Ursachen und Behandlung

Unfruchtbarkeit bei Frauen

Wenn die erwünschte Schwangerschaft auf sich warten lässt, beginnt die Ursachenforschung. Hier geht es um mögliche Gründe für weibliche Unfruchtbarkeit und um die möglichen Behandlungsmethoden.

Autor: Heike Byn
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'Wollt Ihr keine Kinder?'

junges Paar Test

Abwarten oder dem Schicksal nachhelfen?

„Na, wollt ihr keine Kinder?“ Jedes Paar, das länger als ein paar Jahre zusammen ist, kennt diese Frage. Wer gerade anderen Dingen im Leben den Vorzug gibt, hört weg. Wer aber, wie Brigitta (39) und Simon M. (42) schon lange auf eine Schwangerschaft hofft, fühlt sich getroffen. „Es tat sehr weh, als andere meinen Kummer unwissentlich so direkt ansprachen“, sagt Brigitta heute. „Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte.“ Kinderlosigkeit ist keine Krankheit. Weh tut sie trotzdem. Denn ein Baby gehört nun mal für die meisten Menschen zur Lebensplanung. Bleibt der Wunsch auf ein Kind unerfüllt, stehen Paare wie Brigitta und Simon vor einer schweren Entscheidung: Sollen sie dem Schicksal vertrauen? Mutter Natur im Labor auf die Sprünge helfen? Oder sich gleich um ein Adoptivkind bemühen? „Nach nur einem Jahr ohne Erfolg war ich total verzweifelt“, sagt Brigitta. Also ließen sich die beiden untersuchen; er beim Urologen, sie beim Gynäkologen. Denn Unfruchtbarkeit kann viele Ursachen haben. Bei vielen Frauen sind zum Beispiel Entzündungen der Eileiter, Eierstöcke oder der Gebärmutter für die Sterilität verantwortlich. Auslöser hierfür sind unter anderem Chlamydien – kleine, sexuell übertragbare Bakterien, die Infektionen auslösen. Oft führen die Entzündungen auch zu Verwachsungen und Verschlüssen.

Ursachenforschung: Hormonstörungen, Endometriose, Alter

Besonders häufig treten bei unfruchtbaren Frauen hormonelle Störungen, vor allem Zyklusstörungen, auf. Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger Monatsblutung ist daran ein erhöhter Spiegel an männlichen Hormonen (Androgenen) im Blut schuld. Die Folge: die Eizellreifung ist gestört – bis hin zum Ausbleiben des Eisprungs. Eine hormonelle Störung liegt auch bei vergrößerten Eierstöcken vor, in denen zu viele Follikel gleichzeitig heranreifen. Man spricht dann von „polyzystischen Ovarien“. Die meisten Hormonstörungen können aber auf Dauer mit einer medikamentösen Hormontherapie behandelt werden.

Weit verbreitet sind auch Endometriose und Myome. Die Endometriose ist eine Krankheit, bei der sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter im Körper ansiedeln, und die aus noch nicht ganz erforschten Gründen auch für eine Unfruchtbarkeit verantwortlich sein kann. Wenn sich die Schleimhautzellen an den Eileitern sammeln, entstehen Zysten. Außerdem verursachen die Schleimhautzellen oft heftige Schmerzen, weil sie wie die Gebärmutterschleimhaut während des Zyklus’ wachsen und bei der Regel in den Bauchraum bluten können. Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmutter. Sie führen zwar nicht ursächlich zu Unfruchtbarkeit, sind aber oft Auslöser für Fehlgeburten.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss des Alters der Frau auf ihre Fruchtbarkeit: Bereits ab 35 nimmt auch bei gesunden Frauen die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, von Jahr zu ab. Auch wenn sich heutzutage Frauen über 40 noch jung und fit fühlen, am biologischen Alter ihrer Eierstöcke ändert das nichts. Denn mit zunehmendem Alter erhöht sich die Rate für Fehlgeburten und die befruchteten Eizellen nisten sich nicht mehr so schnell in der Gebärmutter ein. Außerdem arbeiten die Eierstöcke nicht mehr optimal und damit gehen die Chancen auf gesunden Eizellen ganz allmählich zurück. Das vermindert letztlich auch die Chancen auf eine Schwangerschaft, ob nun mit oder ohne medizinische Hilfe.

Häufig werden auch die Psyche oder Stress als mögliche Ursachen für Unfruchtbarkeit gesehen. Vielfach dann, wenn die Ärzte keine andere organische Ursache finden. Auch wenn bislang nicht zweifelsfrei fest steht, dass die Psyche eine Empfängnis verhindern kann, ist für manche Paare eine therapeutische Beratung vor oder während einer Kinderwunschbehandlung sinnvoll. Zum Beispiel wenn eine Frau unbewusst innerlich noch nicht bereit für ein Kind ist oder sich mit der Familienplanung selbst zu sehr unter Druck setzt.

Basaltemperatur und Bauchspiegelung geben Klarheit

Die hervorragenden Ergebnisse zweier Spermiogramme – Untersuchungen, bei denen die Samenzellen auf Anzahl und Qualität geprüft werden – nahmen Simon die Sorge, für die Kinderlosigkeit verantwortlich zu sein. Danach begann für seine Frau Brigitta ein Ärzte-Marathon. Wie bei den meisten Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch prüften auch die Ärzte im Kinderwunschzentrum zuerst mittels Basaltemperaturkurve, ob sie überhaupt einen Eisprung hat. Dazu musste Brigitta über mehrere Zyklen hinweg ihre Körpertemperatur vor dem Aufstehen messen. Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt nämlich die durchschnittliche Temperatur um etwa 0,5 Grad Celsius an. Zusätzlich klärten die Ärzte bei einer Ultraschalluntersuchung, ob ihre Eileiter durchgängig sind. Dazu spritzten sie ihr ein Kontrastmittel in die Gebärmutter, so dass auch Verwachsungen und Verschlüsse sichtbar werden.

Bei manchen Frauen ist noch eine Bauchspiegelung nötig, wenn man kleine Verwachsungen oder gar eine Endometriose vermutet, die sich per Ultraschall nicht darstellen lassen. Wie bei Brigitta: „Bei der Bauchspiegelung fanden die Ärzte eine ausgedehnte Endometriose an den Eierstöcken sowie im Raum zwischen Gebärmutter und Darm vor. Die Infektionsherde wurden gleich entfernt“, erzählt sie. Eine zusätzliche Hormontherapie sollte anschließend dafür sorgen, dass auch die letzten Herde „ausgetrocknet“ werden. Doch die Ärzte rieten ihr auch, nicht länger zu warten und nach der Behandlung mit einer künstlichen Befruchtung zu beginnen.


Therapie bei fehlendem Eisprung und Hormonproblemen

Die boomende Branche der Reproduktionsmedizin verdient an der Hoffnung und Verzweiflung vieler Paare nicht schlecht. In einer Gesellschaft, in der medizinisch vieles machbar ist, wollen die wenigsten ihre Kinderlosigkeit akzeptieren. Und weil die Sehnsucht nach einem Baby bei Frauen meistens stärker ausgeprägt ist, sind sie die treibende Kraft beim Gang in die Klinik. Wenn alle ringsum im Freundeskreis schwanger werden, empfinden die Frauen es als ungerecht, dass ausgerechnet sie Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Im Jahr 2006 unterzogen sich in Deutschland über 65.000 Frauen einer reproduktionsmedizinischen Behandlung.

Am unproblematischsten ist dabei noch die Hormontherapie, bei der kein operativer Eingriff nötig ist und mit der sich ein unregelmäßiger oder fehlender Eisprung und niedrige Hormonwerte durch Medikamente korrigieren lassen. Sie steuern dann die Funktion der weiblichen Eierstöcke – allen voran die Wirkung des Follikel stimulierenden Hormons FSH. Es fördert die Entwicklung befruchtungsfähiger Eizellen. Dadurch steigt bei Frauen mit Hormonstörungen die Chance, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Auch die In-Vitro-Fertilisation wäre ohne den Einsatz von Hormonen nicht denkbar. Schließlich regen sie die Eierstöcke dazu an, mehr Eizellen als üblich reifen zu lassen. Nach wie vor wird Clomifen (Dyneric, Pergotime, Clom50 oder Clomhexal) als Mittel der Wahl eingesetzt, um eine gute Eizellreifung an den Eierstöcken zu unterstützen. Doch zunehmend wird Clomifen wegen seiner Nebenwirkungen kritisiert, denn viele Frauen leiden nach der Einnahme unter den typischen Symptomen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder depressiven Verstimmungen. Es kommt auch häufiger zu einer Zystenbildung, als bei der Behandlung mit anderen Follikel stimulierenden Hormonen - den Gonadotropinen -, die als Spritze verabreicht werden. Ein weiterer Nachteil ist auch die lange Halbwertzeit von Clomifen: Einmal in der Blutbahn, lässt sich die Stimulation der Eierstöcke nicht mehr durch eine Dosiserhöhung oder -senkung steuern.

Hilfe bei organischen Problemen: Insemination, IVF, ICSI

Sind Zahl und Beweglichkeit der Samenzellen leicht bis mittelschwer eingeschränkt oder können die Spermien den Gebärmutterhalsschleim nicht durchdringen, bietet sich eine Insemination an. Dazu werden die Samen zuerst in einer Nährstofflösung gewaschen und gefiltert, so dass nur die beweglichsten Spermien übrig bleiben. Anschließend führt der Arzt das aufbereitete Ejakulat zum Zeitpunkt des Eisprungs mit einem dünnen Schlauch direkt in die Gebärmutter ein.

Mit über 90.000 Behandlungs-Zyklen pro Jahr ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF) in Deutschland ein Routine-Eingriff. Sie kommt zum Beispiel zum Einsatz, wenn die Eileiter verschlossen sind oder bei Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileitern oder Gebärmutter. Dabei regen Hormone die Eierstöcke dazu an, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Nach dem Eisprung entnimmt der Arzt die reifen Eizellen per Nadelpunktion durch die Scheide und bringt sie im Labor mit den Spermien zusammen. Die Samenzelle bahnt sich ihren Weg zum Ei selbst. Nach der Befruchtung werden ein oder mehrere Embryos in die Gebärmutter implantiert.

Eine Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wird vor allem bei schlechter Samenqualität des Mannes angewendet oder wenn eine Befruchtung im Reagenzglas nicht stattgefunden hat. Unter dem Mikroskop wird dazu ein einzelnes Spermium in eine Pipette aufgezogen und direkt in eine Eizelle eingespritzt. Danach geht man wie bei einer IVF vor. Für den Fall, dass im Ejakulat des Mannes keine Samenzellen vorhanden sind – bei Samenleiterverschlüssen oder nach einer Sterilisation – lassen sich für die ICSI Samenzellen per chirurgischem Spezialverfahren aus den Nebenhoden gewinnen.

Ob sich die Eizellen nach einer IVF oder ICSI aber in der Gebärmutter weiterentwickeln, hängt von vielen Faktoren ab: von der Embryonenqualität, von der Ursache der Unfruchtbarkeit, vom Alter der Frau. Im Durchschnitt liegt die Schwangerschaftsquote pro IVF-Zyklus bei etwa 20-25 Prozent bzw. bei 20-30 Prozent bei ICSI. Nach vier Embryo-Tansfers steigt diese Rate auf 50-60 Prozent (IVF) bzw. Auf rund 60 Prozent (ICSI). Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Wer darüber hinaus an Eizell-Spenden und Leihmutterschaft denkt, muss sich im Ausland behandeln lassen. Lediglich der Samen eines fremden Spenders darf in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen übertragen werden.

Ultraschall, Blutproben und Ausreden bestimmen den Alltag

Doch egal, ob Hormontherapie oder ICSI – auf den enorm zeitaufwändigen und anstrengenden Behandlungsprozess ist keine Frau vorbereitet. Denn die Heranreifung der Eibläschen und der Eisprung müssen engmaschig überwacht werden. Beispiel IVF: Zwischen dem 18. und 22. Tag des Zyklus’ vor einer IVF werden die Eierstöcke mit einem Medikament hormonell „reguliert“. Nach 14 Tagen wird das mit einer Blutuntersuchung kontrolliert. Wenn die Hormone erfolgreich unterdrückt wurden, kann der Arzt mit der eigentlichen hormonellen Stimulation der Eierstöcke beginnen. Die Hormongaben, die dafür sorgen, dass sich ausreichend viele Eibläschen an den Eierstöcken bilden, spritzen sich die Frauen über etwa eine Woche lang täglich selber in die Haut an Bauch oder Oberschenkeln. Dann folgt das „Zyklusmonitoring“, bei dem ab dem siebten Tag eines Zyklus’ in mehreren Ultraschallen im Abstand von etwa zwei Tagen die Follikel und die Gebärmutterschleimhaut beobachtet werden. An diesen Tagen wird auch Blut abgenommen, um den Östradiol-Wert (ein Hormon, das vom wachsenden Follikel gebildet wird) zu ermitteln und eventuell auch das Eisprung auslösende Hormon (LH) zu bestimmen. „Ich bin jeden Monat mindestens drei Tage zu spät ins Büro kommen. Ich habe erzählt, dass ich unter Migräne leide, Medikamente nehme und deshalb erst später am Tag fit bin“, erzählt Brigitta. Neben dem Stress der ständigen Fahrten in die Klinik, hat sie danach tagelang nur langärmelige Kleidung getragen, damit niemand die Einstichstellen und blauen Flecken an ihren Armen bemerkte.

Wenn die Voraussetzungen optimal sind, meist zehn bis 14 Tage nach Stimulationsbeginn, wird bei einer IVF/ICSI ein Hormon gespritzt, das die Eizellen hormonell auf den Eisprung vorbereitet, damit sie während eines Ultraschalls durch Punktion aus den Eibläschen entnommen werden können. Doch auch danach ist die anstrengende Prozedur noch nicht zu Ende: Denn zur Unterstützung der zweiten Zyklushälfte, der „Gelbkörperphase“, bekommen die Frauen nach dem Transfer der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter ein Gelbkörperhormon und ein Schwangerschaftshormon verabreicht. Zwei Wochen nach dem Transfer wird dann per Blut bestimmt, ob „es geklappt hat.“

Partnerschaft wird auf eine harte Probe gestellt

Die Zeit der Behandlung erleben vor allem Frauen als psychische und physische Grenzerfahrung. Sie jagen von einer Untersuchung zur nächsten, investieren Zeit, Geld und Kraft in Therapien, die eine Schwangerschaft und damit Glück versprechen. Sex nach Terminkalender und Thermometer ist ungefähr so aufregend wie der zehnte Urlaub am gleichen Ort. „Wenn ihr Eisprung bevor stand, erwartete mich Brigitta abends immer besonders sorgfältig geschminkt und gestylt. Das war so durchschaubar und ich hatte nach einer Weile keine Lust mehr auf dieses Theater“, erzählt Simon. Eine IVF-Behandlung ist dagegen eine emotionale Achterbahnfahrt. Das Warten auf die fruchtbaren Tage, die aufkeimende Hoffnung nach der Übertragung befruchteter Eizellen, dann der Zusammenbruch beim Einsetzen der Periode. Vier bis sechs IVF-Versuche sind dabei nicht unüblich, obwohl die Krankenkassen inzwischen nur noch drei Behandlungen – und das auch nur zu 50 Prozent – bezahlen. Außerdem muss das Paar verheiratet sein, Frauen dürfen nicht älter als 40, Männer nicht älter als 50 Jahre sein. Die genauen Kosten hängen von der Art der Behandlung ab: Bei der IVF fallen für einen Behandlungszyklus rund 1.200 Euro an Arztkosten und noch mal der gleiche Betrag für Medikamente an. Beim ICSI-Verfahren liegen die Gesamtkosten bei rund 3.000 Euro.

Für Paula (42) und Jens (47) sind das viel mehr als Zahlen. Der Weg zur Geburt von Tim (3), ihrem Happy End, war qualvoll und langwierig. Als Paula mit 30 von ihrer Unfruchtbarkeit wegen schwer zu behebender Eileiter-Verschlüsse erfuhr, brach für sie eine Welt zusammen. „Wir sind Familienmenschen, haben uns immer Kinder gewünscht.“ Im Gegensatz zu anderen Betroffenen sprachen Paula und Jens von Anfang an aber offen über ihre Gefühle. Auch, nachdem sie sich für eine IVF entschieden hatten. „Wir erklärten unseren Freunden, wie belastend es ist, wochenlange Hormonkuren ertragen zu müssen.“ So hatte jeder Verständnis, wenn Paula bei Treffen scheinbar grundlos zu weinen begann. Manchmal hätte sie gern alles hingeschmissen: neun Kilo mehr wegen all der Hormone, lügen am Arbeitsplatz, Hoffnung – und Enttäuschung. Was andere Paare entfremdet, verband Paula und Jens nur noch fester. Beim sechsten Versuch hatte Paula längst keine Hoffnung mehr. „Ich redete mir ein, dass ein Leben ohne Kinder auch schön ist – bis der Anruf kam, dass ich schwanger bin. Da habe ich einfach losgeheult …“

Adoption oder Abschied vom Kinderwunsch

Brigitta und Simon hatten beschlossen: „Nach vier ICSI-Versuchen ist Schluss. Wir konnten das ständige Auf und Ab der Gefühle nicht mehr länger ertragen und entschlossen uns, ein Kind zu adoptieren.“ Weil sie wie viele andere Paare auch ein Baby oder Kleinkind aufnehmen wollten, hatte das Jugendamt sie auf eine Wartezeit von ein paar Jahren vorbereitet. „Nach anderthalb Jahren, wir hatten wieder in unser normales Alltagsleben zurückgefunden, wurde ich plötzlich schwanger. Einfach so und medizinisch eigentlich unmöglich. Das hat uns so umgehauen, dass wir die ersten Monate niemandem davon erzählt haben. Aus lauter Angst, dass doch noch etwas schiefgehen könnte“, lacht Brigitta entspannt. Es ging nichts schief – im Gegenteil: Ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Alexander rief das Jugendamt bei dem Paar an – das ganz vergessen hatte, den Adoptions-Antrag zurückzuziehen – um ihm ein einjähriges Mädchen zu vermitteln. „Wir haben sofort Ja gesagt. So viel Glück, das konnten wir gar nicht fassen.“ Seither wachsen Alexander und die kleine Janina wie Zwillinge auf.

Für viele Paare ist das Ende der reproduktionsmedizinischen Behandlung, auch wenn sie erfolglos blieb, dann geradezu eine Befreiung. Nachdem sie alles versucht haben, kann das Leben endlich weitergehen. Vielleicht mit einer Adoption, vielleicht auch ganz ohne Kinder. Über einen unerfüllten Kinderwunsch kann zwar keine Statistik hinwegtrösten, Mut macht das Ergebnis einer Langzeitstudie der Universitäten Jena und Freiburg trotzdem. Demnach sind kinderlose Paare genauso gesund und sozial aktiv wie Familie. Und genauso glücklich.

Weitere Informationen

Medizinische Infos im Internet

www.kinderwunsch.de, www.wunschkinder.net, www.netdoktor.de

Adressen von Reproduktionsmedizinischen Praxen oder Kliniken

www.repromed.de

Buchtipps

  • Martin Spiewak: Wie weit gehen wir für ein Kind? Im Labyrinth der Fortpflanzungsmedizin. Eichborn Verlag, 2005. 261 Seiten, 22,90 Euro. ISBN 978-3821856285
  • Birgit Schork / Manuela Runge: Alles für ein Kind. (Ein Erfahrungsbericht). Lübbe Verlag, 2005. 251 Seiten, 7,90 Euro. ISBN: 978-3404615612
  • Judith Uyterlinde: Eisprung. Eine Geschichte über die Liebe und den Wunsch nach einem Kind. Goldmann Verlag, 2003. 157 Seiten, 8,99 Euro. ISBN 978-3442151769
  • Tewes Wischmann / Heike Stammer: Der Traum vom eigenen Kind. Psychologische Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch. Kohlhammer Verlag, 2006. 185 Seiten, 18 Euro. ISBN: 978-3170192898

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