Therapie-Bausteine

ADHS sinnvoll behandeln

ADHS, darüber sind sich Mediziner einig, kann nicht einfach nach Schema F behandelt werden. Wichtig ist ein indivuell auf das einzelne Kind zugeschnittener Behandlungsplan. Welche Therapien dazu gehören, erfahren Sie in diesem Artikel.

von Petra Fleckenstein
  • DruckenDruck
  • KommentierenKommentare
  • Per E-Mail empfehlenEmail
Maedchen springt Trampolin
Foto: © Panthermedia, Christa Eder

Wie entsteht ADHS?

ADHS kann behandelt werden

ADHS, so lautet die erfreuliche Nachricht, ist nach dem aktuellen Stand der Forschung gut zu behandeln. Vollständig zu heilen aber ist das Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsyndrom nicht. Als eine angemessene Therapie gilt heute, so die allgemeine Übereinkunft, ein "multimodales" Behandlungskonzept. Das bedeutet, dass verschiedenartige, miteinander verzahnte Vorgehensweisen angewendet werden.

Wie entsteht ADHS?

Bei der Frage nach einer angemessenen Behandlung stößt man natürlich unweigerlich auf die Frage nach den Ursachen von ADHS. Denn, so ist ja der übliche Gedankengang, sind erst die Faktoren gefunden, die eine Krankheit hervorrufen, so müssten diese ja auch zu bekämpfen sein. Und an dieser Stelle herrscht zwar heute unter Medizinern bereits einiger Konsens, die Forschung über das Entstehen und die Ursachen von ADHS ist aber noch längst nicht am Ziel. Als weitgehend erwiesen gilt, dass es nicht nur DIE EINE Ursache für das Entstehen von ADHS gibt. Vielmehr wird von einem Zusammenwirken einer genetischen Veranlagung mit äußeren Einflüssen wie zum Beispiel Erziehung ausgegangen. "Zur Zeit forschen wir besonders zu der Frage der Umwelt-Gen-Interaktion", so Prof. Gerd Lehmkuhl, Direktor des Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln. Das heißt, man vermutet zwar heute – gerade auch aufgrund von Zwillingsstudien -, dass beim Entstehen von ADHS eine genetische Veranlagung nicht zu unterschätzen ist. Unter welchen Bedingungen diese genetische Veranlagung jedoch wirklich so zur Ausprägung kommt, dass daraus das Störungsbild von ADHS entsteht, dies wird wissenschaftlich weiterhin untersucht.

Die Rolle des Botenstoffes Dopamin

Als erwiesen betrachten es viele Mediziner heute, dass bei Kindern mit ADHS eine Verminderung des Botenstoffes Dopamin im Gehirn vorliegt. "Botenstoffe", so heißt es in der ADHS-Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), "regeln den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen. Dopamin ist in bestimmten Hirnabschnitten für koordinierte Bewegung, emotionale Steuerung und zielgerichtete Aufmerksamkeit zuständig." Ist von diesem Botenstoff zu wenig vorhanden, so strömen Reize ungefiltert auf die Kinder ein und können nicht angemessen verarbeitet werden.