche ist gepolstert
  • es gibt Außentaschen für Frühstücksdose und Trinkflasche
  • er läßt keinen Regen durch
  • er hat das GS-Zeichen für "Geprüfte Sicherheit" und ist nach DIN-Norm 58 124 gefertigt
  • er kann zum Recyceln an den Hersteller zurück gegeben werden

Stabile und normgerechte Schultaschen kosten zwischen 70 und 100 EUR. Deutlich billiger sind oft die Modelle vom Vorjahr.

So sitzt der Ranzen richtig

Am besten probiert das Kind schon beim Kauf den Ranzen an. Den perfekten Sitz findet man so: In die Gurte schlüpfen, auf der Stelle hüpfen und so lange am Gurtende ziehen bis die Mappe dicht am Rücken anliegt.

Sie soll nicht auf die Lendengegend drücken, beim Laufen nicht schaukeln und nicht über die Schultern hinausragen. Schwere Bücher gehören in das Fach, das dem Rücken am nächsten ist.

Die Zehn-Prozent-Regel

Schulkinder schultern täglich eine Menge an Büchern und Heften. Wiegetests haben gezeigt, dass mehr als 80 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen Ranzen tragen, die zu schwer sind. Orthopäden warnen deshalb schon lange: Zu schwere Schulranzen können zu chronischen Rückenleiden und Unfällen führen. Auch der Bewegungsapparat von Zehnjährigen reagiert noch äußerst anfällig auf Überbelastung.

Eine einfache Faustregel kann das vermeiden:Kinder sollten nur 10 Prozent des Körpergewichtes auf dem Rücken tragen.

Je weniger ein Kind wiegt, um so leichter muss auch der Ranzen sein. Leichte Ranzen wiegen ein knappes Kilo, schwere ungefähr 1500 g. Ein Schulkind mit 20 kg Körpergewicht darf dann beispielsweise in den leichten Ranzen ein Kilo "zuladen", in den schweren nur 500 g.

Da Grundschulkinder meist alle Materialien täglich mitnehmen, wird das "zulässige Gesamtgewicht" schnell überschritten. Abhilfe könnten abschließbare Fächer in der Schule schaffen, in denen alles verbleibt was für die Hausaufgaben nicht benötigt wird. Hilfreich sind auch Absprachen mit den Lehrern, wann welche Dinge gebraucht werden.

Damit nicht gerade die Steinesammlung oder sonst Verzichtbares mitgenommen wird, sollten Eltern die Schultaschen ihres Kindes regelmäßig kontrollieren und entrümpeln. Zur täglichen Gewichtskontrolle hat ein findiger Hersteller in den Ranzengriff schon eine einfache Federwaage integriert, so dass sich beim Anheben ganz einfach das ungefähre (Über-)Gewicht ablesen läßt.

Grell orange für die Sicherheit

Schulanfänger sind meist auch Verkehrsanfänger. Die DIN-Norm 58 124 stellt deshalb seit Februar 2001 sehr strenge Anforderungen an die optische Warnwirkung der Taschen, damit die Schüler in Dunkelheit und Dämmerung von Autofahrern schnell gesehen werden. Danach ist genau vorgeschrieben wie groß die Flächen und wie stark die Leuchtkraft auf den Vorder- und Seitenteilen der Ranzen sein müssen, die am Tag und in der Dämmerung aufleuchten.

So müssen beispielsweise mindesten 10 Prozent der Gesamtfläche mit Katzenaugeneffekt versehen sein und 20 Prozent der Fläche muss fluoreszieren. Hersteller wie Amigo, McNeill und Scout erzielten laut "test" (5/2001) sehr gute Noten in der optischen Warnwirkung. Bei anderen Herstellern ließ teilweise die Leuchtkraft der grell orangeroten Flächen mit der Zeit stark nach.

Laptop statt Schulranzen?

Vier Jahre Grundschulzeit übersteht eine gute Schultasche meist ohne Probleme. Beim Wechsel in die weiterführende Schule wünschen sich Kinder dann eine neue, denn sie wollen ja nicht mehr mit den i-Dötzchen verwechselt werden.

Laptops für alle Schüler sind noch lange nicht in Sicht. Also werden sich auch in Zukunft noch viele Schulkinder mit viel zu schweren Ranzen plagen und die Eltern immer wieder Ranzen entrümpeln müssen...


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