Richtige Pflege mit Bürste und Fluor

Kinderzähne: So bleiben sie heil

Wie werden Milch- und bleibende Zähne richtig gesäubert? Soll ich meinem Kind Fluoridtabletten geben? Und wie vermittle ich kleinen Zahnputzmuffeln den Spaß am Zähneputzen? Alles rund um die richtige Pflege von Baby- und Kinderzähnen lesen Sie in diesem Artikel.

von Gabriele Möller
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Maedchen-Zahnbuerste
Foto: © panthermedia.net / Uwe Moser

Fluoridtablette für Babys gilt als überholt

Wenn das erste schneeweiße Zähnchen in Babys Mund aufblitzt, ist dies ein aufregender Tag für die Eltern. Nach dem ersten Entzücken denken sie meist auch schon über die richtige Pflege des Neuankömmlings nach. Zu Recht, denn Milchzähne möchten vom ersten Tag an geschützt werden. Damit das gelingt, widmet sich urbia allen Fragen rund um die kleinen Kauwerkzeuge: wie Milch- und bleibende Zähne richtig gesäubert werden, ob Fluoridtabletten sinnvoll sind, wann eine Versiegelung angeraten ist, ob Karies ansteckend ist, wie Eltern kleinen Zahnputzmuffeln den Spaß am Zähneputzen vermitteln können und was junge Zahnspangenträger beachten müssen.

Viele Kinderärzte verschreiben noch routinemäßig Vitamin D-Tabletten, die auch Fluorid enthalten. Die Fachleute von der Bundeszahnärztekammer und von der Deutschen Gesellschaft für Zahn- , Mund-, und Kieferheilkunde (DGZMK) halten dies aber für überholt: „Früher propagierte Maßnahmen der sog. ‚systemischen Fluoridanwendung’ mittels Fluoridtabletten sind verlassen worden“, betont Prof. Ulrich Schiffner von der DGZMK, denn: „Es konnte nachgewiesen werden, dass die Karies hemmende Wirkung von Fluorid auf dessen lokaler Gegenwart an der Zahnoberfläche beruht.“ Soll heißen: Fluorid wirkt am besten, wenn es nicht eingenommen, sondern von außen auf den Zahnschmelz aufgetragen wird, sobald der erste Zahn da ist.

Fluorid kann dabei sogar kleinere Zahndefekte – eine beginnende Entmineralisierung als Vorstufe von Karies - reparieren. Diese werden sichtbar als kleine weiße Flecken (White Spots) auf den Zähnen. Beim Putzen mit einer fluoridhaltigen Zahncreme entsteht außerdem an der Zahnoberfläche vorübergehend ein Fluoriddepot, die Wirkung hält also eine Weile an. „Eine regelmäßige Fluoridapplikation mittels Zahnpasten wird als ein Hauptgrund für den Kariesrückgang bei Kindern und Jugendlichen angesehen“, erklärt Schiffner. Das für die Knochengesundheit wichtige Vitamin D zum Einnehmen ist auch ohne Fluoridbeigabe erhältlich (z. B. Vigantoletten 500, Apotheke).

Vorsicht vor Überdosierung

Fluorid muss sein, aber im rechten Maß. Eine Überdosierung lässt weißliche Streifen auf den Zähnen entstehen und macht den Zahnschmelz porös. Eine zu hohe Aufnahme entsteht zum Beispiel, wenn das Fluorid aus mehreren Quellen kommt: dem Speisesalz, dem für die Babynahrung evt. verwendeten Mineralwasser (Übersicht s. Serviceteil) und der Zahnpasta. Ausreichend sind 0,05 mg Fluorid pro Kilo Körpergewicht. Bis zum Alter von zwei Jahren reicht es, einmal täglich Fluoridzahncreme zu verwenden und das zweite Mal mit Wasser zu putzen. Zusätzliches Fluorid aus Speisesalz oder Wasser ist nicht nötig. Bis das Kind sechs Jahre alt ist, sollten Eltern außerdem nur spezielle Kinderzahnpasta benutzen. Zur Fluoridierung reicht eine erbsengroße Portion Zahncreme aus.

„Milchsalbe“ macht Zähne hart

In den letzten Jahren hat neben dem Fluorid die Gabe von CPP (Kasein-Phospopeptid), einem Milchbestandteil, an Bedeutung gewonnen. Studien konnten zeigen, dass CPP bereits demineralisierte Stellen an den Zähnen erfolgreich wieder mit Kalzium und Phosphaten anreichert. Aber auch gesunde Zähne werden vor Mineralienverlusten geschützt, was Karies vorbeugt. „CPP-ACP-Komplex ist ein sehr effektives Mittel, um aktive Kariesprophylaxe beim Patienten zu betreiben,“ fasst Prof. Elmar Reich aus Biberach zusammen. Am wirkungsvollsten sei es, CPP und Fluorid zur Vorbeugung einzusetzen. CPP ist u. a. in Cremes zum Auftragen auf die Zähne enthalten, die auch für Kinder geeignet sind (GT Tooth Mousse, erhältlich bei Zahnärzten und Kieferorthopäden o. im Internet).

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