WHO/UNICEF-Initiative

Babyfreundliche Krankenhäuser

Wenn du dein Baby im Krankenhaus zur Welt bringen und sicher gehen möchtest, dass du auch beim Stillen und beim Bonding optimal unterstützt wirst, kannst du in eine Klinik mit dem Zertifikat "Babyfreundliches Krankenhaus" gehen.

Autor: Andrea Lützenkirchen
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100 Kliniken mit dem "Babyfreundlich"-Siegel in Deutschland

Babyfreundliche Krankehäuser
Foto: © Colourbox

Die Initiative von WHO und UNICEF hat es sich zum Ziel gesetzt, auch in Krankenhäusern einen guten Start für die Bindung von Eltern und Baby und für die Still-Beziehung zu ermöglichen. Kürzlich erhielt die Geburtsklinik im St. Marien-Krankenhaus Ratingen das Qualitätssiegel „Babyfreundlich" und verhalf damit der gleichnamigen Initiative  zu einem Jubiläum: Denn damit gibt es nun 100 zertifizierte Geburts- und Kinderkliniken in Deutschland. Die meisten babyfreundlichen Kliniken finden werdende Eltern übrigens in Nordrhein-Westfalen vor. 27 Kliniken haben dort das Zertifikat von WHO und Unicef erhalten. Bundesweit sind 130 Kliniken Mitglied der Initiative. Weltweit gibt es bereits mehr als 20.000 babyfreundliche Geburtskliniken in rund 150 Ländern (Zahlen: Stand 2017). 

Ziel der internationalen Initiative ist es, in den Krankenhäusern die Rahmenbedingungen für das Entstehen einer guten Eltern-Kind-Bindung (Bonding) und für das Stillen zu verbessern. Denn aus Mangel an Informationen stillen viele Mütter nicht oder greifen schon bei kleineren Problemen schnell zum Fläschchen. Dr. Detlef Katzwinkel von der WHO/UNICEF-Initiative betonte jedoch anlässlich der Zertifizierung der 100. Klinik in Deutschland, "dass es Babyfreundlichen Kliniken nicht nur um das Stillen geht. Zentral ist auch die Bindungsförderung". Diese werde durch möglichst viel Nähe zwischen Eltern und Kindern, beispielsweise durch den Hautkontakt direkt nach der Geburt ermöglicht. Eine gelungene Bindung zwischen Mutter und Kind erleichtere den Stillbeginn. Und das Stillen wiederum stärke die Verbindung zwischen den beiden. Auch den viel zu häufigen Fällen von Kindesmisshandlung soll die frühe Stärkung der Eltern-Kind-Bindung übrigens entgegenwirken.

Persönliche Stillberatung für junge Mütter

In den "Babyfreundlichen Krankenhäusern" wird jede Frau, die ihr Kind stillen möchte, ausführlich schriftlich und im persönlichen Kontakt zum Thema Stillen informiert. Das gesamte Personal auf der Entbindungsstation ist in der Stillberatung speziell geschult worden und kann die Mütter beim Stillen kompetent unterstützen. Viele Stillprobleme können so von vorneherein vermieden werden.

Um als "babyfreundlich" ausgezeichnet zu werden, müssen die Geburtskliniken darüber hinaus folgende Kriterien erfüllen:

  • Mütter müssen die Möglichkeit haben, ihr Kind innerhalb der ersten halben Stunde nach der Geburt anzulegen.
  • Den Müttern muss korrekte Anlegen gezeigt und ihnen erklärt werden, wie sie ihre Milchproduktion aufrechterhalten können, auch im Falle einer Trennung von ihrem Kind.
  • Zugefüttert wird nur, wenn es medizinisch unumgänglich ist. Auch Zuckerlösungen sind nicht erlaubt.
  • 24-Stunden-Rooming-in ist die Regel.
  • Gestillt wird nach Bedarf.
  • Gestillte Kindern bekommen keinen Gummisauger oder Schnuller.

Auch nach der Entlassung werden die Mütter, z.B. durch Stillgruppen in der Klinik, beim Stillen unterstützt.

Wöchnerinnen-Befragung: Babyfreundlich ist besser

Geburtskliniken, die als „Babyfreundliches Krankenhaus" zertifiziert sind, schnitten bei einer Wöchnerinnenbefragung insgesamt besser ab als Geburtskliniken ohne dieses Zertifikat. Die befragten Mütter maßen der „Babyfreundlichkeit" einer Klinik eine hohe Bedeutung bei. Bei den Entscheidungskriterien für die Auswahl einer geeigneten Geburtsklinik rangierte die zertifizierte „Babyfreundlichkeit" an erster Stelle. Insbesondere die Stillförderung in Babyfreundlichen Krankenhäusern bewerteten die Frauen im Wochenbett überdurchschnittlich positiv.

Im Vergleich zu nicht zertifizierten Kliniken waren auch Frauen, die nicht stillten, mit der Beratung zur Säuglingsernährung in Babyfreundlichen Krankenhäusern zufriedener. Die Förderung der Eltern-Kind-Bindung wurde von den Befragten als besonders wichtig eingestuft. Das Urteil der Wöchnerinnen zur Kompetenz der Ärzte, Pflege und Hebammen fiel in Babyfreundlichen Einrichtungen deutlich besser aus als die Bewertungen in nicht zertifizierten Kliniken. Bei Babyfreundlichen Krankenhäusern würden 80 Prozent der Wöchnerinnen das Krankenhaus unbedingt weiterempfehlen. Bei Einrichtungen, die eine Zertifizierung anstreben, waren es 70 Prozent.

Die spezifischen Fragen zur „Babyfreundlichkeit" wurden ergänzt durch eine Befragung zum Service, zur Unterkunft, Verpflegung und Infrastruktur. „Auch in diesen Bereichen schnitten die Babyfreundlichen Krankenhäuser besser ab als andere Kliniken. Offenbar ist die offizielle Auszeichnung mit dem internationalen Qualitätssiegel ein Ansporn, in allen Bereichen eine rundum gute Qualität für die junge Familie anzubieten", freute sich Gisela Meese, Geschäftsführerin der WHO/UNICEF-Initiative. 

Die WHO/UNICEF-Initiative hatte einen Fragebogen für die Messung der Wöchnerinnenzufriedenheit entwickelt, der die wichtigsten Qualitätskriterien eines Babyfreundlichen Krankenhauses erfasste. An der Befragung im Jahr 2011 nahmen 14 Geburtsabteilungen teil, von denen sechs als „Babyfreundliches Krankenhaus" anerkannt sind und acht die Anerkennung anstrebten. 

Weitere Informationen zur WHO/UNICEF-Initiative findest du unter: www.babyfreundlich.org


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