Nur ein zweifelhaftes Glück
Wenn Mütter von zu Hause aus arbeiten (müssen)
Die Vorstellung, Kinder und Job durch einen Heim-Arbeitsplatz miteinander zu verbinden klingt verlockend. Hier ein vergnüglicher Einblick in das vermeintliche Glück, zu Hause sein Geld zu verdienen.
Nur kein Neid – Oder von der Herausforderung, als Mutter zu Hause sein Geld zu verdienen
Ich bin zu beneiden. Das finden jedenfalls die meisten anderen Mütter in meinem Freundeskreis. Ich kann nämlich Mutter und gleichzeitig berufstätig sein, ohne das Haus verlassen zu müssen. Als Journalistin setzt man sich einfach an den heimischen Schreibtisch. PC, Fax und Telefon stehen bereit, und schon legt man los. Natürlich gibt es da einige kleine und unwesentliche Dinge, die vorher erledigt sein wollen: Die Tochter muss allmorgendlich erst zur Katzenwäsche und dann zu einem gesunden Frühstück gezwungen und in der Schule untergebracht werden. Und der kleine, 13 Monate alte Bruder will erst ein wenig unterhalten, bespielt, gefüttert, gewickelt und dann ermattet in den Vormittagsschlaf gewiegt werden. Schon nach zwei Stunden kann frau sich dann entspannt an die Arbeit machen. Wenigstens meistens. Falls die Schule bis dahin nicht schon wieder zu Ende ist wegen chronischer Unterrichtsausfälle. Auch besagter Sohn hat gelegentlich nicht den Wunsch, genau dann zu schlafen, wenn’s Mama gut passen würde. Eile darf ich mir aber keinesfalls anmerken lassen, sonst wittert der Kleine, dass er etwas verpassen soll, und schläft erst recht nicht ein. Mit betont gelangweiltem Gesicht verabreiche ich ihm also beiläufig ein einlullendes Milchfläschchen. Im Fläschchen steckt gemeinerweise eine extra reichhaltige Folgemilch, ich gebe es zu, denn die macht Babys angeblich besonders satt und schlapp.

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