Wochenbett

Wochenbett – Die Zeit nach Schwangerschaft und Geburt

Als Wochenbett werden die ersten Wochen nach einer Geburt bezeichnet. In dieser Zeit gewöhnt sich der Körper der frischgebackenen Mutter an die neue Situation und erholt sich von den Belastungen der  Geburt und Schwangerschaft. Hier erfahren Sie, was in den Wochen nach der Geburt im Körper der Mutter geschieht und was es für  Mütter während des Wochenbetts zu beachten gilt.

Paar Neugeborenes Geschenke
Foto: © fotolia.com/ S.Kobold
Schwangerschaft und Geburt stellen eine hohe Belastung für den weiblichen Körper dar. Im Zuge der Schwangerschaftsmonate verändert sich der Körper und das liegt nicht allein am immer größer werdenden Babybauch. Die Veränderungen betreffen verschiedene Bereiche des Körpers und die Rückentwicklung dieser Veränderungen nimmt einige Wochen in Anspruch. Jede Frau sollte in dieser Zeit Alltagsbelastungen vermeiden und sich vollkommen auf sich und das Neugeborene konzentrieren.

Körperliche Veränderungen im Wochenbett

Während der Schwangerschaft verändert sich der gesamte weibliche Körper. Die Anatomie und der Stoffwechsel richten sich darauf ein, das Ungeborene zu versorgen. Nach der Geburt befindet sich das Kind zwar nicht mehr im Körper, das bedeutet allerdings nicht, dass dieser sofort dem Zustand vor der Schwangerschaft entspricht. Viele Mütter unterschätzen die Notwendigkeit dieser Anpassungsphase und die damit einhergehenden Belastungen. Eine Geburt, die mit Komplikationen verbunden war, kann zusätzliche körperliche und psychische Herausforderungen bedeuten.

Besonders große anatomische Veränderungen treten während und nach der Geburt in der Gebärmutter auf. In den Monaten zuvor ist sie auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe angewachsen, um dem Ungeborenen, der Plazenta und der Fruchtblase genügend Raum zu bieten. Die Rückentwicklung vollzieht sich bemerkenswert schnell – nämlich in rund 10 Tagen –, bringt dabei aber auch hohe Belastungen. Dabei kommt es zu Kontraktionen der Gebärmutter: den Nachwehen. Diese können besonders nach der zweiten und weiteren Geburten mit Schmerzen verbunden sein und länger andauern, weil es der Gebärmutter durch die mehrfache Dehnung schwerer fällt, auf die Ursprungsgröße zusammenzuschrumpfen.

Der Wochenfluss in der Frühphase des Wochenbetts hängt ebenfalls mit der Gebärmutter zusammen. Diese heilt in den ersten Wochen aus, da infolge der Geburt eine großflächige Wunde auf ihrer Innenseite entstanden ist. Während die Wunde ausheilt, entsteht Wundsekret, der durch die Vagina ausgeschieden wird. Der Beckenboden und die gesamte Muskulatur im Unterleib müssen sich ebenfalls nach der Geburt an die neue Situation anpassen und sich von den Strapazen erholen. Das bedeutet für jede Mutter, viel zu liegen und unter keinen Umständen schwere Gegenstände zu heben. Der Gesetzgeber hat die Zeit des Wochenbetts gesetzlich so geregelt, dass Mütter 6 Wochen nach der Geburt einem Beschäftigungsverbot unterliegen.

Was jungen Eltern gar nicht hilft

Sieben Sünden nach der Geburt

Wenn ein Baby da ist, rennen Verwandte und Bekannte den frisch gebackenen Eltern oft geradezu die Bude ein. Eigentlich ganz falsch an diesen  ...  mehr

Regeneration im Wochenbett

Ruhe und Entspannung sollten während der Zeit des Wochenbetts im Vordergrund stehen. Dabei ist es empfehlenswert, den Schlafrhythmus des Babys aufzunehmen. Selbst wenn das nicht immer gelingt, sollten die Zeiten in denen das Neugeborene schläft, zu Entspannung genutzt werden. Wenn eine junge Mutter merkt, dass der Besuch überhandnimmt, sollte sie nicht zögern, diesen einzuschränken. Verwandte und Freunde haben dafür garantiert Verständnis, und oft genügt bereits eine E-Mail mit einem Foto des Babys, um die Neugierde des Bekanntenkreises – zumindest vorerst – zu befriedigen.

Nach einer Entbindung hat jede Frau in Deutschland das Recht auf eine professionelle Betreuung – auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Während der 8 Wochen nach der Geburt kommen die gesetzlichen Krankenkassen für eine solche Nachsorgebetreuung durch eine Hebamme auf. Während der ersten Tage kommt diese sogar täglich ins Haus und überprüft die Heilung sowie die Rückbildung nach der Geburt. Darüber hinaus steht sie mit praktischen Hinweisen beratend zur Seite. Die Hebamme ist es auch, die die junge Mutter in die Wochenbettgymnastik einweist und entscheidet, wann diese angemessen ist.

Stimmungsschwankungen und Wochenbettdepressionen

Sehr häufig treten während des Wochenbetts Stimmungsschwankungen und eine starke Emotionalität auf. Ein Stimmungstief tritt etwa drei Tage nach der Entbindung auf, wobei dieser Zustand durchaus intensiv ausfallen kann – Tränen und Niedergeschlagenheit sind hier ganz normal. Für diese Phase, die gemeinhin als  Baby Blues bezeichnet wird, gibt es eine hormonelle Erklärung: Der gesamte Hormonhaushalt verändert sich, die Schwangerschaftshormone werden nicht mehr ausgeschüttet und stattdessen stellt sich der Körper mit dem bisweilen schmerzhaften Milcheinschuss auf  die Milchproduktion ein. In der Regel endet dieses emotionale Tief nach wenigen Tagen.

Bei einigen Frauen hält dieses Tief jedoch länger an. Die Bezeichnung dafür lautet Wochenbettdepression und ist bisweilen irreführend, weil sich diese emotionale Krise auch über die Zeit des eigentlichen Wochenbetts hinaus erstrecken kann. Mediziner sprechen in diesen Fällen von Postpartalen Stimmungskrisen. Wenn eine Frau während des Wochenbetts merkt, dass das Tief über Wochen anhält, sollte sie nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Bandbreite der Symptome reicht von Traurigkeit und Mutlosigkeit über Schwindel und Schlaflosigkeit bis hin zu Panikattacken.

Frauen sollten sich während des Wochenbetts und im Vorfeld vor Augen führen, dass sich in dieser Zeit große körperliche Veränderungen vollziehen und Phasen der Unsicherheit vollkommen in Ordnung sind. Die Zeit nach der Schwangerschaft ist keine Zeit der ständigen Euphorie, sondern der Gewöhnung und Anpassung, die mental und körperlich fordernd ist, aber auch intime Momente des Glücks in der Familie hervorbringt. Wer genügend Selbstbewusstsein mitbringt, auf emotionale Schwankungen eingestellt und bereit ist, Hilfe anzunehmen, wird gefestigt daraus hervorgehen.

Eine Mutter berichtet in diesem Video von ihrem Baby-Blues


Seitenanfang