Willkommen im Leben
Taufe und Geburtsfest
Ein neuer Erdenbürger ist da und soll feierlich begrüßt werden. Ob kirchliche Taufe oder fröhliches Geburtsfest, wir geben Anregungen für eine schöne Feier.
Willkommen, Menschenkind!
Christliche Taufe oder ein fröhliches Geburtsfest?
Die Geburt eines Kindes ist ein wunderbares Ereignis und wir haben das Bedürfnis, das Baby mit Familie und Freunden zu begrüßen und in unserer Mitte aufzunehmen. In unserem christlich abendländischen Kulturkreis feiern wir deshalb traditionell die Taufe.
Aber heute entscheiden sich immer mehr Eltern gegen eine kirchliche Tauffeier. Wurden 1991 noch insgesamt 598.732 Kinder ím evangelischen und katholischen Glauben getauft, waren es 1998 nur noch 505.458 (Quelle: Ev. Kirche in Deutschland und Deutsche Bischofskonferenz). Diese Eltern haben mit der Kirche nichts mehr am Hut oder möchten ihrem Kind selbst die Wahl überlassen, ob und wenn ja welcher Religion es beitreten will. Doch das Bedürfnis nach einem Willkommensritual für das Baby bleibt bestehen. Ein fröhliches Geburtsfest ist eine Alternative zur kirchlichen Taufe. Hier wird das Kind dem Familien- und Freundeskreis "offiziell" vorgestellt.
Die kirchliche Taufe
Mit der kirchlichen Taufe wird das Kind in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Es wird willkommen geheißen und der Liebe Gottes versichert. Mit der Taufe erhält es seinen Namen und Taufpaten werden ihm zur Seite gestellt. "Pate" kommt von "pater" = Vater, also zusätzliche Mütter und Väter, die ihr Patenkind begleiten und im Notfall für es da sein sollen.
Bis vor wenigen Jahrzehnten war es selbstverständlich, dass ein Neugeborenes getauft wurde – und zwar so schnell wie möglich, damit ihm im Falle seines frühzeitigen Todes der Eintritt ins Paradies nicht verwehrt würde.
Traditionell muss nicht konventionell bedeuten
Die christliche Taufe wird traditionell als Familienfest gefeiert. Doch muss die Feier nicht standardmäßig mit konventionellem Taufgottesdienst und steifem Festessen ausfallen. Die meisten Pfarrer und Pastore sind offen für eine persönliche Gestaltung der Tauffeier mit selbst ausgesuchten Texten, Gebeten und Liedern. Manche Priester beziehen auch ältere Geschwister und Gästekinder in das Geschehen mit ein.
Wer nach der Taufe nicht in ein Lokal oder nach Hause einladen möchte, kann einen Saal bei den Kirchengemeinden, der Stadt oder Vereinen anmieten. Das Essen kann ein Catering-Service bringen. Der Vorteil: Diese Variante ist preiswerter als ein Restaurant und es gibt viel Platz zum Toben für die Gästekinder.
Das alternative Geburtsfest
Als David sechs Monate alt war, luden seine Eltern zu einem Geburtsfest ein. Sie mieteten den großen Gemeindesaal und baten den dazugehörigen Pfarrer gleich mit dazu. Statt eines Taufrituals sangen die Gäste Lieder. Sie tanzten, aßen und tranken zusammen, es wurden Reden geschwungen und jeder Gast erhielt einen Handabdruck der Ehrenperson in Salzteig. Zur Beruhigung der Großeltern segnete der Pfarrer David dann auch. Es war ein nettes und würdiges Fest.
Aber es gehören schon Mut und Kreativität zu einer Geburtsfeier abseits des Gewohnten. Denn bisher haben sich noch keine festen alternativen Rituale zur Taufe herausgebildet. Hier finden Sie einige Anregungen für die Gestaltung Ihres individuellen Geburtsfestes:
- Laden Sie Familie, Freunde und vor allem Kinder zu Ihrem Fest ein.
- Bitten Sie die Kinder, ein Bild für Ihr Baby zu malen.
- Bitten Sie Ihre Gäste, ihre Wünsche für das Baby in ein besonders schön gebundenes Buch hinein zu schreiben. Später können hier auch die Fotos vom Fest eingeklebt werden.
- Vielleicht kennen Sie ein Lied, das Sie als passend zur Geburt Ihres Kindes empfinden. Jeder Gast erhält eine Kopie davon und sie singen es gemeinsam. Ein Beispiel: "Menschenjunges" von Reinhard Mey.
- Vater oder Mutter stellen Ihr Baby offiziell der Familie und den Freunden vor. Erzählen Sie, wie Sie die Schwangerschaft erlebt haben und wie das Baby zu seinem Namen kam. Beschreiben Sie Ihre Wünsche und Hoffnungen für es. Dann darf jeder Gast einen Wunsch für Ihr Kind aussprechen.
- Pflanzen Sie ein Geburtsbäumchen in Ihren Garten oder den Garten eines Freundes.
- Auch bei einem alternativen Geburtsfest können dem Baby Paten an die Seite gestellt werden. Die Ausgewählten könnten auf dem Fest einen kurzen Text oder ein Gedicht mit guten Wünschen für das Baby vorlesen und erzählen, wie sie sich ihre Patenschaft vorstellen. Anregungen gibt zum Beispiel das kleine Buch: "Gottlob, dass du da bist. Wünsche und Gedanken zu Geburt und Taufe" von Werner Schaube.
Wenn Sie das Thema Taufe und Taufpaten interessiert, können Sie sich im Forum Baby an lebhaften Diskussionen beteiligen.

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