Ein Vater in Elternzeit

Oh Gott, jetzt bin ich gleich alleine

Langeweile war es sicher nicht, die Diplom-Betriebswirt Christian Schirmer veranlasste, Erziehungsurlaub zu nehmen. Der 39jährige war 21 Monate lang "draußen".

von Petra Fleckenstein
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Den Jungs ein leibhaftiger Vater sein

Langeweile war es sicher nicht, die Diplom-Betriebswirt Christian Schirmer veranlasste, ELternzeit (früher: Erziehungsurlaub) zu nehmen. Der 39-jährige Kölner war als Bundesgeschäftsführer des Jugendverbandes des BUND tätig, als seine Entscheidung fiel, für eine Zeit von 21 Monaten aus dem Job auszusteigen und seine zwei Söhne zu betreuen.

Wie kam es zu Eurem Rollentausch?
Als wir nach unserer dreimonatigen Beziehung von der Schwangerschaft erfuhren – und wenig später von Zwillingen – da war es für uns beide vollkommen klar, dass wir das nur gemeinsam schultern könnten.

Was hast Du Dir davon versprochen?
Meine Kinder ganz nah und auch rund um die Uhr miterleben zu können.Als klar war, dass es zwei Söhne würden, stieg sogar noch meine Neugier auf den Erziehungsurlaub, um meinen Jungs ein leibhaftiger Vater sein zu können.

Welche Bedenken hattest Du?
Ich dachte, hoffentlich werden die Tage nicht zu lang.

Wie war die Reaktion Deines Arbeitgebers?
Das einzige Problem war meine kurzzeitige Angst vor der Reaktion meines Arbeitsgebers. Die Reaktion selbst war aber unaufgeregt und sogar verständnisvoll.

Wie haben Deine Freunde reagiert?
Vermutlich bemerkt jeder Mann in dem Moment wo er Vater wird, einen mal schleichenden mal plötzlichen Wechsel seines Freundeskreises. Mein Dasein als Vater im Erziehungsurlaub hat diese Entwicklung noch beschleunigt.
Der Erziehungsurlaub stieß bei vielen auf Bewunderung und bei vielen sprach auch so eine Art Neid oder schlechtes Gewissen aus ihrer Reaktion.