Schaukeln, Kitzeln, Krabbeln

Spiele zum Fühlen und Bewegen

  • Druck
  • Kommentare
  • Email

Auf allen Vieren

Was viele Eltern nicht wissen: Die Krabbelphase ist für ein Kleinkind von großer Bedeutung. Denn in dieser Phase lernt es Überkreuzbewegungen, die auf seine motorische Entwicklung wesentlichen Einfluss haben, insbesondere auf die Entwicklung einer guten Körperkoordination. Wenn Ihr Kind daher die Krabbelphase überspringt (was gar nicht so selten vorkommt), sollten Sie es das Krabbeln spielerisch nachholen lassen. Sonst könnte es sein, dass sich später bei Ihrem Kind Bewegungsauffälligkeiten bemerkbar machen. Beugen Sie also lieber vor.

  • Mit einem Krabbelparcours können Sie Ihr Kind bestimmt zum Krabbeln motivieren. Legen Sie beispielsweise eine Schaumstoffmatte, eine Luftmatratze, einen offenen Karton (als „Tunnel“) und ein breites Holzbrett (als „schiefe Ebene“) auf dem Fußboden aus. Solche Krabbelstrecken sind eine reizvolle Herausforderung für das Kind, sich mit den Bewegungsmöglichkeiten seines Körpers und mit der Schwerkraft auseinander zu setzen.
  • Lassen Sie Ihr Kind aus seinen Spielsachen ein Stofftier aussuchen, zum Beispiel ein Schaf oder einen Teddybären. Setzen Sie das Stofftier auf den Boden, krabbeln Sie durchs Zimmer und ahmen Sie dabei die Laute des Tieres nach (ein „Määäh“ oder ein lautes Brummen). Ganz sicher wird Ihr Kind hinter Ihnen herkrabbeln und vielleicht auch versuchen, Ihre Laute nachzuahmen.
  • Auch wenn Ihr Kind schon laufen kann, sollten Sie ihm hin und wieder ein Krabbelspiel anbieten. Wie wäre es damit: Legen Sie Ihrem Kind und sich selbst ein Kissen auf den Rücken und bewegen Sie sich damit auf allen vieren durch den Raum – aber vorsichtig, damit das „Gepäck“ nicht herunterfällt. Das weckt den Ehrgeiz und fördert die Koordination und Geschicklichkeit.

Schaukeln und Drehen macht Spaß

Sehr spannend sind auch Spiele, bei denen das Kind Schaukel- und Gleichgewichtsreize erfährt und die Schwerkraft seines Körpers spüren kann. Dabei erlebt das Kind nicht nur einen wonnigen Angstkitzel, auch der Gleichgewichtssinn in seinem Innenohr wird sehr effektiv angeregt. Das fördert seine Grobmotorik und Geschicklichkeit.

  • Umfassen Sie von hinten den Oberkörper Ihres Kindes unterhalb der Achseln. Heben Sie es hoch und drehen Sie sich im Kreis – erst langsam, dann immer schneller, dann wieder langsamer. Nach einer kurzen Pause geht es in Gegenrichtung weiter.
  • Legen Sie Ihr Kind auf eine Decke. Dann heben Sie und ein zweiter Erwachsener die Decke an jeweils einem Ende hoch, sodass das Kind darin wie in einer Hängematte liegt. Schaukeln Sie das Kind eine Weile hin und her und lassen Sie es zum Schluss mit einem weichen Plumps auf einer gut gepolsterten Unterlage landen.
  • Für ein unternehmungslustiges Kleinkind ist es sicher reizvoll, die Welt einmal auf dem Kopf stehend zu betrachten. In der Ausgangsposition steht Ihr Kind Ihnen gegenüber und soll seinen Oberkörper nach vorne beugen. Dann umfassen Sie mit beiden Armen seinen Oberkörper und heben das Kind hoch, sodass sein Kopf nach unten hängt und die Beine nach oben gestreckt sind. Schwingen Sie nun Ihr Kind behutsam nach links und rechts wie ein Uhrpendel. Danach drehen Sie sich mit ihm langsam im Kreis, bis das Kind zu erkennen gibt, dass es genug ist.