Wilde Spiele und neue Ideen

Väter spielen anders

Dass Väter und Mütter beim Spielen einiges anders machen, tut Kindern gerade gut. Väter sind dabei häufig für die wilderen Spiele, für Werken und Hobbys zuständig.

von Ralf Ruhl
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Vater Sohn Fußball Park
Foto: © panthermedia.net/ Wavebreakmedia ltd

Unterschiedliche Spielstile der Eltern machen das Kinderleben interessant

Väter spielen gerne: Immerhin fast 65 Prozent spielen mit ihren Kindern, gut 55 Prozent gehen mit ihnen Spazieren, so Rainer Volz und Paul Zulehner in ihrer Untersuchung "Männer im Aufbruch". Harald Rost vom Bamberger Staatsinstitut für Familienforschung sieht Väter sogar noch stärker in der Verantwortung. 73 Prozent beteiligen sich an der Kinderbetreuung - für etwa eineinhalb Stunden pro Tag. Samstag und Sonntag sind es sogar 81 Prozent. Arbeitet der Mann in Teilzeit und ist die Frau berufstätig, steigen die Werte deutlich an. Überraschend: Am Wochenende beschäftigen sich Väter sogar mehr mit ihren Kindern als die Mütter.

Der französische Psychologe Jean Le Camus untersuchte die Bedeutung der frühen Vater-Kind-Bindung. Er beobachtete Eltern vor allem beim Babyschwimmen. Seine Schlussfolgerung: Väter spielen und berühren ihre Kinder herausfordernder, Mütter eher beruhigender und bestätigender. Wobei das Herausfordern wichtig ist für die Entwicklung des Gehirns und anregt, selbständig neue Lösungsmöglichkeiten zu entdecken. Körperliche Spiele und neue Ideen sind signifikant stärker die Domäne der Väter.

"Väter sind beim Spiel häufig dynamischer und rasanter als Mütter. Sie spielen verwegene, wilde, abenteuerliche und herausfordernde Spiele, die oftmals komplex sind und viel Einsatz, insbesondere auch körperlich, erfordern", sagt der Spieleautor und Kulturpädagoge Uli Geißler aus Fürth. Und das kann mancher Mutter ganz schön Angst machen. Deshalb gehen manche Väter mit ihren Kindern ganz bewusst allein auf Tour.