Ach, das gibt es auch?
Bio-Spielzeug: Kein Gift im Kinderzimmer
Wer sein Baby hingebungsvoll am Plastik-Spielzeug nuckeln sieht, fragt sich sicher: Ist das gesund? Muss ich Bio-Spielzeug kaufen, wenn ich mein Kind vor giftigen Stoffen schützen will? Und was ist das eigentlich - Bio-Spielzeug? Wir haben recherchiert.
Bio-Spielzeug: Noch keine klaren Kriterien
Bei Biolebensmitteln ist es der Überfluss an Informationen, der viele Eltern so sehr abschreckt, dass sie es gar nicht erst wagen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Bei Biospielzeug ist es genau anders herum: Es gibt zu wenig Informationen, und darum kennt sich kaum jemand aus. Da ist kein eigener Ratgeber. Kein EU-Siegel. Kein Verband. Kein Internetportal. Ja, viele Eltern wissen nicht einmal, dass es Biospielzeug (auch Öko- oder Naturspielzeug genannt, gelegentlich werden die englischen Bezeichnungen „green toys“, „environmental toys“ oder „eco toys“ übernommen) überhaupt gibt. Aber sie fragen sich schon, wenn sie ihr Baby leidenschaftlich am Plastikflugzeug von der Drogerie um die Ecke herumnuckeln sehen, ob das so gesund ist. Wo man doch immer wieder von Spielzeug-Skandalen liest, wie erst im April dieses Jahres, als bei einer Überprüfung von 150 Spielzeugen (darunter auch teures Markenspielzeug) durch die nordrhein-westfälischen Ministerien für Verbraucherschutz und Gesundheit knapp 11 Prozent chemische Mängel (z.B. gesundheitsschädliche Weichmacher) aufwiesen. Vielleicht lohnt es sich doch mal zu schauen, was sich über Biospielzeug herausfinden lässt. Immerhin gibt es Hersteller und Fachgeschäfte, die diesen Begriff benutzen und damit gewisse Erwartungen schüren.
Also: Was ist Biospielzeug eigentlich? Die Begriffe „Bio“ (biologisch) und „Öko“ (ökologisch) sind zwar geschützt und dürfen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Fleisch und Milch nur benutzt werden, wenn sie den Ansprüchen der EG-Öko-Verordnung genügen. Doch weil es bei Biospielwaren keine eigene Verordnung gibt, haben „Bio“ und „Öko“ in dieser Branchennische keine Basis und sind relativ frei einsetzbar. Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels, hat auch keine Definition parat und bleibt auf Nachfrage vage: „Auch wenn Biospielzeug statistisch nicht gesondert erfasst wird, spielt es eine immer größere Rolle im Sortiment ‚rund ums Kind’ im Spielwaren-Facheinzelhandel“, erklärt er zwar und verweist auf Öko-Puppen und Holzspielzeug, um im nächsten Satz den Begriff „Biospielzeug“ durch „Qualitätsspielzeug“ zu ersetzen, für das sich der Handel stark mache. Qualitätsspielzeug ist aber nicht automatisch auch Biospielzeug, sondern der Begriff besagt erstmal nur, dass die Hersteller strenger kontrollieren als es der Gesetzgeber verlangt, und dass sie sich sinnvolle Beschäftigungen fürs Kind ausdenken.







