Frühe Hilfen, Baby Wellcome, Haushaltshilfe

Unterstützungs-Angebote für die erste Zeit mit Baby

Was Mütter im Wochenbett vor allem brauchen, ist Unterstützung. Wenn du ein Baby bekommen hast, gehst du in den Wochen danach vielleicht ganz schön auf dem Zahnfleisch. Lies hier, welche Hilfsangebote es für die Zeit nach der Geburt gibt.

Autor: Petra Fleckenstein
Seitenanfang

Wellcome – praktische Hilfen für kleine Pausen

Unterstützung Angebote Wochenbett
Foto: © colourbox

„45 Prozent der Eltern wünschen sich mehr Unterstützung in der ersten Zeit nach der Geburt", hat eine Pampers Studie über den Alltag frisch gebackener Eltern (2017) ergeben. In unseren Kleinfamilien ist es selten geworden, dass Großeltern, Tanten oder Geschwister Zeit und die Möglichkeit haben, den jungen Eltern nach der Ankunft eines Babys länger als nur ein paar Tage unter die Arme zu greifen. 88 Prozent der Befragten halten daher gemeinnützige Organisationen zur Unterstützung in der ersten Zeit mit Baby für wichtig. Hilfe zu bekommen scheint aber nicht ganz einfach zu sein, denn in Anspruch genommen würden die Angebote laut Studie nur von einem Prozent der Eltern. Eine große Hürde stellt dabei die Bürokratie dar, die bei Ämtern oder Krankenkassen den Zugang zu den Hilfen erschwert.

Mehr Unterstützung gewünscht

Diese Hürden möglichst niedrig zu halten versucht das Sozialunternehmen „Wellcome" an inzwischen 250 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ganz unbürokratisch werden hier derzeit rund 4.500 ehrenamtliche Mitarbeiter (Stand 2014) vermittelt, die an ein bis zwei Tagen in der Woche für zwei bis drei Stunden zu den jungen Familien nach Hause kommen. Dort helfen sie, die Frauen im Wochenbett zu entlasten, indem sie zum Beispiel ganz einfach mit dem Baby spazieren gehen, während sich Mama ausruht. Oder indem sie mit den kleinen Geschwistern spielen, während Mama in Ruhe ihr Baby stillt. Angebunden ist Wellcome an die Familienbildungsstätten oder sonstige Beratungsstellen vor Ort, wo Koordinatorinnen die ehrenamtlichen Helfer an die Familien vermitteln.

Fachlich geschult sind diese Helfer – meist Frauen ab 50 Jahren und älter – nicht. Ihre Aufgaben erfordern ja auch kein spezielles Fachwissen. Aber in einem ausführlichen Vorgespräch werden die Ehrenamtler von den Koordinatoren auf ihre Eignung hin abgeklopft. Wer sich an Wellcome wendet, hat außerdem die Möglichkeit, die in Frage kommende Helferin erst einmal kennen zu lernen und erst dann zu entscheiden, ob sie ihre Hilfe in Anspruch nehmen möchte, das gilt natürlich auch umgekehrt.

Wellcome wird durch Spenden finanziert und in einigen Bundesländern auch über öffentliche Mittel gefördert. Die Hilfe kostet pro Stunde maximal fünf Euro. Der genaue Stundensatz wird jedoch aufgrund eines Vorgesprächs mit der Familie ermittelt. Dazu kommt noch eine einmalige Vermittlungsgebühr von 10 Euro.

Wo in deiner Nähe ein Baby-Wellcome Team zu finden ist, kannst du hier herausfinden. 

Haushaltshilfe durch die Krankenkasse

Während Wellcome ein Angebot für alle Eltern darstellt, zielt das Angebot einer von der Krankenkasse finanzierten Haushaltshilfe auf Eltern in Situationen ab, in denen die haushaltführende Person (häufig die Mutter) wegen einer Erkrankung ausfällt. Das kann aber auch zum Beispiel eine ärztlich verordnete Bettruhe nach einer Kaiserschnittgeburt oder die besondere Belastung einer Zwillingsgeburt sein. Der Anspruch besteht laut Gesetz allerdings nur, wenn ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt lebt und zum Beispiel der Vater oder eine andere Person, die mit im Haushalt lebt, nicht einspringen kann. Urlaub müssen sich Väter dafür allerdings nicht nehmen. Der Anspruch auf eine Haushaltshilfe ist im Sozialgesetzbuch (§ 38 SGB V) geregelt. Die Satzungen der Krankenkassen können über die hier vorgeschriebenen Leistungen aber hinausgehen und weichen auch voneinander ab. Daher erkundigst du dich am besten bei deiner Krankenkasse, in welchen Fällen eine Haushaltshilfe finanziert wird. In jedem Fall muss erst ein Antrag gestellt werden. In besonders dringenden Fällen kann die Fachkraft bereits vor dem Bescheid des Antrags in die Familie geschickt werden. Dies dann aber mit dem Risiko, dass du vielleicht die Kosten selbst tragen musst. Auch die von den Krankenkassen finanzierten Haushaltshilfen sind übrigens nicht ganz kostenfrei. Eine tägliche Zuzahlung zwischen 5 und 10 EUR ist gesetzlich vorgeschrieben.


Frühe Hilfen: Koordinierte Hilfsangebote für Eltern und Kinder

Seit dem Start der Bundesinitiative „Frühe Hilfen" im Jahr 2012 haben zahlreiche Kommunen in Deutschland ihre Hilfsangebote für Familien vor und unmittelbar nach der Geburt verbessert und ausgebaut. Wichtig war es dabei auch, die Angebote der vielen Träger - wie der Gesundheits- und Jugendämter - besser zu bündeln. In den Städten und Kommunen gibt es nun meist unter dem Stichwort „Frühe Hilfen" Stellen, an die man sich in besonderen Belastungssituationen wenden kann. In Köln ist es zum Beispiel das Gesundheitsamt, das du bei Problemen nach der Entbindung ansprechen kannst. Hier kannst du dich und dein Kind über ein Formular oder auch per Mail oder Telefon bei der „Clearingstelle für Frühe Hilfen" anmelden. Eine Fachkraft aus dem Frühe-Hilfen-Team, das aus einer Kinderärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwestern besteht, kann dich bei Bedarf zu Hause besuchen. So könnt ihr zusammen klären, welche Unterstützungsangebote für dich geeignet sind. Dazu zählen zum Beispiel Schreiambulanzen, Beratungsangebote durch Sozialpädagogen oder Familienhebammen.

Nachsorge- und Familienhebamme: Unterstützung, bis das Baby ein Jahr alt ist

Die ersten 10 Tage nach der Geburt können sich alle Mütter von einer Nachsorgehebamme unterstützen lassen, die mindestens einmal täglich kommt. Die Hebamme hilft der Wöchnerin, die Geburt zu verarbeiten und eine gute Beziehung zu ihrem Baby aufzubauen. Sie begleitet die junge Mutter beim Stillen und unterstützt sie bei der Babypflege. Außerdem überwacht sie die körperliche Rückbildung und Heilung eventueller Geburtsverletzungen. Sie kümmert sich um die Nabelpflege beim Baby und steht den jungen Eltern mit Rat und Tat zur Seite, z.B. für Verhütungsfragen bis zu partnerschaftlichen Problemen durch die große Veränderung mit Baby. Brauchst du die Hebamme aus bestimmten Gründen über diesen Zeitraum hinaus, kannst du, bis dein Kind 12 Wochen alt ist, die Nachsorgehebamme 16 mal um Hilfe bitten. Und falls du Stillprobleme oder Ernährungsprobleme hast, kann dich die Hebamme anschließend weitere achtmal unterstützen. Wichtig zu wissen: Auch wenn dein Kind krank oder im schlimmsten Fall tot geboren wurde, steht dir die Unterstützung durch eine Hebamme zu.

In besonderen Belastungssituationen kann dir eine Familienhebamme helfen. Das sind Hebammen mit weiteren Zusatzqualifikationen, die oft bei Jugendämtern, Gesundheitsämtern oder Familienzentren angestellt sind. Familienhebammen greifen vor allem sehr jungen Müttern unter die Arme, betreuen Frauen mit psychischen oder Suchtproblemen oder chronische kranke Frauen und Frauen mit Migrationshintergrund. Mehr über Familienhebammen erfährst du in unserem Artikel.

Weitere Informationen:

Mehr zur Hebammenhilfe vor und nach der Geburt erfährst du auf der Seite des Deutschen Hebammenverbands. 

Hebamme Andrea erklärt: Wie lange muss ich nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?

Foren zum Thema

Unsere Partner
  • SteriPharm Folio
  • Pampers
  • Nestle Bebe
  • Eltern Grußkarten
  • Vorname.com
  • Schöner Wohnen Shop


]