Geht es los?

Wehen oder nicht? - Geburtsanzeichen

Wenn regelmäßige Wehen einsetzen, die nicht aufhören, oder wenn die Fruchtblase platzt - dann gibt es keinen Zweifel mehr: Ihr Baby möchte nun endlich ans Licht!

von Catharina Brecht
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Schwangere CTG panther Jan Christer Neimoeck
Foto: © panthermedia, Jan Christer Neimöck

Die Geburt kündigt sich an

Wenn der Geburtstermin näher rückt, wird es spannend: Wann geht es wirklich los? Wann beginnt die Geburt? Für die werdende Mutter ist dies meist einfach eine Zeit, während der sie sich in Geduld üben muss. Denn nicht sie, ihr Baby bestimmt den Zeitpunkt, wann es auf die Welt kommen will (es sei denn, die Geburt wird eingeleitet). Dabei ist bis heute noch nicht völlig geklärt, was den Beginn der Geburt genau auslöst. Werdende Mamis sollten allerdings zwei sichere Zeichen für die nahende Entbindung kennen: regelmäßige, stärker werdende Wehen und den Blasensprung (Abgang von Fruchtwasser). Ein weiteres, aber nur relativ sicheres Anzeichen ist der Abgang des Schleimpfropfs.

  • Schmerzhafte Wehen

    Schon einige Wochen vor der Geburt können Schwangere Wehen verspüren, die so genannten Vorwehen oder Senkwehen. Es sind eher unregelmäßige und noch nicht sehr schmerzhafte Kontraktionen der Gebärmutter, die im Zusammenhang damit stehen, dass das Baby allmählich tiefer ins Becken der werdenden Mutter rutscht. Sie bereiten also die optimale Lage des Kindes zur Geburt vor und sind keine Anzeichen für ein unmittelbares Bevorstehen der Geburt.

    Werden die Kontraktionen der Gebärmutter stärker (oft fühlt es sich an wie starker Menstruationsschmerz) und kommen sie in regelmäßigeren Abständen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Eröffnungswehen begonnen haben. Diese "richtigen" Wehen werden zunehmend schmerzhafter und dauern auch immer länger. Manchmal beginnen sie in ca. 30-minütigen Abständen und nach und nach verringern sich die Abstände. Die Hebamme Gabi Hesse macht "echte" Wehen vor allem am Grad des Schmerzes fest: "Nach meiner Erfahrung sind erst Wehen, die richtig weh tun, muttermundswirksam." In aller Regel hören diese Wehen nicht mehr auf. Kommen die Kontraktionen alle zehn Minuten oder kürzer, ist es Zeit, die Hebamme zu verständigen oder/und ins Krankenhaus aufzubrechen.

    Wichtig: Hebammen können davon ein Liedchen singen. So unterschiedlich wie die einzelnen Frauen, so verschieden auch ihr Schmerzempfinden. Angaben darüber, wie sich Wehen anfühlen, sind also immer höchst subjektiv und stellen nur den Versuch dar, Schwangeren das Identifizieren von Wehen zu erleichtern.

    Falls sich die Schwangere nicht sicher ist, ob sie nun wirklich "richtige" Wehen hat, kann sie zum Beispiel ein warmes Vollbad nehmen. Hören die Wehen in der angenehmen Wärme wieder auf, dann war's noch nicht wirklich ernst. Bleiben sie wie sie sind oder werden gar stärker, ist der Startschuss für die Geburt gefallen.

  • Blasensprung

    Der Beginn der Geburt kann auch durch den Abgang von Fruchtwasser, auch Blasensprung genannt, signalisiert werden. Es können bis zu einem Liter Fruchtwasser verloren werden, das meist geruchlos und eher farblos ist (auf die Farbe achten, denn grünliche Färbung kann darauf hindeuten, dass das Baby Stress hat). Von Urin ist es unter anderem daran zu unterscheiden, dass man es nicht einhalten kann. Das Fruchtwasser kann tropfenweise oder im Schwall abgehen. In diesem Fall sollte sich die Schwangere hinlegen und Verbindung mit der Entbindungseinrichtung oder der Hebamme aufnehmen, um den weiteren Verlauf zu besprechen. Denn nach dem Abgang des Fruchtwassers ist die Zeit begrenzt, die das Baby noch im Bauch bleiben kann, da sonst Infektionsgefahr für den Fötus besteht. Der Abgang des Fruchtwassers ist also, so Gabi Hesse, das Startsignal für den Aufbruch in die Klinik. Dort wird der Zustand des Fötus dann genau beobachtet und, falls die Wehen nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums (manche Geburtshelfer sagen, nach 24 Stunden, andere warten auch 48 Stunden und mehr) von alleine einsetzen, wird die Geburt eingeleitet.

    Die liegende Position der Schwangeren (auch bei der Fahrt ins Krankenhaus) ist nötig, da die Nabelschnur nach dem Abgang des Fruchtwassers vor den Kopf des Babys rutschen und durch den Druck nach unten abgedrückt werden kann (Nabelschnurvorfall). Diese Gefahr besteht aber nur, wenn der Kopf des Babys noch nicht ganz in das Becken gerutscht ist.

Abgang des Schleimpfropfs

Der Schleimpfropf, der den Gebärmutterhals während der letzten neun Monate versiegelt hat und die Barriere gegen Infektionen darstellte, geht ab. Man nennt das "das Zeichnen". Ein Zeichen dafür, dass es am Muttermund "arbeitet". Der Pfropfen kann hellbraun, rosa oder leicht blutig gefärbt sein. Sein Abgang kann ein Hinweis auf einen baldigen Beginn der ersten Geburtsphase sein, er muss es aber nicht!

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