Darauf sollte man achten
Das erste Fahrrad für mein Kind
Wer sich vor dem Kauf des ersten Kinderfahrrads darüber informiert, welche Bremsen, welche Reifen, welches Gewicht, welche Größe sinnvoll sind, vermeidet Fehlkäufe und tut viel für die Sicherheit seines Kindes.
Optimale Vorstufen: Roller oder Laufrad
Der Kauf des ersten Kinderfahrrads steht an und Sie fragen sich, was Sie dabei unbedingt beachten sollten? Prof. Dr. Volker Briese, Fachreferent für Verkehrpädagogik beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club, beantwortet alle wichtigen Fragen zum Fahrradkauf.
Welche Aufgabe hat das erste Fahrrad für ein Kind?
Briese: "Das erste Fahrrad ist ein Spielrad. Es geht darum spielerisch erste Fortbewegung zu erleben, den Gleichgewichtssinn zu schulen und das Lenken und Steuern zu erlernen. Das passiert am besten jenseits des Verkehrs, bestenfalls auf Gehwegen."
Welchen Aktionsradius hat das Kind mit dem ersten Fahrrad?
Briese: "Oft wird vergessen, dass die Kinder mit Spielrädern keine Radausflüge zusammen mit den Eltern machen können: Dazu sind die Rädchen nicht konzipiert. Die Ergonomie und die Übersetzung machen es dem Kind unmöglich, längere Strecken am Stück zu fahren. Das endet nicht selten im Familienstreit. Sind Kinder alleine unterwegs, so rasten sie spielerisch immer wieder, um sich von der Anstrengung und der noch ungewohnten Haltung zu erholen. Doch selbst wenn das Kind wollte, es kann auf diesen Rädern keine langen Distanzen am Stück zurücklegen. Oftmals wird bei solchen sonntäglichen "Horrortrips" den Kindern das Fahrradfahren auf Dauer vermiest.
Bis zum Schuleintritt ist Radfahren für Kinder meist noch Spielerei. Wenn die Kinder auf Tour mitkommen sollen, dann bitte im Kindersitz, oder im Kinderanhänger. Kurze Strecken sind hingegen völlig unproblematisch. Ein bis drei Kilometer zum Kindergarten beispielsweise. Auch können Kinder langsam an Strecken herangeführt werden. Nicht nur der Geist ist in dem Alter bereits sehr leistungsfähig, auch der Körper. Vorausgesetzt, er wird trainiert und nicht überfordert. Mit 7-Jährigen kann man dann bereits auch mal 40 km an einem Tag fahren, aber mit dem richtigen Rad und nach Training."
Was kommt vor dem Fahrrad?
Briese: "Meist folgt die Mobilität dem Schema: Rutscher, Dreirad, Go-Cart, Roller und schließlich das erste Fahrrad. Was die Koordination angeht, ist der Roller fürs Fahrradfahren am wichtigsten. Aus meiner Sicht sollte die Kette auch auf Rutscher, Roller und Fahrrad verkürzt werden. Eine sehr gute Zwischenstufe sind die Laufräder, wie sie seit einiger Zeit auf dem Markt sind. Sie bereiten ideal fürs erste Fahrrad, das Spielrad, vor. Von Stützrädern halte ich gar nichts. Sie sind gefährlich. Lieber etwas länger mit den ersten Fahrversuchen warten, als das Kind auf Stützräder ins Rollen bringen. Denn der schwerste Schritt fürs Kind ist das Einpendeln des Gleichgewichts. Da stehen die Erfahrungen mit Stützrädern den meisten Kindern im Wege."
Was zeichnet solche Spielräder aus?
Briese: "Spielräder sind gleichgewichtsbildende Spielzeuge, die nicht im Straßenverkehr benutzt werden dürfen. Der Gesetzgeber schreibt für diese keine Beleuchtung vor. Sie werden ja von kleinen Kindern benutzt, die ohnehin nicht im Dunkeln unterwegs sind. Gerade in dieser Radklasse werden die Bremsen bei den meisten Herstellern stark vernachlässigt. Der Preisdruck scheint immens zu sein. Hier sollten Eltern viel Aufmerksamkeit walten lassen. Auch muss sichergestellt sein, dass die Bremsehebel mit Kinderfingern erreichbar und die Bedienkräfte nicht zu hoch sind. Wer ganz sichergehen möchte, der kombiniert Felgen- und Rücktrittbremse. Die Spielräder haben zwischen 10" und 18" große Räder. Die Kinder sollten auf dem Sattel sitzend mit den Füßen gut den Boden erreichen. Demgegenüber gibt es die "Kinderstraßenräder". Für diese 18" - 22" Räder schreibt die StVZO die gleiche lichttechnische Ausstattung vor wie beim großen Rad."

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