Lese-Lern-Methoden

Wie lernt ein Kind am besten Lesen?

Mit der Anlauttabelle, mit der altbewährten Fibel oder in Silben - an deutschen Schulen herrscht verwirrende Vielfalt, wenn es um den Weg zum Lesen (und Schreiben) lernen geht. urbia stellt die häufigsten Lese-Lern-Methoden vor.

Autor: Astrid Gabriel
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Lesenlernen anno dazumal – wenig Platz für Kreativität

Kind lernt lesen
Foto: © panthermedia.net/ Monkeybusiness Images

„Hasenmax, der Bösewicht, konnte heut‘ sein Verschen nicht, hat gepfiffen und geschwätzt, Hasenlieschens Rock zerfetzt, eine neue Bank zerkracht und dabei noch laut gelacht. In die Ecke muß er nun. Ei, da kann er Buße tun!“, heißt es im Fibel-Klassiker „Die Häschenschule“, mit der viele deutsche Kinder vor knapp 100 Jahren das Lesen lernten. Diese Fibel mit ihren bunten Bildern und Reimen galt damals als besonders kindgerecht und modern. Beim Lesenlernen sprach der Lehrer erste Wörter vor, die Kinder sprachen sie im Chor nach. Zuvor hatten sie das Alphabet gelernt und sollten sich nun merken, aus welchen Buchstaben das betreffende Wort zusammen gesetzt werden musste.

Erstleser im 21. Jahrhundert – Spaß muss sein

Fibeln gibt es immer noch, aber die I-Dötzchen des 21. Jahrhunderts müssen das erste Lesen nicht mehr durch Nachsprechen lernen. Sie sollen sich die geschriebene Sprache selbständig und kreativ aneignen. Das Ganze soll auch Spaß machen, damit die Lust am Lesen- und Schreibenlernen bleibt. Fachleute gehen dabei davon aus, dass das Lesenlernen in drei Hauptschritten erfolgt: Zuerst kommt das Wiedererkennen von Zeichen oder Schriftzügen (logographische Phase). Dann erfolgt die Zuordnung von Buchstaben zu Lauten, die sogenannte alphabetische Phase. Zuletzt kommt das Textverständnis, wenn das Kind das Wort beim Lesen auch inhaltlich versteht. Doch wie die Vermittlung dieser Fähigkeiten am besten funktioniert, darüber besteht Uneinigkeit.

„Lesen durch Schreiben“ – Wörter selbst bauen

Mein jüngerer Sohn Lars* geht seit einigen Wochen in die erste Klasse. Schon nach wenigen Tagen schrieb er seine ersten Wörter, ohne sie von der Tafel oder einem Heft abzuschreiben. Er suchte sich die nötigen Buchstaben selbst aus einer Anlauttabelle heraus. „So macht das Schreiben- und Lesenlernen viel mehr Spaß, weil die Kinder von Anfang an Erfolgserlebnisse haben und sich Wörter selbst erschließen können. Und das Lesen lernen sie ganz nebenbei“, schwärmt Lars‘ junge Lehrerin. Eltern über 30 muss jetzt kurz erklärt werden: Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wird das Lesenlernen nicht mehr vom Schreibenlernen getrennt. Bei der Methode „Lesen durch Schreiben“, nach der mein Sohn unterrichtet wird, wird von Kindern im Klassenzimmer sogar überhaupt nicht mehr laut vorgelesen, um schwächere Leser nicht zu entmutigen.

Bei diesem, vom Schweizer Reformpädagogen Dr. Jürgen Reichen entwickelten Konzept, das heute an vielen Schulen im ganzen Bundesgebiet verwendet wird, schreiben die Kinder von Anfang an ganze Wörter. Dazu zerlegen sie das Wort zuerst in seine einzelnen Laute (H-U-N-D), und zwar in die reinen Laute,  nicht die gesprochenen: also zum Beispiel in ein gehauchtes „Hhh“ statt des Buchstabennamens „Ha“ oder ein kurz hervorgestoßenes „D“ statt des „De“. Die Buchstaben sucht sich das Kind aus einer Anlauttabelle heraus und setzt das Wort schreibend zusammen. Den richtigen Einzelbuchstaben oder Laut (Au, Pf, Sch) findet es dabei über die in der Tabelle gezeigten Motive: Es gibt zu jedem Buchstaben einen Gegenstand oder ein Tier, der oder das mit dem entsprechenden Buchstaben beginnt (A, a wie Apfel). Begonnen wird immer mit Druckbuchstaben.

„O wie Ochs“ - Anlauttabellen gibt’s schon lange

In Jürgen Reichens Schulbuch „Lara und ihre Freunde“ wird dabei mit Bildern gearbeitet, zu denen die Kinder mithilfe der Anlauttabelle erste Wörter  schreiben. Bunte Bilder sprechen die Fantasie von Kindern direkter und stärker an als Schriftzeichen, was mehr motiviert. Es gibt neben der hufeisenförmigen Anlauttabelle von Reichen noch viele andere Formen (oval, als Haus, als Schlange, quadratisch etc.), und nicht alle gehören zum Konzept „Lesen durch Schreiben“. Anlauttabellen sind sowieso keine moderne Erfindung. Eine der ältesten stammt aus dem Jahr 1533 und erklärt Schülern in Frakturschrift und mit Piktogramm: A wie Armbrost, O wie Ochs, G wie Galg‘[en].

Die „Rechtschreibwerkstatt“: Schreib‘, wie du sprichst!

Eine Unterform der Methode „Lesen durch Schreiben“ ist die „Rechtschreibwerkstatt“ von Norbert Sommer-Stumpenhorst. Sie verwendet neben Bildern auch Modellwörter, an denen Kinder die richtige Schreibweise und die Grammatik üben können. In den Arbeitsmaterialien gibt es kleine Helferfiguren. „Frau Laut“ erklärt zum Beispiel: „In unserer Schrift wird jeder Laut durch einen Buchstaben abgebildet. Wenn du weißt, welcher Buchstabe zu welchem Laut gehört, kannst du schon ganz viele Wörter richtig schreiben. Du musst nur deutlich sprechen und die Laute heraushören können.“

Doch hier offenbart sich ein Problem der Methode „Lesen durch Schreiben“. Denn das Deutsche ist gerade keine Sprache, bei der man durch genaues Zuhören schon die richtige Schreibweise erkennen könnte (sonst würde Zug wie „Zuk“ geschrieben, Mutter wie „Mutta“). „Nichts wäre fataler als das Deutsche als eine Schrift zu beschreiben, die nach dem Grundsatz ‚Schreib‘, wie du sprichst!‘ verfährt“, betont auch der St. Gallener Didaktiker (Fachmann für Lehrmethoden) Prof. Dr. Jakob Ossner.

Anlauttabelle Tinto für mehr Selbstbestimmung

Neben „Lara“ und der „Rechtschreibwerkstatt“ ist „Tinto“ die dritte, häufig verwendete Unterform von „Lesen durch Schreiben“. Tinto wurde entwickelt von Dr. Rüdiger Urbanek, der dazu das sogenannte Buchstabenhaus (eine Anlauttabelle) entwickelte. Die Materialreihe „Tinto“ enthält unter anderem ein Buchstabenheft mit Übungen, das als Loseblatt-Ordner angelegt ist. Das ist ein Pluspunkt, denn so können die Kinder die Reihenfolge, in der die Buchstaben bearbeitet werden, selbst bestimmen. Ebenfalls konsequent umgesetzt wird das Konzept „Lesen durch Schreiben“ auch im Lehrgang „Konfetti“ von Mechthild Pieler, der Schreiblehrgang, Lesebilderbuch und Sachbilderbuch enthält.

Bei allen Unterformen gilt: Eine Stärke der Methode „Lesen durch Schreiben“ (LdS) ist, dass die Kinder mithilfe der Worttabelle fast sofort alle Wörter schreiben können. Sie müssen nicht, wie beim Fibellehrgang, warten, bis sie einige Buchstaben gelernt haben. Das motiviert, verschafft schnelle Erfolgserlebnisse und macht Lust auf weitere Erkundungen im Reich der Wörter. Unvermeidlich ist dabei, dass die Kinder nicht nach den Regeln der deutschen Rechtschreibung vorgehen, sondern nach Gehör. Verwundert betrachte auch ich die Stilblüten meines Sprösslings, der kürzlich schrieb: DI KU RNT (Die Kuh rennt). Was Lehrern früher graue Haare verursacht hätte, löst bei seiner Lehrerin ein dickes Lob aus.


Der holprige Weg zur Rechtschreibung

Oft erst ab dem zweiten oder sogar dritten Schuljahr wird bei LdS-Klassen Wert auf die orthografisch korrekte Schreibweise gelegt. Und hier setzt die Irritation vieler Eltern, aber auch die Kritik von Bildungsfachleuten an: Kann es sinnvoll sein, dass Kinder sozusagen zweimal das Schreiben lernen müssen, einmal falsch und einmal richtig? Ist es nicht verwirrend, anfangs für etwas gelobt zu werden, das dann später als falsch angestrichen wird? Geht doch die pädagogische Psychologie davon aus, dass Lob und Bestärkung dazu führen, dass Kinder Dinge ins Langzeitgedächtnis aufnehmen. Auch bietet LdS nur schwammige Lösungen dazu an, wie das Kind zur Rechtschreibung finden soll. Dr. Rüdiger Urbanek sagt auf seiner Homepage dazu beispielsweise lediglich, ein Kind schreibe das Wort irgendwann von selbst richtig, weil es „sich die Besonderheit dieses Wortes gemerkt“ habe, zum Beispiel beim häufigen Lesen.

"Man sollte sehr genau darauf achten, wann man einem Kind zumuten kann wahrzunehmen, dass es diese Diskrepanz zwischen seiner Schrift und der Schrift der Erwachsenen gibt, und zu sehen, es gibt auch eine Schrift, die auf Konventionen beruht", findet die Münchener Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik Angelika Speck-Hamdan. "Ich meine, es ist falsch, zwei Jahre lang zu sagen, wunderbar, es ist alles richtig. Damit wiegt man die Kinder in einer falschen Gewissheit.“

Nachteile für Migrantenkinder

Doch auch Kinder, in deren Elternhaus Dialekt gesprochen wird, oder deren Familie aus einem anderen Land stammt, können benachteiligt sein. Denn um etwas Gesehenes in ein Wort umzuwandeln, müssen Schüler bereits über eine gutes Sprachvermögen verfügen, sagt Angelika Speck-Hamdan. "Wenn ein Kind nicht über eine gut entwickelte Sprache und Grammatik verfügt und die Unterrichtssprache vielleicht auch noch eine andere ist, als die Sprache, die zu Hause gesprochen wird, dann kommen unter Umständen keine sprachlich richtigen Gebilde zustande und es entsteht noch mehr Unsicherheit".

Nach zwei Jahren fünf Mal mehr schreibschwache Kinder

Eine Gruppe von Wissenschaftlern an der Universität Marburg wollte es genauer wissen. Sie untersuchte im Auftrag des hessischen Kulturministeriums, welche Methode sich eignet, um Lese-Rechtschreib-Schwächen bei Kindern vorzubeugen. Sie beobachtete dabei von 2002 bis 2006 zehn Klassen, die zur Hälfte nach der Methode „Rechtschreibwerkstatt“ („Lesen durch Schreiben“) und zur Hälfte nach einer Fibel unterrichtet wurden. Die Studie zeigte zwar beim Lesenlernen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, wohl aber bei der Rechtschreibung: Die Zahl der rechtschreibschwachen Kinder lag nach dem zweiten Schuljahr bei 23 Prozent, also knapp einem Viertel. Bei dem Unterricht mit einer Fibel lag sie dagegen nur bei 5 Prozent. Die Anzahl der schlechten Rechtschreiber war also bei „Lesen durch Schreiben“ fast fünfmal so hoch wie bei der Fibel. Allerdings war gegen Ende der Grundschulzeit diese Kluft wieder weitgehend aufgelöst.

Die Fibel - Schlüsselwörter schließen die Sprache auf

Viele Fachleute finden es aber wichtig, dass Kinder von Anfang an „mit Wörtern umgehen, die sie in die Systematik der deutschen Rechtschreibung einführen", wie der St. Gallener Professor Jakob Ossner (Mitglied des Rats der deutschen Rechtschreibung und des Symposions Deutschdidaktik e.V.),  fordert, weshalb "auf die Wortauswahl am Anfang so viel Wert gelegt werden muss, wie nur irgend möglich." Dies kann von der Fibel geleistet werden. Sie ist die im deutschsprachigen Raum die am meisten verbreitete Methode, Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen. Für die klassische Fibel ist es charakteristisch, dass die Buchstaben und Laute anhand einer langsam wachsenden Zahl von sogenannten Schlüsselwörtern eingeführt werden (sogenannte Ganzwortmethode). Schlüsselwörter sind für den Aufbau unserer Sprache typische Wörter. Am Anfang werden kurze Wörter und ihre Buchstaben gelernt, dann kommen schwierigere oder seltenere Wörter und Laute hinzu. Begonnen wird auch hier mit der Druckschrift.

Mischformen setzen sich durch

Relativ traditionell geht dabei die Fibel „Kunterbunt“ von Horst Bartnitzky und Hans-Dieter Bunk vor, die besonderen Schwerpunkt auf das Wort und seine anschließende Zerlegung in Buchstaben legt.  Viele Eltern lernen durch ihre I-Dötzchen auch die Fibel „Fara und Fu“ (Jens Hinnrichs u. a.) kennen. Sie ist aber keine Fibel im klassischen Sinn mehr, denn der Lehrgang enthält auch einen sogenannten Anlautkreis (Anlauttabelle). Diese Fibel stellt daher eine Mischform der Methoden dar, wie übrigens die meisten modernen Fibeln (z. B. „Auer Fibel“, „Bausteine“,  „Lollipop“, „Löwenzahn oder Pusteblume“, „Zebra“, „Tobi“). Fachleute sprechen hier von einer Verbindung des analytischen und des synthetischen Schriftspracherwerbs. Es wird zum einen vom Kind analytisch (zerlegend) vorgegangen: Ein Schlüsselwort wird betrachtet und in seine Buchstaben zerlegt. Zugleich wird auch synthetisch (bildend) gelernt: Aus einzelnen Buchstaben setzt das Kind ein Wort (auch mithilfe einer Anlauttabelle) selbst zusammen.

Die Silbenfibel – gegen den Buchstaben-Hackepeter

Manche Fibeln arbeiten aber gleich mit ganzen Silben (Ma-me-mi-mo-mu), die zu einfachen Wörtern zusammen gesetzt werden (Ma-ma). Die Idee: Wer sich etwa durch das Wort  V-a-t-e-r  hindurch buchstabiert hat, erkennt den Sinn schwerer, als wer sofort die zwei Silben Va-ter sieht. Die Kinder lernen zudem nebenbei die korrekte Silbentrennung. Die Methode eignet sich auch für Kinder, die eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) entwickeln könnten. Für sie soll es leichter sein, sich ganze Silbenmuster optisch einzuprägen als sich die Wörter buchstabenweise erschließen zu müssen. Eine häufige Silbenfibel ist das „ABC der Tiere“ von Rosemarie Handt und Klaus Kuhn. Ebenfalls nach Silben arbeitet auch die „Piri“-Fibel (Ute Kühn u.a.).

Migrantenkinder wenig berücksichtigt

Doch auch die vielseitigen Fibellehrgänge haben Defizite. So fehlt laut einem Gutachten der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg von 2009 (Prof. Dr. Stefan Jeuk) in vielen Fibellehrgängen eine Berücksichtigung von Migrantenkindern. Zwar böten die Fibeln „Kunterbunt“ und „Zebra“ für sie extra Materialien an. „Insgesamt ist es jedoch ernüchternd, wie wenig Hilfen in den Lehrwerken für sprachheterogene  Klassen vorgesehen sind“. So werde zum Beispiel keine Hilfe bei der Zuordnung eines Hauptworts zu seinem Geschlecht gegeben. „Nomen werden in der Regel ohne Artikel (der, die, das…) eingeführt. Dies ist für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache wenig hilfreich.“

„IntraActPlus“ - Buchstaben mit Reinheitsgebot

An manchen Grundschulen wird auch nach der Methode IntraActPlus unterrichtet. Dr. Fritz Jansen, einer der Entwickler dieses Konzepts, verzichtet dabei auf die Hilfe von Anlauttabellen. Denn schwächere Kinder würden sich beim Lesenlernen zu sehr an sie klammern. „Und weil sie diesen Lernweg dadurch so verinnerlicht haben, müssen sie später beim Lesen des Buchstabens A immer den automatisch aufploppenden Gedanken ‚A wie Apfel‘ unterdrücken.“ Dies gilt nicht nur für schwache Kinder. Auch ich konnte bei meinem Sohn beobachten, dass er bei seinen ersten Leseversuchen mitten im Wort immer wieder die Anlauttabelle zitierte: „K wie Koffer“. Jansen arbeitet außerdem ohne Bilder. „Bebilderte Texte zwingen die Augen dazu, quer über das Blatt zu wandern. Die Folge: Leseanfänger gewöhnen sich nicht an, von links nach rechts zu gucken.“ Das IntraActPlus-Konzept (IAP) arbeitet in sehr kleinen Schritten,  mit häufigen Wiederholungen von  Buchstaben und einzelnen Silben. Erst wenn das Lesen von Silben automatisiert ist, kommen die ersten Wörter.

Bleibt die Motivation auf der Strecke?

Doch es sei pädagogisch fragwürdig, dass IAP für alle Kinder den gleichen Lernweg strikt vorschreibe und ihn kleinschrittig steuere – obwohl Selbständigkeit ein zentrales Prinzip des Grundschulunterrichts sei, kritisiert der Siegener Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Hans Brügelmann. Er hatte die Methode im Auftrag des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) untersucht. Beim Trainieren sinnloser Silben würden die Kinder außerdem abhängig gemacht von einer Bestätigung des Lehrers, statt durch das Erlesen von Sinnvollem von selbst neugierig gemacht und motiviert zu werden.

Die Bewertungen aber vieler Lehrer und Eltern zum IAP-Arbeitsbuch „Lesen und Schreiben lernen“ beim Buchhändler „Amazon“ sind fast ausschließlich sehr gut. „Mein Sohn sollte in der ersten Klasse mit Hilfe einer Anlauttabelle lesen und schreiben lernen. Das Resultat war sehr bescheiden. Nur  langsam und stockend konnte er einfache Wörter lesen“, schreibt eine Mutter. Mit IAP habe er täglich Erfolgserlebnisse gehabt, die Leseübungen seien übersichtlich und kurzweilig. „Schon nach wenigen Wochen saßen die Buchstaben. Inzwischen sind drei Monate vergangen. Und er liest viel besser, inzwischen ganze Bücher für Erstleser“.

Von der Vielfalt zur Beliebigkeit - ein kleiner Schritt

Angesichts der unterschiedlichen Ansätze findet Prof. Dr. Stefan Jeuk die wissenschaftliche Diskussion zu geeigneten Fibel- und Sprachbüchern „zu dünn gesät“. „Letztlich entsteht der Eindruck, dass die Deutschdidaktik die Beantwortung der Frage, welche Lehrwerke für die Grundschule geeignet sind, weitestgehend den Schulbuchverlagen überlässt.“ Und den Schulen, möchte man ergänzen. Denn zwar ist Schule Ländersache, doch die machen in der Regel nur Vorgaben über die Kompetenzen, die die Erstklässler in Deutsch entwickeln sollen. Die Entscheidung, mit welcher Methode dies geschieht, liegt meist bei den Schulen, die keine Möglichkeit haben, die Eignung einer Methode wissenschaftlich zu prüfen oder auf breiter Basis zu vergleichen. Vorschriften gibt es in einigen Bundesländern lediglich zur Schreibschriftform, die dem Erlernen der Druckschrift folgt (vereinfachte Ausgangsschrift oder Schulausangsschrift usw.).

 

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