Zehn Fragen und Antworten

Wie sich Eltern besser Gehör verschaffen

Worte können noch so gut gemeint sein – und trotzdem ihre Wirkung verfehlen. Wer wüsste das nicht besser als Eltern: Sie reden in freundlichstem Ton auf ihren Nachwuchs ein und der macht trotzdem, was er will.

von Rita Steininger
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Mutter Tochter-Küche Gespräch
Foto: © iStockphoto/ .shock

Worte kommen oft nicht an

Worte können noch so gut gemeint sein – und trotzdem ihre Wirkung verfehlen. Wer wüsste das nicht besser als Eltern, die sich täglich mit typischen Kommunikationsproblemen herumschlagen: Sie reden in freundlichstem Ton auf ihren Nachwuchs ein und der macht trotzdem, was er will. Versuchen sie es dann mal mit Strenge, wird das Kind bockig oder zieht sich in den Schmollwinkel zurück ...

Doch nicht nur innerhalb der Familie kann sich die Verständigung schwierig gestalten. Auch in Gesprächen mit den Miterziehern des Kindes (Großeltern, Erziehern, Lehrern ...) stehen Eltern oft vor einer Herausforderung, die nicht selten im Konflikt endet. Wie sind solch schwierige Gesprächssituationen besser zu bewältigen? Die folgenden zehn Fragen und Antworten greifen verschiedene kniffelige Gesprächssituationen auf und bieten Lösungswege an.

  • 1. Warum machen Kinder manchmal genau das Gegenteil von dem, was die Eltern ihnen sagen?

    Das liegt meistens daran, dass die Eltern ihren Standpunkt nicht glaubwürdig vertreten. Sie verhalten sich unstimmig – das heißt, ihr Tonfall, ihre Mimik und Verhaltensweise stimmen nicht mit dem überein, was sie sagen. Wenn eine Mutter etwa bei einem Wutanfall ihres Sprösslings mit lächelnder Miene und honigsüßer Stimme sagt: „Aua, du tust mir weh! Bitte hör auf, nach mir zu schlagen!“, darf sie nicht damit rechnen, dass das Kind ihre Bitte ernst nimmt.

  • 2. Wie sollen Eltern ihre Wünsche dann äußern, damit das Kind darauf eingeht?

    Um deutlich zu machen, dass sie es ernst meinen, sollten die Eltern ihren Wunsch nicht nur stimmig zum Ausdruck bringen, sondern das Kind dabei auch anschauen und anfassen. Durch Blick- und Körperkontakt zeigen sie ihrem Nachwuchs, dass sie sich im Augenblick nur mit ihm befassen, mit nichts und niemandem sonst. Dies ist eine Art von Grenzenziehen, die der Aussage die nötige Deutlichkeit und Festigkeit verleiht.

  • 3. Warum ist es nicht ratsam, kleinen Kindern zu viele Fragen zu stellen?

    Manchmal meinen es Eltern mit ihren Fragen einfach zu gut. Zum Beispiel, wenn es ums Essen geht: „Möchtest du heute Spaghetti, Pizza, Hühnchen mit Reis oder Apfelstrudel mit Sahne?“ Kleine Kinder sind mit allzu vielen Wahlmöglichkeiten meistens überfordert. Die Folge ist, dass sie sich nicht entscheiden können, ihre Meinung ständig ändern und die Eltern mit ihren Launen tyrannisieren. Besser als ständig zu fragen ist daher, das Angebot auf zwei oder sogar nur eine einzige Möglichkeit einzugrenzen: „Heute gibt es Hühnchen mit Reis, das hat dir doch letztes Mal so gut geschmeckt. Was hältst du davon?“

  • 4. Worauf sollte man achten, wenn man sein Kind (oder den Partner) auf ein unerwünschtes Verhalten hinweisen möchte?

    Gerade in Konfliktsituationen ist es wichtig, dass man seine Aussagen in der Ich-Form und nicht in der Du-Form formuliert. Du-Sätze enthalten nämlich sehr oft einen Vorwurf oder eine Herabsetzung, die den Ansprechpartner vor den Kopf stößt. Ich-Sätze dagegen bringen Gefühle und Wünsche zum Ausdruck, ohne den Angesprochenen zu brüskieren. Statt „Du gehst mir auf die Nerven“ ist es doch viel besser zu sagen: „Ich bin schrecklich müde und möchte für eine Weile Ruhe haben.“ Und statt „Du alter Faulpelz, tu endlich was!“ ist ein Satz wie dieser sicher wirkungsvoller: „Ich brauche dringend deine Hilfe.“

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