Notwendiges Übel?

Der Dammschnitt

Zu den Eingriffen unter der Geburt, denen manche Schwangere mit Skepsis und ein wenig Unsicherheit entgegen sieht, gehört der Dammschnitt. Wann er nötig ist und was man vorbeugend tun kann, haben wir für Sie recherchiert.

von Andrea Lützenkirchen
Frau Krankenhaus nach Geburt
Foto: © iStockphoto.com/ tirc83

Die Dammschnittrate

Zu den Eingriffen unter der Geburt, denen manche Schwangere mit Skepsis und ein wenig Unsicherheit entgegen sieht, gehört der Dammschnitt. Tatsächlich wird bei zwei Dritteln aller Geburten das Dammgewebe in Mitleidenschaft gezogen: Es reißt ein oder wird prophylaktisch oder aus medizinischen Gründen eingeschnitten. Nach Schätzungen von Christiane Ippach, Hebamme am Kölner Geburtshaus, liegt die Dammschnittrate in der Bundesrepublik bei 60-80 Prozent. Diese Zahl kann – je nach Krankenhaus – sehr variieren. Zum Vergleich: Während die jährliche Dammschnittrate im Vinzentz Palotti Hospital in Bensberg bei 29 Prozent liegt, sind es im St. Elisabeth Krankenhaus in Köln-Holweide 40 Prozent. Andere, konservativere Kliniken liegen noch weit darüber. Dass es auch anders gehen kann, beweist das Kölner Geburtshaus, das seit Jahren eine Dammschnittrate von lediglich acht Prozent aufweist.

Der routinemäßige Dammschnitt

Der Damm liegt zwischen After und Scheide. Wenn das Köpfchen des Kindes aus der Scheide austritt, wird das Gewebe stark gedehnt und der Dammbereich ist einer enormen Belastung ausgesetzt. Da die Möglichkeit besteht, dass das Dammgewebe weit einreißt, kam man auf die Idee, den Scheidenausgang vorsorglich (prophylaktisch) zu erweitern. Auf dem Höhepunkt einer Wehe wird der Damm mit einer speziellen Operationsschere eingeschnitten.