Wissenswerte Fakten

12 Irrtümer über den Eisprung

Viele weit verbreitete Annahmen zum Eisprung sind heute überholt, oder gehörten schon immer ins Reich der Mythen. Zwölf Fakten zum Thema Ovulation, die dich vielleicht überraschen!

Autor: Gabriele Möller
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1. Es sollte in jedem Zyklus ein Ei springen

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Foto: © Colourbox

Fakt ist: Mach' dir keine Sorgen, wenn du ab und zu einen Zyklus ohne Eisprung hast. Zum Beispiel können Infekte wie Erkältungen, Blasenentzündungen oder auch eine Magen-Darmgrippe den Eisprung verschieben oder auch ausbleiben lassen - vor allem, wenn sie heftiger ausfallen. Auch eine Behandlung mit einem Antibiotikum oder anderen Medikamenten kann den Zyklus stören.

Manchmal ist aber auch gar keine Ursache erkennbar, wenn der Eisprung mal ausbleibt. Solange dies nur gelegentlich passiert, besteht kein Handlungsbedarf. Wenn aber zum Beispiel deine Zykluskurven oder auch die Untersuchung beim Arzt ergeben, dass du selten oder nie einen Eisprung hast, kann dieser durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden, was in der Mehrzahl der Fälle gut funktioniert.

2. Wo eine Menstruation, da auch ein Eisprung

Fakt ist: Auch, wenn du deine „Tage" hast, bedeutet das nicht, dass zuvor auch ein Eisprung stattgefunden hat. Eine fehlende Ovulation kann sich zwar durch eine unregelmäßige oder ausbleibende Blutung bemerkbar machen, muss es aber nicht. Die Menstruation sagt also nichts darüber aus, ob du regelmäßige Eisprünge hast.

3. Ein „Ovu-Test“ zeigt an, ob und wann der Eisprung stattfindet

Teststreifen können zwar anzeigen, ob das eisprungauslösende Hormon LH (= Luteinisierendes Hormon) im Urin vorhanden ist. Bei der Bestimmung des Eisprung-Termins sind die Tests jedoch nicht zuverlässig. Zum Einen konnten Wissenschaftler etwas Erstaunliches beobachten: Die höchste Konzentration des LHs gab es überraschenderweise nach dem Eisprung, und nicht, wie man früher annahm, davor.

Zum Anderen zeigt allein das Vorhandensein von LH noch nicht an, ob dessen Konzentration auch hoch genug ist/war, um wirklich einen Eisprung auszulösen. Teststreifen geben also eine grobe Orientierung.


4. Den Eisprung spürt man am Mittelschmerz

Die Unterbauch-Beschwerden, die manche Frauen um den Ovulationstermin herum haben, sind ebenfalls ein sehr unzuverlässiger Indikator für einen Eisprung. Bauchweh im Unterleib sind oft vom Dickdarm verursacht, der empfindlich auf Stress, Unruhe, oder auch zu wenig Ballaststoffe reagiert. Selbst eine erfahrene Frau kann diese Beschwerden, die ebenfalls einseitig, stechend, ziehend oder auch dumpf sein können, kaum vom Mittelschmerz unterscheiden. Eine Studie zeigte denn auch, dass 85 Prozent der Frauen, die glaubten, den Eisprung zu spüren, damit falsch lagen!

Selbst der echte Mittelschmerz ist alles andere als exakt: Hier schmerzt nicht nur der Eisprung selbst, sondern bereits Tage davor kann die steigende Spannung in der Kapselwand des anschwellenden Follikels weh tun. Und auch nach dem Eisprung kann es noch weh tun, weil die kleine Menge Blut und Flüssigkeit, die aus dem geplatzten Follikel ausgetreten ist, das Bauchfell noch eine Weile schmerzhaft reizt. Der Mittelschmerz (den übrigens viele Frauen gar nicht haben) zeigt also nicht an, wann das Ei springt, oder ob der Eisprung nicht schon längst vorbei ist.

5. Wenn man exakt zum richtigen Termin Sex hat, wird man auch schwanger

Fakt ist: Viele Frauen mit Kinderwunsch glauben, wenn sie genau den Zeitpunkt des Eisprungs erwischen könnten, würden sie auch ganz sicher schwanger werden. Doch das ist keineswegs der Fall. Eine Frau bis 30 Jahre hat - je nach wissenschaftlicher Studie – in jedem Zyklus eine 20- bis 30-prozentige Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Du kannst aber diese Quote erhöhen, wenn du deinen Eisprungtermin eingrenzen kannst, zum Beispiel durch Basaltemperaturkurven oder Zykluscomputer.

Von den Frauen mit so einer Zykluskontrolle werden innerhalb von sechs Monaten etwa 80 Prozent schwanger, gegenüber nur 60 Prozent der Frauen ohne Eisprungbestimmung. Das klingt erstmal gut – es entspricht jedoch im einzelnen Zyklus nur einer um wenige Prozentpunkte erhöhten Chance. Mehr ist auch bei Sex zum perfekten Zeitpunkt nicht drin!

6. Der Eisprung ist ungefähr am 14. Zyklustag

Fakt ist: Immer wieder kann man lesen, ein normaler Zyklus sei ungefähr 28 Tage lang, und der Eisprung sei am 14. Tag. Doch das stimmt nicht: Eine Studie der Universität Leipzig ergab, dass 70 Prozent aller Frauen ihren Eisprung nicht einmal zwischen dem 13. und 15. Zyklustag haben, sondern entweder früher, oder auch erst danach.

Sogar scheinbar viel zu lange Zyklen von 60 Tagen müssen nicht bedeuten, dass kein Eisprung stattfindet. Es gibt Frauen, die auch damit problemlos schwanger werden. Hattest du aber früher immer viel kürzere Zyklen, und hast erst seit einiger Zeit überlange Zyklen entwickelt, könnte eine hormonelle Schwäche dahinter stecken. Dasselbe gilt bei sehr kurzen Zyklen: Bei einer Dauer unter 21 Tagen, oder wenn du früher längere Zyklen hattest, solltest du mit deinem Arzt sprechen, sofern du einen Babywunsch hast.

7. Sex während der Periode ist sicher

Fakt ist: Zwar findet während der Monatsblutung kein Eisprung statt. Aber Spermien können in Gebärmutter und Eileiter nach der Beobachtung von Wissenschaftlern fünf Tage, nach anderen Studien sogar bis zu acht Tagen überleben. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Frau aber locker schon am 12. Zyklustag angekommen – ein häufiger Zeitpunkt für Eisprung und Befruchtung! Deshalb solltest du auch während der Periode verhüten, wenn du und dein Partner an diesen Tagen miteinander schlafen wollt.

8. Übergewichtige Frauen oder Leistungssportlerinnen haben keinen Eisprung

Fakt ist: Wer zu viele Pfunde mit sich herumträgt, hat zwar öfter hormonelle Probleme, wie etwa das PCO-Syndrom (bei dem viele Eibläschen gebildet werden, aber oftmals keines heranreift). Dadurch können tatsächlich die Erfolgschancen beim Kinderwunsch geringer sein. Doch das muss nicht sein: Auch füllige Frauen oder Frauen mit PCO können einen Eisprung haben und schwanger werden.

Extreme Leistungssportlerinnen haben – ebenso wie untergewichtige Frauen – oft anovulatorische (eisprunglose) Zyklen. Doch auch hier gibt es keine feststehende Regel, auch sie können Eisprünge haben.

9. Nur der Arzt kann feststellen, wann der Eisprung stattfindet

Fakt ist: Früher war das so, heute stimmt es nicht mehr unbedingt. Denn inzwischen gibt es Tools, mit denen du deinen Zyklus viel genauer bestimmen kannst, als mit den herkömmlichen Methoden der Ovulationstests oder der Basaltemperaturmessung von eigener Hand: Es gibt kleine Messgeräte, die entweder nur nachts, oder auch durchgehend in der Scheide getragen werden (z. B. der OvulaRing). Dort messen sie in kurzen Abständen die Temperatur. Für die Dauer der Menstruation werden sie herausgenommen. Andere Geräte werden am Arm oder als kleiner Ohrstöpsel getragen und messen dort die Hauttemperatur.

Die Software dieser Tools wertet die Messungen aus und stellt zunächst (durch die Erhöhung der Körpertemperatur) fest, wann normalerweise der Eisprung ist. Später kann sie dann auch eine Prognose erstellen, wann mit dem Eisprung zu rechnen ist. Meist müssen diese Geräte bei Kinderwunsch nur einige Zyklen lang getragen werden, danach weiß eine Frau, an welchem Zyklustag meist der eigene Eisprung ist.

10. Am Tag des Eisprungs ist die Fruchtbarkeit am größten

Fakt ist: Je nach wissenschaftlicher Studie ist die Eizelle nach dem Eisprung nur noch 6 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Wenn du zum Beispiel morgens deinen Eisprung, aber abends erst Geschlechtsverkehr hast, kannst du schon zu spät dran sein. Am sichersten ist es daher, wenn du mit deinem Partner an den zwei bis drei Tagen vor dem erwarteten Eisprung Sex hast. So können die Spermien, die ja problemlos mehrere Tage überleben, bereits im Eileiter auf das Ei warten. Auf diese Weise könnt ihr die fruchtbarsten Stunden nicht verpassen.

11. Eine Frau, die voll stillt, hat keinen Eisprung

Fakt ist: Zwar kann das Milchbildungshormon Prolaktin den Eisprung hemmen, so dass eine Schwangerschaft bei einer voll stillenden Mutter eher unwahrscheinlich ist. Doch eine sichere Verhütung ist dies nicht: Sogar wenn sie voll stillen, haben manche Frauen schon sechs bis acht Wochen nach der Entbindung wieder einen Eisprung. Für nicht- oder nur teilstillende Mütter gilt dies erst recht.

Eine schnell nachfolgende Schwangerschaft aber belastet deinen Körper sehr, und auch die Risiken für Komplikationen sind höher. Auch wenn du stillst, solltest du daher ab Ende des Wochenflusses zuverlässig verhüten. Dein Gynäkologe berät dich jetzt zu einem sanften und stillverträglichen Verhütungsmittel.

12. Annahme: Vor der ersten Periode nach einer Entbindung kann man nicht schwanger werden

Fakt ist: Der Eisprung findet immer etwa 11 bis 15 Tage vor der Menstruation statt, und dies gilt auch nach einer Entbindung. Schon vor der ersten Regelblutung kannst du also bereits wieder deinen ersten Eisprung haben. Deshalb solltest du frühzeitig mit deinem Arzt über die passende Verhütung sprechen, auch wenn du noch nicht wieder deine Regel hattest.

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