Krampflösung und PDA

Schmerzlinderung während der Geburt

Ein Baby zu gebären, ist mit Schmerzen verbunden. Dank moderner Medizin sind Frauen ihnen aber nicht mehr vollkommen ausgeliefert. Ein Überblick über die Möglichkeiten der Schmerzlinderung während der Geburt.

von Andrea Knipp-Selke
Schwangere seitlich Bett panther MonkeybusinessImages
Foto: © panthermedia, Monkeybusiness Images

Information, Entspannung und liebevolle Unterstützung

Vom tieferen Sinn der Geburtsschmerzen

Die Geburt eines Kindes ist mit Schmerzen verbunden. Der tiefere Sinn dieser Schmerzen lässt sich vielleicht am ehesten als Trennungsschmerz begreifen. Auch die Trennung von einem geliebten Menschen tut weh (vor allem im Herzen) und bei einer Geburt geht es ja um die Trennung einer sehr innigen Einheit. Der große Unterschied zu sonstigen Schmerzen, die ja meist ein Alarmzeichen sind, dass etwas im Körper nicht stimmt, besteht im positiven Sinn der Geburtsschmerzen. Diese Schmerzen machen dem Kind den Weg frei. "Mit jeder schmerzhaften Wehe wird die Pforte (der Muttermund) zum Erdenleben des Kindes etwas mehr geöffnet. Damit hat dieser spezielle Schmerz seine Erfüllung, seinen Sinn", heißt es dazu in der "Schwangerschaftssprechstunde" (van Leeuwen/Maris).

Geburtsvorbereitungskurse

Den Schmerz grundsätzlich anerkennen, ihm eine gewisse positive Deutung zu geben, ist bereits in wichtiger Schritt, um ihn zu ertragen. Eine wichtige Rolle im Rahmen der Schmerzbekämpfung nehmen außerdem die Geburtsvorbereitungskurse ein. Der britische Gynäkologe Dick Read wies als erster auf das Phänomen Angst – Spannung – Schmerz hin. Angst verstärkt Schmerzen. Frauen, die auf die vorbereitet sind und um die körperlichen Vorgänge wissen, können die Schmerzen häufig leichter ertragen.

Liebevolle Zuwendung und Begleitung

Von entscheidender Bedeutung ist auch die liebevolle Zuwendung der Geburtsbetreuerin. Auch diese hilft Gebärenden, mit Wehen und Geburtsschmerzen klarzukommen. Umgekehrt wird manchmal mangelnde Zuwendung in der Krankhausroutine, so die bisweilen geäußerte Kritik von Hebammen, durch zu schnellen Einsatz von Medikamenten gegen Schmerzen ersetzt.

Schmerzen werden unterschiedlich wahrgenommen

Jede Frau empfindet den Geburtsschmerz anders. Während er der einen gar nicht viel auszumachen scheint, gerät die andere bereits während der Eröffnungsphase an ihre körperlichen Grenzen. Niemand kann sich ein Urteil über die Schmerzen erlauben, außer der einzelnen Frau selbst.

Kein Leistungsdruck

Wie viele Schmerzen sie ertragen kann oder will, darf jede Frau für sich entscheiden. Geburt ist kein Wettkampf, bei dem Frauen zeigen müssen, wie toll sie es schaffen, ohne Schmerzmittel zu gebären. Umgekehrt muss sich auch keine Frau genötigt fühlen, Schmerzmittel zu nehmen. Die Gebärenden selbst sind die Einzigen, die die Schmerzen wirklich beurteilen können.